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Im öffentlichen Umgang mit anderen Ligen gibt es für große Wrestling-Promotions meist nur drei Möglichkeiten: Die offene Konfrontation, die Suche nach möglichen Kooperationsmöglichkeiten oder man tut als würden sich nicht existieren. Entstammt die betroffene andere Liga wohlmöglich noch einem anderen Land und daher einem anderen Markt, schränkt sich die Wahl umso mehr ein. Die Variante "Konfrontation" erscheint in diesem Fall schließlich nur wenig erfolgsversprechend. Die beiden Hauptakteure des Monday Night Wars der 90er-Jahre verfolgten in dieser Hinsicht einen ganz unterschiedlichen Ansatz. Während internationale Konkurrenz in der WWF nur in Ausnahmefällen überhaupt Erwähnung fand, flog die WCW speziell aus Japan in schöner Regelmäßigkeit Besucher für ihre PPVs ein. Insofern war es interessant, welchen Weg die nach dem Untergang von WCW und ECW 2002 neu auf der Wrestling-Landkarte auftretende Promotion NWA-TNA verfolgen würde.
Die Antwort ergab sich schnell: Ganz im Stile der WCW präsentierte TNA grade in seinen Anfangszeiten gerne internationale Größen wie Jushin Thunder Liger als Gegner für Wrestler. Darüber hinaus beteiligte man sich mit mehreren Wrestlern mehrfach an der jährlichen Wrestle Kingdom Show von New Japan, fuhr eine großangelegte Invasion in der mexikanischen AAA auf und ließ schließlich gar die von Team 3D gewonnenen NJPW Tag Team Titel in den eigenen Shows ausfechten. Hauptschauplatz der weltmännischen Abenteuer von TNA war dennoch meist ein Teil der Liga, deren Stil ohnehin von jeher eine internationale Prägung genoss: Die X-Division.
Nachdem man bereits im Vorjahr zum Super X Cup mit dem Mexikaner Juventud Guerrera, dem Engländer Jonny Storm, dem Kanadier Teddy Hart oder dem Japaner Nosawa Herren aus allen Winkeln der Welt eingeflogen hatte und speziell die mexikanischen Gäste bei TNA nie müde wurden zu betonen, dass in ihrer Heimat der Stil der X-Division schon Jahre zuvor kultiviert worden war, trieb man das internationale Konzept Anfang 2004 auf die Spitze: Mit einem internationalen Wettstreit zwischen den Vertretern der X-Division und Teams von außerhalb – dem World X Cup.
Eine Idee aus Mexiko: America's X Cup
Doch als der Weg zu X-Division Weltmeisterschaft seinen Anfang nahm, sahen das Konzept des internationalen Wrestling Wettstreits noch ein wenig anders als das prominentere Endresultat aus. Streng genommen trug es nicht einmal denselben Namen. Mitte Januar stattete nämlich Antonio Pena, der mittlerweile verstorbene Gründer der mexikanischen AAA, gemeinsam mit seinem Landsmann Armando Quintaro den nordamerikanischen Kollegen in Nashville einen Besuch ab und vereinbarte mit diesen für den 11. Februar einen Wettkampf zwischen je 4 Vertretern beider Ligen: Den America's X Cup.
Auf Seiten NWA-TNA's ließ man nicht lange auf sich warten mit Chris Sabin, Elix Skipper und Sonjay Dutt die eigenen Kandidaten für das Turnier zu präsentieren und stellte diesen gleichzeitig den nach fünfmonatiger Auszeit zurückkehrenden X-Division Veteran Jerry Lynn als Kapitän zur Seite. Doch auch die mexikanischen Teilnehmer Abismo Negro, Hector Garza, Juventud Guerrera und Mr. Aguila bekamen bereits zwei Wochen vor dem großen Liga-Duell bereits Gelegenheit gegen Chad Coyller, Eric Young, Matt Stryker und Shark Boy ihr Können im TNA-Asylum unter Beweis zu stellen – und das mit eindrucksvollem Ergebnis. Mit einer Shooting Star Press von Mr. Aguila entschieden die Gäste ihr erstes "Auswärtsspiel" für sich und nötigen ihren künftigen Gegnern so erste Respektbekundungen ab.
