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Signs o' the Times #19 - Final Editorial

Kolumne

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Published on:
11.03.2012, 07:49 
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Willkommen zur letzten Ausgabe des SOTT. Nach nur zwanzig Ausgaben und zwei Specials ziehe ich heute einen Schlussstrich unter die vergangenen fünf Monate als Kolumnenschreiber. Manchmal laufen Dinge eben nicht so, wie man sie sich vorstellt. Nach dem schweren Start mit dem beständigen Vergleich zum Rumor Report, selbstgemachtem Druck und innerer Unzufriedenheit mit meiner Arbeit, bin ich diese Woche zu dem Entschluss gekommen, dass der SOTT nicht mehr weiter für mich funktioniert.

Die Kollegen Henne und Ray hatten mir in den letzten Wochen immer wieder gesagt, ich solle meinen eigenen Weg finden und nur über das schreiben, über das ich wirklich berichten wollte. Für ein paar Ausgaben hat das sogar geklappt, doch zuletzt hat mir selbst meine eigene Kolumne simpel nicht mehr gefallen.

Wenn ich mich Donnerstag oder Freitag hingesetzt und geschaut habe, was in der vergangenen Woche passiert ist und ich zu kaum einer Sache eine wirkliche Verbindung, ein wirkliches Interesse entwickeln konnte, dann kann es nur eine Frage der Zeit gewesen sein, wann ich diese Nummer hier beende.

Ich hatte und habe keine Lust nach Stories zu suchen, die zum großen Teil nur unsere Mainstream-Fans ansprechen würden. Meiner Meinung nach hat Cagematch.de nichts davon, wenn die News der vergangenen Woche nochmal durchgekaut werden, nachdem sie hier auf der Hauptseite, auf dem Board, auf Moonsault, Genickbruch oder sonst wo bereits behandelt worden sind.

Wer nach Inside the Cage noch weitere Meinungen zu Shows haben will, hat bei uns die Möglichkeit, auf dem Board zu diskutieren und sich auszutauschen. Wozu soll es dann noch eine weitere Kolumne geben, die das gleiche macht? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diese Erwartungshaltung einiger User in diesen fünf Monaten nicht nachvollziehen konnte.

Ich habe versucht, Nachrichten zu bringen und diese zu kommentieren und bin damit gescheitert wie ich finde. Ich habe nie eine richtige Struktur gefunden und das nervt mich ziemlich. Ich habe über Puroresu und Lucha Libre geschrieben, weil mich das Mainstream Wrestling zu 98 % einfach ganz ehrlich ankotzt. Ich verspüre so oft eine unendliche Wut auf das Produkt von WWE und TNA, dass es inzwischen nicht mal mehr Spaß macht, mich darüber aufzuregen.

Ich bin es leid, mich hier vor den Laptop zu setzen und binnen einer halben Stunde zu dem Schluss zu kommen, dass das, was ich hier tippe, weder mein Herz noch mein Interesse wirklich erreichen kann.

Was ich wirklich sehr gerne gemacht habe war, wenn ich über alte Erinnerungen schreiben konnte. Die Erinnerungen an die ECW Arena oder auch an Eddie Gilbert sind Dinge, zu denen ich eine Beziehung habe. Sie sind mir im Gedächtnis, zum Teil einfach auch im Herzen geblieben, weil sie mich bis heute berühren. Das fehlt mir einfach unglaublich, wenn ich darüber schreibe, wie und warum die WWE Ratings sind wie sie sind, wie sich das WWE Network entwickelt oder wenn ich im Japan Teil im Grunde nichts anderes als Name-Dropping betreibe.

Ich bin enttäuscht darüber, was für ein Produkt das Mainstream Wrestling abliefert. Ich sehe keine Ecken und Kanten mehr; alles ist Hochglanz, poliert, einstudiert und vorgeschrieben. Ich sehe so gut wie nichts mehr, was von Herzen kommt, aus eigenem Antrieb, aus eigener Überlegung der Wrestler. Ich sehe Storylines, die auf der Basis von T-Shirt Sprüchen, Catchphrases und oberflächlichem Neid aufgebaut werden. Mir fehlt Substanz, mir fehlt der Hintergrund, mir fehlen die Charaktere, die es mir glaubhaft verkaufen können. Ich möchte mich mit dem Wrestling wieder identifizieren können. Ich möchte wieder daran glauben können.

Es gibt ein paar kleine Inseln, wo Fans wie ich immer mal wieder hin segeln können. Es gibt noch immer wirklich hervorragendes Wrestling in Japan. Europa hat, wie auch am letzten Wochenende wieder gesehen mit der wXw in Oberhausen, einige Produkte, welche mir gut gefallen. Über all das kann man sich freuen, doch trotzdem darf einem wie mir nicht der Anspruch versagt werden, sich auch ein in meinen Augen besseres WWE Produkt zu wünschen. Das ist etwas, was ich in den letzten Monaten immer wieder lesen musste in Diskussionen. Man muss sich nicht mit dem Zufrieden geben, was das Mainstream Wrestling vorgibt. Man darf mehr erwarten. In meinen Augen haben viel zu viele Fans bereits resigniert und geben sich mit etwas zufrieden, was sie wenn sie ehrlich sind nicht zufrieden macht.

Ich möchte über Dinge schreiben, die mich begeistern und die mich anregen, über sie nachzudenken, weil sie mein Interesse wecken. Ich habe mich in den letzten Ausgaben gefühlt, als würde ich einfach nur noch vieles runter beten und versuchen, schnell einen Absatz zu Ende zu bekommen. Auf mich wirken viele meiner Absätze abgehackt und unsauber.

All diese inneren Wiederstände und diese Unzufriedenheit mit meiner Arbeit für diese Kolumne bedeuten somit das Ende für Sign 'o The Times.

Ich möchte allen denen Danke sagen, die mir mit konstruktiver Kritik weitergeholfen haben und die auch mal für mich in die Bresche gesprungen sind, als das Geschrei der Fanboys mal zu laut wurde.

Ich würde mich freuen, wenn ich in ein paar Wochen einen anderen Weg finden kann, etwas für die Hauptseite für Cagematch.de schreiben zu können. Eine Idee habe ich und selbst wenn es dann noch weniger Leser hat als der SOTT, kann ich mich zumindest mit dem Inhalt wirklich identifizieren.