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Inside The Cage Classics #136: Spring Stampede 1998 – Titelwechsel und Chaos

Kolumne

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Published on:
03.05.2016, 20:15 
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #136: Spring Stampede 1998 – Titelwechsel und Chaos

Im Frühjahr 1998 kriselte es hinter den Kulissen von World Championship Wrestling. Monday Nitro verlor zum ersten Mal seit vielen Monaten das Duell mit Monday Night RAW, Eric Bischoff leistete sich mit der Entlassung von Syxx einen großen taktischen Fehler und zwischen Hollywood Hogan und Kevin Nash entbrannte ein Streit, wer das Sagen hat. Gelang unter diesen Vorzeichen ein guter PPV? Aquifel und der WCWler haben sich die Show für euch angesehen.



Savage bekommt seine Chance

Aquifel: Wir wissen ja, dass es Spannungen in der nWo gab, aber im Endeffekt war Sting für Savage dann doch das Hauptziel. Seinen großen Titelkampf sollte er hier bekommen, wobei "groß" Definitionssache ist. Ein Main Event mit diesen beiden Namen sollte mehr bieten als 10 Minuten mit viel Interference, WCW-typischem Booking Quark und eher entäuschendem Wrestling. An sich verdient ein solches Match wesentlich mehr Text, aber ich weiss nicht, was ich hier schreiben soll, was ich nicht schon hunderte Male geschrieben habe. Die Story um die nWo hat mich damals nicht begeistert, tut es heute umso weniger. So gern ich Savage und Sting mochte und mag, in so einem Match musste man einfach mehr erwarten, selbst abseits all des Overbookings. Wieder einmal ein Beweis dafür, dass die WCW im Main Event pures Name Dropping betrieb, anstatt echte Qualität zu liefern.

WCWler: Savage hatte sich seit dem letzten Monat auf den Stinger konzentriert. Und im Vorfeld der Show wollte dieser ein Match ohne Disqualifikation und bekam dieses auch bewilligt. Gegen Savage, der damals als durchgeknallter Typ das Gimmick als "gefährlichster Mann im Wrestling" darstellte, vielleicht nicht die beste Idee. Hier lieferte es aber die Möglichkeit in der sehr schönen Westernkulisse zu brawlen und hier unter anderem Heu als Waffe einzusetzen. Ich mag solche schwachsinnigen Brawls ja sehr. Natürlich gab es hier auch wieder einen Ref Bumb, wo Charles Robinson zu Boden ging. Doch der Piledriver danach fügte Sting keinen Schaden zu. Genauso wenig ein Stuhlschlag von Elizabeth. Diese sollte kurz drauf von Savage geopfert werden und musste einen Stinger Splash hinnehmen. Der nächste Stuhlschlag ließ Sting dann aber zu Boden sinken, allerdings wurde er von Hogan gerettet, der verhinderte, dass Savage ihm den Elbow Drop auf einen Stuhl verpasste. Sting kam wieder zu sich, zeigte seinen Scorpion Death Drop, doch er ausgeschaltete Ringrichter konnte nicht zählen Und um das nWo Chaos nun komplett zu machen, kam Kevin Nash zum Ring, attackierte Sting, legte Savage auf den Champion, weckte den Ref und Savage gewann den Titel. Nicht zur Freude des Hulkstars. Kein gutes Match, sondern der Titel und Sting dienten hier nur der nWo-Storyline...


Wildes Titelgeschehen

Aquifel: Das erste Titelmatch des Abends lieferten sich Chris Benoit und Booker T um den TV Title. Wie immer, wenn es um Benoit ging, war das Match ordentlich, was gerade auch dem frischen "Singles"-Talent Booker zu Gute kam. Nur der Ref Bump... naja, hasse sowas halt.
Leider etwas kurz, aber sonst ganz ordentlich geraten, war das Cruiserweight Title Match zwischen Prince Iaukea und Chris Jericho. Iaukea zeigt einiges an High Flying und Technik, Jericho ist klassisch der cocky Heel... wusste zu gefallen.
Richtig gut gefiel mir das US Title Match zwischen Raven und DDP. Nicht so klasse wie im Vormonat, auch mit etwas zu wenig Zeit, aber immer noch ein knackiger, unterhaltsamer Brawl mit so einigen Hardcore-Einlagen, zwischen zwei Leuten, die mir immer schon gefallen haben, insbesondere damals in der WCW, einfach weil sie hervorstachen aus dem nWo-Einerlei.