Auch in der eigenen Chefetage erhöhte man den Druck auf das NWA-TNA-Team. Nachdem NWA World Heavyweight Champion Jeff Jarrett sich überraschend mit dem starken Mann bei TNA, Don Callis, verbündet und dabei gleichzeitig den Rücktritt des übrigen NWA-TNA-Managements provoziert hatte, drohte der Chosen One Teamcaptain Jerry Lynn im Falle einer X Cup Niederlage kurzer Hand mit Kündigung.
Souveränes Auswärtsspiel
Diese Erwartungshaltung zeigte Wirkung – bloß nicht die gewünschte. Obwohl NWA-TNA mit Chris Sabin im ersten Kampf gleich den amtierenden X-Division Champion aufbot, musste man sich dem mexikanischen Vertreter Juventud Guerrera geschlagen geben. Auch Sonjay Dutt und Elix Skipper erging es Hector Garza bzw. Abismo Negro nicht anders. Einzig Jerry Lynn, ausgerechnet der Mann für den am meisten auf dem Spiel stand, gelang es in den Turnier-eröffnenden Singles Matches einen Punkt für TNA einzufahren.
Im ersten der nachfolgenden Tag Team Matches, in welchen jeweils zwei Turnierpunkte ausgekämpft wurden, erging es jedoch auch Lynn nicht besser. An der Seite von Sonjay Dutt musste er miterleben wie dieser von Abismo Negro eingerollt wurde, womit der an der Seite von Guerrera antretende Mexikaner für sein Team von 3:1 auf 5:1 erhöhen könnte. Ein Zwischenstand, welcher viele Beobachter, ja sogar die Teamkollegen Sabin und Skipper, offene Zweifel äußern ließ, ob letzterer nicht an der Seite seiner kurzfristig wiedervereinigten Triple X-Teamkollegen Christopher Daniels und Lo-Ki ein besseres Bild abgegeben hätte. Nichtsdestotrotz gelang es dem uneingespielten Duo aus TNA-Sicht auf 3:5 zu verkürzen.
Dennoch stellte sich der Rückstand im abschließenden 8 Man Tag Team Elimination Match, bei welchem jede Elimination weitere zwei Punkte einbringen sollte, als wiederkehrendes Problem dar. Zwar mühten sich Elix Skipper und Chris Sabin ihr Team trotz des frühen Ausscheidens von Sonjay Dutt zwischenzeitlich auf einen 7:7-Ausgleich wieder ins Spiel zu bringen, doch kurz darauf musste auch eben diese Duo die Segel streichen und ließ so ihren Teamkapitän mit der Hypothek eines 4 Punkte-Rückstands zurück. Obwohl Mr. Aguila gleich darauf das gleiche Schicksal traf und das Teilnehmerfeld so auf die beiden Kapitäne Guerrara und Lynn reduziert wurde, hatte letzterer rechnerisch längst keine Möglichkeit mehr den America’s X Cup an diesem Abend für sein Team zu entscheiden. Ihm blieb allenfalls die Möglichkeit die Entscheidung mit bei einem Sieg über den ehemaligen WCW-Star zu einem entscheidenden Kampf der Kapitäne beim nächstwöchigen PPV zu vertagen. Guerrera hingegen hielt weiter alle Karten in der Hand und spielte diesen Trumpf erfolgreich aus. Mit dem Juvi Driver gelang es ihm das Duell der einzigen bisher ungepinnten Turnierteilnehmer für sich zu entscheiden und so America's X Cup erfolgreich über die Grenze zu lotsen.
