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Inside The Cage Classics #215: WCW Mayham 2000 - Ein Abend mit viel Langweile

Kolumne

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Published on:
14.11.2017, 00:00
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #215: WCW Mayham 2000 - Ein Abend mit viel Langweile

Nach der Europatour mir dem deutschen PPV ging es für die WCW zurück in die Staaten. Dort stand auch schon schnell der nächste PPV an. Bei dieser Show sollten einige Fehden beschlossen und neue Weichen gestellt werden. Ob die WCW das geschafft hat? Aquifel und der WCWler haben die Großveranstaltung für euch gesehen.



Mit der Zwangsjacke in den Käfig

WCWler: Der WCW World Heavyweight Title wurde in der WCW-Version der Höllenzelle verteidigt. Booker T traf hier wieder mal auf Scott Steiner, der ja im Vormonat durch seinen Ausraster verloren hatte. Hier hatte COO Ric Flair noch die Klausel hinzugefügt, dass an der Decke des Käfigs eine Zwangsjacke hängen sollte, die auch eingesetzt werden dufte. Steiner dominierte das Match, war aber wie immer sehr arrogant und pinnte Booker dann nicht, als es möglich war. Booker hatte auch noch den Nachteil, dass Midajah im Käfig war, warum auch immer. Steiner zeigte dann einen Superplex vom Top Rope, doch konnte nicht gewinnen. Nach etwas Matchzeit wurde die Zwangsjacke eingesetzt, die Booker T seinem Gegner im zweiten Versuch dann auch anziehen konnte. Dabei stellte er sich allerdings ziemlich dämlich an. Das passte allerdings zum Match, denn beide arbeiteten sehr unsauber und zum Teil unglaubwürdig. Steiner gelang es dann die Zwangsjacke zu zerreißen und setzte seinen Recliner an. T kam aber zum Seil und konterte den Move! Steiner sellte daraufhin fast nichts mehr und gewann den Titel nach einem sehr schlechten Steiner Recliner, weil Booker T einfach bewusstlos war. Danach ging der neue World Champ noch mit einem Stuhl auf des Knie des Ex-Champions los. Kein gutes Match.

Aquifel: Die Zwangsjacke mag eine gute Idee gewesen sein, denn in die gehören die Booker/Writer definitiv. Klar, Steiners Austicker rechtfertigen irgendwo dieses zusätzliche Gimmick, aber in der Realität hätte klar sein müssen, dass dies keinen Gewinn für das Match darstellen würde. Allgemein war die WCW selten gut darin Gimmicks sinnvoll und qualitätsfördernd einzusetzen. So oder so, das Match war auch meiner Ansicht nach stellenweise recht unsauber geführt und statt Main Event Feeling trat hier eher ein "gewollt und nicht wirklich gekonnt"-Gefühl auf. Irgendwie zündete hier nichts und unterm Strich blieb ein nicht zwangsläufig schlechter Titelwechsel nach einem eher hingemurksten Match. Das konnten beide ohne Frage besser.

