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Sunnyboy auf der dunklen Seite: Undertaker vs. Michaels

Fehde

Fehdendaten
Titel:
Sunnyboy auf der dunklen Seite: Undertaker vs. Michaels
Zeitraum:
August 1997 - Januar 1998
Den Großteil der neunziger Jahre über war der Undertaker einer der populärsten Wrestler der World Wrestling Federation - dennoch dauerte es bis 1997, bis er sich das erste Mal seit seiner kurzen Regentschaft als Hogan-Herausforderer 1991 wieder den World Title umschnallen konnte. Im Main Event von WrestleMania 13 entthronte der Deadman Sycho Sid - und verteidigte den Gürtel bis zum SummerSlam, wo er ihn schließlich unter kontroversen Umständen verlieren sollte.

Der Taker verteidigte seinen Titel dort gegen Bret Hart, einen Gegner, bei dem die Ligaoberen schon vorab Ungemach befürchteten. Da zu erwarten war, dass Brets Verbündete von der Hart Foundation das Match stören würden, ernannte die WWF einen besonders wehrhaften Gastringrichter: Bret Harts Erzfeind Shawn Michaels - gerade zurückgekehrt von seiner berühmten Verlorenem-Lächeln-Pause. Damit der aber den Hitman nicht benachteiligen würde, wurde festgelegt, dass Michaels nie wieder in den USA antreten dürfte, sollte er nicht neutral bleiben - so wie es Bret versprach, sollte er den Titel nicht gewinnen.

Michaels tat, was man von ihm erwartete und verhinderte Eingriffe von Brets Familie, wurde dann aber nach einem Zusammenprall mit dem Hitman eine Weile außer Gefecht gesetzt. Bret nutzte das zu einem Stuhlschlag gegen Taker aus, der aber nicht zum Sieg reichte. Michaels sah den Stuhlschlag wie erwähnt nicht, bemerkte aber den Stuhl im Ring, zog seine Schlüsse und stellte Bret zur Rede. Ein wütender Bret provozierte dann Michaels, indem er ihm ins Gesicht spuckte und damit dazu trieb, selbst mit dem Stuhl zuzuschlagen. Weil Bret sich duckte, traf Michaels jedoch den Taker. Bret coverte diesen dann und Michaels musste widerwillig durchzählen. Bret war neuer Champion.

Michaels zeigt sein wahres Gesicht - und die DX formiert sich

Michaels musste sich beim kommenden RAW darauf kritische Fragen gefallen lassen - und reagierte darauf extrem gereizt. Er meinte, dass die WWF-Fans zur Hölle fahren könnten, wenn sie meinten, dass er mit Bret Hart unter einer Decke stecken würde - ein erster offener Bruch mit seinem Image als sympathischer Sonnyboy. Michaels kam aber nicht darum herum, sich vor dem Undertaker zu rechtfertigen - im Ring. Für den kommenden Pay Per View Ground Zero wurde ein Match der beiden angesetzt.

Weil sich Michaels zunehmender Feindseligkeit ausgesetzt sah, entschloss er sich einen Personenschützer oder - wie er es nannte - eine „Lebensversicherung“ einzustellen: Es handelte sich dabei um den zurückkehrenden Rick Rude, der Michaels in einem Match zu Hilfe kam und ebenso zu Michaels’ Sieg beitrug wie Mankinds ebenfalls eingreifender Dauerrivale Hunter Hearst Helmsley.

Das führte zu einem Tag Team Match beim RAW in der Woche darauf: Mankind und der Undertaker gegen Michaels und Triple H. Zwei sehr ungleiche Teams - so schien es. Doch während des Matches zeigte Michaels endgültig sein wahres Gesicht. Er kooperierte unverhohlen mit dem verhassten Helmsley und ging am Ende zweimal mit einem Stuhl auf den Taker los - und brachte den Deadman damit zum ersten Mal in seiner WWF-Karriere zum bluten. Mit diesem Match formierten sich Michaels, Helmsley, dessen Begleiterin Chyna und Rude zu einer Gruppierung, die später als D-Generation X zur Legende werden sollte.