Aus zwei mach drei: Besuch aus dem hohen Norden
Tatsächlich machte Jarrett nach dem enttäuschenden Turnierergebnis seine Ankündigung wahr und entließ trotz dessen aufopfernder Leistung Jerry Lynn, um stattdessen Elix Skipper zum neuen Anführer des ligaeigenen X-Division Quartetts zu ernennen. Dabei hatte er seine Rechnung jedoch ohne den frisch gekürten neuen NWA Director of Authority Vince Russo gemacht, welcher Lynn bloß eine Woche später wieder einstellte. Gerade rechtzeitig um es erneut mit Juventud Guerrero aufzunehmen – diesmal jedoch bereichert um einen Vertreter der nächsten Nation, die sich am Länderwettstreit versuchen wollte: Den Kanadiern.
Aus dem hohen Norden machte sich Petey Williams, ein bisher unbeschriebenes Blatt welches seinen eigentlich Teamkapitän Teddy Hart vertreten sollte, auf, um es mit den beiden namenhaften High-Flyern aufzunehmen und machte sich dabei überraschend gut. Ausgerechnet mit einem Pinfall über den zwei Wochen zuvor noch alles dominierenden Juventud Guerrera strich der Newcomer den Sieg ein und verschaffte seinem Heimatland so gute Vorzeichen. Denn die Kanadier sollten Anfang März die nächsten werden, die sich am Duell mit dem mexikanischen America's X Cup Champions versuchen sollten.
Dort erwischten die Kanadier auch immerhin den besseren Start, indem der wiedergenesene Kapitän Teddy Hart sein Team mit einem Sieg über Mr. Aguila in Führung brachte. Mit der erfolgreichen Revanche über Petey Williams glich Guerrera jedoch im Nu für die Titelverteidiger aus. Von hier an bot sich den Abend über ein enges Kopf an Kopf-Rennen, bei welchem beide Teams beinahe im Wechseltakt Siege einfuhren und bis in die finalen Minuten des entscheidenden Elimination Matches niemand je mit mehr als 2 Punkten hatte absetzen können. Die Herausforderer aus Kanada, lautstark angepeitscht von ihrem Coach Scott D'Amore, mussten zwar mit Jack Evans als erstes ein Teammitglied eliminiert wissen, dafür gelang es dem jungen Johnny Devine kaum viel später die Schlüsselfigur der Mexikaner, ihren Kapitän Juventud, aus dem Match zu nehmen. Pünktlich zum Finale traf jedoch Teddy Hart dasselbe Schicksal, weswegen es an Hector Garza und Petey Williams lag die Entscheidung beim Stand von 10:10 unter sich auszumachen, wobei sich letzterer schließlich zum zweiten Mal an diesem Abend einem erfahreneren Gegenüber geschlagen geben musste.
Einschneidende Wechsel bei Personal und Konzept
Während die mexikanischen AAA-Wrestler einen Monat später ihre America's X Cup Trophäe mit ihrem bisher deutlichsten Turniersieg auch gegen ein Team aus Großbritannien verteidigten, drängten sowohl Team NWA als auch Team Canada auf eine Revanche. NWA-TNA-Kapitän Lynn kam dabei die Idee zu einem größer angelegten Turnier, bei dem die Teams aus den verschiedenen Nationen auch noch am selben Abend aufeinandertrafen. Auch wenn Coach D’Amore den ehemaligen ECW World Champion dafür zunächst verlachte, war es schließlich eben das worauf man sich einigte: Die Erweiterung des Turniersabends auf vier gleichzeitig antretende Teams – unter dem Namen World X Cup.
