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Inside The Cage Classics #180: No Mercy 1999 – Die Hardys und Edge & Christian als Showstealer

Kolumne

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Published on:
07.03.2017, 21:35
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
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Zeit für einen WWF-PPV. In der drittletzten Großveranstaltung des Jahres trafen sich Steve Austin und Triple H zu ihrem ersten großen Singles Match. Am Ende sollten aber nicht die Beiden sonderlich von sich reden machen, sondern viel mehr zwei junge aufstrebende Tag Teams. Mehr dazu erfahrt ihr im Folgenden von Eddie & JoMo:

HHH vs. Austin I + der Beginn des X-Pac-Heat

JoMo: Der Main-Event für No Mercy wurde bereits seit dem SummerSlam aufgebaut, als Triple H die Rattlesnake nach dem Match attackierte und Steve Austin aufgrund einer Knieverletzung mehrere Wochen pausieren musste. An diesem Abend hatte wohl Niemand gedacht, dass dies das vorerst letzte WWF-PPV-Match von Austin sein würde. Er sollte erst ein Jahr später wieder aktiv in den Ring steigen, doch mehr hierzu in der kommenden Kolumne. Das erste große One-On-One-Match zwischen Austin und HHH war ganz akzeptabel und passend für die Attitude-Ära mit einem ausführlichen Brawl durch die Zuschauerreihen ausgestattet. Zum Ende des Matches wurde bereits der Main-Event für den kommenden PPV aufgebaut, als The Rock erschien und mit einem Vorschlaghammer Triple H niederschlagen wollte. Dieser konnte jedoch ausweichen und Rocky traf Austin, um so den Sieg für The Game vorzubereiten. Gutes Storytelling um für die Survivor Series das große Triple Threat Match anzudenken. Ich persönlich kann aus der Main-Event-Zeit mit Triple H leider immer nur semi viel gewinnen, da mich The Game als Gesicht der Company nie überzeugen konnte, da er mich eigentlich schon nervte, wenn er den Mund aufmachte. Ebenfalls bei diesem PPV sollte die Grundlage für das bald aufkommende X-Pac-Heat gelegt werden. Der kleine und schmächtige X-Pac konnte ein Four Way Elimination Match gegen die Riesen Kane, Faarooq und Bradshaw gewinnen. Really? Kein Wunder, dass die Fans bald genug von der Darstellung Waltmans hatten. Vermehrt sollte hier natürlich auch sein Heel-Turn gegen Kane und sein cool wirken wollende Grundeinstellung Einfluss haben. Ich selbst konnte das X-Pac-Heat immer nie nachvollziehen. Nach dem ich aber alle TV Shows und PPVs aus dem Jahr 1999 geschaut habe, weiß ich so langsam woher das rührt und kann es verstehen.

Eddie: Der Aufbau zu diesem großen Titelmatch ist erste Sahne. Beginnend bei der Attacke von Triple H auf Austin, über dessen Verletzung und sogar den entscheidenden Pinfall, den Austin als Special Enforcer bei Unforgiven zu Hunters Gunsten zählen musste, das war schon großes Kino. Hier dann das Aufeinandertreffen, das genau so verbissen auch sein musste. Die Ref Bumps, die mich häufig stören, sind hier super in Szene gesetzt und packen für die Dramatik noch eins drauf. Dass The Rock noch ein Wörtchen mitzureden hat, war angesichts der vergangenen Monate auch relativ klar, sodass wir auch mit ihm noch weiter in die Story gehen. Ich finde hieran tatsächlich rein gar nichts auszusetzen. Spaßig, kein MOTYC oder ähnliches, aber einfach simple, gute Unterhaltung, das läuft.
Ich fand das Four Way Match ebenfalls sehr smart gebookt. Man hat mit X-Pac und Kane sowie der APA zwei Tag Teams gegeneinander im Ring, sodass man kleine Stories im Ganzen erzählt bekommt. Klar, der kleine X-Pac gegen diese drei großen, stämmigen Männer, das kann man hinterfragen, aber ich muss sagen, dass mir das Match gut gefallen hat. Die Geschichte rund um ihn sollte natürlich etwas zu viel des Guten werden, aber hier war das ganz ok, so wie es war.

