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Roundtable zu WWE WrestleMania 25 (Teil 2/2)

Kolumne

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Money in the Bank Ladder Match

The Mountie: Eine Leiter, acht Leute, viel Hüpfen und eine Menge Ohs und Ahs - das Rezept ist bewährt und man kann es der WWE nicht verdenken, dass sie nichts dran ändert, denn Money In The Bank ist mittlerweile ein ähnlicher Selbstläufer wie zum Beispiel der Royal Rumble. Die Besetzung ist aber dieses Jahr etwas skurril. Mit einem Mark Henry mal einen ganz anderen Typen in das Match zu tun, ist prinzipiell für mich okay, aber warum ein Evan Bourne hier nicht dabei ist, kann mir - da er es ja nicht gewinnen hätte müssen - niemand vernünftig erklären.

Wer macht‘s? Finlay, Kane und Henry haben die Ich-war-dabei-Karte sicher. Benjamin wird wohl auch bei WrestleMania 35 noch über MITB-Leiter wandeln, ohne World Champion gewesen zu sein - und das auch nicht ohne Grund, ihm fehlt halt das Quäntchen Etwas. Beim ästhetisch anzusehenden, aber charakterlich blutleeren Grinsi-Kofi sind ähnliche Tendenzen abzusehen. Bleiben also Christian, MVP und Punk. Bei Punk ist schon die erneute Teilnahme an dem Match nach dem Vorjahressieg ein Zeichen, dass bei dem Experiment was schiefgelaufen ist - dass es einfach noch mal wiederholt wird, glaube ich nicht. Christian ist die Wahl des (Internet-)Volkes, aber nicht meine. Ich sehe erstens kein Anzeichen, dass die WWE ihn Richtung World Title pusht und will das zweitens aktuell auch gar nicht sehen. Zu sehr fehlt mir bei seinem Charakter aktuell die Richtung, die Kontur, die zündende Idee, die Christian vom Aspiranten zum waschechten Main Eventer erhebt, wie es der „Rated R Opportunist“ bei Edge, der Devil’s-Advocate-Schiene bei Jericho oder der Wandel vom arroganten Sonnyboy zum eiskalten Reptil bei Orton war. Ähnliche Probleme zwar auch für MVP, der nach Niederlagenserie und Faceturn auch grad auf der Suche nach einem neuen Selbst ist. Trotzdem ist er für mich vom Gefühl her noch am ehesten derjenige, der das Format mitbringt, hier den Sprung zu machen - und auch meine Sympathiewahl.

