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Inside The Cage Classics #94: Fall Brawl 1996 – Wer ist der vierte Mann?

Kolumne

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Published on:
14.07.2015, 14:30
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Der Krieg zwischen der WCW und der nWo war im September 1996 im vollen Gange. Und was bot sich beim Fall Brawl besser an, als diese beiden Gruppierungen in den War Games antreten zu lassen? JoMo und WCWler haben sich die Show angesehen.:

WCW vs. nWo

WCWler: Zwei Matches im Krieg zwischen beiden Gruppen sollte es bei dieser Show geben. Zuerst stand ein Singles Match zwischen dem Macho Man Randy Savage und The Giant auf dem Programm. Der Giant, der bei Nitro bei einer Attacke der nWo gegen seine Partner vom Dungeon of Doom in den Ring kam und mit einem Chokeslam gegen The Barbarian die WCW hinterging, konnte Savage hier die meiste Zeit dominieren. Erst zum Ende des Kampfes kam Savage etwas besser ins Match, hob den Giganten aus und konnte seinen Elbow vom Top Rope zeigen. Danach allerdings wurde er von Hollywood Hogan abgelenkt und am Eingang der Stage von Hogan und den Outsiders verprügelt. Hogan brachte Savage zurück in den Ring, Giant pinnte ihn und Ringrichter Nick Patrick, der von der Attacke zufällig nichts mitbekommen hatte, zählte den Pin. Giant gewann im schwächsten Match des Abends.
Im Main Event war dann Zeit für die War Games. Beim Nitro vor dem PPV wurde Lex Luger auf dem Parkplatz von einer Person angegriffen, die wie Sting aussah. Luger, der im letzten Jahr immer wieder von Sting verteidigt wurde, egal welche miesen Tricks er machte, war nun überzeugt, dass Sting gegen die WCW turnte. Beide hatten bis zum Tag des PPVs auch keinen Kontakt und direkt vor dem Match misstraute Luger seinem Freund wieder. So ging die WCW mit nur drei Mann in die War Games. Aber auch die nWo hatte nur drei Namen bekannt gegeben. Die ersten fünf Minuten bestritten dann Scott Hall, der vom Finanzier der New World Order Ted DiBiase begleitet wurde, und Arn Anderson. Es wurde ein hart geführtes Match, was Double A bis zum dritten Teilnehmer etwas dominieren konnte. Die nWo gewann den Münzwurf und durfte dann Kevin Nash, gefolgt von Lex Luger für die WCW ins Match schicken. Nachdem Hollywood Hogan dann den Ring stürmte und die beiden Faces verprügelt wurden. Der nächste Wrestler war Ric Flair, der Hogan alleine in einem Ring wollte und ihn bekam. Die nWo wurde beherrscht, bis deren vierter Mann auftauchte: nWo Sting! Alle hielten den Fake Sting für den Echten und wurden durch Stinger Splashes gegen Luger, Anderson und Flair bestätigt. Als vierter Mann für die WCW kam dann aber der echte Sting in den Ring, verprügelte die nWo, zeigte seinem besten Freund den Mittelfinger, schrie ihn an und verließ das Match. Der nWo Sting konnte Luger dann mit dem Scorpion Deathlock in die Bewusstlosigkeit bringen und so das Match gewinnen.
Doch danach war der PPV leider noch nicht zu Ende. Nachdem Lex Luger auf allen Vieren in Richtung Vorhang kroch und immer wieder "Stinger" rief, wurde und einem viel zu langem Segment Randy Savage von der kompletten nWo zerstört. Er musste Chokeslams einstecken und als es zu viel wurde, kam seine Ex-Ehefrau Elizabeth zum Ring und flehte Hogan an. Am Ende legte sie sich sogar über Savage und wurde wie er auch mit einer Spraydose "signiert". Nach einer feiernden nWo am Kommentatorenpult ging die Show zuende.

JoMo: Ich kann meinem Vorredner hier nahezu komplett zustimmen. Das Match zwischen dem Macho Man und dem Giant war unspektakulär und hätte ich so nicht gebraucht. Ich fand es auch etwas komisch, dass Savage gar kein wirklicher Teil der War Games sein wollte. Schließlich stand er ja immer für sein Kämpferherz und wäre so perfekt für ein solches Match gewesen. Gerade, da der Turn von Hulk Hogan im Juli direkt gegen ihn erfolgte, hat das Irgendwie nicht gepasst. Die War Games an sich waren dann wrestlerisch nichts Besonderes, aber die dahinter stehende Dramatik war klasse! Die Geschichte wiederholte sich also. Während Sting immer für Lex Luger einsprang und diesen verteidigte – machte das Total Package das komplette Gegenteil und vetrieb einen zutiefst verletzten Stinger somit vorerst aus der WCW. Dies sollte letztlich natürlich zur einer der besten Gimmickwandlungen aller Zeiten führen, aber das ist erstmal noch Zukunftsmusik. Den langwierigen Beatdown nach dem Main-Event hätte ich jetzt auch nicht gebraucht, aber stellte eben die pure Dominanz der nWo dar.