Hardys und E&C sorgen für den Showstealer + das Ende von Jeff Jarrett

JoMo: So brawllastig und passend für die Attitude-Ära der Main-Event auch war, so wurde ihm doch deutlich die Show gestohlen. Im Finale des Terri Invitational Tournaments traten die Hardy Boys, sowie das Team bestehend aus Edge & Christian um eine Siegprämie von 100.000$, sowie die Managerrechte von Terri an. Nach mehreren Turnierrunden (es stand 2:2) und zwei Matches, welche ohne klaren Ausgang endeten, sollte nun das erste Tag Team Ladder Match der WWF-Geschichte über den Turniersieg entscheiden. Die vier Youngster zeigten dabei nicht nur das Match des Abends, sondern zeitgleich das eindeutige Match des Jahres im WWF-Jahr 1999. Schaut man dieses Match heute sind viele Bumps bekannt und wenig überraschend, doch kurz vor der Jahrtausendwende war es einfach innovativ, hoch riskant und genial. Am Ende konnte sich knapp die Hardy Boys durchsetzen und ließen zu recht viele Zuschauer mit offenen Mündern zurück. Neben diesem Showstealer sollten wir an diesem Abend auch den bis dato letzten WWF-Auftritt von Jeff Jarrett zu sehen bekommen. Er hatte sich bereits mit der WCW und seinem alten Buddy Vince Russo auf einen Wechsel geeinigt. Da auch sein Vertrag bereits ausgelaufen war arbeitete er nur auf Showbasis für die WWF und erpresste Vince McMahon um sehr viel Geld, sodass er bei No Mercy den Titel verlieren und nicht zur WCW mitnehmen würde. Dies ist auch der Grund, wieso McMahon den Namen Jarrett beim Ende der WCW mit G-O-N-E buchstabierte. Das Match selbst war, wie auch die Fehde an sich, überraschend gut und am Ende konnte sich Chyna tatsächlich als erste Frau die WWF Intercontinental Championship sichern. So wenig ich begeistert ich von Chyna als Champion war, so positiv sollte der Lichtblick am Ende des Tunnels sein. Y2J!

Eddie: Edge, Christian und die Hardy Boys gehören mit den Dudley Boys einfach zu den innovativsten Tag Team Wrestlern der WWF rund um die Jahrtausendwende. Wir werden noch so viele tolle Kämpfe mit diesen Teams zu sehen bekommen, dass ich mich schon jetzt regelrecht freue! Auch an dieser Stelle muss ich sagen, dass das Booking einfach nur astrein war. Matchserie zweier aufstrebender Tag Teams, dann geht es um Terri sowie um "das große Geld", natürlich legen sich alle vier hier mächtig ins Zeug. Für 1999 war das seiner Zeit in der Tat einiges Voraus und als Match des Jahres ist es definitiv im Rennen ganz vorne mit dabei. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht von den Vieren überzeugt war, der sollte es nach diesem Match definitiv gewesen sein. Meltzer hat hier gar nicht mal so unrecht.
Ich hätte es ja nie gedacht, aber ein "Good Housekeeping Match" kann echt richtig unterhaltsam sein. Erwartet bitte kein gutes Match, in diesem Sinne war es definitiv nicht unterhaltsam, aber sagen wir mal, ihr macht ein kleines Trinkspiel daraus, oder, wenn ihr etwas jünger seid, nehmt euch Schokolade. Bei jedem neuen Teil, das irgendeiner über die Rübe gezimmert bekommt, gibt es einen Shot oder ein Stück Schoki, egal was, ihr werdet nach diesem Match sehr fröhlich sein. Die Hintergründe von Jarretts Wechsel waren natürlich nicht die schönsten, aber so ist das Geschäft nun einmal. Chyna als Champion geht nach dieser gesamten Story auch vollkommen in Ordnung, immerhin konnte man so die erste Frau mit dem IC Titel ankündigen. Und ja, das Licht am Ende des Tunnels scheint stark durch diesen hindurch.

