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Phils WWE-Blog #3: Brothers of Destruction - Friday Night SmackDown! vom 04.04.2008

Kolumne

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Published on:
05.04.2008, 13:57 
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Herzlich Willkommen zu Phils WWE-Blog! Bevor ich dazu kommen werde, meine erste vollständige SmackDown!-Episode seit mehr als fünf Jahren zu besprechen, möchte ich mich mal für die riesige Sammlung an Feedback für die ersten beiden Blogs bedanken, so macht mein Unternehmen, die WWE ungespoilert und dauerhaft zu verfolgen, gleich doppelt Spaß. Und dann wollte ich mal die Frage in den Raum stellen, wie es ankommen würde, wenn ich kurz vor jeder Ausgabe in kurzen Worten auf Fragen eingehe, die mir gemailt oder in den Kommentaren zu den Blogs gestellt werden. Würde das euch interessieren oder lenkt es vom eigentlich Sinn des Blogs zu sehr ab?

Jetzt geht's aber los.

Phils WWE-Blog #3: Brothers of Destruction - Friday Night SmackDown! vom 04.04.2008

Zu 99% ist es mir gelungen, die Spoiler zur Show zu umschiffen. Bis auf das Debüt einer neuen Wrestlerin und irgendeine Sache mit Kane und dem Undertaker wusste ich nicht, wie die Show aussehen würde. Und ich kann auch hier nur wieder anmerken, dass es der Unterhaltung während der Show enorm zuträglich ist, wenn man nicht weiß, was passiert. Wenn ihr also die Gelegenheit habt, schaut euch die Shows unvoreingenommen an, es lohnt sich wirklich.

Was mir gefallen hat:

* Konfrontation zwischen Shawn Michaels und Batista: Ich war schon einmal angenehm überrascht, als ich die Ankündigung am Anfang der Show sah, dass Shawn Michaels einen Auftritt haben würde. Im nächsten Moment dachte ich sofort an Batista und die bösen Blicke am Montag. Ich wurde nicht enttäuscht. Shawn Michaels kam heraus und begann damit, die selbe Promo wie am Montag zu halten, mit dem wichtigen Unterschied, dass ihm Flairs Abschiedszeremonie ebenfalls ein erlösendes Gefühl beigebracht hätte. Das fand ich geschickt, denn es war die ideale Einleitung für den Auftritt eines emotional weniger befreiten und aufgewühlten Batistas. Die Promo von Batista war sehr gut; mir gefiel besonders, wie die Vergangenheit von Shawn Michaels eingearbeitet wurde und man als Zuschauer nicht auf dem Teller präsentiert bekam, welche Seite denn Recht hätte. Was mir ebenfalls gefallen hat, war, dass Cole und Coach während und nach dem Angle ihre Klappe hielten, das sorgte enorm für Atmosphäre und das Gefühl, etwas außergewöhnliches gesehen zu haben. Ein Heelturn von Batista erscheint mir mehr als möglich zu diesem Zeitpunkt und wenn man ehrlich ist, wäre es eine gute Gelegenheit, Batistas Charakter und Ausrichtung aufzufrischen. Die Heels bei SmackDown! hat er jetzt von oben nach unten durch und als Heel sehe ich da besonders mit dieser exzellenten Grundlage mit der Flair-Emotionalität sehr viel Potenzial. Mir gefällt die Idee einer Michaels-Batista-Fehde sehr.

* Undertaker vs. Kane: Was mir auf jeden Fall bei dem Match so richtig aufgefallen ist, ist wie schmal und athletisch der Undertaker geworden ist. Vor einigen Jahren war er nur unwesentlich massiger als Kane aus, jetzt wirkte es beinahe unrealistisch, dass er seinem "Bruder" in punkto Kraft ebenbürtig war. Das angeblich erste Match der beiden gegeneinander seit vier Jahren (laut Michael Cole, wobei ich die Quelle im besten Fall als unsicher einstufen würde) fing anders an, als man es von zwei Männern dieser Größe erwarten sollte, nämlich mit Mat-Wrestling. Es war in Ordnung, doch das Match begann nicht nur in meinen Augen erst dann so richtig, als die beiden sich einen Schlagabtausch in der Mitte des Rings lieferten. Dann wurde es gut und die doppelte Auferstehung vor der Attacke der Edge-Guerrero-Faction war ein cooler Moment - besonders das Augenverdrehen von Kane nach dem Motto "Uff, das wird eine laaaange Nacht". Am Ende arbeiteten die beiden Brüder wieder zusammen und die WWE zeigte damit, dass wenn sie zusammenarbeiten, sie auch gegen vier Gegner die Oberhand behalten. Nächste Woche muss dafür Edge und Chavo irgendein Coup gelingen, sonst wirken die Fehden zu einseitig. Für einen Abend war die Dominanz der beiden aber in Ordnung.

