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Von Terry Funk bis The Rock, vom Undertaker bis Randy Orton - die großen Fehden und Rivalitäten von Mick Foley sind vielbeschrieben. Eher etwas in Vergessenheit geraten ist allerdings eine frühe Fehde des damaligen Cactus Jack gegen Sting in den frühen Neunzigern - der Foley aber großen Anteil daran zuschrieb, dass er landesweit auf sich aufmerksam machen konnte. Mehr als eineinhalb Jahrzehnte und mehrere Rücktritte später sollte es noch einmal ein unvermutetes Wiedersehen der zwei Feinde von einst, die inzwischen eine gute Freundschaft verband.
Als Foley sich im Herbst 2008 laut Storyline als Executive Shareholder in TNA Wrestling einkaufte, war es eines seiner ersten Anliegen, mit seinem alten Weggefährten Sting ein paar Worte zu wechseln. Foley war nämlich gleichermaßen wie die Fans irritiert darüber, was mit dem vormals so populären Sting plötzlich los war: Dass der TNA World Champion sich plötzlich als recht verbitterter Veteran präsentierte, der die jungen Wrestler über ihren vermeintlich mangelnden Respekt vor seiner Generation belehrte. Dass er sich mit linken Gestalten wie Kurt Angle, Kevin Nash und Booker T abgab und sogar eine Gruppierung mit ihnen formte, die wohlbekannte Main Event Mafia.
Foley, dem das Wohl der aufstrebenden Wrestler immer ein Anliegen war, wollte von Sting, warum er tat, was er tat. Er erklärte ihm, dass er als älterer Champion ein Klebstoff sein sollte, der die Liga inklusive der jungen Wrestler zusammenhält und keiner, der sie auseinandertreibt. Sting antwortete, dass er das eigentlich auch sein wollte, dass er nur eben den Respekt der Jungen vermissen würde, den es dafür bräuchte. Und dass Foley aufpassen sollte, dass dieselbe Respektlosigkeit nicht auch ihn treffen würde. Die beiden Altstars kamen nicht auf einen Nenner und Sting stellte schließlich fest, dass sie einig wären, dass sie uneinig wären - und dass wenn Foley hier einen Krieg anfangen wolle, das nicht seiner wäre.
Der Respekt wird gewahrt - zunächst
Sting ahnte, dass sich Foley im Kampf der Main Event Mafia gegen die Originals von TNA Wrestling auf die Seite der Aufstrebenden stellen würde - und er hatte die richtige Ahnung. Foley machte AJ Styles zum Top-Contender auf Stings Titel und lobte den mit dem Stinger verkrachten Phenomenal One als bestes Beispiel in den Himmel, was TNA ausmachen würde - eine Lobrede, für die Sting nur den lakonischen Kommentar übrig hatte, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis Styles auch Foley verkennen würde.
Letztlich scheiterte Styles an Sting und Foley versuchte in der Folge ein etwas neutralerer Pol zwischen der Mafia und der Front Line, wie sich ihre Gegenbewegung nannte, zu sein. Der Versuch brach beim letzten Impact 2008 in sich zusammen, als Foley in einen Massenbrawl der Fraktionen verwickelt wurde und sich endgültig auf die Seite der Front Line schlug. Nur mit Sting war die Sache immer noch etwas kompliziert, denn die beiden sahen sich trotz aller Differenzen immer noch als Freunde - und wahrten den Respekt voreinander. So hatte Foley auch kein Problem damit, nach einer Titelverteidigung Stings bei Against All Odds gegen Angle, Brother Ray und Brother Devon den Gürtel zu überreichen und ihm die Hand zu schütteln.
Im Gegenzug stoppte Sting die Mafia-Kollegen einige Wochen später auch, als die auf Foley losgingen, der Jarrett vor einer Attacke der MEM zu retten versuchte. Dies trug seinen Teil dazu bei, dass zwischen Sting und Angle als zweitem Alphatier der Mafia Spannungen ausbrachen, die schließlich in der Ansetzung eines Titelmatches bei Destination X gipfelte. Foley debattierte vorher noch einmal mit Sting, warum er die Mafia eigentlich nicht verlassen würde - ein Schritt, dem Sting sich verweigerte. Foley spielte dann beim Angle-Sting-Match auch eine Schlüsselrolle: Er machte sich zum Gastenforcer - und Jeff Jarrett zum Gastringrichter. Angle witterte eine Verschwörung, um den Titel bei Sting zu halten, stattdessen kostete Foley ihn aus Versehen fast den Titel. Als Angle einen Stuhl ins Spiel brachte, nahm Foley ihm diesen ab und streckte unabsichtlich Sting nieder, als er eigentlich Angle treffen wollte. Sting aber kämpfte sich zurück und konnte Angle am Ende doch niederringen.