Bevor es zu diesem kommen sollte, war jedoch zunächst die Frage der Teilnehmer zu beantworten. Nachdem ihre Ligagenossen sich im Februar nicht unbedingt durch die Bank mit Ruhm bekleckert hatten, erhoben nun gleich mehrere Wrestler Anspruch auf einen Platz im Team NWA. Allen voran der frisch gekürte X-Division Champion Frankie Kazarian, welcher nicht müde wurde zu betonen, dass er innerhalb kürzester Zeit mit Elix Skipper, Jerry Lynn und Sonjay Dutt bereits drei Mitglieder der Team NWA-Urbesetzung besiegt hätte. Nach seiner Niederlage gegen Kazarian verließ Dutt auch bereitwillig das Team, um sich dauerhaft auf seine Auseinandersetzung mit dem X-Division Champion konzentrieren zu können. Trotzdem war es nicht Kazarian, sondern Christopher Daniels, der sich mit einem Sieg über Michael Shane den freigewordenen Platz im Team TNA ergatterte.
Mit dem widervereinigten Tag Team Skipper und Daniels in ihren Reihen gelang es den neu zusammengestellten TNA-Vertretern auch Ende April sogleich in einem 8 Man Tag Team Match einen Achtungserfolg über das bisher in einer anderen Liga spielende Team Mexiko einzufahren. Dabei war es ausgerechnet Daniels, der dabei den Pinfall gegen die Mexikaner, welche ihren bisherigen Team-Kapitän Juventud Guerrero durch Hector Garza ersetzt und den dadurch im Team freigewordenen Platz an Heavy Metal hatten, durchbrachte.
Vertauschte Favoritenrollen
Doch nicht nur bei diesen Teams hatte man sich nach frischem Personal umgesehen. Noch während Team NWA und Team AAA ihre actionreiche Vorschau auf den World X Cup darboten, erschien Coach D'Amore in der Halle und gesellte sich zu den Kommentatoren, wo er verkündete schon in der nächsten Woche sein runderneuertes Team Canada präsentieren zu wollen. Schon während des Kampfes ließ er es sich aber nicht nehmen ein paar vorsorgliche Verbalsalven gegen den Jerry Lynn abzufeuern, die diesen schließlich derart provozierten, dass es nach dem Kampf, allem Siegestaumel zum Trotz, die ganze Mühe seine Teamkollegen erforderte den NWA-Kapitän von einer Attacke auf den kanadischen Headcoach abzuhalten.
Trotzdem ließen Handgreiflichkeiten zwischen den beiden nicht viel länger auf sich warten. Mit seiner generalüberholten Truppe – aus der ursprünglichen Formation überdauerten nur der neue Kapitän Petey Williams und Johnny Devine, während Teddy Hart und Jack Evans durch Bobby Roode und Eric Young ersetzt wurden – gelang Team Canada sogleich ein Upset-Sieg über das widererstarkte Team NWA. Nicht ganz unwesentlich für dieses Ergebnis war jedoch der Schlag mit einem Hockey-Stick, welchen D'Amore Jerry Lynn unmittelbar vor Matchende verpasste, um so Roode den siegbringenden Pin zu verpassen.
Eine Woche und einen weiteren Schlag mit dem Eishockeyschläger Scott D'Amores später mussten sich auch Hector Garza und Abismo Negro dem reformierten Team Canada, vertreten durch Petey Williams und Bobby Roode, geschlagen geben. Letzteres hatte sich damit innerhalb kürzester Zeit für den nur noch 14 Tage entfernten World X Cup zumindest den Geheimfavoritenstatus – wenn nicht sogar mehr - erarbeitet.
Jerry Lynns ewige Tortur mit Coach D'Amore
Jerry Lynn bereite hingegen weniger die beeindruckende Bilanz der vier Kanadier als vielmehr die ständigen Eingriffe ihres Headcoaches Kopfzerbrechen. Deswegen forderte er direkt im Anschluss an der erneuten Erfolg der Nordlichter Scott D'Amore auf sich ihm für fünf Minuten im Ring zu stellen. Überraschenderweise willigte der stimmgewaltige Übungsleiter ein – unter die Bedingungen, dass es Lynn zuvor gelingen würde seinen Schützling Bobby Roode zu besiegen.