stallownage: Money in the Bank hat sich in den letzten Jahren nicht nur zu DER Konstanten in Bezug auf Spitzenunterhaltung auf der WM-Card entwickelt, sondern garantiert durch den darauf folgenden Titlepush eines Superstars auch fast immer für frischen Wind im Main Event eines Brands. Sei es auch nur vorübergehend. Mit Ausnahme von Mr Kennedy hat es bislang jeder MITB-Sieger zum World Champion geschafft. Allerdings hat es bislang auch außer Edge niemand vollbracht, sich dauerhaft an der Spitze festzusetzen. Wenn man sich das diesjährige Aufgebot mal ansieht, ist es auch fraglich, ob der Fluch ausgerechnet dieses Jahr gebrochen wird. Henry, Kane und Finlay kommen für den Sieg keinesfalls in Frage. Henry braucht den Push nicht und hat an der Spitze auch nichts zu suchen, Kane will den Push nicht und Finlays biologische Uhr macht es ebenfalls sinnfrei, hier jungen Talenten den Spot zu zocken. Kofi Kingston ist ebenfalls auszuschließen, da er nicht nur keinerlei Momentum vorzuweisen hat, sondern im Februar auch schon die undankbare Aufgabe hatte, für Edge einen Spot in der RAW Chamber freizumachen. CM Punk wäre denkbar, konnte aber bereits im Vorjahr den Koffer abstauben. Ein neuer Anlauf wäre zwar wünschenswert, aber er schafft es über kurz oder lang aber auch ohne den Koffer noch mal in die oberen Cardregionen. Christian wäre mein Wunschkandidat, aber da ich glaube, dass an den ganzen Gerüchten über Vince Abneigung gegen ihn nichts dran ist, wird auch er es auf Umwegen irgendwann in den Mainer schaffen. Er wurde in den Aufbaumatches für MITB durchweg gut dargestellt und durfte sogar in einem 8-Man Tag Team Match bei RAW den entscheidenden Pin einfahren. Wer im Doghouse sitzt, kassiert hier eher den Pin. Nichtsdestotrotz ist es zu früh für ihn, keine zwei Monate nach seinem Comeback einen solchen Push zu erfahren und daher machen‘s für mich am Ende MVP und Shelton Benjamin untereinander aus. Shelton Benjamin? What the…? Ja, Shelton Benjamin, der ewig unterschätzte Shelton Benjamin. Versteht mich nicht falsch, ich halte ihn nach wie vor nicht für einen Main Eventer, geschweige denn einen World Champion, könnte mir aber dennoch vorstellen, dass man ihm nach seinem langjährigen Midcard-Dasein schlussendlich doch einen Push versprochen hat. Wir reden hier immerhin von der WWE. Hoffen tu ich es allerdings nicht und daher staubt am Ende wohl Montel Vontavious Porter den Koffer ab. Mit einiger Verspätung, aber durchaus verdient wird er dadurch endlich den Durchbruch schaffen, den sein Kumpel Kennedy trotz mehrmaliger Anläufe nie zu schaffen vermochte. Kann man nur hoffen, dass es kein Push à la CM Punk wird und dass sie ihn nach dem MITB-Gewinn bloß nicht zu RAW draften.

Mathias Rekasch: Das Match der zukünftigen Heavyweight Champions könnte man sagen, wobei man eines nicht vergessen darf. Nicht nur, dass dort wie immer einiges ein Füllmaterial vorhanden ist, wenn man sich Leute wie Mark Henry, der einfach nicht für die Matchart gemacht zu sein scheint, Kane, der immer gut daran ist Leute over zu bringen, von WWE aber wohl nie wieder für große Aufgaben einsetzen wird und Finlay, den Veteranen, der mit seinem Comic Gimmick keinem Titel gut tun würde und bei einem ernsthaften Gimmick keinen Titel braucht um sich zu verkaufen, ansieht. Nein, ich wage auch die Prognose, dass ein Kofferträger seine Chance nicht nutzen kann. Irgendwann wird WWE die logische, wenn auch für den Betroffenen unschöne, Konsequenz ziehen. Dies muss natürlich nicht in diesem Jahr sein. Geht man die Teilnehmer weiter durch, dann wird Kofi Kingston auch leicht von der Liste zu streichen sein, da er einfach derzeit nicht die Ausstrahlung mit sich bringt um ein Heavyweight Champion zu sein. CM Punk konnte bereits im letzten Jahr den Koffer gewinnen und wird es in diesem Jahr nicht noch einmal dürfen. Dennoch ist er ein Garant für tolle Action und sinnvoll in diesem Match eingesetzt. Als Top-Favorit für die meisten geht Montel Vontavious Porter ins Rennen. Den United States Title kann man natürlich schnell wieder abgeben, doch da man nach dem Koffergewinn von einem Push ausgehen sollte, habe ich nicht verstanden, warum man den Titel nicht bei Benjamin belässt, es sei denn… er gewinnt den Koffer. Sicherlich käme dies überraschend, doch ist es nicht dass, was man als Fan will? - überrascht werden? Das Talent bringt er mit und anders als bei Kingston sehe ich hier das Potenzial durch diesen Push endlich auch einen passablen Contender und dann eventuell Heavyweight Champion zu machen.