Genug vom Schwelgen in der Geschichte
In Foley wuchs durch seine Verwicklung der Wunsch, sich wieder aktiv am Geschehen zu beteiligen und beim nächsten Impact setzte er ein Match mit sich und Jarrett gegen Angle und Sting an - eine Gelegenheit, die Angle nutzte, um unbarmherzig auf Foley loszugehen, der für ihn schuldig an seiner Niederlage am Sonntag zuvor war. Sting wurde das zu viel und er schritt schließlich ein, um Angle zu stoppen - nur damit Foley ihn schließlich überraschend mit einem Stuhl niederschlug und den Pinfall holte. Ein wütender Sting erklärte daraufhin, dass er in der WCW Foleys Karriere angeschoben hätte, nun würde er sie beenden wollen: Er forderte ihn zu einem Match bei Lockdown - was offensichtlich genau das war, worauf Foley aus war.
Sting forderte in der Woche darauf eine Erklärung von Foley, warum er ihn angegriffen hätte, obwohl er ihn hatte schützen wollen - worauf Foley entgegnete, dass viele bei TNA Stings Hilfe brauchen würden, aber sicher nicht er. Er hätte zuletzt zu viel von seiner Geschichte erzählt, er wollte wieder welche schreiben - und noch einmal World Champion werden. Denn in ihm würden noch ein paar Sprünge vom Käfig stecken.
Foley nutzte in der Woche darauf seine Macht, um Sting Samoa Joe als Gegner vorzusetzen, der den Champion etwas weich klopfen sollte - worauf Sting in der Woche darauf, Jarrett überzeugte, Foley fairerweise auch ein Aufwärmmatch zu geben. Es wurde ein First Blood Match gegen die Motor City Machine Guns. Hier fand Foley wieder zu seinem Element und wollte am Ende mit dem Stacheldraht-Prügel „Barbie“ auf Shelley losgehen - ehe Sting eingriff und ihn mit einem Stuhlschlag selbst zum Bluten brachte. Ein Handgemenge zwischen Foley und Sting war die Folge, das am Ende von Securitys gestoppt werden musste.
Der Coup gelingt
Als finale und besonders bizarre Einstimmung auf den Showdown bei Lockdown interviewte Foley beim letzten Impact davor sein eigenes Alter Ego Cactus Jack, das sich darüber beklagte, dass Mick Foley weich geworden wäre und nur noch von dem Ruf zehren würde, den er ihm erworben hätte. Jack kündigte an, dass bei Lockdown Foleys Turnschuhe im Schrank bleiben würden, an dem Tag würde er wieder Cactus Jacks Leopardenstiefel überstreifen. Sting kam nach einer Weile hinzu und hatte nur ein Kopfschütteln für das Schauspiel übrig. Sting wurde dann vom plötzlichen - durch Foley veranlassten - Einspielen des Mafia-Themes verwirrt, was Foley ausnutzte, Sting zu attackieren. Die Hardcore-Legende versprach dem ausgeknockten Sting schließlich, ihn bei Lockdown in Stücke zu reißen.
Dieselbe Unberechenbarkeit zeigte er dann auch bei Lockdown, als er zunächst selbst anordnete, dass die Käfigtür geschlossen bleiben musste - um dann im Match an dieser Klausel zu verzweifeln. Foley versuchte dann auch ein Loch für die Kamera als Fluchtweg zu nutzen und ließ sich dadurch letztlich Barbie reichen, als das misslang - wodurch der Kampf ein neues Level an Härte erreichte. Am Ende kletterten Foley und Sting um die Wette nach draußen - und Foley sicherte sich wie angekündigt mit einem wagemutigen Sprung nach den Sieg und einen unerwarteten Titelgewinn.
Foley war durch den Überraschungscoup zur Zielscheibe geworden - nicht nur Sting, auch Angle wollte den Titel. Und auch Jeff Jarrett bereute zunehmend, dem immer unberechenbareren Foley einen Anteil an seiner Liga verkauft zu haben. Jarrett setzte als erste Titelverteidigung Foleys ein Four Way Match bei Sacrifice an - in dem jeder Teilnehmer etwas aufs Spiel setzten müsste, das er verlieren würde, sollte er gepinnt werden. Kurt Angle sicherte sich seinen Platz in dem Match, indem er seinen mittlerweile errungenen Status als Pate der Mafia aufs Spiel setzte. Jarrett machte auch mit und setzte seine Position im Management aufs Spiel. Sting schließlich verdiente sich mit einem Pinfall an Foley in einem Ten Man Tag Match bei Impact seinen Platz in dem Match. Er setzte darin seine Karriere aufs Spiel.
Im Vorfeld dieses Match gingen die Probleme zwischen Foley und Sting fast unter in dem sich vertiefenden Graben zwischen Foley und Jarrett - was so weit ging, dass Sting beim letzten Imapct vor Sacrifice sogar zwischen den beiden schlichten wollte. Foley aber beantwortete das wiederum mit einer Stuhlattacke gegen den Stinger. Bei Sacrifice sollte Sting schließlich der Gewinner sein, denn er pinnte Angle und erlangte so seinen Status als MEM-Führer zurück, nicht aber Foleys Titel. Die Probleme zwischen Sting und Foley verliefen sich dann bald endgültig, als es wenig später zum Bruch Stings mit der Mafia kam, war die Grundlage der Fehde auch wieder obsolet.