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Inside The Cage Classics #202: WCW Bash at the Beach 2000 - Das Ende einer Legende

Kolumne

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Published on:
15.08.2017, 21:28
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #202: WCW Bash at the Beach 2000 - Das Ende einer Legende

Der Bash at the Beach stand in den letzten Jahren immer für historisch bedeutsame Shows. Das erste Match von Hulk Hogan in der WCW, eine Show am Strang und natürlich die Gründung der nWo inklusive dem Turn von Hogan. Auch der letzte Bash at the Beach sollte da keine Ausnahme bilden. Was passierte? Aquifel und der WCWler berichten es euch.



Backstageprobleme um den Titel

Aquifel: WCWler wird genauer auf die ganzen Hintergründe eingehen. Ich sage nur so viel: Hulk Hogan gegen den Champ Jeff Jarrett als Main Event (wie Michael Buffer es ankündigt) wäre wohl halbwegs in Ordnung gewesen. Dass Jarrett sich dann hinlegt... und Hogan angepisst weggeht... selbst die Hintergründe lassen eine Frage offen: Weshalb klärt man das BEIM PPV?
Aber gut, Hogans Aussagen zur WCW (wobei so ein Bullshit ja auch schon zu seinen Gunsten lief) und Russos Shoot danach sind legendär. Und egal, was man von Russo hält und ob das alles auf diese Situation zutraf oder ob es dann doch ein Work war (soweit ich weiß sind die Aussagen da nicht ganz so eindeutig), ich denke, er sprach vielen aus der Seele, wenn es um Hulk Hogan geht. Ebenso wie Hogan den Nagel auf den Kopf traf.
Da das alles eher unbefriedigend war, ging es weiter und nach einem "Impromptu" Match gab es dann Booker T gegen Jeff Jarrett um den Titel. Booker gewann den Titel in einem soweit ganz ordentlichen Match.

WCWler: Zuerst mal die Lage vor dem PPV: Im Vorfeld des soll es eine Storylineidee gegeben haben, dass Jarrett das Match durch DQ verlieren sollte, weil Scott Steiner eingreifen sollte. Das gefiel Hogan nicht und er soll wütend aus der Sitzung gestürmt sein und danach dann seine Creative Control Klausel gezogen haben. Das wiederum nutzten Hogan, Vince Russo und Eric Bischoff dann für eine Storyline, die nur sie drei wussten.
Beim PPV dann kam es zum Match zwischen Hogan und Jarrett. Dieser kam zuerst nicht, legte sich dann hin und Russo warf Hogan den Güter vor die Füße. Dann forderte er ihn auf, JJ zu pinnen. Russo, der zuvor drei Wochen nicht da war, ging, Hogan sagte, dass die WCW wegen solch einem Mist in der Lage ist, in der sie ist und pinnte den Champion mit dem Fuß auf der Brust. Der Ringrichter zählte durch und Hogan war neuer WCW World Champion.
Die Kommentatoren zeigten sich geschockt und Tony Schiavone nannte es ein "Slice of Real Life". Niemand konnte es sich erklären. Einen Moment später sah man wie Hogan mit seinem Sohn und Bischoff mit dem Title backstage lief und die Halle verlassen wollte.
Ein Segment später kam Russo in den Ring und hielt eine Promo über Backstagepolitik und wie hart andere in der WCW arbeiten und noch ein paar andere Dinge. Das soll alles noch geplant gewesen sein, also ein Work. Doch dann fing Russo an Hogan zu beleidigen und kündigte an,, dass Hogans Gürtel nichts mehr bedeuten würde. Damit shootete Russo wirklich gegen Hogan. Der Plan soll wohl gewesen sein, dass Hogan im Herbst zurückkehren sollte und es mit dem dann amtierenden Champion aufnehmen sollte im Kampf um den ultimatives WCW World Champion. Stattdessen verklagte Hogan Russo und war nie wieder in der WCW zu sehen...
Die Kommentatoren wirkten bei all den Sachen rund um den World Title sehr überrascht und geschockt, was ich ihnen auch abnehme. Dann kam es am Ende ja noch zu einem neuen Titelmatch; Jarrett gegen Booker T. Beide zeigten ein recht gutes Match, welches mit einem Brawl in den Zuschauern begann. Frühes Highlight war dann ein Tombstone vom Auserwählten auf den Kommentatorentisch, der allerdings stehenblieb. Nach einigen Nearfalls und einem Ref Bumb konnte Booker dann den Bookend zeigen und wurde zum ersten Mal WCW World Heavyweight Champion. Im letzten Monat war er noch ein Jobber der MiA und nun der Champion der Liga. Ein etwas eigenartiger Werdegang, aber nun gut. Der neue Champion half Ringrichter Billy Silverman, der einen Stroke einstecken musste, noch auf die Beine und beendete so einen denkwürdigen PPV.