ButchInc: Yay, da freu ich mich drauf. Das MitB-Match gehört mittlerweile zu Wrestlemania wie…wie vieles einfach zusammengehört. Gute Action wird hier garantiert, trotz Mark Henry. Zu diesem, Kane und Finlay muss ich wohl auch nichts mehr sagen, da meine Vorredner dies bereits erledigt haben. Bleiben Punk, MVP, Benjamin, Christian und Kofi. Kofi macht’s nicht. Er passt zwar in so ein Match ganz gut rein, das war’s aber auch schon. Punk schafft es auch ohne Koffer nach oben und hat außerdem schon letztes Jahr gewonnen. Gönnen würde ich’s ihm wohl trotzdem. Benjamin hat den US-Title verloren, was schon für einen Sieg irgendwie sprechen würde, ich glaube es allerdings nicht. Er ist einfach der typische MitB-Teilnehmer und ihn als World Champion könnte ich mir auch nicht so wirklich vorstellen. Also MVP oder Christian? Ich kann mich nicht entscheiden. Christian ist einfach einer meiner Lieblinge und ich würde es ihm gönnen in der WWE ganz nach oben zu kommen. Leider glaube ich nicht, dass er die Chance dazu bekommen wird. Also macht es MVP – trotz US-Title. Wäre doch irgendwie cool, mal ein neues Gesicht im Main Event. Auch wenn er Anlaufschwierigkeiten hatte, glaube ich, dass er seine Chance nutzen würde.


Singles Match: Shawn Michaels vs. The Undertaker

The Mountie: Shawn Michaels hat es bei RAW richtig festgehalten: Das Match wird bei dieser WM-Ausgabe das sein, an das man sich am längsten erinnert. Es ist eine dieser Paarungen, die man einfach nur ansetzen muss und der Rest ergibt sich von selbst. Das Match hier versprüht trotz wenig Aufwand beim Aufbau das größte WrestleMania-Flair - dass das bei einem Duell zweier körperlich mitgenommener Mittvierziger so festzuhalten ist, spricht aber schon wieder deutlich gegen das Restprogramm. Und der Kampf hier hat auch seine Makel. Zum einen, dass beim nur scheinbar alterslosen Taker das Ticken der biologischen Uhr auch für Außenstehende sichtbar wird. Zum anderen der leider völlig offensichtliche Ausgang. Der Taker bleibt durch seine Siegesserie in Erinnerung, „Mr. WrestleMania“ durch seine Leistung unabhängig vom Matchausgang - wie sich diese Vermächtnisse vereinbaren lassen, liegt allzu deutlich auf der Hand. Und da beim Vorgeplänkel ausnahmslos Michaels dem Taker die lange Nase drehte, würde der Taker ganz doof dastehen, wenn er jetzt auch noch den Streak verlieren würde - völlig undenkbar. Aber nichtsdestotrotz: Nichts anderes als ein Kracher ist zu erwarten.

stallownage: Es würde mich nicht wundern, wenn diese Paarung den Main Event der Veranstaltung stellen würde. Solche Matches machen eine Wrestlemania aus und diese hat derer leider viel zu wenige. Zwar steht außer der Streak hier nichts auf dem Spiel und der Ausgang ist auch klar wie die obligatorische Kloßbrühe, dennoch bringt dieser Kampf das Big Time Feeling mit, das heutzutage nur so wenige Paarungen beschwören können. Dass Michaels den Taker im Vorfeld Woche für Woche mit seinen eigenen Mindgames dran gekriegt hat, machte noch einmal deutlich, dass beide auf einer Stufe stehen und mit das größte sind, was WWE zu bieten hat. Dieses Aufeinandertreffen lebt von der Stimmung und dem Feeling und das Publikum wird dem ganzen hoffentlich keinen Strich durch die Rechnung machen. Dass die beiden trotz fortgeschrittenem Alter und geschundenem Körper sich hier keinesfalls schonen werden, daran hab ich keinerlei Zweifel.

