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Inside The Cage Classics #223: WWF No Way Out 2001 – Die drei Stufen der Hölle

Kolumne

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Published on:
10.01.2018, 15:32
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Nach einem fantastischen Start ins Jahr 2001 mit dem Royal Rumble ist die WWF unaufhaltsam auf dem Weg Richtung WrestleMania – alle Weichen werden gestellt, Fehden beendet um Platz für neue zu machen, oder auch andere so richtig befeuert, damit bei Mania der Big Bang stattfinden kann. Was alles passiert, darüber reden im Folgenden Deathrow666 und Eddie



Die beiden Main Events

Eddie: Schon im Opening Video erkennt man deutlich, dass die Card auf zwei Kämpfe aufgebaut ist. Zum einen das World Title Match zwischen Champion Kurt Angle, der kurz vor seinem ersten WrestleMania Main Event steht, sofern er The Rock besiegen kann, zum anderen das groß aufgezogene Three Stages Of Hell Match zwischen Steve Austin, dem Royal Rumble Gewinner, und Triple H.
Ich fange mit dem Showstealer an, denn die Fehde zwischen Austin und Hunter zog sich ja durchaus über ein paar Jahre und so gut wie die Aufeinandertreffen Hunter vs. The Rock oder The Rock vs. Austin waren, war Hunter gegen Austin direkt eigentlich nie. Doch dieses Match legitimiert die Fehde als eine der besten der WWF zu der Zeit. Über mehr als 30 Minuten hinweg schaffen es Trips und Austin, eine fantastische Story zu erzählen, die nicht zwingend so viel gutes Wrestling benötigt, dafür ist die Fehde viel zu hitzig zu diesem Zeitpunkt. Beide versuchen ganz smart früh einen Pin einzufahren, um die Siegeschancen zu erhöhen. Klar hat man auch gerade bei den Stipulations ein paar kleine Hänger drin, aber das ist nichts, was wirklich groß stören würde. Im Gegenteil, so hat man auch als Zuschauer kurze Verschnaufspausen. Im Singles Match bearbeitet Hunter viel das Bein von Austin, was ihm natürlich auch in den zwei weiteren Falls einen Vorteil verschaffen sollte. Auch mimt Hunter den kleinen Flair und nutzt so manche Regel zu seinen Gunsten aus. Die Fans hassen ihn dadurch nur noch mehr und feiern Austin umso mehr (falls das zu der Zeit überhaupt möglich war). Im zweiten Fall ist die Kniebearbeitung von Hunter gegen Austin leider vergessen, kann man auch begründen wenn man will, ist dennoch irgendwie schade. Dafür zerstört Austin das Knie von Triple H mit unzähligen Stuhlschlägen, man prügelt durch die Zuschauer, Kommentatorentische gehen kaputt, es gibt Blut und viel wirklich gutes Brawling. Der Sledgehammer bringt am Ende den entscheidenden Unterschied - wer mich kennt, der weiß wie sehr ich auf diese Details stehe. Im Käfig werden einige Stühle, das Barbed Wire 2x4 sowie der Sledgehammer gelassen. Das Match ist so unfassbar gut und der Kommentar von Jim Ross, aber auch von Jerry Lawler machen das Match noch besser! Absolut packende Finish-Phase mit dem durchaus überraschenden Sieger in Triple H, da man so den Rumble Gewinner ein klein wenig schwächt, aber wie das Finish passiert ist, das ist schon großes Kino. Und Austin findet ja seinen Weg um bei WrestleMania seine Chancen zu erhöhen.
Der Main Event besticht anders als das zweite große Highlight mit guten Wrestling und steht damit ebenfalls ganz weit oben auf den möglichen MOTY-Listen. Der Titelwechsel kommt überraschend, vermutlich hat man Angle den Mania Main Event doch noch nicht zugetraut. Dafür gibt es dadurch Austin vs. Rock 2 bei Mania. Somit auch hier alles richtig gemacht? Ich glaube schon. Zudem endet man hier den PPV auch mit einem schönen Appetizer für die weitere Road to WrestleMania. Das Match selbst ist wie gesagt wirklich gut. Was The Big Show allerdings da wollte weiß ich nicht mehr so genau. Kommt zum Ring, Chokeslam gegen Referee und beide Wrestler und geht. Auch für Mania hat das keine Einflüsse. Wenn das noch jemand weiß könnt ihr das gerne in die Kommentare Posten. Aber auch hier muss ich mich wiederholen. Diese Finish-Phase ist so mitreissend, da fiebert man selbst auf Der Couch mit bei den Kick-Outs aus den Finishern. Dann der Pop, als der Titelwechsel erfolgt, phänomenal!

