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Rumor Report #158: Frustration im WWE-Lockerroom wächst, Comeback von Jeff Jarrett steht bevor, Kommt es zu Shaq O’Neal vs. Big Show?

Kolumne

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Published on:
16.08.2009, 11:07 
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Willkommen zum „Rumor Report“ auf Cagematch.de, dem einzigen Original aller Kolumnen dieser Art! Hier findet ihr die heißesten Gerüchte aus dem Wrestling-Business, die in dieser Woche aufgekommen sind. Zwar mag sich hinter jedem Gerücht ein Fünkchen Wahrheit verstecken, doch manchmal muss man bei einigen Meldungen schon sehr lange danach suchen. Daher werde ich zu jedem Gerücht ein persönliches Statement abgeben, in dem ich den Wahrheitsgehalt der „Neuigkeiten“ einschätze. Unter Umständen sind in diesem Report einige Spoiler enthalten. Wer sich also von den kommenden Storylines überraschen lassen will, sollte besser nicht weiterlesen.


Die Top-Themen dieser Woche:


”Vince hat keine Ahnung, was logisch ist!”
Das stagnierende WWE-Produkt ist in diesen Tagen eines der vieldiskutiertesten Themen überhaupt. Während die Major-Company links und rechts immer wieder talentierte Worker gehen lässt, dominieren seit Jahren die immer gleichen (in die Jahre gekommenen) Stars den Mainevent. Gerade bei RAW werde diese Situation als besonders dramatisch angesehen, da SmackDown! es immerhin geschafft habe, mit Jeff Hardy und CM Punk zwei junge Worker im Mainevent zu etablieren. Nun waren hierzu neue Stimmen aus dem Lockerroom zu hören, die allen voran Vince McMahon und sein Kreativ-Team angreifen. So belustige man sich darüber, dass bei RAW in den letzten Wochen junge Talente wie Kofi Kingston, Evan Bourne oder Chris Masters eher schwach gebookt werden, während McMahon seinen Writern vorjammere, es gelinge ihnen nicht, neue Stars zu kreieren. Weiter heißt es, Vince McMahon und sein RAW-Team rund um Brian Gewirtz lebe „in seiner eigenen Welt“, so dass man nicht mehr in der Lage sei, zu erkennen, „was überhaupt noch logisch sei“. Besser sehe es bei SmackDown! aus, jedoch nicht viel, denn auch Head-Writer Michael Hayes bekomme sein Fett weg. Er gelte zwar gerade im Gegensatz zu Gewirtz als der bessere Booker, doch Hayes werde in diesen Tagen als „ängstlich“ beschrieben und leider auch als jemand, der keine Ahnung habe, was in der heutigen Zeit angesagt sei. Dies alles frustriere den Lockerroom, vor allem da diese Situation nur wenige Monate eingetreten ist, nachdem die Company angekündigt hatte, alles tun zu wollen um neue Stars hervorbringen.

Mein Kommentar: RAW ist zur Zeit vergleichbar mit der Wirtschaft: Schaut man auf die nackten Zahlen, ist alles wieder gut. Die Rezession ist offiziell vorbei, die Wirtschaft wächst wieder – alles bestens also. Dass dieser Wachstum vor allem aber auf milliardenschwere Wirtschaftsprogramme zurückzuführen ist (deren Wirkung bald auslaufen wird) und im Hintergrund Firmeninsolvenzen und Arbeitslosigkeit weiter steigen, bleibt dabei gerne unerwähnt. Blickt man auf RAW, so kann man über die Mainstream-Aufmerksamkeit und das Rating wirklich nicht meckern. Doch leider ist diese Aufmerksamkeit kurzläufig, denn sie bezieht sich nicht auf das Produkt an sich, sondern auf die prominenten Gast-GMs. Im Hintergrund hingegen reduzieren sich weiterhin die Buyrates im Vergleich zum Vorjahr und die Frustration des Lockerrooms wächst. Ähnlich, wie es bei der Wirtschaft zu befürchten ist, dass es nach Auslaufen der milliardenschweren Staatsprogrammen wieder abwärts gehen könnte, so muss man auch bei RAW fürchten, dass nach dem Promi-GM-Angle die Ratings wieder in den Keller purzeln. Vielleicht ist die jetzige Situation der Fluch der vielen Hollywood-Writer, die vielleicht ein lustiges Comedy-Segment schreiben können, aber nicht wissen, wie man einen Wrestling-Star aufbaut. Vielleicht ist auch wie in der letzten Woche erwähnt das WWE-Development-System Schuld, das es nicht für nötig hält, nach Talenten zu suchen. Ganz sicher aber krankt die WWE an der Spitze: Vince McMahon traut in erster Linie seinen alten Stars wie Triple H, Shawn Michaels, Batista, Edge oder John Cena. Dazu ist er mit über 60 Jahren wohl nicht mehr am Puls der Zeit. Doch vor allem ist er es, der die falschen Entscheidungen trifft. McMahon will die WWE als „Entertainment“ sehen und hat sich ein Team von Hollywood-Schreibern aufgebaut. Doch das ändert nichts daran, dass die WWE ein Wrestling-Produkt bleibt. Alles Entertainment-hafte (wie Videospiele, Kinofilme, Musik-CDs und ähnliches) bleiben nur Nischen – das richtige Geld wird mit Wrestling-Produkten wie den PPVs und den TV-Shows verdient. McMahon muss aufhören, aus seiner Company etwas machen zu wollen, was sie nicht ist. Das funktioniert auf Dauer nicht. Er muss wieder das Wrestling sehen – und dabei wird er feststellen, dass er in seinen Reihen vielleicht nicht den nächsten Will Smith, dafür aber gute Wrestling-Talente hat – die eben auch unterhaltsam sein können.