Mathias Rekasch: Was für eine Matchansetzung und vor allem was für ein mehr als genialer Aufbau. Selbst die Tatsache, dass durch die Dominanz von HBK in der Fehde, der Sieg des Takers noch offensichtlicher geworden zu sein scheint, stört mich nicht. Ich habe jede einzelne Szene der Fehde verschlungen und vor allem Shawn Michaels hat einmal mehr gezeigt, dass er einfach einer der Besten Entertainer ist, den das Wrestling zu bieten hat. Die Geschichte den Taker zum ersten Mal mit den Kopfspielchen auszutricksen und dessen Wut und sogar Verzweiflung darzustellen hat mir super gefallen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich HBK immer für die Person gehalten, die diese Serie des Takers beenden wird. Zudem ist Wrestlemania 25 als Jubiläumsshow natürlich auch ein nahezu perfekter Zeitpunkt. Doch zum ersten Mal hört man seit längerem keine Rücktrittsgerüchte vom Taker und langsam kommt mir immer mehr der Gedanke, dass es auch keine Notwendigkeit gibt, die Serie überhaupt reißen zu lassen. Shawn braucht den Sieg nicht und warum sollte man die Serie dann opfern, wenn im nächsten Jahr jemand diesen Push gebrauchen könnte. Dennoch bin ich sehr gespannt was passiert und eine Restchance für HBK bleibt auf jeden Fall, auch wenn meine Überzeugung zum Taker geht.

ButchInc: So, Big Time Feeling. Klar, um den Ausgang für ein Wrestlemania-Match des Undertakers vorauszusagen, braucht man wohl kein Hellseher sein, ne? Trotzdem verspricht dieses Match, ein Klassiker zu werden. Der Aufbau dafür war nicht allzu lang, aber umso besser. Shawn Michaels ist einfach Mr. Wrestlemania und wahrscheinlich der einzige, der es schafft, den Undertaker mit dessen eigener Königsdisziplin, den Mindgames, wütend zu machen. Dass die beiden nicht mehr die jüngsten sind, stört dabei nicht im Geringsten. Die sind immer noch zu mehr in der Lage als 90% des Rosters. Wohl eins der zwei Matches, auf das ich mich am meisten freue.



World Heavyweight Title Match: Edge (c) vs. John Cena vs. The Big Show

The Mountie: An dem Match manifestiert sich so ziemlich alles, was bei dem WrestleMania-Aufbau schiefgelaufen ist. Klar, man kann argumentieren, dass es sinnig ist, eines der beiden World-Title-Matches dem anderen unterzuordnen, um dem wichtigeren mehr Scheinwerferlicht zu geben. Aber das hier ist leider ein Match, das dem 25. Jubiläum von Backlash kaum würdige wäre - erst recht nicht dem von WrestleMania. Was hätte dagegen gesprochen, hier den Dauerrivalen Cena und Edge das WrestleMania-Match zu geben, das ihnen in ihrer Bilanz noch gefehlt hat?

Vielleicht war es der Gedanke, dass das Match zu oft dagewesen ist und es zusätzliche Würze brauchte - aber die Hinzunahme von Big Show empfinde ich als das genaue Gegenteil: eine Abwertung. Bei allem Respekt für Big Show, aber er ist und bleibt ein Main Eventer zweiter Ordnung. Gegen Cena war er schon oft im Ring, ohne dass es was Großes war - und sein Zwist mit Heel-Kollege Edge ist leider schlicht nicht interessant und wird es durch das Liebesdreieck mit Vickie Guerrero auch sicher nicht. Rein wrestlerisch wird hier wohl nicht mehr als ein solides Triple Threat rausspringen und es ist wohl gar nicht das Ziel, mehr als das zu fabrizieren.