WCWler: Booker T und Chris Benoit hatten sich zuletzt einige Unentschieden wegen dem Zeitlimit geliefert. Was lag da näher, als ein Match ohne zeitliche Begrenzung beim PPV? Das Match hier war solide, hatte aber wie Aquifel schon schrieb einen sehr unnötigen Ref Bumb, als Benoit Mickey Jay in den Axe Kick zog. Am Ende gewann T mit dem Harlem Sidekick.
Chris Jericho war im späten Frühjahr des Jahres 1998 in der Form seines Lebens, was seine WCW-Karriere anging. Nachdem er im Vormonat Dean Malenko nach Hause schickte, widmete er ihm seine Kämpfe und lieferte bei einer Ausgabe von Monday Nitro seine legendäre "1004 Moves" Promo ab. Dazu bekam dieses Match noch etwas mehr Brisanz, weil Iaukea bei den Malenkos das Wrestling lernte. Hier zeigten beide dann auch ein schönes Match mit vielen sehenswerten Aktionen und einem triumphierenden Champion.
Der US Title war zu dieser Zeit ein sehr großer Titel, der gute Fehden versprach. DDP hatte ja schon länger mit dem Flock zu tun und hier kam es also zum Einzelmatch gegen Raven. Wie immer fand dieser Kampf unter Raven's Rules statt, was also nichts anderes als ein No DQ Match ist. Allein die Positionierung zwischen einem Bat Match und einem "richtigen" No DQ Match störte mich hier etwas. Aber das Match bzw. eher der Brawl war richtig stark. Beide ging zeitweise in die Kulisse, wo DDP von einer Kutsche sprang und dabei auch mal wieder den Ringrichter erwischte. Es wurde Wagenräder, Tische, Mülltonnen und sogar die Onlinekulisse, oder wie Tony Schiavone sagte das Internet, als Waffe eingesetzt, doch das Ende fand dann doch im Ring statt. So musste Page nach Eingriffen des Flocks einen DDT auf eine Spüle hinnehmen und Raven gewann klar den US Title. Allerdings war dieses Match in Gewisserweise nur ein Qualifikationsmatch, denn der nächste Gegner für Raven stand zu diesem Zeitpunkt schon fest. Und angeblich wechselte der Titel hier nur, weil Page am Montag bei Nitro sich nicht hinlegen wollte. Auf jeden Fall gewann Raven hier seinen ersten WCW Titel als Anführer des Flocks.

Der Rest

Aquifel: Im Opener bekam es Saturn mit Goldberg zu tun. Nun ja, der ehemalige Footballer brauchte halt noch weitere Opfer und ab und an mal eines, das einen etwas klangvolleren Namen. Irgendeiner der anderen Nasen vom Raven's Flock, die mal wieder am Ring saßen, hätten mit Goldberg nichts Nennenswertes zu Stande bringen können, der toughe Kumpel von Raven... nun, bei dem bestand die Chance. Und siehe da, abgesehen von einem etwas verunglückten Sprung seitens Saturns war das sogar ein recht nettes Match. Billy Kidman mischte sich natürlich etwas ein, ebenso der Rest vom Flock, um Goldberg in die Bredoullie zu bringen, aber am Ende blieb der Hühne selbstredend unbesiegt, Rings of Saturn hin oder her.
Mehr als nur ganz nett war das Match zwischen Ultimo Dragon und Chavo Guerrero Jr.. Ein wirklich schönes, schnelles Match mit viel Technik und Kommentatoren, die immer wieder gewisse Spannungen zwischen Chavo und Eddie Guerrero erwähnen und die Geschichte der Beiden gut aufarbeiten. Nebenbei ein schönes Testament dafür, wie Chavo in der WWE verheizt wurde.
Ein Duell der "Oldies but Goldies" fand zwischen dem British Bulldog und Curt Hennig, begleitet von Jim Neidhart respektive Rick Rude, die alle ziemlich involviert waren. Vincent griff natürlich auch noch ein... Grausig und 5 Jahre zu spät.
Ebenso kurz, genauso wenig knackig war das Tag Match zwischen Lex Luger & Rick Steiner gegen die nWo, vertreten durch Buff Bagwell & Scott Steiner. Natürlich machte das Match in der Ansetzung Sinn, aber wirklich gebraucht hätte es das nicht, da sich in den gut 5 Minuten nicht viel entfalten kann.
La Parka gegen Psychosis machte da wesentlich mehr aus der viel zu kurzen Zeit. Logischerweise so kein Klassiker, aber die Zeit wurde gut genutzt und das Match wusste durchaus zu gefallen.
Ein Baseball Bat on a Pole Match folgte als nächstes... die Stipulation sagt alles und zu allem Überfluß standen sich Hollywood Hogan, Kevin Nash, Roddy Piper und The Giant gegenüber. Was so schon kein Kracher gewesen wäre, wurde so richtig quarkig.