WWE hofft auf ein „Mega-Match“
Wie der eine oder andere sicherlich schon gehört haben dürfte, hoffe die WWE bei der nächsten dreistündigen RAW-Ausgabe im September ein Match zwischen Shaquille O'Neal und The Big Show auf die Beine stellen zu können. Ob ein solches Match aber wirklich realistisch ist, das werde vielerorts angezweifelt. Schließlich starte im Herbst die kommende NBA-Saison, bei der O'Neal möglichst nicht auf Grund einer Verletzung aus einem Wrestling-Match fehlen sollte. Darüber hinaus sollen es einige Leute innerhalb der WWE auch nicht für klug halten, ein solches Match im Free-TV zu veranstalten, da es bei einem PPV deutlich besser aufgehoben wäre. Doch was auch immer passiere werde, die "Fehde" zwischen Big Show und O'Neal scheint noch längst nicht vorbei zu sein...

Mein Kommentar: Das ist kein Wunder, schließlich hat Shaquille O'Neal für ein starkes Rating gesorgt, als er RAW hosten durfte. Ob das allein an ihm lag, darüber darf man zwar geteilter Meinung sein, doch da bei der RAW-Show an sich nichts Besonderes angekündigt war, dürfte er für einen großen Teil des Zuschauerinteresse verantwortlich gewesen sein. Dass die WWE daraus noch einmal Kapital schlagen will, wundert somit nicht. Ich persönlich bin kein Fan von Promi-Matches und könnte daher gut auf O'Neal vs. Big Show verzichten. Sollte es der WWE aber tatsächlich gelingen, den Basketballstar trotz nahender NBA-Season in den Ring zu kriegen, wäre es aus wirtschaftlicher Sicht schlauer, das Ganze bei einem PPV zu veranstalten. Beim dem Interesse, dass O’Neal scheinbar generieren kann, freut sich dann hoffentlich die Buyrate...


Jeff Jarrett endgültig entmachtet?
Neue Entwicklungen in der Situation um Jeff Jarrett waren nun aus dem TNA-Lockerroom zu vernehmen. So heißt es, dass das Comeback von Jarrett kurz bevor stehen soll. Doch es gebe in Bezug auf seine Person eine wichtige Änderung: Er werde nur als Wrestler zurückkehren. Angeblich werde er bei seiner Rückkehr von jeder Office-Power entmachtet, was sicherlich für eine komische Backstageatmosphäre sorgen dürfte. Darüber hinaus gibt es sich widersprechende Meldungen, was mit Jarretts Anteil an TNA passieren werde. Während es Berichte gebe, nach denen Dixie Carter Jarretts verbleibende Anteile (noch) nicht aufkaufen wolle, schrieb unter anderem Gerweck.net, Carter habe dies bereits getan. Auf jeden Fall scheint unbestritten, dass die TNA-Präsidentin die Backstage-Macht an sich gerissen habe. Mit der Entlassung von Dutch Mantel und Savio Vega habe sie ein Zeichen gesetzt. Darüber hinaus versuche sie, „ihre“ Leute zurück ins Team zu holen. Scott D’Amore werde sich zukünftig um die Knockout-Division kümmern und auch Pat Kenney habe ein Rückkehr-Angebot vorliegen. Wie genau es mit Jarrett weitergehen werde, könnte sich bereits heute beim Hard Justice-PPV oder den darauffolgenden TV-Tapings herausstellen.