Prinzipiell wäre ein Sieg von Edge und auch Big Show als Überraschungseffekt denkbar, aber nur wenn zugleich als zweite Überraschung Triple H Orton schlägt - was ich mir nicht wünsche. Die Ankündigung, dass Vickie Edge oder Big Show ihr Herz schenkt, sollte einer der beiden siegen, spricht dafür, dass es Cena macht und Vickie beide fallen lässt. Wäre auch gut so, denn auch wenn die Beziehung Edge - Vickie überraschend viel gute Unterhaltung gebracht hat, die Sache ist durch.

stallownage: Auch ich hätte mir hier eher ein reines Singles Match zwischen Edge und John Cena gewünscht. Ihre Fehde 2006 war brilliant. Für Edge war sie der Durchbruch und für Cena die erste richtige Big Time Fehde. Nur auf der Grandest Stage Of Em All sind sie sich noch nicht begegnet. Für die beiden, die neben Batista und Orton die heutige Generation von World Champions repräsentieren, wäre das sicher ein großartiger Karriere-Moment geworden. Nicht aber für die Fans, denkt man jedenfalls bei WWE. Die Argumentation, dass es das Match noch nicht oft gab, wird aber schon durch die andere World Title Paarung so dermaßen ins Lächerliche gezogen, dass ich dem ganzen keinen Glauben schenken kann. Viel mehr scheint es doch so zu sein, dass man sich keinen ordentlichen Rahmen für diese Paarung einfallen lassen konnte abseits des metertief plattgetretenen „I want my Title back“- Szenario. Durch Big Shows Involvierung hat man dem ganzen zwar einige Soapelemente beigefügt, Cena aber vollkommen überflüssig gemacht. Show und Edge streiten um Vickies Gunst, darum wer der männlichere von beiden ist und wer es eher verdiene, den Titel um seine Hüften zu tragen. Und Cena… he wants his title back. Er wirkt hier genauso fehl am Platze wie Orton letztes Jahr im Triple Threat mit Cena und Hunter. Und nach WWE Logik wird daher niemand geringeres als das „Fifth Wheel“ hier den Titel abstauben. Vermutlich sogar im Main Event, damit die Leute was zu feiern haben.

Mathias Rekasch: Dieses Match gefällt mir nicht sonderlich. Viele hatten sich beschwert, dass Edge zunächst augenscheinlich allein gegen The Big Show antreten sollte und was dieses Match denn bringen sollte. Doch es war nach den ganzen Ereignissen der letzten Monate die richtige Konsequenz. Das Problem mit zwei Heels hätte man durch einen Faceturn von Big Show, der sich in Vickie verliebt hat, aber von dieser ausgenutzt wird, lösen lassen. Stattdessen setzt die WWE allerdings John Cena in dieses Match mit der simplen Begründung den Aufklärer zu spielen. Da im Main Event, und ich gehe davon aus dieser wird Hunter gegen Orton heißen, sich eigentlich Orton durchsetzen muss, müsste hier in der Konsequenz Cena gewinnen, der ohnehin die Rolle des lachenden Dritten spielt. Einzig zukünftige Filmprojekte lassen mich noch auf ein anderes Ende hoffen. Dabei könnte ich mir auch einen Titelgewinn von Show vorstellen, wenn dieser den Titel nicht allzu lange hält. Edge wäre allerdings mein Wunsch, auch wenn dies nicht wahrscheinlich ist.

ButchInc: Hm, ne, seltsame Kiste. Edge gegen Cena bei Wrestlemania, das hätte ich mir gewünscht, das wäre klasse geworden. Ich finde Big Show durchaus sympathisch, aber er ist einfach…ja, wie soll man das ausdrücken? Er ist einfach irgendwie da, im Main Event, obwohl er keine Chance auf den großen Titel hat. Ähnlich wie JBL bei RAW. Immer im Main Event mitspielen, aber doch irgendwie das fünfte Rad am Wagen sein. Außerdem wirkt er auf mich momentan einfach nur langweilig. Dazu kommt die ganze Geschichte mit Vickie. Zu soapartig, zu bescheuert, zu uninteressant. Das Match an sich wird wohl ein ordentliches Triple Threat werden. Ich denke, Cena gewinnt hier, auch wenn ich mit Edge als Champion gut leben könnte. Wem Vickie ihr Herz schenkt, ist mir dann auch schlicht und einfach egal. Irgendwie wird’s langsam Zeit, dass Edge und sie sich trennen.


