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Inside The Cage Classics #184: WCW Mayhem 1999 – Wildes Titelturnier

Kolumne

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Published on:
04.04.2017, 20:50
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #184: WCW Mayhem 1999 – Wildes Titelturnier

Der erste komplette PPV unter dem neuen Regime stand an und dafür opferte die WCW den jährlichen Chaos-PPV World War 3. Mit Mayham stand auch der erste PPV in Kanada für die Liga aus den Südstaaten an und wie könnte man eine neue Ära besser starten, als mit einem World Title Turnier? Wahrscheinlich gibt es viele bessere Arten, aber was der von der WCW gewählte Weg mit sich brachte, berichten euch Aquifel und der WCWler.



Das Turnier

Aquifel: Nach dem Chaos letzten Monat und einigen weiteren Problemen wurde ein Titelturnier ausgefochten. Die beiden Halbfinals und das Finale standen bei Mayhem an.
Den Anfang machten Chris Benoit und Jeff Jarrett im Opener. Das Match ist kurz und knackig und als Opener ideal. Benoit war sowieso ein starker Worker, Jarrett konnte mit solchen immer gute Matches abhalten, also kaum verwundelrich, dass das hier ein tolles Match war.
In der Mitte der Card folgte dann Bret Hart gegen Sting. Was auf dem Papier wie ein Traum klang, war erneut eher biedere Durchschnittskost. Beide hatten kaum Chemie miteinander und sind wir mal ehrlich: Irgendwie wirkte Hart in der WCW eh fehlplatziert. Dazu dann auch noch der Eingriff vom Total Package und dem Restart... Egal, Hart gewann und sollte ins Finale einziehen. Und dort wurde es wieder besser.
Benoit und Hart, zwei hochklassige Worker, die super miteinander arbeiten konnten (wie das Owen Hart Memorial Match ja auch bewies) fochten den neuen Champ im Main Event unter sich aus. Hier stimmte mal vieles: Das Wrestling, Spannung, Drama und sogar die Interferences störten gar nicht mal (auch wenn Outsiders gegen Goldberg keinen Splitscreen benötigt hätte). Sehr guter Main Event und mit Hart ein per se sehr fähiger Champion, wenn das Booking nicht gegen ihn arbeitete.

WCWler: 32 Teilnehmer starteten in dieses Turnier, wobei es eigentlich nur 31 waren, weil Madusa doppelt antreten durfte. Die Matches waren zum Teil viel zu kurz und schrecklich oder fanden gar nicht statt. Hier fanden dann die letzten drei Matches statt. Benoit schaffte es Jarrett hier zu einem sehr ordentlichen Match zu bringen und Bret Hart und Sting hatten bis auf das Ende auch ein schönes Match fand ich. Eindrucksvoll war, dass die WCW es nicht schaffte, ohne Eingriffe durch die Matches zu kommen. Sei es der Eingriff von Creative Control im Opener oder Lex Luger im zweiten Match. Immerhin nützten die Eingriffe nichts.
Mit Hart und Benoit standen dann später zwei Kanadier in Kanada im Main Event. Das sorgte schon mal für Stimmung. Benoit, der nach seinem Halbfinale noch von JJ und den Handlangern verprügelt wurde, tauschte mit Hart Handshakes aus und zeigte einige tolle Aktionen. So konterte er den Sharpshooter in den Crossface. Dann wurde es leider unübersichtlich. Erst griff Dean Malenko als Kanadier verkleiden ein und schlug Benoit mit der Flagge seines Heimatlandes und wurde rausgebracht. Das Match ging kurz weiter und beide konnten nach einem Piledriver nur einen Nearfall landen. Nun kamen The Outsiders, die erstmal Charles Robinson niederschlugen und dann Benoit attackierten. Als Goldberg dann noch den Ring stürmte, war das Chaos perfekt. Jeder prügelte sich nahezu mit jedem und als sich die Eindringlinge endlich wieder verzogen hatten, war mit Mickey Jay auch ein neuer Ringrichter im Ring. Benoit zeigte den Figure Four Leglock gegen das angeschlagene Bein des Hitman, konnte aber keinen Sieg holen. Der humpelnde Hart zeigte dann einen Superplex, musste aber dann zwei deutsche Suplessen und den Crossface einstecken. Hart befreite sich, konterte, zeigte den Sharpshooter und Chris Benoit tappte in der Mitte des Rings aus. Bret Hart feierte seinen ersten WCW World Heavyweight Title Gewinn mit seiner Familie im Ring. Ein schönes Bild, auch wenn es für Hart viel zu spät kam.