Die anderen Titel

WCWler: Alle Titel der WCW standen an diesem Abend auf der Card und das beinhaltete auch den Opener, wo Cruiserweight Champion Mike Sanders den Titel gegen Kwee-Wee verteidigen musste. Auch hier zeigte sich wieder das Problem der Division: Es kam kein gutes Match zustande, die Natural Born Thrillers griffen dauernd ein und wurden von Meng attackiert, Flair kam mit Security raus und wenn man dann wieder in den Ring guckte, war es einfach langweilig. Sanders gewann am Ende und verteidigte.
Crowbar verteidigte den Hardcore Title in dem gleichen Match wie jeden Monat gegen Big Vito und Reno, indem er eine Kontroverse zwischen den Italienern und Renos Freundin ausnutzte. Die ganze Geschichte ist so sinnlos...
WCW Canadian Champion Lance Storm bekam es hier zum allerletzten Mal mit General Rection zu tun. In England war der Titel wieder zurückgewechselt und wir bekamen hier das Rematch zu sehen. Direkt hiervor war das Match mit Bam Bam Bigelow, der hier während Rection die Halle betrat rausgeschoben wurde. Plötzlich sprang er aber auf und attackierte Morrus. Die ganze Szene mit Bigelow war nur ein Plan von Storm und Bam Bam und insgesamt eine richtig schäbige Aktion der WCW... Später im Match griff dann noch Major Gunns ein, doch am Ende konnte Rection seinen Moonsault zeigen und konnte neben der Fehde auch den Titel gewinnen. Ohne Eingriffe wäre das Match wahrscheinlich besser gewesen.
Die Tag Team Title standen im Match zwischen Perfect Event und Kevin Nash mit seinem neuen Partner Diamond Dallas Page. Der Rest der Thrillers war hier verbannt, auch wenn Sanders sie als Sicherheitsleute angestellt hatte. Doch der COO erkannte, was Sanders vor hatte. Am Ende durfte Sanders aber mit einer Managerlizenz am Ring bleiben. Aber auch er konnte nicht verhindern, dass die Titel am Ende wechselten. Kevin Nash, der das ganze Match über sehr wenig machte und sowieso mal wieder nicht wirklich interessiert wirkte, holte den Sieg nach der Powerbomb, als Page Sanders noch den Diamond Cutter verpasste. Damit nahm man den Titel wieder von zwei jungen Leuten weg und steckte ihn zu Nash und seinem Kumpel.

Aquifel: Ich denke auch, dass nicht nur das Booking mit x Eingriffen das Problem war. Kwee Wee und Mike Sanders waren unabhängig davon sicherlich nicht die besten Wrestler und das in einer Division, die eine Tradition von erstklassigen Matches hatte (okay, das war zu dem Zeitpunkt schon länger her). Man kann beiden nicht vorwerfen, dass sie es nicht versucht haben, aber die Zeiten einer wirklich starken Cruiser Division mit ansprechenden Matches war anno 2000 in der WCW schon lange vorbei. Dass diese Beiden um den Titel kämpften beweist dies nur.
Die Hardcore Division war auch nicht unbedingt besser besetzt. Jedes Match war irgendwie dieselbe chaotische 08/15 Materialschlacht ohne Spannung, echten Impact und jegliche Bedeutung. Ärgerlich, da gerade Crowbar und Big Vito anderweitig mehr hätten erreichen können.
Storm und Rection um den US Title... nun, das hätte durchaus ganz nett werden können, dafür ist Storm ohne Frage gut genug, aber der Bam Bam Angle... man kann soetwas ähnliches ja durchaus bringen, aber hier wirkte das Ausnutzen einer potentiell echten Verletzung (so wie es dargestellt wurde) schon daneben. Leider sorgten das und die anderen Eingriffe nicht für zusätzliche Spannung, sondern raubten dem Match zu sehr den Flow, als das es noch hätte überzeugen können.
Wenigstens ist in Hinsicht auf die Story Rections Sieg der richtige Schritt.
Die Thrillers Storyline nervte mich allgemein ziemlich zu diesem Zeitpunkt und so sehr mich der Titelwechsel vom Perfect Event weg freute, so sehr kann man darüber diskutieren, ob Page und Nash eine gute Wahl waren. Beide waren sicher nicht die zukunftträchtigsten Stars und gerade Nash lieferte bei den meisten seiner Auftritte eh eher seinen Namen, als Qualität. Trotzdem, definitiv eines der besseren Matches des Abends, allerdings mit den falschen Leuten um die Champs zu entthronen.