WWE Title Match: Triple H (c) vs. Randy Orton

The Mountie: Triple H gegen Randy Orton - ein Duell mit fast fünf Jahren Vorgeschichte. Das verleiht dem ersten WrestleMania-Match der beiden etwas Besonderes, hat aber auch seine Nachteile. Man hat die beiden schon oft gegeneinander gesehen und ich weiß nicht, ob die beiden noch in der Lage sind, ihrem Aufeinandertreffen noch neue Facetten abzugewinnen. Das sollten sie aber, denn ihre Matches waren zwar immer recht gut, aber auch nie mehr wirklich mehr als das. Hier ist mehr als ein Dreieinhalb-Sterne-Match gefordert. Und beide haben die Tendenz ihre Matches übertrieben methodisch - unhöflich ausgedrückt: lahmarschig - zu gestalten, das sollte hier vermieden werden.

Was den Aufbau des Matches angeht, hat die WWE das meiste richtig gemacht. Ortons Attacken auf die McMahon-Familie und sein zum Schluss gemachtes Geständnis, dass dahinter keine unkontrollierte Aggression, sondern ein systematischer Racheplan für den Evolution-Rauswurf 2004 war, sind ein solider und konsequent konstruierter Unterbau für den Showdown. Ein paar Aussetzer hatte das Ganze zwar - vor allem der hart an der Grenze zur unfreiwilligen Komik schrammende Einbruchs-Angle -, aber der Endspurt mit dem suggestiven Kuss Ortons auf die bewusstlose Stephanie und dem ausgeglichenen McMahons-Legacy-Brawl bei RAW war glänzend.

Der Sieger? Es kann nur Orton sein, es muss Orton sein. War Orton zu Beginn der Rivalität mit Triple H 2004 noch ein uneingelöstes Versprechen, hat er sich inzwischen zu dem Star entwickelt, der er damals noch nicht sein konnte. Es ist Zeit, dass Triple H ihm die Fackel reicht und dass Orton hier einen schwer erkämpften, aber fairen Sieg davonträgt.

stallownage: Hunter versus Orton, eine auf den ersten Blick altbacken wirkende Paarung, die durch den meiner Ansicht nach gelungensten Aufbau einer WWE-Storyline seit Jahren am Sonntag unbedingt im Main Event stehen muss. Problematischerweise schwinden die Chancen für einen Orton-Sieg, wenn dies der Fall sein wird. Ein Heel-Sieg im Main Event der Show – sogar der Jubiläumsshow - ist sehr unwahrscheinlich. Diesen Sieg benötigt Orton aber unbedingt.
Sein Momentum war nie größer, er steckte nie in einer besser ausgearbeiteten Fehde als dieser und sein Micwork und die daraus resultierende Glaubwürdigkeit seiner selbst waren nie auf einem annähernd hohen Level. Dass es die WWE geschafft hat, bei dieser Geschichte immer wieder einen draufzusetzen und mit dem McMahon vs Legacy Brawl einen würdigen Abschluss vor Wrestlemania zustande gebracht hat, hätte ich mir nach Ortons Rumblesieg noch nicht so richtig vorstellen können. Zu oft war die Road to Wrestlemania in den letzten Jahren von Lahmarschigkeit geprägt. Zu oft fehlte einfach das Big Time Feeling in den World Title Matches.
Was mir lediglich sauer aufstößt, ist das Geständnis Ortons, welches meiner Vorredner gerade noch gelobt hat. Betrachtet man den Umstand, dass es zu Beginn dieser Fehde lediglich Orton vs McMahon hieß und es überhaupt nicht absehbar war, dass Triple H, der bis No Way Out schließlich ohne Titel dastand, überhaupt als ein Champion zu Wrestlemania gehen würde, dann macht dieser „Racheplan“ einfach keinen Sinn. Triple H nach all den Auseinandersetzungen mit Vince McMahon in 2006 und 2007 auf einmal wieder vereint mit diesem zu sehen, kommt mir auch irgendwie suspekt vor. Der dritte Kritikpunkt meinerseits bezieht sich auf die fehlende Erwähnung der letztjährigen Fehde der beiden und das Beenden der Age of Orton durch Triple H. Dass die Evolution-Geschichte noch heute an Randy nagt, kann man sich gut vorstellen. Dass ihn aber das Ende seiner langen Titelregentschaft aus 2007/2008 überhaupt nicht interessiert, das wirkt auf mich doch etwas unstimmig.
Nichtsdestotrotz stinkt in Sachen Intensität, Promoqualität und vor allem in Bezug auf die Segmente keine andere Fehde der diesjährigen Road to Wrestlemania gegen Hunter vs Orton an. Ich hoffe auf Randy, ich tendiere zu Hunter.