Eine Stipulation, welcher der X-Division Veteran aber gerecht werden konnte. Diesmal gelangte der Eishockeyschläger, welchen D'Amore eigentlich seinem Protegé reichen wollte, nämlich in die Hände von Jerry Lynn selbst, welcher diesen sogleich einsetzte und sich anschließend mit dem Cradle Piledriver fünf Minuten mit dem verhassten Trainer verdiente.
Während dieser sollte Jerry Lynn aber eine klassische Speed-Dating Erfahrung machen: Wenn man ein Aufeinandertreffen mit jemandem wirklich herbeisehnt, sind ein paar Minuten meist nicht genug. Noch völlig geschafft von seinem vorherigen Kampf mit Bobby Roode wurde Lynn zunächst von dem zwar weitaus korpulenteren, aber technisch keinesfalls völlig unversierten D'Amore dominiert. Erst sich die Kanadier dazu hinreißen ließ sein Gegenüber zu verhöhnen, indem er ihn in seine Landesflagge einwickelte, versetzte er Lynn unfreiwillig den nötigen Adrenalinschub, um den vorlauten Coach in seine Schranken zu weisen. Doch noch bevor Lynn seinen Cradle Piledriver auch gegen D'Amore anbringen konnte, stürmten auch schon dessen Schützlinge den Ring und attackierten den Gegner ihres Trainers. Nachdem Sabin, Skipper und Daniels wiederum ihrem Kapitän zu Hilfe eilten, brach ein großer Brawl zwischen Teams aus. Die persönliche Vendetta Jerry Lynns mit Coach D'Amore musste jedoch vertagt werden.
Sabin bringt den Pott nach Hause
Beim World X Cup konnten die Kanadier ihr jüngstes Momentum jedoch zunächst nicht nutzen. Stattdessen hatten sich die "Quasi-Titelverteidiger" aus Mexiko auf den letzten Metern vorm Turnier mit einem Sieg über die vierten Teilnehmer aus Japan offenbar genau im richtigen Moment ihr Selbstvertrauen zurückgeholt. Als das Turnier mit einem Gauntlet Match eröffnet wurde, gelang es Hector Garza nach seiner Entrance nämlich nicht bloß den bis dato dominanten Bobby Roode zu eliminieren, sondern auch sogleich den mit drei Turnierpunkten behafteten Sieg einzufahren. Dem zuletzt eliminierten Elix Skipper blieb hingegen nur ein einziger Trostpunkt.
Auch in den nachfolgenden Tag Team Duellen sah es für die Kanadier kaum besser aus. Während Team Japan gegen Team Mexiko ebenfalls erste Punkte sammeln konnte, mussten sich Bobby Roode und Johnny Devine dem eingespielten Team aus Christopher Daniels und Elix Skipper geschlagen geben. Im nachfolgenden Ladder Match, nach welchem das punktärmste Team für das finale Ultimate X Match eliminiert werden sollten, standen die punktlosen Kanadier also bereits mit dem sprichwörtlichen Rücken zur Wand – und griffen deshalb zu altbewährten Mitteln. Just als Jerry Lynn dabei war das über dem Ring hängende X abzuhängen, prügelte ihn Coach Scott D'Amore mit seinem Eishockeyschläger von der Leiter, damit Eric Young sein Team im Turnier halten konnte.
Mit maximal einem Punkt Differenz hatten vor dem Finale also sowohl Team Canada als auch Team Mexiko wie auch die Vertreter von NWA-TNA ihre Chance auf den direkten Turniersieg auf Recht erhalten. Während beide Gastländer mit ihren Teamcaptains Petey Williams und Hector Garza ihre vermeintlich besten Männer ins Ultimate X Match schickten, ließ Jerry Lynn dem Ultimate X-erfahrenen Chris Sabin den Vortritt. Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Sabin, dessen X-Division Titelrun im Frühjahr erst durch eine Verletzung jäh beendet worden war, bewies, warum man ihn später als wohl größten Experten des Ultimate X Matches einstufen sollte, und erkämpfte sich, nachdem er an der Stahlkonstruktion hängend einem Dropkick Hector Garzas auswich, den Sieg. Nach den schmachvollen Erlebnissen im America's X Cup hatte sich NWA-TNA im World X Cup rehabilitiert.