Die Titelmatches

WCWler: Auch ohne den World Title wurde einige Titel beim Fall Brawl ausgekämpft. Super Calo brachte bei seinem PPV-Debüt einige schöne und schnelle High Flying Moves mit. Am Ende konnte sein Gegner Rey Misterio Jr. seinen Cruiserweight Title nach einem Einroller verteidigen. Um die Tag Team Titel ging es direkt danach im Kampf zwischen den Nasty Boys und Harlem Heat. Beide Teams zeigten ein solides Tag Team Match und beinahe hätte es am Ende einen Titelwechsel gegeben. Die Nasty Boys konnten ihren Finisher zeigen, doch im entscheidenden Moment, lenkte Col. Robert Parker den Ringrichter ab und Sister Sherri, die schon ein paar Mal eingegriffen hatte, schlug mit Parkers Stock auf Brian Knobbs ein, beendete den Pin und als Booker T sein Arm auf Knobbs legen konnte, war der Ringrichter wieder zur Stelle. Unfaire, aber nachvollziehbare Titelverteidigung der Jungs aus New York.

JoMo: Das WCW Cruiserweight Title Match war wirklich sehr sehenswert. Der für mich bis dahin unbekannte Super Calo brachte einige schönes Moves mit, während Rey Misterio Jr. sich bereits in seinen vorherigen Auftritten bei World Championship Wrestling einen Namen machen konnte. Schönes und kurzweiliges Match auf alle Fälle. Das Tag Team Title Match fand ich jetzt weniger interessant, da es die Paarung Harlem Heat vs. Nasty Boys in den vergangenen Monaten/Jahren einfach schon zu oft gab und deshalb nichts Besonderes mehr war. Man schaute es sich halt an und ich bewertete das Match recht neutral und ernüchternd.

Die restliche Undercard

WCWler: Die WCW verwöhnte uns beim Fall Brawl noch mit vier weiteren Kämpfen. Im Opener führte Diamond Dallas Page seinen Kleinkrieg gegen die Guererrofamilie weiter und trat hier gegen Chavo Guerrero Jr. an. Dieser konnte den sehr arrogant auftretenden DDP zuerst beherrschen, musste sich nach dem Diamond Cutter aber geschlagen geben. Danach wurde die gute Midcardfehde zwischen Scott Norton und Ice-Train weitergeführt. Beide trafen in einem Submissionmatch aufeinander. Norton, der seinen ehemaligen Tag Team Partner an der Schulter verletzte, zeigte einige sehr eindrucksvolle Kraftmoves, konnte Ice-Train aber nicht zur Aufgabe bringen. Am Ende lenkte Theodore Long Norton ab und dieser gab danach im Full Nelson auf. Schöner Fehdensieg für Ice-Train. Konnan, der zum Dungeon of Doom geturnt war, traf dann in einem guten Match auf Juventud Guerrera. Highlight war hier, dass Juvi einem Dropkick zeigte und dabei vom Apron auf Top Rope sprang und dann noch zweimal das Top Rope benutzte und dann Konnan traf. Am Ende nützte es dem jungen Mexikaner aber nichts.
Dann folgte noch ein richtiger Leckerbissen. Chris Jericho traf in seinem PPV Debüt auf Chris Benoit. Die Kanadier zeigten ein fabelhaftes Match, in dem Jericho zuerst nur der Spielball des Mitglieds der Horseman war, aber dann doch einige Moves, darunter einem Tombstone, zeigen konnte. Es folgten ein paar enge Nearfalls und nach ein paar Aktionen von obersten Seil gelang dem Canadian Crippler ein Back Superplex und gewann gegen seinen jungen Landsmann.

JoMo: Den Opener zwischen DDP und Chavo fand ich jetzt auch wenig spektakulär. Zum Einheizen wäre vielleicht Konnan vs. Juvi oder Rey vs. Calo in dieser Cardposition besser aufgehoben gewesen. Immerhin ging der Push von Page an dieser Stelle weiter. Wohl auch eine kleine Cinderella-Story in der WCW. Das Duell der ehemaligen Tag Team Partner Ice-Train und Scott Norton sagte mir dann noch weniger zu. Beide hatten für mich die Ausstrahlung einer Schlaftablette. Ich möchte die Leistungen von Norton in Japan gar nicht klein reden oder schmälern, doch für das amerikanische Mainstream-Wrestling war er meiner Meinung nach komplett fehl am Platz. Konnan vs. Juvi war absolut sehenswert und machte einfach nur Spaß. Konnan sollte am Ende wahrscheinlich der Wrestler mit den meisten Stables (6) in der WCW werden (Dungeon of Doom, nWo, Wolfpac, Filthy Animals, No Limit Soldiers, New Blood). Der Mann kam ganz schön rum. Das kanadische Duell gefiel mir auch richtig gut. Jericho und Benoit hatten eine gute Chemie gemeinsam, was sie auch Jahre später noch bei ihrer Fehde bei der WWF zeigen sollten.

Fazit

WCWler: Eine sehr tolle Show. Großartiges Wrestling von den Mexikanern in den Titelmatches und Benoit und Jericho. Fehden wurden in der Undercard abgeschlossen oder weiterentwickelt wie bei DDP-Chavo oder dem Sieg von Ice-Train. Und am Ende überstrahlt die Geschichte WCW gegen New World Order alles. Sicher waren die War Games kein technisches Highlight. Das müssen die War Games aber auch nicht sein. Mein einziger Kritikpunkt ist das viel zu lange Segment nach den War Games. Diese hätten das Ende der Show sein sollen. Die Show ist nicht so bedeutsam wie der Bash at the Beach, aber wrestlerisch viel besser. Darum gebe ich hier 9 Punkte.

JoMo: Auch bei deinem Fazit stimme ich dir in allen Punkten zu. Sehenswerter PPV. Sehr viel Matchqualiät, wenig Langeweile und viele Storys wurden vorangetrieben und das großteils auf sehr sehenswerte Art und Weise. Auch ich gebe 9 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung
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