Willkommen zum „Rumor Report“ auf Cagematch.de, dem einzigen Original aller Kolumnen dieser Art! Hier findet ihr die heißesten Gerüchte aus dem Wrestling-Business, die in dieser Woche aufgekommen sind. Zwar mag sich hinter jedem Gerücht ein Fünkchen Wahrheit verstecken, doch manchmal muss man bei einigen Meldungen schon sehr lange danach suchen. Daher werde ich zu jedem Gerücht ein persönliches Statement abgeben, in dem ich den Wahrheitsgehalt der „Neuigkeiten“ einschätze. Unter Umständen sind in diesem Report einige Spoiler enthalten. Wer sich also von den kommenden Storylines überraschen lassen will, sollte besser nicht weiterlesen.
Die Top-Themen dieser Woche:
Hängt die Zukunft von Michael Hayes am seidenen Faden?Wie an dieser Stelle berichtet, plant die WWE große Änderung am Kreativ-Team bzw. man ist schon dabei, diese Änderung durchzuführen. Neue, junge Hollywood-Schreiberlinge sollen altere Writer ersetzen, um frische Ideen einzubringen. Zu den Schreibern, die gehen mussten, gehörte auch Christopher DeJospeh, alias
Big Dick Johnson. Somit ist
Michael Hayes der einzig verbliebene Kreative mit Wrestling-Erfahrung – doch vielleicht nicht mehr lange. Aus Kreisen der WWE war zu vernehmen, dass der Rauswurf DeJospehs eine Warnung an Hayes gewesen sei. DeJospeh galt nämlich als enger Vertrauter des SmackDown!-Headwriters. Hayes werden wohl die nicht überzeugenden Ratings SmackDown!s auf dem SyFy-Network vorgeworfen. Doch auch unter den Worker werde man angeblich misstrauisch. Früher sei SmackDown! gerade bei jungen Non-Maineventern sehr beliebt gewesen, da es dort im Vergleich mit RAW mehr Möglichkeiten zur Karriereentwicklung gab. Bis auf wenige Ausnahmen standen bei SmackDown! zuletzt aber nur die Veteranen im Spotlight. Für die Pushs junger Worker seien in Wirklichkeit schon immer Writer unter Hayes verantwortlich gewesen sein – wie etwa DeJospeh.
Mein Kommentar: Wäre es wirklich klug von der WWE, den letzten Writer mit Wrestling-Hintergrund zu entlassen? Vermutlich nicht, allerdings muss man auch bedenken, wie sich die WWE selbst sieht. Und das ist nicht als Wrestling-Promotion. Insofern ist eine Absetzung Hayes gar nicht so abwegig. Ich hingegen sehe in der WWE nach wie vor eine Wrestling-Company. Zwar eine, die gerne etwas anderes darstellen möchte, aber im Kern ist die WWE für mich Wrestling. Insofern würde ich mehr Writer mit Wrestling-, denn Hollywood-Erfahrung bevorzugen. Aber das ist nicht das Thema. SmackDown! hat den Sender gewechselt, aber der erhoffte Rating-Aufschwung ist ausgeblieben. Ob das nun aber vor allem an Hayes liegt, glaube ich aber weniger. Ist der Unterschied zwischen RAW und SmackDown! überhaupt noch so groß….zumindest davon abgesehen, dass RAW die A-Show ist? Ohne eine generelle Änderung der kreativen Ausrichtung (weg vom Kinderfernsehen, weniger Soap, stärkere Charaktere) werden so schnell weder die Ratings bei RAW oder SmackDown!, noch die Buyrates der PPVs signifikant nach oben gehen. Dass aber Hayes nicht für den Push der jungen, frischen Worker in der Vergangenheit verantwortlich gewesen sein soll, stimmt mich ein wenig traurig. Das ändert das Bild ein wenig, das man bisher von Michael Hayes hatte.