Hell In A Cell feiert Premiere

Michaels und seine Kohorten hatten mit dieser Attacke eine Aggressivität geweckt, wie sie noch nie bei ihm an den Tag getreten war. Das Match der beiden bei Ground Zero endete dadurch im heillosen Chaos. Noch vor dem Ringgong schlug der Taker den Ringrichter k.o., zwei weitere folgten, ehe der vierte schließlich beide Kontrahenten disqualifizierte. Eine Reihe von Offiziellen und anderer Wrestler mussten am Ende zwischen die Streithähne gehen - doch der Taker ließ sich davon nicht abhalten, mit einem spektakulären Plancha auf Michaels und rund zehn andere Wrestler zu stürzen, die die Situation beruhigen wollte.

Unter diesen Umständen sah sich die WWF gezwungen, sich ein komplett neues Matchkonzept einfallen zu lassen, um das unvermeidliche Rückmatch nicht genauso enden zu lassen: Das Hell In A Cell war geboren, Badd Blood war der Schauplatz des Matches in dem Monsterkäfig, bei dem es auch darum ging, wer Bret bei den Survivor Series um den Titel herausfordern durfte. Das Match lief aber nicht so, wie es eigentlich gedacht war: Als Michaels merkte, dass er auf verlorenem Posten stand, schlug er einen Kameramann nieder, was dazu führte, dass WWF-Commissioner Sgt. Slaughter die Zelle öffnen musste -was Michaels zur Flucht nutzte.

Der Heartbreak Kid kletterte aufs Zellendach, der Taker folgte ihm und es endete im ersten berühmten Sturz der Hell-in-a-Hell-Geschichte. Michaels krachte aus halber Höhe durch das Kommentatorenpult, worauf der Rest des Matches für den Taker Formsache zu sein schien. Nach dem Tombstone war Michaels am Ende - doch in diesem Moment passierte ein weitere legendärer Moment: Das Debüt von Kane, dem totgeglaubten Bruder des Undertakers. Der von Undertakers Ex-Manager Paul Bearer begleitete Riese riss mit roher Gewalt die Zellentür ein, trat seinem Bruder gegenüber und verpasste ihm selbst den Tombstone. Mit allerletzter Kraft konnte Michaels dann auf den Taker krabbeln und sich den Sieg sichern.

Kane verhilft Michaels erneut zum Sieg

Durch die Implikationen dieses Matches geriet die Taker-Michaels-Fehde in den kommenden Wochen aus dem Fokus: Der Taker beschäftigt sich mit Kane, Michaels mit Bret, dem er bei den Survivor Series dann auch unter wohlbekannten Umständen den Titel abnahm.

Der Taker sollte aber beim Royal Rumble noch einmal eine Chance gegen Michaels bekommen - selbstredend dann um den Titel. Doch auch über diesem Casket Match schwebte der Schatten der Familiengeschichte des Takers. Michaels deutete nämlich kurz vor dem Rumble an, dass Kane das neueste Mitglied der DX sein würde. Der aber ging stattdessen auf Michaels und Konsorten los - und schien sich mit seinem Bruder zu versöhnen.