Mathias Rekasch: Randy Orton hat bei RAW noch einmal allen Fans verdeutlichen können, wie lange diese Fehde der beiden, die immer wieder eine Auffrischung bekommen hat, eigentlich schon geht. Der einstige Mentor ist nun das erklärte Ziel von Randy Orton und die ganze Geschichte wird in diesem Match als Last über dem Match hängen. Ihm ist dabei seit Jahresbeginn genau das gelungen, was ihm viele, und darunter auch ich, ihm gar nicht mehr zugetraut hätten. Er ist gereift und hat sich vollkommen zu Recht zum Top Heel bei RAW entwickelt. Der leichte Beginn mit den Attacken gegen die McMahons folgte nach der etwas merkwürdigen Einbruchszene, die zweite Attacke gegen Steph mit dem Kuss. Am Schluss gab es dann die Auflösung der dämlichen IED-Ausrede. Doch auch Hunter ist endlich wieder in einer Rolle, in der er zu gefallen weiß. Zuvor wirkte er als Face vollkommen deplatziert, doch mit der Rolle als liebenden Familienmenschen hat er sich wieder eine Identität verschaffen können. Dass die Fehde einige Unstimmigkeiten hat stimmt, doch es ist nicht die erste Fehde mit diesem Problem und wenn sie gut ist, sehe ich da schon schmunzelnd drüber hinweg. Als Sieger kann hier eigentlich nur Orton aus dem Match gehen. Triple H ist als Champ trotz kurzer Unterbrechung verbraucht und Orton würde der Sieg den entscheidenden Schub an die Spitze und den letzten Schuss Heat geben um aus ihm schließlich das zu machen, wofür er sich schon lange hält – einen Superstar.

ButchInc: So, da ist es. Nein, nicht das erste Aufeinandertreffen von Triple H und Randy Orton, aber das vielleicht beste und wichtigste. Die Fehde begann gut, wurde ausgezeichnet. Orton begann gegen die McMahons und nach seinem Angriff auf Stephanie finde ich die Involvierung von Triple H nur logisch. Seine Frau lässt man eben nicht einfach im Stich. Und wie Hunter sagte: die vorherigen Auseinandersetzungen der beiden waren Business, dieses mal ist es persönlich. Das gibt dem Ganzen die zusätzliche Würze. Vorher fand ich Triple H einfach langweilig, dauernd irgendwelche Witzchen, aber nun wirkt er wieder auf mich authentisch und glaubwürdig. Er ist zwar Face, hat aber doch nur Rache im Kopf. Zu Orton wurde wahrscheinlich alles gesagt. Er hat sich durch diese Fehde im Main Event festgesetzt. Alles, was er macht, wirkt ehrlich, böse, unmenschlich. Wenn er so weitermacht, wird ihn so schnell nichts von der Spitze kriegen. Was mich ein wenig wundert, ist, dass keine zusätzliche Stipulation festgelegt wurde, aber auch so hoffe ich auf einen Knaller. Diese großartige Fehde braucht ein großartiges Match auf einer großartigen Bühne. Es sind also alle Voraussetzungen geschaffen, die beiden Beteiligten müssen das nur noch umsetzen. Ich hoffe, nicht enttäuscht zu werden und erwarte mindestens 20 Minuten. Mein Wunschsieger lautet Orton. Triple H schadet die Niederlage nicht, Orton könnte mit einer Niederlage vieles, was er sich an Momentum erarbeitet hat, wieder verlieren. Ich bin gespannt.