Jeff Hardy sorgt für ÄrgerBeim vergangenen TNA-Pay-Per-View wäre es fast zu einer dicken Überraschung gekommen: Beinahe nämlich hätten die Fans einen Kampf um den TNA-Heavyweight-Championship ohne den aktuellen Champion
Jeff Hardy zu sehen bekommen. Wie es nämlich heißt, sei Hardy zu Final Resolution in einer solch schlechten Verfassung aufgetaucht, dass die Offiziellen ernsthaft überlegt haben sollen, ihn nicht nur wieder nach Hause zu schicken, sondern ihn auch gleichzeitig den Titel abzunehmen. Als Hardy Wind davon bekommen habe, soll er sich mit den Offiziellen ausgesprochen haben. Dabei habe er erklärt, sein schlechter Zustand erkläre sich mit dem vielen Reisen der letzten Tage. So sei er von den TNA-Live-Events in Abu Dhabi und den Vereinigten Emiraten nach North Carolina zu seiner Frau und seinem neugeborenen Sohn geflogen. Von da aus sei es nach Michigan zu einem Monster-Truck-Event und im Anschluss daran nach Florida zum TNA-PPV gegangen. Offenbar konnte Jeff Hardy die Offiziellen überzeugen, denn er blieb auf der Card. Der Notfallplan hätte aber wohl so ausgesehen, dass
Eric Bischoff Hardys Abwesenheit mit einer Verletzung erklärt hätte. Das neue Titelmatch hätte dann aus einem Triple-Threat zwischen
Matt Morgan,
Jeff Jarrett und
Ken Anderson bestanden.
Mein Kommentar: Oh, oh, oh, was ist da nur aus dem TNA-Lockerroom zu hören? Da schrillen doch gleich alle Alarmglocken. Es ist schon schlimm genug, dass TNA offensichtlich in einer ernsten finanziellen Lage steckt und das Kreativ-Team anscheinend keine Ideen parat hat, die eine Rating-Steigerung ermöglichen – da braucht man nicht auch noch einen Champion, der negativ auffällt. TNA ist mit Jeff Hardy ohnehin ein Risiko eingegangen. Zum einen, weil man ihn Heel turnte, zum anderen, weil er ein Gerichtsverfahren wegen mehrerer Drogendelikte an der Backe hat. Und ja, er mag einen stressigen Reiseplan gehabt haben, und ja, man mag ihm Unrecht tun – aber wenn ich diese Meldung über seinen schlechten Zustand lese, habe ich automatisch das Wort „Drogen“ im Kopf. Zumal verbotene Mittelchen auch bei seinem Bruder
Matt Hardy ein Grund für dessen Entlassung bei der WWE gewesen sein könnten. TNA hat sich letzten Sonntag dazu entschieden, das eigene Gesicht zu wahren und den Titel bei Hardy zu belassen. Soweit, so gut. Ob das eine kluge Entscheidung war, wird sich zeigen. Es wird aber deutlich, dass es bei TNA einige Baustellen gibt – und die beschränken sich nicht nur auf interne Abteilungen wie die Finanzen oder das Kreativ-Team.
Verliert TNA Samoa Joe?Total Nonstop Action hatte am vergangenen Sonntag ein echtes Problem mit
Jeff Hardy. Doch Hardy ist anscheinend nicht das einzige Problemkind. Wie gerüchtet wird, soll es mit
Samoa Joe auch einige Probleme geben. Aktuell trete der nämlich angeblich ohne Vertrag an, wie aus dem Backstagebereich zu vernehmen war. Technisch gesehen sei er also frei, zu gehen. Samoa Joe sei aber offen, weitere Dates für TNA zu arbeiten. Außerdem soll er bereit sein, mit TNA in Verhandlungen über einen neuen Kontrakt zu treten. Wahrscheinlich sei auch, dass er wohl zumindest einen kurzfristigen Deal unterschreiben werde. Dass Joe aber auf jeden Fall längerfristig bleibe, das scheint längst nicht sicher zu sein. Samoa Joe ist seit 2005 für Total Nonstop Action aktiv und gewann in dieser Zeit einmal den TNA-Heavyweight-Championship.