Die restliche Matchcard

JoMo: Der Rest war leider sehr dünn. So gut der Godfather die Zuschauer zu Beginn der Show auch anheizte, so sehr zerstörte man das Ganze mit dem Match gegen Mideon. Letzterer hatte im Grunde im Ring wenig zu suchen und zeigte hier mit dem Godfather eines der schlechtesten Matches des Jahres. Die Farce sollte auch im kommenden Match weitergehen. Ivory, welcher damals eine durchaus gute Figur als WWF World Womens Champion abgab, musste ihren Titel innerhalb weniger Minuten gegen Fabulous Moolah abgeben. Mae Young und Moolah waren zu diesem Zeitpunkt wichtig für die Comedy-Elemente der Show, doch der Titelgewinn musste jetzt nicht unbedingt sein. The New Age Outlaws waren auch wieder aktiv und trafen auf Hardcore Holly und seinen Cousin Crash Holly. Das Match war recht solide und hatte ein nettes Finish. Nach einem Fameasser von Billy Gunn sah alles nach einem Sieg der Outlaws aus, doch Mr. Ass droppte einen der Holly-Brüder mit seinem Finisher auf einen Stuhl und die Outlaws wurden dafür disqualifiziert. Die Holly Cousins waren zu dieser Zeit ein nettes Midcard-Element in der Show. Der Sieg ging also in Ordnung. In zwei weiteren Matches konnte The Rock kurzen Prozess mit dem British Bulldog machen und Val Venis sicherte sich einen Überraschungssieg gegen Mankind. Der Sieg von Rocky war keine Überraschung, da Niemand den Bulldog seinen Push im Jahr 1999 abnahm und dieser auch schnell wieder in die unteren Regionen verschwinden sollte. Mankind machte es sich hingegen zur Aufgabe Ende 1999 vor seinem letzten großen Main-Event-Push noch einige Midcarder wie Venis oder auch Al Snow over zu bringen. Beide Ansätze verliefen jedoch im Sand, da die Midcard schon bald mit Leuten wie Tazz oder den Radicalz gepflastert sein sollte. Dennoch sehr löblich von Mick Foley, welcher nie ein Problem hatte sich für tiefer platzierte Wrestler hinzulegen.

Eddie: Mideon.. Was ein Vogel. Tut mir leid, aber mehr fällt mir dazu nicht ein. Einer der schlechtesten Wrestler, die es so lange geschafft haben, gutes Geld in der WWF zu verdienen, wieso auch immer das so war, ich weiß es nicht. Der Godfather ist und war cool und bereitet mir hier wirklich viel Spaß. Fabulous Moolah wird anno 1999 Women's Champion. Lasst euch dies auf der Zunge zergehen, skipt das Match, wenn ihr den PPV selbst schaut und freut euch, dass das Tag Team Match etwas eher stattfindet für euch. Gut, ok, ich meine natürlich die Hardys gegen E&C. Das dritte Match des Abends beweist erneut, dass die Outlaws zusammen einfach funktionieren, alleine waren sie Grütze. Die Hollys sind ok und so bekommt man ein recht solides Tag Team Match geboten. The Rock gegen den British Bulldog in unter 10 Minuten hat mich dann doch etwas überrascht. Man wusste mit dem Bulldog nach seiner Rückkehr aus der WCW mal so gar nichts anzufangen, abgesehen von einem kurzen European Title Run, weshalb ich mich frage, wieso sie ihn überhaupt zurück geholt hatten. Val Venis gegen Manking reiht sich in die okaye Runde mit ein und hinterlässt ebenfalls keinen bleibenden Eindruck.

Fazit

JoMo: Überraschend guter B-PPV. Wenig Stinker, das erste große One-On-One-Match zwei WWF-Größen und das Match des Jahres. Obwohl auch sehr viel Durchschnitt dabei war, kann man schon mal 7 Punkte vergeben.

Eddie: Da erwartet man angesichts eines B-PPV erst einmal nichts so großes und dann kommt der bis dato beste PPV aus dem Jahre 1999 zu Stande. Und der bis dato einzig gute PPV. Ich gebe noch einen Punkt mehr, 8 Punkte. Drei Highlights und sonst solide Kost, das passt.

Die PPV-Gesamtwertung

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