Fazit:

The Mountie: Aus meinen Matchbetrachtungen ist schon rauszulesen: Meine Vorfreude auf die größte Show ist gedämpft - was sie in den vergangenen Jahren nie war. Ich weiß nicht, was dieses Jahr los ist. Ob es die Krise ist, die sich wie Blei auf die Arbeit der Kreativen gelegt hat. Oder ob sich die WWE mit dem Vorhaben verzettelt hat, die Fans mit Überraschungen beim Show-Aufbau bei Laune zu halten. Oder ob die Besetzung der Main-Event-Szene mittlerweile zu lange dieselbe ist, dass der WWE die frischen Konstellationen ausgehen. Es ist wohl ein bisschen was von allem. Aber: Die Vergangenheit hat oft genug gezeigt, dass eine wrestlerisch gelungene Show einen müden Aufbau im Gedächtnis verdrängen kann. Und es ist ja nicht so, dass in dieser Card kein qualitatives Potenzial steckt. Hoffen wir das Beste.

stallownage: Zugegeben, auf dem Papier sieht es so aus, als ob man nur zwei WM-würdige Mainer aufgebaut habe. Das WWE Title Match und Undertaker vs. Michaels. Nichtsdestotrotz bin ich guter Dinge. Das MITB-Match wird einmal mehr ein Selbstläufer, Jericho gegen die Legenden wird von der Stimmung und den möglichen Interferences leben und um Cena, Big Show und Edge mache ich mir auch wenig Sorgen. Obwohl die Card für eine Jubiläumsmania hätte wesentlich besser sein können, denke ich, dass die derzeit doch sehr starke WWE noch die eine oder andere Überraschung einbauen wird. Man wird es sicherlich nicht darauf ankommen lassen, hinter dem Rumble oder vor allem No Way Out zurückzustecken. Und selbst wenn, Live sieht das ganze noch mal völlig anders aus. Wrestlemania ist Wrestlemania und das gewisse etwas bringt diese noch jedes Mal wird. Ich für meinen Teil werde mich Montag Abend (ja Montag Abend) mit Kumpels einfach zurücklehnen und genießen. Frei von jeglichem „das hätte man aber besser lösen können“. Einfach mal wieder Fan sein.

Mathias Rekasch: Die Card ist sicherlich durchwachsen, doch es gab in meinen Augen schon schwächere Wrestlemanias. Mit Orton vs. Triple H und Michaels gegen den Taker gibt es zwei Kracher. Das andere Heavyweight Title Match, Hardy vs. Hardy und das Money In The Bank Ladder Match können auch wirklich gut werden und mit den Matches von Jericho, den Diven und dem Intercontinental Title Match hat man die nötigen Lückenfüller um die Stimmung immer wieder etwas zu beruhigen für weitere Highlights. Ich bin sicherlich mit etwas mehr Erwartung an die 25. Ausgabe gegangen, doch dennoch freue ich mich auf die Show und habe denke ich berechtigte Hoffnung auch gut unterhalten zu werden.

ButchInc: Tjoa, Wrestlemania 25 steht vor der Tür. Mal sehen, was das geben wird. Von der Card her nicht so der Brüller. Allerdings könnte das alles gut werden, wenn die wichtigen Matches genug Zeit bekommen und überzeugen, sodass man am Ende zeitlich gesehen mehr Gutes als Schlechtes zu sehen bekommen hat. Ich lasse mich einfach mal überraschen, hatte aber bisher doch ein wenig mehr erwartet. Ach ja, wo ist eigentlich Jack Swagger?