Mein Kommentar: Bei den Gerüchten, die in der letzten Zeit über TNA zu hören sind, überkommt mir ein ungutes Gefühl. Zu Anfang des Jahres herrschte noch Aufbruchstimmung, zahlreiche Stars kamen und man trat in den Monday Night War mit der WWE. Zum Ende des Jahren dominieren Nachrichten über finanzielle Nöte, Gehaltskürzungen bei den Talenten und das Scheitern der Verhandlungen mit dem vermeidlichen „Retter“
Paul Heyman. Was für ein Jahr. Und nun Samoa Joe. Ich sehe ihn neben Leuten wie
AJ Styles, den
Motor City Machine Guns,
Abyss &
Beer Money Inc. als die Grundsäulen der Company an. Sie haben als „TNA-Urgesteine“ den Aufstieg der Company mitgemacht und erleben auch den Abstieg in diesem Jahr. Wer soviel mit einer Company erlebt hat, ist meist treu. Wenn nun aber diese Grundsäulen TNA den Rücken kehren, ist das für mich das Zeichen, dass es endgültig den Bach runtergeht. Warum man den Vertrag mit Samoa Joe noch nicht verlängert hat, ist mir unerklärlich. Ein Grund könnte sein, dass man auch bei ihm eine Gehaltskürzung vornehmen will und Joe deswegen noch nicht verlängert hat. Ich hoffe, man kann ihn halten. Joe hat noch viel Potential und stellt für TNA ungenutztes Kapital dar. Verliert man ihn, ist das der Anfang vom Ende. Da leg ich mich fest. Denn weitere Worker werden seinem Beispiel folgen.
Soviel zu den Top-Themen, alle weiteren Gerüchte dieser Woche folgen nun:
Bei der letzten RAW-Tour durch Europa war Triple H derjenige, der für das RAW-Taping hinter den Kulissen die Verantwortung hatte, da Vince McMahon zu Hause in den USA geblieben war. Zu den Aufgaben von "The Game" zählte daher auch die Kommentatoren zu produzieren. Wie es dazu heißt, sei es im Vergleich zu McMahon ein Unterschied wie Tag und Nacht gewesen. So habe Triple H zu den Kommentatoren während der Übertragung nur wenig gesagt, was eine große Änderung zum vielen Schreien und Fluchen des WWE-Bosses dargestellt habe. Und wenn Triple H mal etwas anzumerken hatte, habe er bis zu einer Pause gewartet, um es mitzuteilen.
Anderer Chef, andere Sitten. Die Vorgehensweise von Triple H ist sicherlich sehr viel arbeitnehmerfreundlicher als die von Vince McMahon. Die Story passt einfach zu dem Bild, was man immer wieder von "The Game" hört: Nämlich, dass er ein guter Businessman sei, der sein Handwerk verstehe.
Bei RAW am vergangenen Montag konnte der verdutzte Fan ein neues Gesicht am Kommentatorenpult entdecken. Es handelte sich dabei um Josh Mathews, der auch diese Woche bei Friday Night SmackDown! als Play-by-Play fungierte. Sein Einsatz bei RAW sei dabei eine Art Testlauf gewesen. Denn man sei mit der Leistung von Todd Grisham bei SmackDown! dermaßen unzufrieden, dass man ihn ersetzen wolle. Da Mathews dies bereits in dieser Woche getan hat, sollte man davon ausgehen, dass diese Änderung von Dauer ist.
Todd Grisham wurde also abgesägt. Das ist sehr schade für ihn, war er doch einst mit sehr viel Lob gestartet. Von den aktuellen Kommentatoren empfinde ich keinen als nervig, von daher kann ich mit Mathews gut leben, hätte aber auch weiterhin nichts gegen Grisham gehabt.
Aus dem WWE-Backstagebereich war nun zu hören, dass die WWE an einer neuen Art des Cage-Matches arbeite. Angeblich sei man der Meinung, die "Hell In A Cell"-Variante habe ihren Zenit überschritten und sei kein ausreichender Draw mehr. So habe man das Kreativ-Team beauftragt, sich neue Arten für ein Cage-Match auszudenken, um bessere PPV-Buyrates zu generieren.
Hmmm, ich finde eigentlich nicht, dass das HIAC-Match bereits abgenutzt ist. Ich empfinde es ehrlich gesagt immer noch als eine der spannendsten und härtesten Gimmick-Matches, die die WWE hat. Ich stelle es mir auch nicht leicht vor, sich eine neue Cage-Match-Variante auszudenken. Die Möglichkeiten sind limitiert. Die Elimination-Chamber war schon ein gewaltiger Sprung, allerdings hat man sich damit auch schon von der einfachen Form des Cage-Matches ein Stück weit entfernt. Noch kompliziertes darf es meinem Gefühl nach nicht werden.