WCWler: Goldberg hatte es in den letzten Shows mehrmals mit Mitgliedern des Flocks zu tun gehabt. Nachdem er sich durch die Mitläufer squashte, erwartete ihn hier mit Saturn ein bedeutenderer Name. Das Match hier war eines der längsten Matches von Goldberg zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere und wahrscheinlich auch eines der Besten. So gab es einige Wrestlingmoves von Goldberg, die man so wohl nicht erwartet hätte. Dazu musste er auch einiges einstecken, wie z.B. eine Headscissor. Nach einigen Eingriffen hatte Saturn seinen Gegner in den Ringen und Goldberg konterte den Aufgabegriff eindrucksvoll und zeigte daraus den Jackhammer. Sieht man auch nicht alle Tage. Gutes Match und Goldberg bekommt als Sieger ein US Title Match bei Nitro. Das Match zwischen dem Drachen und Chavo wäre besser gewesen, wenn Eddie nicht am Ring gewesen wäre. Denn der lenkte Chavo mehrmals ab und warf ihm dann vor, nach den Regeln zu agieren. Der Kampf war allerdings nicht schlecht und hatte einen verdienten Sieger nachdem der Dragon einen Tornado DDT in einen Dragon Sleeper konterte. So konnte sich Chavo also nicht von seinem Onkel befreien.
Die Matches zwischen der nWo und der WCW passten beide in die jeweilige Story. Aber die Matches waren nicht toll. Klar, Hennig gegen den Bulldog war um Klassen besser als das Tag Team Match, aber es war nicht wirklich interessant geführt. Einerseits gewann Hennig nach Eingriffen von Rude und Vincent und andererseits holte Lex Luger den Sieg, nachdem die Steiners sich nach hinten verzogen. Beide Matches hätte man so auch bei Nitro bringen können.
Die Zeit hätte La Parka und Psychosis zum Beispiel besser gebrauchen können. Beide flogen immer wieder durch das Match und Parka hob seinen Gegner mehrmals wieder beim Pin hoch. Das sollte sich am Ende rächen, da der Chairman der WCW das Match verlor.
Das Baseball Bat on the Pole Match, übrigens ganz ohne Einfluss von Vince Russo erfunden, war ein schlechtes Match. Hier ging es mehr um die Streitigkeiten zwischen Hogan und Nash, als ihren WCW Gegnern und am Ende gewann Hogan, schlug Nash nieder und geklärt ist in der nWo immer noch nichts.

Fazit

Aquifel: Joa, typisch WCW. In der Under- und Midcard einiges, das wirklich zu gefallen wusste, gerade in Bezug auf die Nicht World Title Matches. Dazu aber auch zu viel nWo-/Altstars Gedöns, das einfach keine Freude bereiten konnte. Dazu viel Booking, das einfach nichts meins ist... knappe 6 Punkte, einfach da TV, Cruiserweight und US Title, sowie die Cruiserweight Matches zu überzeugen wussten.

WCWler: Viel Licht und etwas Schatten, gemischt mit großen Egos und zu vielen Gimmickmatches. Das war Spring Stampede 98. Die Card liest sich vor dem PPV nicht gut, aber die Wrestler machten viel mehr raus, als man es erwarten konnte. Ich gebe 7 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung