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Schlange bleibt Schlange: CM Punks spektakulärer Abgang

Fehde

Fehdendaten
Titel:
Schlange bleibt Schlange: CM Punks spektakulärer Abgang
Partei 1:
Zeitraum:
Juni 2005 - August 2005
Im Spätfrühling 2005 unterschrieb der ROH-Star CM Punk einen Development-Vertrag mit der WWE. Dies veranlasste die Liga dazu, ihm bei Death Before Dishonor III einen gebührenden Abschied zu bereiten: Der Publikumsliebling bekam bei seinem letzten Auftritt für die Liga die Chance, endlich das zu erreichen, das ihm trotz all seiner Verdienste für die Liga nie gelungen war: Den ROH World Title zu erringen.

Zu seinem Match gegen den Titelträger Austin Aries wurde Punk von den Fans frenetisch gefeiert. Unter den Farbbändern, die die Anhänger traditionell zu besonderen Anlässen in den Ring werfen, wurde Punk regelrecht begraben – er war den Tränen sichtlich nahe. Punk besiegte Aries tatsächlich mit dem Pepsi Plunge und die Halle explodierte förmlich. Die Fans forderten eine Siegesansprache vom Punker. Die bekamen sie auch – und was für eine.

Ein gefallener Engel stellt sich dem Teufel

Punk erzählte den Fans eine Geschichte, eine Parabel um genau zu sein: Es ging um einen alten Mann, der am Straßenrand eine beinahe zu Tode gefrorene Schlange fand. Er nahm sie mit nach Hause, kümmerte sich um sie, päppelte sie wieder auf – und als die Schlange wieder bei Kräften war, biss sie ihn bei erster Gelegenheit zu Tode. Die Moral der Geschichte: Eine Schlange bleibt eine Schlage. Und er sei eine Schlange. Die größte Leistung des Teufels wäre, die Leute glauben zu lassen, dass es ihn nicht gebe. Und er sei der Teufel. Die Fans hätten ihn bejubelt, aber er würde sie verachten und es sei nie anders gewesen. Nun wäre er der Champion und habe den Beweis, dass er besser als all die Marionetten wäre, mit denen er jahrelang gespielt hätte – und als der gesamte ROH-Locker-Room. Und niemand könne ihn nun aufhalten.

Die Fans brauchten eine Weile, bis sie verstanden was los war: Punk turnte gegen sie – und gegen Ring Of Honor. Aber das war nicht die letzte Überraschung des Abends. Denn kaum hatte Punk seinen letzten Satz vollendet, stand auf einmal nach 16-monatiger ROH-Absenz Christopher Daniels im Ring. Der Fallen Angel hatte mit Punk noch eine Rechnung offen, denn bei seinem letzten Auftritt war Daniels von ihm mit einem Pepsi Plunge durch einen Tisch befördert worden. Daniels forderte Punk zu einem spontanen Match, doch der zog es vor, sich zu verziehen.

Punk entweiht den Gürtel

Die darauf folgende Show Sign Of Dishonor wurde von Punk eröffnet, der seinen Schüler Shane Hagadorn im Schlepptau hatte und erzählte, wie er ROH während der Feinstein-Krise und dem Bruch mit TNA die Treue gehalten hätte und wie die Fans ihn trotzdem ignorierten, obwohl er das Rückgrat der Liga war. Er verhöhnte die Liga dann, indem er seinen WWE-Vertrag aus der Tasche holte und ihn mit dem ROH Titel als Schreibunterlage unterzeichnete. Hierauf hatte James Gibson genug, kam zum Ring und ging auf Hagadorn los, während Punk erneut flüchtete. Er lief dabei aber direkt in Daniels, mit dem er später noch mal aneinander geriet, als er in dessen Match gegen Colt Cabana eingriff. Daniels forderte erneut ein Sofortmatch gegen Punk, aber der drohte damit, seinen ROH Title in die WWE mitzunehmen, sollte er nicht verschwinden.

Punk forderte stattdessen Bryan Danielson, Low Ki und die Briscoes zu einer Titelverteidigung, die aber alle nicht anwesend waren. Schließlich hatte Mick Foley – der bei ROH den Abgesandten der WWE mimte – genug und meinte zu Punk, dass er seinen Titel verteidigen müsse. Punk wählte als Gegner dann Youngster Jay Lethal, als Revanche dafür, dass der ihn ein paar Monate vorher besiegt hatte. Trotz moralischer Unterstützung von Mentor Samoa Joe, der stinksauer war über das was Punk mit dem Titel machte, dem er zuvor so viel Prestige verliehen hatte, verlor Lethal gegen den Champion. Der ging danach auf Foley und Joe los, die aber von James Gibson gerettet wurden. Foley erklärte darauf, dass Punk seinen Titel am Tag darauf bei Escape From New York erneut aufs Spiel setzen müsse.