Titelgeschehen

Aquifel: Als erstes stand der Cruiserweight Title auf dem Spiel. Lt. Loco war Champ, Juventud Guerrera der Herausforderer. Juvi war ja schon immer ein spektakulärer Highflyer und da sich hinter dem Lt.Loco Quatsch Chavo Guerrero "verbarg" (MiA Gimmick halt...) standen hier zwei kompetente Junior Cruiserweights im Ring. Konnte man bei der WCW ja nicht immer behaupten. Das Match an sich war recht passabel. Kein Klassiker, aber grundsolide und durchaus unterhaltsame Cruiserweight Action. Nur die Eingriffe mit "Verkleidungen" seitens der Misfits in Action und der Filthy Animals wirkten etwas lächerlich.
Um den Hardcore Title traten Champ Big Vito und Ralphus an. Das sagt alles. WWF 24/7 für ganz Arme. Und das war oft schon hart an der Grenze.
Shawn Stasiak und Chuck Palumbo verteidigten ihre Titel ebenfalls und zwar gegen Kronic. Brian Adams und Bryan Clarke galten in der WWF schon nicht als die Top Worker, in der WCW hatten sie aber immerhin nicht mit komplett blöden Gimmicks zu kämpfen. Prinzipiell waren beide Teams so schon in Ordnung. Aber irgendwie klickte es hier nicht. Das Match war zwar nicht schlecht und entwickelte in der Schlußphase durchaus Drama, aber insgesamt war es auch nicht mehr als "in Ordnung".
Der United States Titel wurde ebenfalls verteidigt. Scott Steiner bekam es mit Mike Awesome zu tun. Wie zu erwarten war gab es einiges an Gebrawle und der Clash der beiden Muckimänner machte so wirklich etwas her. Spaßige Angelegenheit. Aber es war ein WCW Match und somit verpasst man der Angelegenheit durch ein beknacktes Finish einen heftigen Dämpfer.

WCWler: Endlich stand wieder ein gutes Match um den Cruiserweight Title im Opener auf dem Plan. Die Verbannung der beiden Gruppen und ihre Rückkehr war lächerlich, aber sie griffen nicht ins Match ein. Dafür sorgten auch zwei Ringrichter draußen. Das war ja auch schon mal was. Das Match war richtig gut, wurde nur etwas seltsam, als Juvi einen People's Elbow zeigte... Na ja. Das Ende kam nach einem Tornado DDT von Loco und das war dann auch die Titelverteidigung.
Das Hardcore Match war wieder der gleiche Mist wie in jedem Monat. Vito gewann nach einen Splash gegen Ralphus durch einen Tisch.
Das Tag Team Match hat mir gefallen. Sicher war es kein technisches Leckerbissen, aber die 4 Männer taten ihr bestes und zeigten ein schönes Big Man Match. Besonders Kronic zeigte einige schönes Aktionen. Am Ende gewannen sie und verteidigten die Titel.
Das US Title Match hat mir nicht gefallen. Beide Wrestler überzeugten mich eh selten und hier erst recht nicht. Steiner mischte zwischendurch noch The Cat auf und bekam am Ende den Titel aberkannt, weil er den Steiner Recliner verbotenerweise anwendete. In Wirklichkeit wollte er für niemanden den Job machen. WCW und ihre Stars...


Der Rest

Aquifel: Wir bekamen sogar ein Wedding Gown Match spendiert. Daffney gegen Stacey Keibler. Ziel des Ganzen? Eye Candy? Das klappt ein kleines bisschen. Denn die meiste Zeit gibt es mieses Wrestling, Crowbar, David Flair und den Ref ohne Hose und allgemein grauenerregenden Humor für 10 jährige. Meine Herren, da waren ähnliche Matches in der WWE 5 Star Classics dagegen. Wow.
Positively Kanyon gegen Booker T... Match war soweit recht durchschnittlich, das Finish durch Jarrett... nun ja, es klärt für später noch einiges, wie ihr bereits gelesen habt. Ergebnis definitiv erstmal ein Upset, zumal Kanyon wirklich keinen Sieg brauchte, denn wo will man so einen "Durchschnittswrestler in quasi allen Punkten" hinpushen?
War das Wedding Gown Match eine dumme und infantile Prä-Pubertäts-Comedy Einlage, war das Graveyard Match genauso beknackt aus anderen Gründen. Erstens: The Kiss Demon... Zweitens: Man sieht so gut wie gar nichts. Drittens: Vampiro so zu verheizen... Hier stimmte gar nichts.
Buff Bagwell gegen Shane Douglas war in Ordnung. Douglas wusste, was er tat, Bagwell war gerade over genug, dass die Stimmung passte und der Eingriff von Torrie Wilson sorgte für einige hchgezogene Augenbrauen. Wie gesagt, in Ordnung und eins der besseren Matches des Abends.
Goldberg gegen Kevin Nash war das "impromptu" Match nach dem "Mainer". Tja, in 5 Minuten kann man nichts reißen, aber Goldberg und Nash versuchen wenigstens das Beste aus der Zeit zu machen.

WCWler: Das Match um die Hochzeitskleider war einfach nur peinlich. Schlechtes Wrestling, 3 Männer ohne Hose, eine Kuchenschlacht und am Ende verlor Miss Hancock, weil sie strippte. Immerhin hatte das Match eine Geschichte, da David Flair Daffney für Hancock verließ und ihr noch was vorspielte. Beim Nitro zuvor wurden Daffney einige Haare abrasiert und hier konnte mehrmals der Einsatz vom Rasierer verhindert werden. Aber auch die Geschichte machte es nicht besser.
Kanyon gegen Booker T war einfach da. Es gab auch keine großartige Geschichte, beide kamen sich vorher etwas in die Quere und so gab es hier ein Durchschnittsmatch. Kanyon gewann nach dem Cutter. Der Eingriff von Jarrett zuvor bezog sich auf ein Titelmatch zwischen JJ und Booker T bei Thunder zuvor. Ja, Booker T hat dort gegen JJ schon verloren...
Das Match auf dem Friedhof wurde von Vampiro gewonnen, nachdem er erst von einem Baum sprang, dann den Demon in einem Fluss ertränken wollte und dann in einem Sarg in einem Grab schmiss. Viel mehr sah man nicht, weil es dunkel war und neben einem kleinen Kameralicht nur noch Fackeln und Charles Robinson mit einer Taschenlampe gab. Robinson rettete übrigens den Demon vorm Ertrinken.
Viel wichtiger war aber die Szene danach in der Halle, wo Vampiro zum Sieger erklärt wurde und plötzlich Druiden mit Stingmasken kamen.. Diese trugen einen Sarg, wo wohl Sting drin lag und Vampiro verprügelte. Am Ende lag dann Vampiro im Sarg.
Die Storyline und um Douglas und Bagwell war dann auch ein halber Shoot. Bagwell hat backstage einen Mitarbeiter geschlagen und wurde suspendiert. Darum verlor Douglas den Tag Team Title, den beide gewonnen hatten, und machte Buff dafür verantwortlich. Ich fand das Match langweilig und beide Wrestler werde ich nie in Wrestlingherz schließen. Grauenhaft.
Etwas besser war Goldberg gegen Nash, was die Brisanz bekam, da es um den Vertrag von Scott Hall ging. Das Match war eines der besseren Matches zwischen den beiden und profitierte von der Kürze. Natürlich konnte kein PPV der WCW ohne einen Turn stattfinden und so schaltete Scott Steiner Nash aus und Goldberg verpasste Big Sexy den Spear und den Jackhammer. Scott Hall war damit endgültig Geschichte.


Fazit

Aquifel: Tja, Steiner gegen Awesome war bis auf das Finish gut, der echte Mainer wusste zu unterhalten und sonst gab es einiges, das passabel war und einige Totalausfälle. Klassischer WCW anno 2000 PPV. Immerhin war das peinliche Drama um den Titel wirklich mal historisch. Knappe 4 Punkte, einfach da man den Quark gegen Ende gesehen haben sollte.

WCWler: Mich hat die Show unterhalten. Natürlich war es keine richtig tolle Show und einige Matches waren mies. Aber die ganze Sache rund um den World Title, der Opener, das Tag Team Title Match und das ganze Geschehen und der Aufbau während der Show ließen diesen PPV wichtig und gut erscheinen. Ich gebe knapp 6 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung

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