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Inside The Cage Classics #231: WWF Unforgiven 2001 – Die Vorentscheidung im Ligenkrieg

Kolumne

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Published on:
25.04.2018, 21:24
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
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Im Vormonat beim SummerSlam griff die WWF enorm an und konnte sich beinahe alle Titel beider Ligen sichern, nun steht für beide World Title das Rematch auf dem Plan, wenn The Rock erneut auf Booker T trifft und Kurt Angle eine zweite Chance erhält, sich den WWF World Heavyweight Titel zu sichern. Was außerdem noch alles im September 2001 passierte, darauf werfen nun Eddie und Deathrow666 einen Blick.



Quo vadis WCW/ECW?

Eddie: Schon das Intro-Video zeigt, dass die ganze Show – mal wieder – auf zwei Kämpfe aufgebaut ist, der Rest ist aktuell schmückendes Beiwerk in der WWF vs. WCW/ECW Invasion-Story.
Im Main Event stand das große Rematch zwischen Kurt Angle und Steve Austin auf dem Plan, nachdem es im Vormonat in einer DQ gegen Angle geendet hatte. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Nick Patrick als parteiischer Unparteiischer eine große Rolle dabei gespielt hatte. Heute stand Earl Hebner im Ring, wodurch es etwas fairer im Ring zuging. Während dem gesamte Kampf suchte Austin ein paar Auswege, doch nichts wollte ihm gelingen um den Titel zu verteidigen. Selbst ein Piledriver auf den kaputten Nacken von Angle war nicht genug, um diesen in seiner Heimatstadt zu besiegen. Schöne Matchstory die sich entwickelt hatte und am Ende war es der Angle Lock, der dem Hometown Hero seinen zweiten Run als WWF World Heavyweight Champion sicherte. Absolut verdienter Main Event und schöne Feier der WWF Wrestler, der Familie von Angle und den Fans, auch wenn es die Alliance durchaus sehr schwächt.
The Rock musste seinen neu gewonnenen WCW World Heavyweight Title gegen den ehemaligen (und zugleich Five Time) Champion Booker T und den Boss, Shane McMahon verteidigen. Schwierige Situation denkt man, allerdings wird das Match mit Tag Rules für die Überzahl bestritten. Es dauert daher natürlich auch nicht lange, bis die Alliance die Überhand gewinnt und es so aussieht, als könnten sie den Titel zur WCW zurückholen. Doch The Rock kann recht schnell, auch als es außerhalb des Rings zur Sache geht, die Herausforderer in Schach halten, was dadurch leider sowohl Booker T als auch Shane etwas arg schwach darstellt. Wobei man schon merkt, dass der Fokus ganz klar auf den WWF Wrestlern liegt und man froh war, so ein paar Dream Matches präsentieren zu können mit den kurzen Verträgen für die WCW Wrestler. Das absolute Highlight des Matches war dennoch, als Shane den People's Elbow zeigen will und The Rock mit dem Rock Bottom kontert, schöne Sequenz die allerdings leider nicht das Ende einläutete, denn Test musste noch eingreifen, nur damit Bradshaw den Save machen kann. Nick Patrick mal wieder als etwas parteiischer Referee, der aber von WWF Referee Mike Chioda zurückgehalten wird. Die beiden brawlen dann gemeinsam und Earl Hebner ist es letztendlich, der den Pinfall zählt. Kurios, aber sehr unterhaltsam.

Deathrow666: Die Invasion Story ist immer noch schön aufgebaut, aber wie Eddie schon sagte werden alle anderen Kämpfe, die nicht direkt mit den Main Events zu tun haben eher in den Hintergrund gerückt.

Die Geschichte zwischen SCSA und Angle geht schon etwas zurück – beim Invasion PPV betrog Austin das Team WWF indem er Angle ausschaltete. Und beim Summerslam konnte er den WWF Championship durch DQ behalten – nachdem er ein paar Ref's niedergeschlagen hatte und letztendlich Nick Patrick sein Schäufelchen beitrug. Genaueres in den jeweiligen Ausgaben. Einen Tag nach dem Summerslam hielt Austin bei RAW eine Jubelfeier ab um seine Titelverteidigung zu feiern. Hierbei wurde die feiernde Menge allerdings von Kurt unterbrochen der mit einem Milchtruck in die Halle kam und alle im Ring mit Milch badete. Diese Szene wird heute noch immer wieder gezeigt. Und ist letztendlich eine Verhöhnung von Austins berühmten "Beer-Bath". In weiterer Folge warf Austin die Goldmedaillen von Angle in den Detroit River. Angle forderte ein Match um den Titel bei Unforgiven – und das war damit besiegelt.
Das Match selbst war verbissen geführt und keiner wollte klein beigeben. Austin stunnte Angle für einen 2-Count. SCSA zeigte den Angle Slam für einen 2-Count. Und auch ein Piledriver führte nicht zum Erfolg. In weiterer Folge wollte Austin einen weiteren Stunner zeigen. Jedoch schaffte es Angle diesen zu kontern und seinerseits den Ankle-Lock anzusetzen. Austin blieb nichts weiter über als aufzugeben. Damit hatte Angle vorerst seine Rache und feierte anschliessend mit dem gesamten WWF Roster.