Deathrow666: Mann hab ich mich auf den PPV gefreut! Die zwei Top-Fehden werden schön weiter gesponnen. Fangen wir mal mit dem 3 Stages of Hell Match an. Ich habe diese Stipulation immer sehr gemocht, schade dass es schon lange keines mehr gegeben hat. Austin und HHH haben hier wirklich gezeigt wie feurig die Fehde war. Vom ersten Moment hielt sich keiner zurück. Nicht umsonst zählen die beiden zu den Besten dieser Zeit. Austin schafft den ersten Fall in "normalen" 1vs1, dann geht es im Street Fight erst so richtig los. Es wird gebrawlt und mit Waffen aufeinander eingeschlagen. Stühle, ein Barbed Wire 2x4 und natürlich auch das HHH Markenzeichen – der Sledgehammer. Trips – der zuvor schon einen Pedigree durch das Pult versuchte, aber aufgrund der Bearbeitung seines Armes durch Austin im ersten Fall, dies nicht schaffte und so selbst durch das spanische Pult musste – sicherte sich dank des Hammers den 2. Fall – somit lies man den Käfig runter für den 3. Fall. Etwaige Waffen blieben im Seilgeviert und wurden auch weiterhin brav eingesetzt. Beide Männer zeigten auch schon einige blutige Wunden, die durch den Käfig bzw. den 2x4 weiter bearbeitet wurden. Letztendlich waren beide schon so ko, dass sie nach einer Doppelaktion – HHH schlägt mit dem 2x4 zu und Austin mit dem Hammer beide zu Boden gehen und Trips (zufällig) auf Austin landet und so pinnt. Damit schaffte Trips auch den 3. Fall für sich zu entscheiden und somit das Match. Ein Wahnsinnsmatch mit phänomenaler Action. Sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Das einzige was mich nur störte – aber das eigentlich bei jedem Cage Match ab einem gewissen Zeitpunkt – war, dass man auch pinnen konnte im Cage – für mich war es immer spannender als man den Käfig verlassen musste um zu siegen. Aber das is nur ne Kleinigkeit, die das Match deswegen nicht schlechter machte. Aber das wichtigste – diese Fehde war noch lange nicht am Ende.
Der Main Event war dann Rock vs Angle um den Titel. Auch dieses Match trägt den Abend mit – wenn auch nicht auf die brutale Art wie zwischen Trips und Austin, aber dafür mit schönem Wrestling. Gut man hat hier zwei Leute im Ring die wunderbar miteinander zusammen arbeiten. Beiden hätte man hier den Sieg zugetraut. Letztendlich ist es aber Rock der den Titel übernimmt. Damit ist der Main Event bei Mania abgesegnet. Austin (Rumble Winner) vs Rock. Ich hätte mir Angle auch gut gegen Austin vorstellen können, aber auch so hat man nichts falsch gemacht. Das Match selbst war gut geführt und ist schön anzusehen. Wie Eddie schon erwähnte – auch mir erschliesst sich der Eingriff von Big Show nicht weiter, da nie weiteres folgte. Wieder was im Keim erstickt bevor es keimte...

Zwei weitere Titelkämpfe

Eddie: Nach dem großartigen Ladder Match beim Royal Rumble muss der neue Intercontinental Chris Jericho den Titel nicht nur gegen einen, sondern gegen drei Gegner verteidigen. Das waren sowohl Chris Benoit, den Y2J besiegen konnte, als auch Eddie Guerrero, den Jericho zwei Monate zuvor verletzt hatte, und X-Pac. Zwei Leute der Radicalz also, die gemeinsam arbeiten konnten um den Titel zum Stable zurück zu holen. Wie das ja schon beinahe unumgänglich war, klappte das natürlich nicht im gesamten Verlauf des Matches. Jericho machte zu Beginn eine super Arbeit und konnte in der Tat alle Pin-/Submissionversuche selbst unterbrechen, bevor das Match im notwendigen Chaos ausartet. Schönes erstes Highlight hier mit all den kleinen Nebenstories, die mit ins Match gebracht werden und dem Highlight in der Mitte, als Y2J und Benoit eine Zeit lang das Match alleine bestreiten durften und Eddie mit X-Pac außerhalb des Ringes beschäftigt war. In der Finish-Phase kommt noch Justin Credible um X-Pac zu helfen. Ganz clever auch gelöst, dass es eben jener X-Pac ist, der den Pin einstecken muss, als sich die beiden Mitglieder der Radicalz zuvor attackiert hatten. Bleibt abzuwarten, wie es um Eddie und Benoit weiter geht.
Im Co-Main Event sah man danach noch ein Triple Threat Tables Match um die Tag Team Titel zwischen den Dudley Boyz, Christian & Edge und The Undertaker & Kane. Mit den Leuten macht das natürlich auch richtig Bock. Noch einmal auch als kleine Vorschau auf das Mania Match. Gewohntes Chaos, schönes Popcorn Match und gelungene Auflockerung.