Montel Vontavious Porter wurde von der WWE entlassen – und zwar auf eigenem Wunsch hin. MVP sei in der letzten Zeit sehr frustriert gewesen, ähnlich wie Matt Hardy oder Chavo Guerrero, da er gesehen habe, wie jüngere Worker vor ihm gepusht würden. Die WWE schien auch keine Headliner-Pläne mehr für ihn gehabt zu haben. Außerdem sei ein Gimmick-Wechsel zum Rapper fehlgeschlagen, da R-Truth bereits einen solchen Charakter habe. MVP plane nun, in Japan für New Japan Pro Wrestling zu arbeiten, zudem sei er auch an der mexikanischen AAA interessiert.
Ich habe Respekt vor MVPs Entscheidung. Er verzichtet auf sicheres Geld bei der WWE, weil er seinen Midcarder-Status nicht mehr hinnehmen kann. Das zeigt, dass ihm Erfolg und Vorankommen im Wrestling wichtiger ist als das nackte Geld verdienen. Und wer weiß: Wenn er sich in Japan und Mexiko gut schlägt, vielleicht erhält er dann bei einer Rückkehr zur WWE eine bessere Position.
Nicht nur Samoa Joe könnte seine Zusammenarbeit mit TNA beenden, noch ein weiterer Worker – für den TNA sogar mal Mainevent-Pläne hatte – scheint sich woanders besser aufgehoben zu fühlen. Die Rede ist von Hernandez, der angeblich bald zu TNA zurückkehren soll – eventuell zusammen mit dem Debüt von El Zorro. Von Hernandez heißt es jedoch, dass er eigentlich gar nicht an eine Rückkehr denke, weil es ihm viel mehr Spaß mache, in Mexiko bei der AAA im Mainevent unterwegs zu sein.
Ups! TNA hat Hernandez nach Mexiko geschickt, damit der dort over kommt und man ihn bei TNA wieder als mexikanischen Star einsetzen kann. Das scheint wohl besser zu funktionieren als gedacht. Hernandez gefällt die Aufmerksamkeit, die er bei der AAA bekommt, so sehr, dass er dort bleiben will. Letztendlich steht er aber bei TNA unter Vertrag, will man ihn zurück, muss er kommen. Aber auch das zeigt, wie hoch wohl der Stellenwert TNAs im Kopf von Hernandez sein muss. Naja…
Bei Total Nonstop Action deutet sich eine mögliche Änderung an. So habe sich Tommy Dreamer bei den Offiziellen darum beworben, eine größere Backstage-Rolle einzunehmen. Aus diesem Grund habe man ihn beim Final Resolution-PPV bei drei Matches als Road-Agent eingesetzt. Dreamer soll der Job auch Spaß gemacht haben, weswegen er sich gut vorstellen könne, diesen Posten nach seiner In-Ring-Karriere auszufüllen. Und auch die TNA-Verantwortlichen seien von der Arbeit Dreamers hinter den Kulissen beeindruckt gewesen.
Als TNA Tommy Dreamer verpflichtete, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass man ihn hauptsächlich für einen Job hinter den Kulissen geholt hat. Dreamer lebt und atmet das Business, insofern ist er wohl wie geschaffen für einen solchen Job. Genau solche Leute wie ihn braucht eine Company auch hinter den Kulissen. Im Ring ist Tommy Dreamer ebenfalls nicht verkehrt, aber deswegen hätte man ihn nicht holen müssen . Da hat TNA genügend Leute, die besser sind als er. Sichert man sich Dreamer aber für eine Backstage-Rolle, so wird er für TNA noch sehr wertvoll sein. Da bin ich mir sicher.
Das war es mit dem "Rumor Report" für dieses Mal. Die nächste Ausgabe wird es am kommenden Sonntag geben.
Quellen: PW Insider / Wrestling Observer / PW Torch Newsletter / Wrestling Observer Newsletter