Im 2. Main Event musste Rock seinen WCW Chmapionship gegen Booker T und Shane McMahon in einem Handicap Match verteidigen. Rock hatte sich ja bei seiner Rückkehr kurz vor dem Summerslam zum Team WWF gesellt – indem er Shane einen Rock Bottom und den Peoples Elbow verpasste - und das schmeckte Shane natürlich gar nicht. In weiterer Folge konnte Rock zwar seinen Titel beim Slam verteidigen, aber Shane versuchte in den Wochen danach weiterhin Rock den Titel irgendwie abluchsen zu können. Entweder in einem Match gegen Rhyno oder auch in einem Handicap Match gegen Stephanie McMahon und Test. Jedoch konnte Rock alle Widerstände überstehen und so kam es zum Match bei Unforgiven.

Die Regeln waren so ausgelegt dass Rock immer nur gegen einen im Ring kämpfen musste, da Shane und Booker an normale Tag Team Regeln gebunden waren. Dass dies natürlich nicht auf Dauer gehen würde war klar. Rock wird Anfangs recht gut dominiert, aber Rock war damals schon ein ganz Großer und so konnte er sich der Übermacht erwehren und das Match wieder in seine Hand reissen. Der Eingriff von Test war meiner Meinung unnötig, weil auch er keine Änderung am Ergebnis erwirken konnte. Somit geht Rock als Sieger aus der Konfrontation und die Alliance wird weiter Richtung Ende geführt.

Wie steht es um die Midcard-Titel?*

Eddie: Sowohl der WWF Intercontinental Title, als auch der WCW United States Title sahen Champion und Herausforderer auf der gleichen Seite des Invasion Krieges. Denn zwei Vertreter der WWF traten um den IC Title an und zwei Vertreter der Alliance um den US Title. Außerdem stand erneut der Hardcore Title im vermeintlichen MOTN.
Allerdings hat man vor allem die Story zwischen Christian, der als eifersüchtiger kleiner Bruder vom Intercontinental Champion und King of the Ring Sieger auftrat, und Champion Edge echt gut aufgezogen muss ich sagen. So war direkt Feuer in der Sache drin und auch wenn es Beide sicherlich besser können, so war das Match sehr unterhaltsam und vor allem am Ende nimmt die Dramatik enorm zu, als Christian damit droht, den One-Man-Conchairto erneut gegen Edge zu zeigen. Das war Ablenkung für den Referee genug, sodass der spätere Captain Charisma einen Low Blow anbringen, der ihm den erfolgreichen Pin einfährt und nach einer kurzen Regentschaft des WWF Light Heavyweight Titels den nun zweiten Singles Title Run sichert. Schönes Ding mit Luft nach oben.
Mit Chris Jericho gegen Rob Van Dam um den Hardcore Titel stand dann ein erstes richtiges Highlight an. Der Hardcore Title ist dank RVD noch einmal so richtig, richtig gut geworden und war bereits in den beiden Vormonaten für viele das MOTN, so auch hier an diesem Abend. Dass RVD einen festen Vertrag bei der WWF erhalten hat, dafür haben vermutlich schon die Fans im Alleingang gesorgt, denn für ihn gab es die ersten so richtig lauten Rufe der Live Zuschauer. Aber nun zum Match selbst. Nachdem man im Ring selbst noch ein normales Match bestreitet ist es ab dem ersten Dive vom Hardcore Champion nach draußen, dass es richtig zur Sache geht. Y2J bringt auch schnell eine Leiter ins Spiel und versucht selbst das Match wieder in den Ring zu verlagern. Letztendlich ist es die "Billion Dollar Princess" Stephanie McMahon, die für die entscheidende Ablenkung sorgt und es so RVD ermöglicht mit dem Van Daminator und dem Five Star Frog Splash den Titel zu verteidigen. Richtig gutes Match!
Im Co Main Event machte dann noch Herausforderer Rhyno kurzen Prozess mit Tajiri, um sich den WCW United States Heavyweight Championship zu sichern. So ganz verstehe ich das nicht, dass innerhalb der Alliance schon fehden entstanden, und man sich nicht darauf konzentrierte, gegen die WWF zu gewinnen..


Deathrow666: Edge und Christian – die ja die Tag Team Szene mehr als aufgerüttelt haben standen sich hier gegenüber. Und es ging auch noch um den IC Titel. Die Story war nett aufgezogen und die beiden lieferte zwar kein Meisterwerk ab, aber man kann es sich durchaus mehrmals ansehen. Vor allem, das von Eddie schon schön beschriebene Ende zeigt dass durchaus eine gewisse Verbissenheit vorhanden war. Ja die beiden harmonieren auch wenn sie sich gegenüber stehen. Und das Christian hier den Sieg davon trägt ist für mich absolut berechtigt.