Gutes Wrestling und belangloser Mist

WCWler: Aus den beiden Stables 3-Count und The Jung Dragons sind mittlerweile drei Tag Teams geworden Evan Karagias und Jamie Knoble hatten ihre Teams unfreiwillig verlassen müssen und teamten nun miteinander, was keine schlechte Entscheidung war. So trafen die 6 Männer bei Mayham in einem 3 Way 3 Team Dance aufeinander, wobei die Regeln teilweise unklar waren. Zu erst waren nur 2 Mann im Ring und am Ende, als der Ringrichter es aufgegeben hatte die Regeln zu verfolgen, auch mal alle. Es gab tolle Moves und gekonterte Aktionen zu sehen, viele Nearfalls und jeder (inklusive Leia Meow) durfte mal fliegen. Eine Leiter wurde eingesetzt und dann saß plötzlich Yang auf der Ringecke. Gregory Helms kletterte auf die Seile und sprang von Yangs Schultern in den Ring. Die Sänger gewannen dann das gute Match. Bester Kampf des Abends.
Der absolute Gegensatz folgte danach. Und zwar gab es ein Rematch von Spring Stampede, aus welchem Grund auch immer. Jimmy Hart forderte vor Mayham wieder Radiomoderatoren heraus und wieder kam Mancow und besiegte den angeblich verletzten Hart, nachdem auch 3-Count noch irgendwie mitmischte. Eine ganz üble Sache, die eigentlich keinen Sinn hatte.
Disco Inferno war weiterhin verletzt oder wollte einfach nicht antreten. So suchten sie einen Partner für Alex Wright und kauften dafür KroniK ein. Leider hatten die Boogie Knights nur Geld für 7,5 Minuten Kronik, die diese mit einer Stoppuhr mitstoppten. Das klingt schon nach einer dummen Idee und war es auch. Kronik dominierte dann das Match gegen Kidman und Rey Mysterio Jr., während Wright nur rein kam, als er sich sicher fühlte. Die 7,5 Minuten waren dann aber nach 6 Minuten schon rum und die Animals konnten sich den Sieg in diesem lächerlichen Schauspiel holen. Wenn man schon so eine Story macht, dann wenigstens mit richtigen Zeiten, wenn die Stoppuhr eingeblendet wird...
Shane Douglas und The Cat zeigten danach 8 Minuten vollständige Langeweile im Ring, garniert mit nichtssagenden Promos. Douglas setzte einen Schlagring ein, was aber nichts nutzte. The Franchise schubste den Ringrichter, Charles Robinson schubste zurück, Cat rollte Douglas ein und gewann. Das war nicht schön.
Genauso wenig das Match zwischen Bam Bam Bigelow und Sgt. A-Wol. Eigentlich sollte Bam Bam gegen Mike Awesome antreten, den hatte er aber im Vorfeld ausgeschaltet. Hier zeigten beide nun einen Kampf, der nach dem Finisher von Bigelow beendet war. Danach brach er aber zusammen und blieb fast leblos im Ring liegen. Nach einer recht langen Wartezeit kamen dann auch mal Sanitäter und versorgten Bigelow. Auf einer Trage wurde er dann raus gebracht und es sah recht ernst aus... Was dann passierte, lest ihr oben beim US Title Match. Schäbig.
Eine logische Storyline rund um Jeff Jarrett und Buff Bagwell gab es eigentlich nicht. Trotzdem fehdeten sie hier und Buff zerstörte erstmal alle Gitarren des Gegners. Jarrett dominerte das Match, was auch draußen stattfand und einen für die Matchstory recht sinnlosen Ref Bumb hatte. Nun mischte sich David Flair ein, über den sich JJ zuletzt lustig machte, gab dem Auserwählten einen DDT und verschwand wieder. Das half Bagwell aber nichts, denn nach einem Gitarrenschlag verlor er gegen Jarrett. Wenigstens ist der Auserwählte nun da angekommen, wo er hingehört: In der uninteressanten Midcard. Denn mehr war Jarrett in meinen Augen nie.
Weit über der Midcard standen die beiden Wrestler im Co-Main Event. Lex Luger wollte unbedingt die Karriere von Goldberg beenden. Luger zeigte ein paar Moves, aber Goldberg war nie in der Gefahr hier zu verlieren. Am Ende wollte er den Spear zeigen, doch Luger zog Mickie Jay vor sich und Goldberg traf den Ringrichter und Luger. Nach einem Jackhammer gegen Lex zählte der nächste Ringrichter durch und Goldberg steht bei 25 zu 0.

