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30 Sekunden brauchte der Ultimate Warrior beim SummerSlam 1988, um die Rekordregentschaft des Honky Tonk Man zu beenden. Das war eine mächtige Duftmarke des neuen Intercontinental Champion, der so dominant war, das man sich schnell fragen musste, wer für diesen Titelträger noch ein ernsthafter Herausforderer sein könnte.
Zu Beginn des darauf folgenden Jahres sollte dieser auf die Bühne treten, als Rick Rude begann, Ansprüche auf den Gürtel anzumelden. Der Schützling von Bobby Heenan hatte sich einen Namen gemacht, indem er binnen kurzer Zeit zu einem der meistgehassten Männer der Liga aufgestiegen war. Sein arrogantes Auftreten, seine rücksichtslose Art und seine playboymäßige Angewohnheit, vor jedem Match eine Frau aus dem Publikum mit einem Kuss zu verzücken machten ihn zu einem regelrechten Magneten für den Hass der Fans.
Einen Vorgeschmack auf ein potenzielles Match zwischen Rude und dem Warrior gab es beim Royal Rumble 1989, als die beiden in einem Posedown aufeinander trafen und den Fans ihre gestählten Körper präsentierten, die dann entscheiden konnten, wer das besser machte. Die Zuschauer votierten nach Sympathie für den Warrior, was Rude schwer erzürnte. Er ging mit seinem Trainingsgerät auf den Warrior los und musste schließlich von unzähligen Offiziellen von seinem Opfer abgehalten werden. Als der Warrior wiederum begann, sich nach der Attacke zu besinnen, ging er sogar auf die Offiziellen los, um Rude ungestört in den Backstage-Bereich verfolgen zu können.
Der Warrior wird erstmals gepinnt
Nach diesen Szenen wurde ein WrestleMania-Match der beiden um den Titel festgesetzt. Und Rude schockte die Welt, als er es beim größten Event des Jahres tatsächlich schaffte, den scheinbar unbesiegbaren Warrior zu bezwingen und ihm seine erste Pinfall-Niederlage zuzufügen. Er brauchte dazu aber die Hilfe von Heenan, der den Warrior bei einem Suplex-Versuch gegen Rude ins Stolpern brachte. Rude fiel auf ihn und Heenan mit aller Gewalt an den Beinen des Warriors fest, so dass dessen Schultern bis drei auf der Matte blieben.
Erbost forderte der Warrior umgehend ein Rückmatch gegen Rude und verlieh seinem Wunsch auch mit diversen Attacken auf seinen Erzrivalen deutlich. Denkwürdig war vor allem eine Konfrontation bei der Superstars-Show, als Rude in typischer Manier wieder einen Kuss an eine Zuschauerin vergeben wollte. Er führte die Dame in den Ring, schloss die Augen in freudiger Erwartung – doch anstelle von wohlgeformten weiblichen Lippen empfing ihn die Faust des Warriors.
Das viel erwartete Rückmatch um den Titel gab es dann beim SummerSlam, bei dem Rude viel von der Aggression des Warriors zu spüren bekam. Trotzdem konnte er sich im Laufe des Matches Vorteile verschaffen, die er leichtfertig verspielte, als er sich vom außerhalb des Rings stehenden Roddy Piper ablenken ließ. Der Warrior fand so ins Match zurück und konnte Rude schließlich mit der Gorilla-Press-Splash-Kombo abfertigen.
Wiederaufnahme nach World-Title-Gewinn
Das war das vorläufige Ende dieser Fehde, die aber im Jahr darauf neu aufgegriffen wurde, nachdem der Warrior bei WrestleMania VI Hulk Hogan den WWF World Title abnahm. Als Einziger, der den Warrior bis dato gepinnt hatte, hatte Rude ein gutes Argument, um ein Titelmatch einzufordern. Er bekam es bei einer Ausgabe des Saturday Night's Main Event auch gewährt und bereitete sich intensiv darauf vor. Immer wieder meldete er sich aus den Fitnessstudios Amerikas zu Wort, um den Stand seiner Vorbereitungen zu demonstrieren und setzte sogar seine „Awakaning Kisses“ so lange aus, bis er den Titel gewinnen würde.
Beim Main Event sollte der Warrior trotzdem dominieren, er konnte Rude nur deshalb nicht pinnen, weil Heenan vorher eingriff und die Disqualifikation verursachte – wofür er sich eine Tracht Prügel des Warriors abholen musste. Schließlich sollte es ein Rückmatch zwischen Rude und dem Warrior beim SummerSlam geben, das in einem Steel Cage Match endgültige Klarheit bringen sollte. Dem Warrior gelang es hier, den Käfig als Erster zu verlassen und die Dauerfehde damit ein für allemal zu beschließen.