Doch beim Rumble erwies sich das als Täuschung: Kane fiel seinem Bruder während des Matches in den Rücken und verursachte die Niederlage des Takers. Und nicht nur das: Nachdem der Taker in den Sarg gesteckt wurde, gossen Kane und Bearer Benzin über den Sarg und zündeten ihn noch an - nur um hinterher festzustellen, dass der Taker nicht in dem flammenden Wrack war. Das war dann die endgültige Überleitung der Taker-Michaels- in die Taker-Kane-Fehde.
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Sonstiges:
Basket Case schrieb am 04.02.2018:
[10.0] "Grandiose Fehde, die mit vielen anderen Fehden im Zusammenhang stand und uns solch grandiose Momente wie das erste Hell in a Cell Match und weitere grandiose Matches bot. Am Ende gibt es den fließenden Übergang in die Bruderfehde. Ganz ganz stark und extrem unterhaltsam."
Colt schrieb am 06.09.2016:
[10.0] "Ohne Zweifel die beste Fehde an der Shawn Michaels beteiligt war. Der Aufbau war mit dem missglückten Stuhlschlag beim SummerSlam, dem damit verbundenen Titelverlust des Undertaker und der provokanten Promo einen Tag später extrem gelungen. Die Teilnahme von HHH, Chyna und Rick Rude wurde auch gut gemeistert und hatte viele Überraschungsmomente. Das Comeback von Rude bei Shawns Match gegen Mankind muss ich dabei noch hervorheben, das war ganz großes Kino. Somit war diese Fehde auch der Anfang der berüchtigten D-Generation X. Die Matches kann man nur als grandios bezeichnen. Gerade die ersten beiden Duelle bei GROUND ZERO und BADD BLODD kann man sich immer wieder anschauen, sowas nenne ich Klassiker. Im Rahmen dieser Fehde feierte auch Kane sein Debüt und zwar eins das einen wirklich wie ein Schlag trifft. Nicht zu vergessen das erste UND für mich immer noch beste Hell in a Cell-Match aller Zeiten! Somit bot diese Fehde alles was man will. Super Matches mit denkwürdigen Aktionen, sehr gelungene Debüts bzw. Comebacks, eine gute Story und top Promos! Ich könnte noch ewig weiterschreiben..."
Roode66 schrieb am 01.11.2011:
[9.0] "Wir haben dieser Fehde sowohl das Hell in a Cell Match, das wahrscheinlich beste Sargmatch der WWF, Kane sowie den letzten großen Heel-Michaels zu verdanken. Großes Tennis, sowohl Michaels, als auch der Undertaker und Kane sowieso waren so gut, wie nie zuvor. Leider ging das ganze zwischen HBK vs Austin, HBK vs Bret Hart sowie Kane vs Undertaker ziemlich unter, was für die hohe Qualität der damaligen Fehden spricht."
Smi-48 schrieb am 06.05.2010:
[10.0] "Fulminant - der flüssige Übergang der Fehden und die Intensität, die Klasse, die Dramatik und nicht zuletzt die plausible Brutalität fesselten bei jeder RAW-Sendung, bei jedem Match - ich liebe diesen schmierigen HBK aus jenen Tagen, der fantastisches (fast schon grenzwertiges) Heelwork zu leben schien und besonders in Canada zu Massenaufständen motivieren konnte. Eine Impact-Fehde, die uns wrestlinghistorisch vom MSJ über einen blutenden Taker bis hin zu HIAC Unvergesslichkeit bescherte - ich ziehe meinen Hut !"
Brainbreaker schrieb am 21.07.2009:
[9.0] "Die Übergangsfehde erreichte vollständig ihren Zweck: Michaels wurde wieder ein glaubhafter Champion-Herausforderer, der Taker hatte es danach mit seinem Bruder zutun. Doch was gerade in Erinnerung bleibt, ist die Heat die Michaels geschafft hat hier zu ziehen, als er den Taker beim SS niederschlug und es bei RAW danach rechtfertigte. So gut war er nie zuvor gewesen. Hier wurde der echte Hearbreak Kid geboren."
SweetMetalMusic schrieb am 22.10.2008:
[10.0] "Geile Fehde. HBK war zu der Zeit wahrlich ein Unsympath und ich habe Woche für Woche gehofft, dass der Taker in endlich in die Finger bekommt und ihm die verdiente Tracht Prügel verabreicht. Ganz große Klasse."
LexLuger4ever schrieb am 07.06.2008:
[8.0] "Erreichte leider nie den Standard wie z. B. Taker vs Mankind oder HBK vs Bret Hart. Taker vs HBK war nur eine Übergangsfehde, zunächst um Michaels wieder als glaubhaften Anwärter auf Bret Harts Titel aufzubauen und anschließend, nachdem die Fehde durch HBKs Titelgewinn kurzzeitig unterbrochen war, um ihn wieder als Titelhalter zu etablieren. Auf der anderen Seite führte man gegen den Undertaker seinen Bruder Kane ins Feld und baute mit der Fehde nur Kane vs The Undertaker auf. Daher insgesamt "nur" 8 Punkte, aber die hochverdient aufgrund des vielleicht besten Hell in a Cells aller Zeiten. Auch das Casket Match war sehenswert."
ecw forever schrieb am 06.06.2008:
[8.0] "War eine wirklich gute Fehde, damals noch dass beste was WWE zu bieten hatte."
Undertaker16-0WM schrieb am 06.06.2008:
[10.0] "Coole fehde die Matches waren alle samt gut viel spannuung und tolle momente"
chimp schrieb am 06.06.2008:
[10.0] "Eine super Fehde: Durch und durch gute Story, wie im Text erwähnt viele historische Momente (auch einige tragische, wie die unmittelbare Vorgeschiche zum MSJ und HBKs schwere Rückenverletzung am Sarg) und das meiner Meinung nach beste Wrestling-Match überhaupt (HiaC). Spitzenklasse!"