Mein Kommentar: Bis zuletzt nannte ich TNA immer noch gerne die „Jarrett-Promotion“, obwohl dies an sich nicht korrekt ist. Total Nonstop Action gehört eindeutig der Carter-Familie. Die hielt sich bisher jedoch dezent im Hintergrund. Sollte es aber stimmen, was das Gerücht behauptet, so gibt es zukünftig tatsächlich keinen Grund mehr, von der „Jarrett-Promotion“ zu sprechen. Jeff Jarrett wurde aus seiner eigenen Firma geworfen: Er wurde entmachtet und seine Anteile vielleicht sogar schon aufgekauft. Sollte er tatsächlich nur als Wrestler zurückkehren, so dürfte das in de Tat eine interessante Atmosphäre mit sich bringen. Angeblich habe man intern viele Worker zu Jarrett interviewt und – obwohl er noch einige Freunde im Lockerroom haben soll – hätten sich die meisten negativ zu ihm geäußert. Allen voran Kurt Angle, der sogar gedroht habe, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen, sollte Jarrett an der Macht bleiben. Die Macht scheint nun aber komplett in den Händen von Dixie Carter zu liegen, was eine spannende Situation ist. Dixie Carter mag ein Wirtschaftsunternehmen leiten können (und in einem gewissen Sinne ist TNA nichts anderes), doch kann sie auch eine Wrestling-Company führen? Wird sie die richtigen Entscheidungen – vor allem auch in kreativer Hinsicht – treffen können, ohne einen Mann aus dem Business wie Jarrett an ihrer Seite zu habe?. Ich weiß nicht, ob die jetzige Zeit eine Neugeburt für TNA sein wird oder der Beginn des Untergangs. Ich weiß nur, dass ich mir an Jarretts Stelle genau überlegen würde, ob ich nur als Wrestler zu TNA, der Company, die ihm eins gehörte, zurückkehren möchte. Ohne Backstage-Macht wird er nun mit vielen Workern auf Augenhöhe sein, über die er früher entschieden hat. Das – und die Schmach der Entmachtung – kann unangenehm für ihn werden, weswegen er sich das vielleicht gar nicht erst antun sollte…


Soviel zu den Top-Themen, alle weiteren Gerüchte dieser Woche folgen nun:

  • Und wieder einmal ist es an dieser Stelle an der Zeit, über mögliche Gast-General-Managers zu spekulieren. Dieses Mal dreht es sich jedoch um ehemalige Wrestling-Stars. So sei der Tenor aus Reihen der WWE, dass man eindeutig Prominente aus der Sport- und Entertainment-Welt für die Rolle des GMs bevorzuge. Dies gelte jedoch ausdrücklich nicht für Steve Austin, Trish Stratus und The Rock. Während man Stratus den GM-Job bereits für die RAW-Ausgabe am 14.09. aus Toronto angeboten habe, so sei man zwar auch schon an The Rock herangetreten, habe sich aber wohl eine Absage eingefangen. Zwar rede The Rock in den Medien positiv über die WWE, doch im Grunde wolle er sich nicht weiter mit seinem früheren Arbeitgeber assoziieren lassen. Darüber hinaus sei The Rock nach wie vor beleidigt darüber, dass man es von Seiten der WWE in 2004 zugelassen habe, seinen Vertrag einfach auslaufen zu lassen.
    Über Trish Stratus würde ich mich freuen, auch wenn nicht bekannt ist, ob sie der Offerte zugestimmt habe. Und mit Steve Austin kann die WWE sicherlich auch nichts falsch machen, wobei er zur Zeit eigentlich keinen Film zu promoten hat. Das Highlight für viele Fans wäre es aber sicherlich, wenn The Rock als General-Manager durch die Show führen würde. Doch die Chancen darauf scheinen mehr als gering zu sein. Es ist schade, dass er sich so sehr vom Wrestling distanziert, dass er nicht einmal ab und zu für eine kleine Gastrolle vorbeischauen will. Doch auf der anderen Seite ist diese Einstellung auch konsequent. Für The Rock dürfte sich das Kapitel Wrestling nun einmal erledigt habe.