Unbeglichene Rechnungen mit Team Canada
Während Hector Garza sich stellvertretend für sein Team schon nach dem Finale als fairer Sportsmann erwies und den Pokalhelden zu ihrem Sieg gratulierte, hatte Team Canada deutlich größere Probleme ihre Niederlage zu verdauen. In der Folgewoche beschwerten sie sich zu Unrecht als Drittplatzierte den World X Cup beendet zu haben und untermauerten ihre Haltung sogleich mit einem Tag Team Sieg Bobby Roodes und Petey Williams über Jerry Lynn und Heavy Metal, nur um im Anschluss mit an den Kampf mit versammelter Mannschaft über die beiden herzufallen.
Beim Debüt von TNA's erster nationaler TV-Show iMPACT setzte es zwar eine Niederlage gegen das bunt zusammengewürfelten internationalen Trio aus Hector Garza, Sonjay Dutt und Amazing Red, doch schon beim nächsten wöchentlichen PPV brachten Scott D'Amores andauernde Attacken gegen Jerry Lynn einen weiteren Six Man Tag Team Sieg als der NWA-Kapitän erneut mit den Mexikanern Hector Garza und Heavy Metal Verbündete für seinen Konflikt mit D'Amores Schützlingen gefunden hatte. Diese stellten in ihrer Breite auch nach dem Kampf eine zu große Hürde für Lynn dar. Nachdem D'Amore sich nach Lynn auch die NWA-Flagge vornahm, war das Fass jedoch auch für seine Kollegen übergelaufen. Chris Sabin und Elix Skipper kamen ihrem Captain zu Hilfe und machten so endgültig klar, dass die Rivalität beider Teams mit dem World X Cup noch kein Ende gefunden hatte.
In einem Flag Match nahmen es Lynn, Sabin und Skipper deshalb im Main Event der folgenden Woche mit Petey Williams, Bobby Roode und Eric Young auf. Doch auch hier war es einmal mehr Scott D'Amore, welcher mehrfach verhinderte, dass Jerry Lynn die Flagge seines Teams aufstellen konnte und gleichzeitig mit seinem längst charakteristischen Eishockeyschläger dafür sorgte, dass Eric Young den Kanadiern auch hier den Sieg bescheren durfte. Daraufhin fanden die ständigen Eingriffe D'Amores gegen Jerry Lynn schließlich jedoch auch in den obersten Etagen von NWA-TNA Beachtung, weswegen man letzterem für die zweijährige Jubiläumsshow der Liga am 23. Juni endlich doch sein langersehntes Aufeinandertreffen mit dem Headcoach gewährte. Obwohl sich D'Amore, welcher sich im Vorfeld noch großspurig als größten X-Division Wrestler aller Zeiten gebärte, tatsächlich an einigen Manövern versuchte, die ein unbedarfter Zuschauer einem Mann seiner Statur nicht unbedingt zutrauen würde, behielt Jerry Lynn durchgehend die Oberhand und konnte schließlich seinen Rivalen mit dem Cradle Piledriver besiegen. Im Anschluss kam es zwar einmal mehr zum unvermeidbaren Brawl der Mitglieder beider X Cup Teams, doch auch hier sorgte die Rückkehr des seit dem Ende des World X Cup an einer Verletzung laborierenden Christopher Daniels dafür, dass die Hausherren die Oberhand behielten und so ihren Dauerkonflikt mit Team Canada letztlich zu einem ähnlich versöhnlichen Ende wie ihre internationalen X-Division Turniere bringen konnten.