Fehdendaten
Bei Ring Of Honors All-Star Extravaganza 2007 begrüßte die Liga zum wiederholten Mal einen der Größten aller Zeiten als Stargast: die Living Legend Bruno Sammartino. Der langjährige WWWF Champion hielt eine kleine Ansprache in Richtung der Fans, die dann aber von Störenfrieden unterbrochen worden: Larry Sweeney und seiner Sweet'n'Sour Inc. Sweeney meinte zu Sammartino, dass er sich nichts einbilden brauche, bloß weil er das Glück hatte 50 Jahre früher als sein Kronjuwel Chris Hero geboren zu sein und daher jetzt als Legende zu gelten. Sweeney und Hero suchten die Konfrontation mit der Sammartino, forderten ihn zu einem Armdrücken heraus - und drohten mit einer Attacke, als der sich verweigerte.
Das mochte dann Nigel McGuinness nicht mitansehen, der einschritt, die Süßsauren mit seinen patentierten Lariats niederstreckte und die Fans dann noch einmal aufforderte, Sammartino die Ehrerbietung zu erweisen, die er verdient hat. Sweeney tobte vor Wut über McGuinness und heuerte noch am selben Abend den Söldner Brent Albright an, um dem Briten eine Lektion im Ring zu erteilen. Und Hero verhalf dem Shooter mit einer Ablenkung auch zum Sieg über McGuinness.
Am nächsten Abend, bei Supercard of Honor kam es zum direkten Duell zwischen McGuinness und Hero, der an diesem Abend besonderen Beistand haben sollte. Sweeney kam vor dem Match zum Ring und erklärte den Fans, dass Sweet’n’Sour nur mit erlesenen A-List-Stars abhängen würde - so wie Scott Baio oder Corey Feldman (deutsche Pendants dazu in etwa: Carsten Spengemann und Jürgen Milski). Oder eben seinem Spezialgast heute: Survivor-Bösewicht und einstige TNA-Staffage Jonny Fairplay - von den ROH-Fans mit "You're not famous"-Chants begrüßt.
Fairplay mischte sich in dieses Match mehr ein, als es seiner Gesundheit gut tat und bekam dafür dann auch von McGuinness eine Lariat ab, die später von VH-1 landesweit übertragen wurde. Hero versuchte Nigels abgelenkte Aufmerksamkeit mit einem Boot auszunutzen, aber McGuinness kam mit der Jawbreaker Lariat aus den Seilen zurückgefedert, die den Sieg für ihn bedeutete.
Ein Sieg auf Nigels Territorium
Trotz des klaren Erfolges hatte sich McGuinness in Hero nun einen Störfaktor auf seinem Weg zu dem ersehnten ROH World Title eingehandelt. In unregelmäßigen Abständen kam es immer wieder zu Matches der beiden: Bei This Means War II besiegten McGuinness und sein Landsmann Doug Williams Hero und den World Champion Takeshi Morishima in einem Tag Team Match. Bei A Fight At The Roxbury gab es ein Four Corners Match mit Beteiligung beider, das aber letztlich an Heros zweiten Rivalen Claudio Castagnoli ging. Bei der Pay-Per-View-Aufzeichnung zu Driven schließlich besiegte McGuinness Hero in einem nicht ausgestrahlten Grudge Match.
Heros Ehre war gekränkt und er suchte sie wiederherzustellen, indem er sich auf McGuinness' ureigenes Territorium begab. Er forderte den einstigen Pure Champion bei Death Before Dishonor V zu einem Match unter den Pure-Wrestling-Regeln. Die wichtigste davon zum Verständnis: In dem Match kann sich jeder Teilnehmer nur dreimal ins Seil flüchten, um einen Aufgabegriff oder einen Pinfall abzuwenden (Rope Break). Hero forderte gleich zu Beginn, Nigel alle drei Rope Breaks abzuerkennen, in Berufung auf seine Sonderregel, dass Briten keine zustehen - und er probierte es noch mal mit der Behauptung, dass Nigel alle drei Rope Breaks verbraucht hätte, als in der Halle zwischenzeitlich das Licht ausging.
Auf diese plumpe Tour hatte Hero keinen Erfolg, aber durch clevere Mogeleien schaffte es Hero im Laufe des Matches alle Rope Breaks zu kosten - einmal legte Heros Trainer Tank Toland, einmal Sweeney McGuinness Bein aufs Seil, dazwischen provozierte Hero McGuinness zu zwei unerlaubten Faustschlägen, die ihn ein weiteres Rope Break kosteten. Somit war McGuinness am Ende ohne Auswegmöglichkeit, als er in Heros Cravat Lock geriet und musste aufgeben.