* Hardy vs. MVP - das Match: Ich habe meine Probleme mit der Ansetzung des Matches und der Art, wie es (nicht) beworben wurde, aber dazu später mehr. Was mir stattdessen gefallen hat, war die Tatsache, dass es ein richtig gutes und langes Match war, dass am Ende überraschend sauber und logisch endete. Es war absolut verständlich und logisch, dass Hardy auf MVPs Knie losging, wobei ich mir allerdings gewünscht hätte, dass diese Intention bereits vor der "Verletzung" deutlich gemacht worden wäre. Hardy wirkte am Anfang zu ruhig und der frühe Pinfall-Versuch (der wahrscheinlich reflexartig kam) zerstörte ein wenig die Illusion, dass hier ein Mann auf Rache dafür sinnt, dass er von seinem Erzfeind für ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt wurde. Sobald das Element des angeschlagenen Knies bei MVP jedoch etabliert war, wurde das Match richtig klasse, so dass es mir insgesamt gefallen hat. MVP ist in dieser frühen Phase seiner Karriere bereits unglaublich gut, sein Selling war fast durchgehend, was angesichts des fürchterlichen Sellings einiger anderer Wrestler bereits ein Kompliment ist. Das saubere Ende war in Ordnung, weil MVP wegen des Knies eine Entschuldigung hat und Hardy sein Ziel (der US-Titel) noch nicht erreicht hat. Es geht also definitiv weiter, hoffentlich beim nächsten Mal wieder mit mehr Promos.

* Debüt von Kozlov: Das mir das Segment gefallen hat, liegt eigentlich weniger an dem Squash von Matt Bentley - wobei mir der egal ist, seine Zeit bei TNA fand ich nicht halb so toll wie er selbst es in Interviews gerne erwähnte - sondern eher an dem lustigen und einzigartigen Feature, Kozlov als Einzugsmusik einfach gar keine Musik zu geben. Das hebt ihn gleich viel besser hervor, als es die russische Nationalhymne oder ähnliches hätte machen können. Ich glaube zwar nicht, dass Kozlov in zwei Monaten noch bei SmackDown! zu sehen ist, aber für einen Abend fand ich die Idee ganz lustig.

* Die zweite Big Show-Great Khali-Konfrontation: Als ich die Teilnehmer des Tag Team Titelmatches sah, musste ich aufstöhnen. Es tut mir leid, aber weder Shannon Moore noch Jimmy Yang haben für meine Begriffe irgendetwas interessantes an sich. Zumindest, dachte ich mir, wird es athletisch, wenn ich schon kein Interesse an dem Ausgang des Matches habe. Dann kam plötzlich der unerwartet schnelle Pinfall und der Auftritt von Great Khali. Khali selbst ist fürchterlich, aber in der Situation war das ganz geschickt von der WWE gebookt. Zu dem Zeitpunkt wandelte sich das Segment für mich von "das interessiert mich nicht" zu "wenigstens ist es gleich vorbei", nur um zu "das ist richtig gut" umzuschwenken, als Big Show hinzukam und Great Khali wieder feige den Ring verließ. Ich fand es klasse, wie ihm so ein bisschen Leben eingehaucht wurde, nämlich dass er zwar kleinere Wrestler gerne (und mit Leichtigkeit) verkloppt, aber gegen einen ähnlich großen Gegner das Weite sucht. Und dann stellte Khali sich auf die Rampe und feierte sich; das war großartig, weil es genau das unterstrich, was ich mir dabei gedacht habe. Das Match der beiden dürfte hässlich werden, aber das Booking davon ist bisher großartig.

Was mir nicht gefallen hat:

* Eröffnungssegment: Ich fand es unnötig für das, was letzten Endes gesagt wurde. Edge hatte bessere Promos und Chavo hatte wieder Probleme, seinen geskripteten Text mit Leben zu füllen. Vickie war am Anfang gut, doch die Betonungen klangen am Ende ebenfalls zu künstlich und abgelesen, so dass ich aus der Illusion geworfen wurde. Lustig fand ich, dass die Zuschauer erst kapierten, dass Undertaker gegen Kane der Main Event der Show sein würde, als ihre Namen explizit genannt wurden, aber als Vickie noch Bruder gegen Bruder bzw. Champion gegen Champion sagte, anscheinend niemand in der Halle eine Idee hatte, was sie meinte. Auch kam mir die Frustration von Edge zu kurz, immerhin hatte er nicht nur seinen Titel verloren, sondern auch seine eigene WrestleMania-Streak. Das Segment gefiel mir insgesamt gar nicht.

* Hardy vs. MVP - das Drumherum: Als MVP nach dem Eröffnungssegment zum Ring kam, dachte ich, dass er eine Promo zeigen würde. Als dann klar wurde, dass er gegen Hardy antreten würde, habe ich mich gefragt, woher das auf einmal kam, immerhin hatte er sich noch vor einem halben Jahr mehrere Monate erfolgreich davor gedrückt. Cole und Coach haben die Geschichte der beiden ganz gut aufgerollt, doch hier fehlten definitiv ein Video oder wenigstens eine Promo von einem der beiden, die erklärt hätten, warum das Match der beiden nun doch stattfand. Natürlich habe ich mir meinen Teil dazugereimt, dass halt Hardy erstmal Rache wollte, bevor es um den Titel ging, und MVP nach dem Eingriff Hardys ins Money In The Bank-Match auch eine kleine Revanche verlangte. Sowas hat dem Match gefehlt, dass so, wie es angesetzt wurde, wie ein willkürliches Midcard-Match aussah. Statt des Eröffnungssegmentes hätte man auch Hardy oder MVP kurz rausschicken und eine kleine Promo à la "Mir geht's jetzt nicht um Titel, komm raus und lass dir den Arsch versohlen" halten können und schon wäre ich vollends glücklich gewesen.

* Demontage der Edgeheads: Nichts gegen Festus, aber das Gimmick ist nicht mehr als ein Undercard-Comedy-Gimmick. Es erscheint mir einfach unlogisch, dass Top-Heel Edge sich mit zwei Typen (Hawkins und Ryder) abgeben würde, die gegen einen solchen Charakter keinen Pfifferling sehen. Das war ein absoluter Squash, der eher die Edgeheads als wertlos darstellte als Festus als wertvoll.

* Michelle McCool, der Chopper, Nattie Neidhart und die anderen Divas: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich groß zu dem Segment mit dem Diva-Contest sagen soll. Ich habe die anderen Segmente in den letzten Wochen nicht gesehen, aber traurig bin ich deswegen nicht. McCool sieht aus, als würde sie nur einmal im Monat vom Undertaker was zu essen bekommen und Victoria hatte eine üble Frisur, auch wenn es von da an abwärts herrlich gut aussah. Was ist überhaupt so toll an diesem Alibi-Motorrad? Neidhart hatte ein fürchterliches Debüt. Es war zu kurz, keiner weiß warum und für einen Augenblick sah es sogar danach aus, als wäre ihr Cherry überlegen. Und dann waren da noch die drei Stooges neben Teddy Long im Ring und ich hab keinen Plan, warum. Vergebt mir, wenn das alles einen Sinn ergibt, wenn man die anderen Segmente kennt, aber ich fand den Angle fürchterlich.

Was man von dieser Show gesehen haben sollte:

* Trotz der mangelhaften Bewerbung im Vorfeld ist das Hardy-MVP-Match das beste der TV-Woche und sollte von jedem WWE-Fan gesehen werden. Taker-Kane ist ebenfalls in Ordnung, auch wenn es kein sauberes Ende hat und am Anfang irgendwie skurril wirkte, als sich die beiden Riesen mit Armbars behakten. Das Michaels-Batista-Segment ist saustark und besitzt sehr viel Potenzial, also ebenfalls anschauen! Nebenbei, die Brand Extension besteht nur noch auf dem Papier.

Das war sie also, meine erste SmackDown!-Episode seit Ende 2003. Und eine gute Show war sie allemal, da die guten Sachen richtig gut und lang waren und das schlechte entweder kurz oder in der Undercard, die ich etwas lockerer betrachte. Selbst Cole und Coach hatten für meine Begriffe einen guten Abend erwischt, auch wenn es einige Sprüche gab, die, wenn sie ernst gemeint haben, mich an ihrem Denkvermögen zweifeln lässt. Gute Wrestling-Kommentatoren werden beide nicht mehr, aber zumindest waren sie heute ausreichend.

Ich freue mich wie immer auf Feedback, Ideen und Vorschläge, sowie heute besonders auch auf eine Antwort auf die eingehende Frage bzgl. einer eventuellen Postfach-Einleitung.

Bis Dienstag, da geht es mit RAW weiter!