  • Innerhalb der WWE habe es in der letzten Zeit einige Kritik an den langen Promo-Videos während der Pay-Per-Views gegeben. So würden sie in den Shows platziert werden, selbst wenn das bedeute, dass wichtige Matches gekürzt werden müssten. Zwar gestehe man dem Produktions-Team ein, eine gute Arbeit abzuliefern, doch Producer Kevin Dunn nutze auch jede Gelegenheit, die Arbeit seines Teams hervorzuheben. Und da Dunn hinter den Kulissen sehr einflussreich sei, dürften die Clips die letzten sein, die wegfallen, wenn die Zeit mal wieder knapp werde…
    Video-Clips sind eine tolle Möglichkeit, eine Story oder ein Match zu bewerben. Der Sinn hinter einer solchen Promotion sollte es sein, Fans zum Kaufen des Pay-Per-Views zu animieren. Insofern haben die Clips in den TV-Shows durchaus ihre Berechtigung. Hat ein Fan aber erst einmal einen PPV gekauft, will er das sehen, was beworben wurde – und nicht wieder die „Werbefilmchen“. Die Kritik an den Promo-Clips ist durchaus verständlich. Es spricht nichts dagegen, auf das eine oder andere wichtige Match mit einer Zusammenfassung der Fehde/Story (oder ähnliches) einzustimmen. Es kann aber nicht sein, dass deswegen die Matches kürzer ausfallen müssen. Und reine Promo-Videos sind bei PPVs eh überflüssig.

  • Wie in der letzten Woche an dieser Stelle berichtet, bewirbt TNA den kommenden Bound For Glory-PPV in Los Angeles mit dem Hinweis, bei der Show werde Sting sein letztes Match bestreiten. Dazu heißt es nun, Sting habe in der Tat noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. TNA habe aber anscheinend großes Interesse daran, ihn zu halten, somit dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Dieses Jahr würden es aber durchaus eine Reihe von Leuten für möglich halten, dass sich Sting tatsächlich verabschieden werde - da er inzwischen 50 Jahre alt sei und es finanziell nicht nötig habe, weiter in den Ring zu steigen.
    Sollte der "Stinger" tatsächlich sein letztes Match bestreiten, hoffe ich, dass man ihm einen würdigen Abschluss seiner großen Karriere bereiten wird. Sollte er aber doch noch in letzter Sekunde wieder verlängern (so wie in den letzten Jahren auch), dann Schande über ihn und TNA. Vor allem da die Company bereits offensiv sein letztes Match bewirbt, um die Ticketverkäufe voranzutreiben. Wenn man sich mit solch einer Ankündigung aus dem Fenster lehnt, sollte sie besser stimmen. Ansonsten ist das für mich Betrug am Kunden/Fan.

  • Sollte es noch Pläne für eine Veröffentlichung des TNA-Videospiels "Impact 2" gegeben haben, so dürften die inzwischen Geschichte sein. Wie die Los Angeles Times berichtete, habe die Spieleschmiede Midway Games am Standort San Diego 46% seiner 520 Mitarbeiter in den letzten Tagen entlassen - darunter auch 100 Entwickler, die am TNA-Spiel gearbeitet haben sollen. Darüber hinaus habe THQ das Studio in San Diego mittlerweile auch gekauft - und die TNA-Lizenz sei kein Teil des Deals gewesen. So fern also keine neue Einrichtung geschaffen wird, die die Lizenz aufnimmt, dürfte das Projekt tot sein.
    Damit war (leider) zu rechnen. Um Midway Games stand es einfach zu schlecht. Besonders fies ist, dass erst vor kurzem noch Vorbestellungen für "Impact 2" getätigt werden konnten. Es bleibt zu hoffen, dass nicht zu viele Fans diese Option wahr genommen haben...

  • Backstage-Berichten zu Folge sollen einige Wrestler auf die TNA-Präsidentin Dixie Carter zugegangen sein und ihr sehr die Dienste von Paul Heyman und Gabe Sapolsky für das Kreativ-Team ans Herz gelegt haben. Wie es jedoch scheint, habe Carter wenig Interesse an beiden Männern. Sie ziehe offenbar Writer mit einem Hollywood-Hintergrund vor.
    Wrestling-Promoter (die im nationalen TV veranstalten) müssen irgendwie alle bescheuert sein…

  • Ein sehr unschönes Gerücht ist nun über Ring Of Honor aufgetaucht: Wie gemunkelt werde, seien in den letzten Wochen die Gehaltsschecks einiger ROH-Worker geplatzt. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Bankkonto der Company nicht sonderlich gut aussehe. ROH-Eigentümer Cary Silkin soll das Problem mit den Workern jedoch gelöst haben…
    In der freien Wirtschaft ist das Nichtbezahlen der Löhne in der Regel der letzte Schritt, bevor ein Unternehmen pleite geht. Bei Ring Of Honor bleibt zu hoffen, dass es sich nur um eine einmalige Sache, einen Fehler bei der Bank oder es sich bei dem Gerücht schlichtweg um eine Ente handelt. Denn wenn ROH von der Wrestling-Karte verschwindet, wäre das ein herber Verlust.


    Das war es mit dem "Rumor Report" für dieses Mal. Die nächste Ausgabe wird es am kommenden Sonntag geben.

    Quellen: PW Insider / Wrestling Observer / PW Torch Newsletter / Wrestling Observer Newsletter