Titelgeschehen

Aquifel: Der Cruiserweight Title stand auch wieder auf dem Spiel. Disco Inferno musste gegen Evan Karagias ran. Letzterer gewinnt, aber irgendwie wollte das hier nicht so recht überzeugen. Karagias ist bei weitem nicht so smooth und sauber, wie viele Top-Cruiserweights und irgendwie wirkte das alles hier etwas unmotiviert und unfokussiert.
Ebenfalls vakant war der Hardcore Title. Brian Knobbs und Norman Smiley waren selbstredend weit davon entfernt so gut und so wichtig zu sein, wie die vier World Title Contender. Das Match war ein typisches, kurzes WCW Hardcore Trash Fest, das so zwar nicht stört, aber weit von dem Drama und dem Storytelling, also der Qualität, der großen WWF Pendants entfernt war.
Scott Hall, der auch wieder etwas mehr Aufmerksamtkeit bekam verteidigte seinen US und TV Title gegen Bookter T. Nach einer kurzen Promo, dass er einen Herausforderer brauche, kam Booker raus. Das Match per se war sogar recht ordentlich, litt aber unter Zeitproblemen. Die Zeit, die für vielen kurzen Schwachsinn drauf ging, wäre hier besser angebracht gewesen. Leider gab es natürlich wieder Eingriffe.

WCWler: Ich mochte Karagias immer und für mich lieferte er hier mit Disco auch ein gutes Match ab. Der Titelwechsel am Ende war ok, auch da für Disco Inferno schon die nächste Story bereit stand, die hier auch Teil des Matches war. Disco hat Schulden bei der Mafia und kann sie nicht zurückzahlen. So hat er Karagias ein Titelmatch angeboten und wollte die 25.000 $ von ihm bei einem Sieg haben. Da er aber verlor, hat er weiter Schulden und zu allem Übel auch noch Tony Mamaluke niedergeschlagen. Kein guter Abend.
Dieser wurde dann für den Zuschauer nicht besser, da die WCW dann in einem typischen Hardcorematch mit allerlei Plunder einen neuen Titel einführte. Dieser war unnötig wie sonst was, aber die WWF hatte halt einen. Hier gewann Norman Smiley, der unter richtigen Umständen soweit vom Status eines Hardcorewrestlers entfernt ist, wie die WCW von grandiosen Main Event Matches bei PPVs...
Hall durfte sich Doppelchampion nennen und hatte es nach einer Open Challenge dann mit Booker T zu tun. Das Match war ok, aber wurde durch die Eingriffe von JJ und den Handlangern Russos versaut. Die Titel bleiben damit weiterhin nur Beiwerk. Sehr schade.


Der Rest

Aquifel: Der Rest bestand aus einigen wilden Fehden und einigem Humbug. Als erstes stand hier ein Elimination 6 Man Tag zwischen den Filthy Animals Kidman, Eddie Guerrero und Torrie Wilson gegen die Revolution Dean Malenko, Perry Saturn und Asya an. Dank schneller Eliminations, viel Action und einiger talentierter Worker war das alles recht kurzweilig und unterhaltsam, ohne wirklich zu begeistern.
Der Verlierer von Buff Bagwell gegen Curt Hennig hingegen sollte in Rente geschickt werden. Beide wrestleten ein so langweiliges, von echtem Drama befreites Match, das viele Fans so hätten wrestlen können, dass es einen am Ende kaum interessiert, wer hier verloren hat. Gerade Hennig konnte so viel mehr und selbst für Buff war das zu dieser Zeit schwach.
Der schon komplett tote Berlyn hatte ein Chain Match gegen den aufstrebenden Vampiro, ein Gimmick, das bedeutend mehr Impact zeigte. Das half dem Match leider nicht. Belangloser und gurkiger Quark. Zum Glück aber auch sehr kurz.
In der Kategorie sinnbefreit konnte man Meng gegen The Total Package stecken. Ebenfalls sehr kurz gehalten, war das allein aufgrund von Lugers "Verletzung" beknackt. Und mal ehrlich, 1999 Luger gegen Meng in der Uppercard zu haben, war schon ein Trauerspiel.
Auch David Flair gegen Kimberly passte in eben genannte Kategorie. Mehr Fremdschämsegment als alles andere war das hier komplette Zeitverschwendung. Warum wurde so etwas bei einem PPV gebracht?
Zum Abschluss vorm Main Event sollten Sid Vicious und Bill Goldberg ihre Differenzen in einem I Quit Match endgültig klären. Auch hier fehlte für mehr schlichtweg die Zeit, dazu ein blödes Finish, aber an sich war das bei weitem nicht so mies wie befürchtet.