60 Minuten sind zu wenig

Bei dieser Show meldete sich Punk vom Balkon des Manhattan Centers und forderte Austin Aries’ Generation-Next-Gefährten Roderick Strong als Gegner- allerdings in einem Non Title Match. Dagegen hatte aber Foley etwas, der Punk von hinten überraschte und über den Balkonrand hing um dessen Meinung zu ändern. Er konnte Strong dann mit einem unfairen Rollup mit Hilfe der Seile besiegen und drohte anschließend erneut, mit dem Titel in die WWE zu gehen. Das wurde aber von Joe, Gibson und Foley verhindert, die ihn im Ring einkesselten. Gibson verpasste Punk seinen Tiger Driver und Foley zählte einen symbolischen Pinfall. Gibson forderte ein Titelmatch für die Woche darauf bei Fate Of An Angel.

Noch vor diesem Match konfrontierte Gibson den Punker und wurde von ihm mit einer Kette blutig geschlagen. Und auch im Match agierte er erneut unsauber und besiegte Gibson wie Strong nur mit Hilfe der Seile. Punk meinte darauf – man ahnt es – dass nun endgültig die Zeit wäre, mit dem Gürtel in Richtung Stamford abzuziehen. Daniels war aber wieder da um den Gedanken aus Punk herauszuprügeln. Am Ende schlug er ihn gar mit dem Titel nieder.

Das heiß ersehnte Match zwischen Daniels und Punk stieg dann bei The Homecoming eine Woche später. Anders als die vorherigen Herausforderer überstand Daniels alle miesen Tricks des Punkers und lieferte sich mit ihm ein endlos scheinendes Match, das aber genau dann vom sechzigminütigen Zeitlimit unterbrochen wurde, als der Fallen Angel Punk gerade die potenziell Sieg bringenden Angel’s Wings verpasst hatte.

James Gibson beendet den Spuk

Doch Punk war es immer noch nicht vergönnt, den Titel mit in die WWE nehmen. Er musste sich stattdessen bei Redemption mit den drei Leuten, die er zu seinen größten Feinden gemacht hatte, gleichzeitig auseinander setzen: Daniels, Gibson und Joe. In dem Four Corners Survival traf Punk Gibson mit einem heftigen Stuhlschlag am Kopf, der darauf so heftig blutete, dass er in den Backstagebereich geführt werden musste. Daniels wurde dann ausgeschaltet, als er im Kokina Clutch Joes bewusstlos wurde. Er war vorher zwar mit dem Fuß am Seil, doch Punk stieß diesen herunter. Danach überraschte er Joe mit einem Rollup und hatte auch ihn eliminiert.

