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Der Pay Per View Bragging Rights 2009 war kein guter Tag für Randy Orton. In einem Iron Man Match gegen seinen Erzrivalen John Cena verlor die Viper nicht nur den WWE Heavyweight Title: Weil er und Cena zuvor ausgemacht hatten, ihre Fehde mit dem Match zu beschließen, war für Orton auch jeder Weg zurück zum Titelgürtel versperrt. Und den Frust darüber wollte der Legend Killer an einem Mann auslassen, der einen kleinen Teil dazu beitrug, dass Orton den Gürtel verloren hatte. Doch der war gar nicht gewillt, für Orton den Punching Ball zu spielen.
Die Rede ist von Kofi Kingston, der bei Bragging Rights mit Orton und seinen Helfershelfern von der Legacy aneinander geriet. Mit einem davon - Cody Rhodes - stand Kingston vorher am Abend noch in einem Team in dem großen 14 Man Tag Team Match um die Bragging Rights Trophy zwischen RAW und SmackDown. Kingston steckte hier den Pinfall ein, nachdem Big Show sein Team verriet und seinem Partner den Chokeslam verpasste. Cody gab dennoch Kingston die Schuld und attackierte ihn hinterher im Backstage-Bereich. Kingston antwortete darauf, indem er später Rhodes und Partner Ted DiBiase mit einem Stuhl vom Ring vertrieb, nachdem sie in das Iron Man Match eingriffen.
Auch Orton bediente sich sehr selektiver Wahrnehmung und sah die Alleinschuld für seinen verhängnisvollen Titelverlust bei Kingston - und wollte ihn dafür büßen lassen. Er schubste ihn beim nächsten RAW wütend von der Einmarschrampe, nachdem der ein Match gegen Chris Jericho gewonnen hatte. Kingston aber verspürte keine Lust, sich herumschubsen zu lassen. Er zahlte es Orton noch am selben Abend heim: Er nahm sich ein Geschenk vor, dass DiBiase Orton mit dem Geld seines vermögenden Vaters gemacht hatte, um ihn zu besänftigen: Ein mit Ortons Konterfei verziertes NASCAR-Auto. Kingston ruinierte den Wagen mit einer Brechstange und einem Farbeimer, um dem vom Ring aus hilflos zusehenden Orton noch die Botschaft mitzugeben, dass er die Schuld an seinem Titelverlust nur bei sich selbst zu suchen hätte.
Kofis große Ausrufezeichen
Orton und Kingston wurden in der Woche darauf gegeneinander in den Ring gestellt, um ihre Differenzen zu klären. Dem beugten Rhodes und DiBiase vor, indem sie Kingston attackierten und das Match zunichte machten. Mark Henry und Montel Vontavious Porter kamen Kingston zu Hilfe - und es folgte ein Six Man Tag Team Match aller Beteiligten, das Kingston mit seinen Freunden für sich entscheiden konnte. Die sechs Genannten waren dann auch Teil eines Survivor Series Elimination Matches, das ganz von dem Duell zwischen Kingston und Orton geprägt war.
Beim letzten RAW vor der Series kam es im ehrwürdigen Madison Square Garden in New York noch einmal zu einer Konfrontation der beiden Protagonisten: Nachdem Orton auf den Gastmoderator Roddy Piper losging, rettete Kingston den WWE Hall of Famer vor dem Punt Kick der Viper und prügelte sich mit seinem Rivalen durch den Zuschauerbereich. Die Keilerei endete mit einem denkwürdigen Höhepunkt, als Kingston von einer Erhöhung im Zuschauerbereich mit dem Boom Drop auf den auf einem Tisch liegenden Orton heruntersprang.
Es sollte nicht der einzige große Moment Kingstons in dieser Woche sein. Bei den Series blieb er am Ende allein gegen Orton und dessen Partner CM Punk übrig. Der Legend Killer überließ es Punk, Kingston zu bearbeiten, der aber rollte den Straight Edge Superstar nach langem Kampf gewinnbringend ein. Und just in dem Moment, in dem Orton dann übernehmen wollte, lief er in den Trouble in Paradise und war Sekunden später ebenfalls besiegt. Ein Ausrufezeichen, wie es größer kaum sein konnte.
Wie du mir…
Als wäre das noch nicht genug, spuckte Kingston bei RAW die nächste Ladung in Ortons Suppe. Orton hatte Gastmoderator Jesse Ventura an dem Abend erfolgreich überredet, ihn in der so genannte Breakthrough Battle Royal zu platzieren - einem Match um eine World-Title-Gelegenheit, in der eigentlich nur Wrestler teilnehmen sollten, die noch nie einen großen Titel gehalten hatten. Orton schaffte es unter die letzten drei, wurde dann aber von Kingston eliminiert - wenngleich der dann selbst von Sheamus über die Seile geworfen wurde.
Die Zeit war nun reif für ein Eins-gegen-eins-Duell zwischen Orton und Kingston beim nächsten RAW. Wieder jedoch hatte Legacy etwas gegen Waffengleichheit. Nacheinander attackierten Rhodes und DiBiase Kingston noch bei seinem Einzug und gingen im Speziellen auf sein Bein los. Gegen den Rat des Ringrichters bestand Kingston darauf, das Match dennoch durchzuziehen. Er fightete beherzt, steckte dann aber doch den RKO und die Niederlage ein.
Dallas-Mavericks-Besitzer Mark Cuban setzte in seiner Funktion als Gastmoderator ein weiteres Match zwischen Orton und Kingston an - und er verbannte Rhodes und DiBiase aus der Arena, um ein ähnliches Szenario, wie in der Woche zuvor zu verhindern. Er machte sich außerdem auch selbst zum Gastringrichter - und nutzte die Gelegenheit, sich bei Orton dafür zu rächen, dass der ihm sechs Jahre zuvor bei einem Gastspiel der WWE in Dallas einen RKO verpasst hatte. Cuban verschaffte Kingston mit einem Fastcount einen leichten Sieg. Cuban sah das als gerechtfertigte Antwort auf die Farce der Vorwoche - und setzte darauf ein drittes Match zwischen Orton und Kingston für den TLC-PPV an. Dort sollten die beiden ihre Differenzen dann ohne jedes Spirenzchen klären.
Showdown geht an Orton
In dem Duell kämpfte Kingston verbissen um den Sieg, der für ihn einen gewaltigen Karriere-Schritt bedeutet hätte. Kingston hatte am Ende den Trouble In Paradise schon durchgebracht, Orton konnte sich nur retten, indem er das Seil erreichte. Danach blockte Kingston sowohl den Punt als auch den RKO ab und wollte wieder seinen Finisher zeigen. Diesmal jedoch wich Orton aus und zog den RKO im zweiten Anlauf erfolgreich durch.
Orton hatte den Showdown damit für sich entschieden, Kingstons Probleme mit Legacy gingen aber noch eine Weile weiter und schwappten auch ins neue Jahr über. Dort gab es noch einmal ein Duell zwischen Kingston und Orton, das letzterer wiederum mit dem RKO für sich entschied. Trotzdem bekam Kingston eine Woche später noch einmal eine große Chance, Orton als Sprungbrett für einen großen Karriereschritt zu nutzen. Ein Number-One-Contenders-Match um den WWE Heavyweigth Title gegen Kingston und Cena entschied jedoch der Legend Killer jedoch mit Hilfe von Legacy für sich. Immerhin konnte sich Kingston gemeinsam mit Cena in der kommenden Woche etwas Genugtuung verschaffen, in dem die beiden Legacy in einem Tag Team Match besiegten.