Ein Sieg des Willens trotz gerissenem Bizeps
In der zweiten DBD-Nacht setzte es für McGuinness eine weitere Niederlage, als er sich mit Castagnoli gegen Hero und Jigsaw zusammentat - und sein Partner von Hero mit seiner Race-To-The-Top-Trophy niedergeschlagen wurde. Weil Hero hinterher auch noch versuchte, Castagnoli mit der Trophy am Auge zu verletzen, intensivierte sich die Feindschaft mit seinem Schweizer Ex-Partner und die Fehde mit McGuinness ruhte erstmal ein wenig - wobei Nigel bei Motor City Madness Hero, Castagnoli und Naomichi Marufuji noch in einem Four Way niederringen konnte.
Als McGuinness dann aber bei Undeniable den ROH World Title von Morishima errang, war Hero wieder hochinteressiert an der Konfrontation mit dem Briten - noch mehr, als sich McGuinness kurz darauf den Bizepsmuskel riss und damit wie eine sichere Beute für Hero wirkte. Bei Glory By Honor VI pochte Sweeney trotz der OP-bedürftigen Verletzung McGuinness' auf Heros vorher zugesichertes Titelmatch - und brachte McGuinness mit Provokationen, dass er ein Feigling wäre tatsächlich dazu, den Gürtel gegen jede Vernunft aufs Spiel zu setzen.
Trotz beständiger Eingriffe von Sweeney und Dauerbearbeitung des verletzten Arms hatte McGuinness genug Willen beisammen, um Hero mit einer Lariat zu überraschen und mit einem Stepover Armbar zur Aufgabe zu zwingen. Ein fassungsloser Hero konnte auch mit der Behauptung, er wäre mit einem Fremdobjekt geschlagen worden nichts an der Pleite ändern, während Sweeney drohte, alle Ring-Of-Honor-Angestellten wegen einer Verschwörung gegen seinen Schützling zu verklagen.
Dempsey versaut die letzte Chance
Nigel trat auch weiterhin trotz Verletzung an, um seinen hart erarbeiteten World Title nicht zu verlieren - ein Schritt der kontrovers war und bei Teilen des Publikums Negativreaktionen gegen Nigel verstärkte. Bei Reckless Abandon rang Nigel Silas Young nieder, um dann wieder von Sweet’n’Sour behelligt zu werden. Sweeney forderte für die bald darauf stattfindende Rückkehr nach Dayton ein weiteres Titelmatch für seinen Schützling. McGuinness hatte keine Probleme damit, wollte es aber lieber an Ort und Stelle ausfechten.
Das wiederum wollte Sweeney ohne Bezahlung nicht und setzte dann seine Schergen Toland und Bobby Dempsey auf Nigel an. Nachdem die McGuinness unter Kontrolle bekamen, gesellte sich auch Hero hinzu und erklärte, dass er der Verschwörung gegen ihn trotzen und den World Title holen würde - und wenn er dafür McGuinness’ Arm noch einmal brechen müsste. Das verhinderte dann aber Castagnoli zu Nigels Glück. Für Breakout wurde dann ein Steel Cage Match zwischen McGuinness und Hero festgesetzt. McGuinness versprach, die Fehde mit diesem Match zu beschließen, während Sweeney in Heros Namen erklärte, dass er mit einem Titelgewinn seine Bestimmung erfüllen würde.
Gleich vom Start weg probierte Hero den schnellen Ausweg durch die Tür, was McGuinness aber verhinderte. Als Sweeney dann nach einer Weile einen Fluchtversuch Nigels vereitelte, indem er ihm die Tür ins Gesicht schlug, wurde Sweet'n'Sour dafür vom Ring verbannt - wobei es Dempsey gelang, sich zurückzuschleichen. Wer Dempseys Erfolgsquote bei Eingriffen kennt, konnte aber schon ahnen, dass das nicht zwangsläufig eine gute Nachricht für Hero war. Und tatsächlich. Dempsey schaffte es, mit der Tür, die er Nigel ins Gesicht schlagen wollte, seinen eigenen Stablekollegen zu treffen. Und ehe der benommene Hero dann durch die Tür klettern konnte, war McGuinness schon über den Käfigrand auf der anderen Seite und hatte seinen Titel damit behalten.