Aquifel: Triple Threat Tag Team Action ist häufig eine feine Angelegenheit. Mit 6 Workern kann man das Tempo hoch halten, immer wieder glaubwürdig Drama kreieren und natürlich einige spaßige (oder halt riskante) Spots einbauen. Hier kam dann auch eine Leiter ins Spiel, was schön auf Starrcade 2000 hinarbeitete. Das Match war unterhaltsam und easy Match des Abends. Zwar ist das alles nicht auf dem Niveau der WWE-Pendants gewesen, aber das soll hier kaum stören.
Mancow gegen Jimmy Hart hingegen störte ohne Frage. Was soll sowas? Name-Dropping durch "Prominente" bringt nichts, wenn das Ergebnis so beknackt ist und Zeit von richtigen Wrestlern stiehlt. Wieso WCW?
Die Idee mit der Stoppuhr klingt Banane, ohne Frage, aber richtig umgesetzt hätte das Spannung bedeuten können. Doch hier... irgendwie wird das Drama, dass die Filthy Animals nur noch "so lange" aushalten müssen, nicht genutzt. KroniK dominieren, sind dann raus und die Animals gewinnen... wow. So kann man eine seltsame Idee ihres Potentials berauben.
Shane Douglas an sich, ich habe es schon mehrmals erwähnt, war ein guter Worker und hat das vor allem in der ECW bewiesen. The Cat, auch hier wiederhole ich mich, hatte hingegen nichts in einem Wrestling-Ring zu suchen. Und wenn nach dem Match seitens der Kommentatoren "What a Match" skandiert wird, dann stimmt das: Was für ein Match... unglaublich, dass die WCW das für PPV-würdig hielt. Und dann gewinnt The Cat auch noch...
Der Angle um Bam Bam... nun, sagen wir es so, es war genauso lahm und daneben wie das Match mit A-Wol. Hätte die WCW uns doch lieber das Match gegen Mike Awesome geliefert.
Ob Jarrett nun ein Midcarder war oder Potential für (etwas) mehr hatte, darüber kann man diskutieren. Sein Problem war oft (auch in der TNA später), dass er zwar Heat ziehen und gute Matches haben konnte, aber er sich häufig auf Gitarrenschläge, Ref-Bumps, Bookingquark oder ähnliches verlassen musste. Also Bookingtechnisch wurde Jarrett schnell uninteressant. Bagwell... tja, der hatte in der WCW durchaus das Zeug zu einem Main Eventer, vor allem, da er durchaus over war, egal, wie es um seine wrestlerischen Qualitäten stand. Half dem Match alles nicht. Natürlich gab es Bookingquatsch und irgendwie riss mich das alles kein Stück mit.
Der Co-Mainer punktete mal wieder durch große Namen. Goldberg und Luger... nun, man kann sich denken, dass das Match ein marginal längerer Squash war, der wrestlerisch wenig zu bieten hatte. Dafür aber wieder einen Ref-Bump. Goldberg setzte jedenfalls seine Siegesserie fort und irgendwie interessierte das zumindest mich keinen Deut mehr.

Fazit

WCWler: Dieser PPV war nur teilweise eine schlechte Show, aber die meiste Zeit war es einfach belanglos. Matches wie JJ-Buff oder Mancow-Hart oder Bigelow-A-Wol waren einfach unwichtig und hatten keine wirklich Hintergrundstory. Von den 12 Matches hätte man gut 5 streichen können und die Zeit auf die wirklich wichtigen oder guten Matches verteilen können. Ich gebe 4 Punkte, weil mir der 3 Way gefallen hat und die Titelwechsel eine Art Aufbruch zu neuen Geschichten darstellten. Hoffentlich.

Aquifel: Zeitmanagement war immer ein Problem der WCW. Wirklich gute oder wenigstens interessante Matches litten stets unter zu wenig Zeit, die für unnötigen Quark draufging, der bei Nitro schon fragwürdig gewesen wäre. Klar, Totalausfälle gab es wenige, aber halt auch wenig, das einen überzeugt. Dank des 3-Way und der Beendigung einiger Storys knappe 3 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung

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