Der Hardcore Titel wurde zwischen Y2J und RVD ausgefochten – und die beiden lieferten ein Feuerwerk par excellance ab. Beide sehr gute Techniker und mit RVD kommt nochmal ein zusätzlicher härterer Stil dazu. Auch wenn der Titel noch mehr als 1 Jahr umkämpft wurde, bevor er eingestampft wurde – so wurde er durch solche Paarungen durchaus aufgewertet. Was mir auch gut gefallen hat an diesem Match ist, dass nicht jeder x-beliebige Gegenstand als Waffe genutzt wurde (ich sag nur Waschbecken...) – somit ist das nicht als Comedy-Match zu sehen sondern wirklich als ernste Angelegenheit. RVD kann letztendlich durch Ablenkung von Steph den Sieg erringen und bleibt weiterhin Champion.
Rhyno hatte keine Probleme mit Tajiri und so wechselte der United States Titel nach nicht mal 5 Minuten den Besitzer. Kann man so als Zwischenmatch lassen.


Der Rest

Eddie: Im Opener stand ein schöner Spot-Opener in Form eines Four Way Elimination Tag Team Matches auf dem Zettel. Die Dudley Boyz verteidigten dabei ihre WWF World Tag Team Titel gegen die Hardy Boyz und die beiden etwas gewöhnungsbedürftigen Teams aus Lance Storm & WWF European Champion The Hurricane sowie The Big Show & Spike Dudley. Relativ schnell ist es soweit, dass die Hardy Boyz gegen die Dudley Boyz im Ring stehen und den Titel unter sich ausmachen, was auch die einzig logische Konsequenz aus der Ansetzung war. Kleines, aber sehr feines Detail: Die WWF Wrestler in diesem Kampf hielten permanent zusammen und man ignoriert das auch nach einem Hot Tag zu Big Show nicht.
Im zweiten Match standen sich Perry Saturn und Raven gegenüber. Mehr muss schon fast nicht gesagt werden, denn das Match war ein ganz klarer Filler vor dem Edge vs. Christian Match. Tut keinem weh, gefällt aber auch nicht unbedingt wirklich.
Kane & The Undertaker stehen erneut gegen zwei Vertreter der Alliance gegenüber, dieses Mal mussten sie die WCW World Tag Team Titel gegen KroniK verteidigen. Leider durften die Brothers of Destruction nicht gegen gute Leute in den Ring. So war auch dieses Aufeinandertreffen, wie schon beim SummerSlam gegen DDP & Kanyon das Lowlight der Show.

Deathrow666: Die Multi Tag Team Kämpfe sind meist gut anzusehen – vor allem, wenn Hardys, Dudleys oder Edge/Christian darin involviert sind. Da letztere ja schon gegeneinander waren fügte man zu den Hardys und den Dudleys noch 2 weitere Teams dazu über deren Zusammenstellung man gerne diskutieren kann. Dennoch war es für den Opener ein sehr gut anzusehendes Match. Die Dudleys konnten hier erfolgreich den Titel verteidigen. Und mit knapp 15 Minuten auch von der Länge her ok.
Wie bei jedem PPV braucht es auch "Runterkomm"-Matches. Saturn vs. Raven war genau so eines. Und es bereitete einem auf das nächste kleine Highlight vor welches mit dem IC Match folgte.
Die Brothers of Destruction waren zwar eine geniale Kombination – das Problem waren meist die Gegner – so auch in diesem Fall. Da kann man noch so versuchen das Match zu tragen, aber es hat nicht sein sollen. Interessant is eigentlich das danach. Kane und der Taker monierten Backstage mehrere Fehler im Match durch Kronik – dies führte im weiteren Verlauf zur Entlassung der Beiden.

Fazit

Eddie: Die Invasion Story war für mein Empfinden hier bereits vorentschieden. Klar wusste man, dass die WCW Geschichte ist, aber selbst die Story war für mich zu schnell entschieden. Nur vier Titel bei der Alliance, und dann natürlich unbedeutende noch dazu. Dennoch ist das Wrestling an sich durchaus überzeugend und weiß zu gefallen. Die aufgebauten Kämpfe überzeugen auf voller Linie und das Beiwerk enttäuscht eigentlich auch nicht, außer mit einer Ausnahme, 8 Punkte.

Deathrow666: So stark die Invasion angefangen hatte – allein mit dem "Einkauf" der WCW durch Shane – so schwächte sie ab. Man merkt recht schnell dass man die ehemalige Konkurrenz endgültig begraben will. Abgesehen davon war der PPV dennoch gut gespickt mit schönen Kämpfen. Und auch ein paar Highlights waren dabei. Es hätte mehr daraus gemacht werden können, aber er ist dennoch sehenswert. Ich vergebe 7 Points.

Die PPV-Gesamtwertung
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