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WWE: Was steckt hinter MVP's endloser Pleitenserie?

(11.12.2008) Rumors, written by The Mountie

Published on:
11.12.2008, 20:17 

Mittlerweile fast vier Monate dauert sie an, die Niederlagenserie von Montel Vontavious Porter, die im Zuge seiner Fehde mit Jeff Hardy begonnen hat und seitdem nicht abreißt. Viel ist über die Gründe spekuliert worden, vor allem deshalb weil kein Grund dafür auf der Hand liegt, warum die Liga eine quasi unbestrittene Zukunftshoffnung so konsequent als Verlierer darstellt.

Der Auslöser war anscheinend der kleine Eklat bei einem Drogentest, als MVP einen Tester anblaffte, ob er Medizin studiert hat, um anderen Männern auf ihre Dödel zu schauen, aber als alleinige Erklärung für Porters Pleitenserie wirkt der Vorfall letztlich zu unverhältnismäßig. Hat MVP also eine andere, nicht durchgesickerte Backstage-Sünde begangen? Oder lebt SmackDown-Headwriter Michael Hayes plötzlich seinen mutmaßlichen Rassismus an ihm aus? Die Theorien sind vielfältig, eben weil kein wirklicher Erklärungsansatz aus den üblichen Nachrichtenquellen auftauchte.

Nun hat der Wrestling Observer zumindest die offizielle Begründung für die Niederlagenserie in Erfahrung gebracht: Demnach soll Porter von den WWE-Oberen gesagt bekommen haben, dass der Negativ-Streak eine Art Charaktertest für ihn ist. Die WWE wolle prüfen, ob er auch unter solchen Umständen zur WWE stehe oder ob er wie seinerzeit Brock Lesnar oder Bobby Lashley die Biege machen würde.

MVP hat das dem Vernehmen nach so hingenommen, ob die Begründung wirklich so stimmt, ist aber eine andere Frage. Zumindest mutet der Vergleich zu Lesnar und Lashley merkwürdig an. MVP ist schließlich anders als die beiden kein „Fachfremder“, bei dem Wrestling eine von mehreren Karriere-Optionen war, sondern ein erwiesener Wrestler aus Leidenschaft, der sich aus den Independents nach oben gearbeitet hat - jemand, bei dem es recht unwahrscheinlich wirkt, dass er die Liga morgen verlassen könnte, um Footballer oder MMA-Fighter zu werden. Auch stellt sich dann natürlich die Frage, warum gerade MVP der erste und bislang einzige ist, an dem die WWE einen solchen Charaktertest durchführt.

Andererseits ist auch nicht auszuschließen, dass die WWE die Serie tatsächlich nicht als Bestrafung meint. Es gibt im Wrestling durchaus Beispiele für Niederlagenserien, die Mittel zum Zweck für eine Entwicklung des Gimmicks waren - wie etwa die von Jimmy Rave bei Ring Of Honor, die darin endete, dass Rave sich eine aggressivere Gangart zulegte und einen neuen Push bekam. Oder die Niederlagenserie von BJ Whitmer in derselben Liga, die zu seinem Heelturn und seinem Anschluss an die Hangmen Three Gruppierung führte. Ob die WWE tatsächlich eine ähnliche Art von Plan mit MVP verfolgt, muss sich logischerweise erst zeigen. In der Liga waren derartige Streaks meist eher Vorboten einer Entlassung als einer charakterlichen Neuausrichtung. Im Vergleich zu solchen Fällen ist aber der klare Unterschied erkennbar, dass die WWE den Streak offensiv thematisiert und ihn nicht unauffällig vor sich hinschippern lässt. Und: Einen CM Punk wähnten nach einer Reihe von Niederlagen - wenn auch nicht in dem Ausmaß - viele auf dem Weg in die Demontage, ehe er plötzlich zur Überraschung quasi aller World Champion war. Auszuschließen ist also auch im Fall MVP nichts, sicher ist nur eins: Die Spekulationen werden weitergehen.

Quelle: Rajah.com

Siehe auch: Personalie: MVP (Mai 2007)