Deathrow666: Das Match um den IC Titel war auch ein wunderbares Match mit tollen Technikern. Wobei für mich X-Pac immer der kleine Underdog bleiben – auch wenn er technisch sehr gut drauf war. Und dass die Zusammenarbeit zwischen Chris Benoit und Eddie Guerrero nicht lange währt – das ist in so einem Match mehr als logisch. Letztendlich brach natürlich Chaos aus. Aber das war durchaus unterhaltsam, denn die 4 konnten dennoch mit ihrer Arbeit überzeugen. Letztendlich nutzte Y2J das sehr geschickt aus indem er X-Pac pinnen konnte, der Sekunden vorher Benoit mit einem Kick niederstreckte. Auch ein sehr gutes Match.
Das Triple Tag Team Match war im Prinzip eine alt bekannte Kombination, die durch Undertaker/Kane aufgelockert wurde. Hier war die Mischung auch gut gewählt, da die beiden Bollwerke die Kraftmoves austeilten und die anderen beiden Teams eher die Technik verwendeten. Schön in so einem Match auch anzusehen wie immer wieder versucht wird den Tisch im letzten Moment wegzuziehen, nur damit der Partner nicht durch selbigen muss. Letztendlich waren es aber Rikishi und Haku die matchentscheidend eingriffen, Kane und den Taker – die gerade dominierten – in einen Brawl verwickelten und somit kurzerhand aus dem Match nahmen, da der Brawl sich die Rampe hoch zog. Dies nutzten die Dudleys aus und es gab den §D durch den Tisch gegen Christian. Schönes Match und gute Einstimmung auf den Main Event.

Der Rest

Eddie: Den Anfang des Abends machten Raven und Big Show, die den Hardcore Title untereinander austragen sollten, zu einer Zeit, in der die 24/7 Regel bereits intakt war und die Kämpfe darum einfach nur noch schlecht. Zeiten von Al Snow vs. Hardcore Holly waren lange vorbei. In diesem Match waren mittendrin auch noch Crash Holly, Steve Blackman, Billy Gunn und Hardcore Holly involviert. Gunn konnte den Titel gewinnen, Raven sich diesen zurückholen, bevor Big Show mit dem Titel nach einem Chokeslam auf eine Mülltonne als Sieger feststand. Sollte man eigentlich überspringen das Ganze.
Dann gab es noch Stephanie McMahon vs. Trish Stratus, im Kampf um die einflussreichere Frau an der Seite von Vince McMahon, in einer Zeit bevor Trish wirklich gut war. Und da Steph nie gut war, kann man sich die Qualität dieses Kampfes selbst denken. Viel an den Haaren ziehen, Wasser über Trish, deren halbnackter Hintern, Gekreische und einen Lüsternen Jerry Lawler. Und das über knapp 9 Minuten, in denen auch William Regal involviert ist.
Jerry Lawler vs. Stevie Richards, darum ob The Kat zu Right To Censor geht oder sich ausziehen muss - die Attitude Era hatte durchaus seine Schattenseiten... muss ich näher darauf eingehen? Nicht zwingend oder? Danke! Lawler übrigens in bester Leopardenoptik.

Deathrow666: Ja der Rest... So gut der PPV von den bisher beschriebenen Matches war – so schlecht war der Rest. Das Hardcore Titel Match war eigentlich nur Comedy – da ich den Titel nie wirklich mochte, denn durch die 24/7 Stipulation konnte man den Titel nicht mehr ernst nehmen. Wenn man sah wie bzw wo der "verteidigt" wurde. So auch in dem Fall. Eigentlich sollte es ein Match zwischen Raven und Big Show sein, aber durch Billy Gunn, Steve Blackman und den beiden Holly's wurde es wieder zu einem Chaos, welches MMN unnötig war und den Titel nur weiter entwertete. Nicht mal als Opener gut.
Steph vs. Trish. Wie Eddie schon geschrieben hat – weder Trish zu der Zeit noch Steph überhaupt waren gute Wrestlerinnen. Ausserdem wurde damals eher das Augenmerk auf die weiblichen Reize gelegt als auf ein gutes Match – vor allem auch durch die Story dahinter und Jerry Lawler am Pult, der immer wieder seine Kommentare dahingehend fallen lies. Wer also da grad am Klo war oder Futter holte hat nicht wirklich was verpasst.
Ach ja – weil wir grad bei Lawler sind – der hatte ja auch noch ein Match gegen Richards. Allein durch die Stipulation, dass, wenn Lawler gewinnt, Kat alle Hüllen fallen lässt, war klar wer das Match für sich entscheiden wird. Auch das kann getrost übersprungen werden. Aber als Runterbringer nach dem HHH/Austin Match soweit ok

Fazit

Eddie: Gute Abwechslung zwischen großartigen Kämpfen und Ruhepausen. Diese könnten zwar durchaus (deutlich) besser sein, aber dennoch bleibt es in Summe ein richtig guter PPV und ich vergebe 8 Punkte. Die Anfänge der 2000er sind einfach sensationell gut.

Deathrow666: Die Match ansetzungen von der Reihenfolge waren gut gesetzt. Die Klassiker wurden durch schlechte Matches abgelöst welches dem PPV immer wieder schone Abkühler gab. Im Prinzip machte die WWF dort weiter wo sie beim Rumble aufgehört hat – nur mit ein paar kleinen Schwachstellen. Aber als PPV zur Vorbereitung auf Mania absolut passend. 7 von 10 kann man hier getrost geben.

Die PPV-Gesamtwertung
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