Punk schien wie der Sieger, doch Gibson trottete immer noch heftig blutend zum Ring zurück und wollte die Sache zu Ende führen. Nach einer ganzen Reihe dramatischer Nearfalls blockierte Gibson schließlich den Pepsi Plunge und holte sich mit einem Top Rope Tiger Driver den Sieg und den Titel. Ausgerechnet Gibson, der kurz davor ebenfalls wieder bei der WWE anheuerte. Der Redneck Messiah aber wusste den Titelgewinn zu schätzen und erklärte den Moment zur Freude der Fans zum größten seiner Karriere. Punk, den die Fans dann schnell wieder lieb hatten, bekam seinen emotionalen Abschied dann schließlich einen Tag später bei seinem Final Chapter mit einem Match gegen seinen Weggefährten Colt Cabana.
9.63
Aktuelle Gesamtwertung (?)
Gültige Stimmen: 47
Anzahl Kommentare: 14
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Sonstiges:
Jack London schrieb am 22.04.2012:
[10.0] "Der Knall, mit dem sich CM Punk aus dem Independent-Bereich verabschiedete. Viele wirklich klasse Promos von nahezu allen Beteiligten (außer James Gibson), viele gute Matches und am Ende ein wunderschöner Abschied für den Punkster."
Eddie schrieb am 11.11.2011:
[10.0] "CM Punk, der Held der Liga wird endlich Champion, danach wendet er sich gegen die Fans. Wie genial ist das eigentlich? Besser kann man den Heelturn eigentlich nicht vollziehen, dann die Vertragsunterzeichnung auf dem Titel und die Dominanz gegen jeden Gegner. Erst die Übermacht aus drei Gegnern schafft es letztendlich, Punk zu besiegen und in Gibson den perfekten Nachfolger für Punk zu finden. Eine Fehde wie aus dem Lehrbuch wie sie besser nicht hätte sein können. Kommt Punk wieder? Ist er nun mit dem Titel verschwunden? Awesome, 10 Punkte."
CM Punk Mitbwinner schrieb am 12.08.2010:
[9.0] "Einen besseren Abgang gibt es wohl nicht: Titelgewinn, anschließender Heelturn mit einer Menge heat und dann noch großartige Matches. CM Punk zeigt hier, dass er auch ohne reserve-Christus-Gimmick oder Prediger-Gimmick ein hervorragender Heel sein kann."
WerderBremen schrieb am 18.05.2010:
[10.0] "WAOH! Punk als Liebling beim Titelgewinn turnen zu lassen... Phänomenal... ! Die Fehde hatte Hammer-Matches, so etwas hat echten Vorbildcharakter!"
WCWler schrieb am 29.01.2010:
[10.0] "Diese Fehde war klasse. Da war bekannt das Punk zur WWE geht, sein letztes Match hat, bei diesem um den World Title antritt, siegt und anschließend einen fantastischen Turn hinlegt. Kompliment: Das war gut gebookt. Auch die Show danach wo er auf dem wichtigsten Titel der Liga den WWE-Vertrag unterschrieb war gut gemacht. Seine Promos in der Fehde waren auch klasse."
cater schrieb am 31.01.2009:
[10.0] "Gute bis sehr gute Matches, Emotionen und Unsicherheit darüber, was als nächstes passiert: Alles, was eine sehr gute Fehde braucht, hatte diese zu bieten. Besonders das Unterschreiben des WWE-Vertrags auf dem ROH-Gürtel hat Punk wohl zum meistgehassten Mann ROHs gemacht. Aber am Ende hat Punk dann auch den Abschied bekommen, den er verdient hat."
Babus schrieb am 03.06.2008:
[8.0] "Ganz klar eine interessante Storyline voller Überraschungen, wobei grade Joe, Daniels & Foley hier sehr austauschbar wirken. Unter diesem Gesichtspunkt ist fraglich, ob RoH so schlau daran tut hier zwei Worker, namentlich Gibson & Punk, noch einmal groß zu pushen, obwohl bereits klar ist, dass sie die Liga verlassen würden. Im Endeffekt hat außer ihnen (und indirekt vielleicht Cabana) nämlich kaum jemand von dieser Fehde profitiert - aber RoH scheint halt vieles einfach der Überraschung wegen zu tun..."
Rated R Champ schrieb am 20.03.2008:
[10.0] "Meiner Meinung nach einer der Höhepunkte der ROH Geschichte. Klasse Matches, super Promos und eine super gebookte Storyline. Einfach genial."
LexLuger4ever schrieb am 22.02.2008:
[10.0] "Was für eine Fehde! Von den Namen her war Noble der schlechteste Mann und das soll schon was heißen, wo er ja selbst als James Gibson eine Art Ring of Honor Legende ist!"
EvenflowDDT schrieb am 10.02.2008:
[10.0] "der satz mit dem "The greatest Trick the devil ever pulled" hat er von raven xD sonst aber ne geile story"
Sanchez schrieb am 25.09.2007:
[8.0] "Bin kein großer ROH Fan doch laut der zusammenfassung eine gut durch dachte Storyline. Muss aber sagen in der Rolle von Punk und all den anderen hätte jeder andere auchstecken können! Keine Besondere Leistung der Leute was die Storyline angeht, die Matche habe ich nicht gesehen urteil ich daher nicht, meine rein Promo technisches zeug. Nochmal zu den "Anfang" Mit der Geschichte und den Teufel zeug, das stammt nicht von Punk selbst das hat er aus filmen. Der größte Trick des Teufels... " stammt zum Beispiel aus den Film "Die üblichen Verdächtigen"Also würde ich vorsichtig mit Äußerungen wie: "wenn man ihn freie Hand gibt! " Zum mal wir nebenbei auch noch nicht mal wissen ob das PRomo 100% von ihn stammt ;) Es sei es gibts hier ROH Writer was ich doch st"
real american schrieb am 07.08.2007:
[10.0] "Fantastische Fehde in der eine riesengroße Spannung herrschte un die Punk wieder in die Heel Ecke brachte wo er mir besser gefällt. Die Matches hatten eine wie eigentlich immer bei ROH eine hohe Qualität und Punks Promos waren wie immer wenn man ihm relativ freie Had lässt nämlich extraklasse."
Matt Macks schrieb am 27.07.2007:
[10.0] "Eine fantastisch gebookte Fehde, die damals (Mitte 2005) für sehr viel Aufsehen gesorgt hat, weil wirklich niemand gewusst hat, wann CM Punk Ring Of Honor tatsächlich verlässt und man so jede Show mit einem Titelwechsel rechnen konnte. Es war auch Punks Rückkehr als Topheel - einen Platz, den er in der Fehde gegen Ricky Steamboat verloren hatte - und damit an die Spitze der Liga."