WCWler: Das 6 Man Tag war ok. Interessant war hier, dass die Männer auch gegen die Frauen antreten durften. Kam dann aber doch eher selten vor. Die Animals verloren am Ende und zerstritten sich auch noch. Kein guter Tag für das Stable.
Ich hätte Hennig ja lieber gewinnen sehen und hätte dann Bagwell nie mehr sehen müssen. Aber es sollte so nicht kommen. Das Match an sich war nach einer Attacke von JJ & Russos Mannen gegen beide Wrestler recht langweilig und das Ende kam nach dem Blockbuster von Buff. Hennig musste damit zurücktreten. Und wrestlete 8 Tage später munter weiter...
Berlyn bzw. sein Bodyguard hatten zuletzt oft mit Vampiro und den Misfits zu tun. Hier gab es nun das Chainmatch, wobei die Ketten an einem Lederriemen um den Hals befestigt waren. Am Kommentar saßen Ed Ferrera mit seiner gruselige Jim Ross Kopie namens Oklahoma und Steve Williams. Ferrera brachte sämtliche Rosssprüche vom King of the Ring 1998 bei den unpassensten Situationen und zerstörte das Match so noch mehr. Denn im Ring war es nicht gut. Die Ketten waren nie wirklich dazu gedacht um den Deutschen und den Vampir zu verbinden und als The Wall, warum auch immer er das dufte, Vampiro pinnen wollte, unterbracht Berlyn die Aktion. The Wall ging, hinterließ erste Risse im Verhältnis von Berlyn zu seiner Mauer und Wright gab im Cobra Clutch auf. Dr, Death zerstörte dann noch die Gewinner. Vielleicht wäre dieses Match mit konsequenten Regeln einigermaßen besser geworden.
Meng wurde von Lex Luger in den letzten Wochen dazu genutzt, seine Gegner im Turnier auszuschalten. Das ging am Ende dann aber schief. Luger entwickelte sich mit seinem neuen Gimmick zu einem richtigen Heel, der sich aus Matches stehlen wollte, so trug er hier zum Beispiel eine Halskrause aus einer Aktion vom Hitman. Natürlich diente das nur dazu, dass Meng seinen Finisher nicht ansetzen konnte. Der ging dann auch gleich auf diese Halskrause und ließ sich nicht von irgendwelchen Moves von Luger stören. Das Ende kam, als Miss Liz Meng etwas in die Augen sprühen wollte, Luger traf und Meng daraufhin den entblößten Hals mit seinen Todesgriff malträtierte und gewann.
Beim letzten PPV griff DDP David Flair mit einer Brechstange an. In der Zwischenzeit wurde Page verletzt, Kimberly überfuhr Flair, der sie daraufhin stalkte und angriff. Das führte zu diesem grauenhaften Kampf, der sogar zu unwürdig für eine C-Show wie Worldwide war. Page kam am Ende wieder, brachte Kanyon mit und beide attackierten den jungen Flair. Page wollte ihn dann mit einer Brechstange angreifen, was aber von Arn Anderson verhindert wurde. Als Dank attackierte Flair Double A zweimal mit der Brechstange. Sehr übles Schauspiel.
Das I Quit Match war nach der ganzen Fehde sinnvoll. Aber dafür hätten beide mehr Zeit gebraucht. Und vielleicht gute Submissions. Die bekamen sie nicht und ebenso wenig, bekamen sie ein gutes Match hin. Sid würgte sich durch das Match, zeigte einige Chokeslams und Goldberg konterte überraschend mit einer Headscissor! Goldberg wurde ausgebuht, gewann dann aber, weil er Sid ausschaltete. Grauenhafte Sache. Die Fehde der beiden Erzfeinde war übrigens so schlimm, dass sie am nächsten Abend miteinander im Tag Team antraten.

Fazit

Aquifel: Letzten Endes gab es zwei wirklich gute Matches bei diesem PPV: Den Opener und den Main Event. Die hatten was. Dazwischen gab es einiges, das in Ordnung war, aber mehr Zeit verdient hätte und einige Gurken, die diese Zeit gestohlen haben. Insgesamt nicht wirklich gut, gab aber schon schlimmeres. 4 Punkte.

WCWler: Luger gegen Meng und Goldberg gegen Sid waren richtig schlecht, aber der Rest hat mir teilweise sogar Spaß gemacht. Das große Problem dieses Abends waren aber die ganzen Eingriffe von Außen, die echt unnötig waren. Aber es war eine gute Show vor einer guten Crowd, erstmalig vor einem schlechten Set und mit einem Happy End. Ich gebe 6 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung

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