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Inside The Cage Classics #232: WWF No Mercy 2001 – Alle drei Brands kämpfen um das große Gold

Kolumne

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Published on:
09.05.2018, 12:47
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Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Inside The Cage Classics #232: WWF No Mercy 2001 – Alle drei Brands kämpfen um das große Gold

Wir stehen einen Monat vor dem großen Krieg wenn die WWF auf die WCW in einem klassischen Survivor Series Match treffen wird, doch bei No Mercy standen mit Steve Austin, Kurt Angle und Rob Van Dam aus jeder Liga jeweils ein Wrestler im Hauptkampf um den WWF World Heavyweight Title. Was sich hier alles ereignete und was sonst noch passierte, darauf werfen Eddie und Deathrow666 im Folgenden einen Blick.



Welcher Brand sichert sich das große Gold?

Eddie: Auf welcher Seite steht Rob Van Dam? Das war neben der Frage, wer sich den Titel am Ende sichern wird DIE große Frage des Abends. Denn in den Wochen zuvor stand er lange hinter Austin und hat diesem den Rücken gestärkt, nachdem Steve Austin ihm gesagt hat, er stünde entweder hinter ihm oder gegen ihn. Doch irgendwann war es RVD zu bunt und er zeigte, als Austin in ein Match von ihm gegen Kurt Angle eingegriffen hatte, den Five Star Frog Splash. Außerdem war RVD noch mit Vince McMahon im Gespräch und man wusste nicht, ob er nicht der Alliance gesamt den Rücken kehren wird und wieder zur WWF wechseln wird.
Beste Ausgangssituation also für einen spannenden Main Event und bereits zu Beginn arbeiteten alle gegeneinander und es gab keine Allianzen im Seilgeviert. Und was für ein schön abwechslungsreiches und chaotisches Match daraus entstanden ist. Es gibt für die Fans quasi keine Verschnaufspause und Nonstop Action. Mein absolutes Highlight war es in der Mitte des Matches, als Van Dam erneut die Wahl hatte, gegen wen er den Five Star Frog Splash zeigt und sich aber sowohl Austin, als auch Angle aus dem Weg rollen. So blieb die Frage offen, ob er eher gegen Angle oder gegen Austin arbeiten würde. Im späteren Matchverlauf kommt Vince McMahon auch selbst zum Ring während Austin KO draußen liegt und Angle gegen RVD es im Ring untereinander ausmachen. Er streckt Austin nieder und RVD steht kurz vor dem Sieg als McMahon Angle auffordert in den Ring zu gehen. War alles mit RVD nur Mindgames vom Chairman? Aber die Rechnung hatte Vince ohne Shane McMahon gemacht, denn dieser stürmt nach einem Angle Slam gegen RVD zum Ring und verhindert dessen Sieg. Chance genug für Austin im Ring den Stunner gegen RVD auszupacken und den Titel zu verteidigen, während Vince und Shane bei den Kommentatoren aufeinander einprügeln. Herrlich gutes Chaos mit schönem Cliffhanger für die nächsten Wochen.

Deathrow666: Ja die Story rund um den Krieg der Alliance und der WWF wurde hier im Vorfeld nochmals kräftig durchgewürfelt. Vor allem RVD war DAS große ? in der Auseinandersetzung. Würde er als ECW Urgestein der Alliance treu bleiben oder doch zur WWF wechseln? Man konnte gespannt sein und das Match selbst war zumindest von den Vorzeichen ein Hochkaräter.

Und es solllte nicht zuviel versprochen werden. Anfangs sah es nach einem schnellen Sieg von Angle aus, da dieser das Match ziemlich dominierte. Auch als Austin einen Stunner bringen wollte wurde dieser in den Ankle Lock gekontert. RVD unterbrach diesen. Doch Austin bedankte sich nicht sondern es ging fröhlich weiter. RVD zeigte seine High Flying Aktionen wie zB einen Corcscrew Moonsault für einen Fast-Sieg. Etwas später versuchte Austin einen Piledriver auf das Kommentatorenpult wurde jedoch mit einem Backdrop gekontert. Vince wollte das Züngelchen an der Waage sein und es sah alles so aus als würde er Angle gegen RVD unterstützen. Austin war einstweilen ausserhalb des Rings ausser Gefecht. Er schaffte es jedoch wieder zurück in den Ring und konnte einen Stunner gegen Angle zeigen – dieser wurde durch die Aktion allerdings aus dem Ring befördert und so konzentrierte sich Austin auf RVD. Vince schlug Austin aber mit einem Stuhl nieder und RVD nutzte das für einen Frog Splash – konnte aber nicht sofort pinnen. Als er nach einer kurzen Zeit doch das Cover ansetzte konnte Angle dies unterbrechen. RVD wurde dann von Angle ziemlich abgefertigt, bis Shane kam und Angle gegen den Ringpfosten hämmerte. Das wiederum rief Vince auf den Plan der sich um Shane kümmerte. Dies nutzte Austin für den Stunner an RVD und dem erfolgreichen Pin.


Ein neues Gesicht im Rennen um den WCW World Heavyweight Title*

Eddie: Dieses Match beziehungsweise die Story dahinter zeigt, wie schnell und einfach neue Fehden aufgebaut sein können. The Rock und Chris Jericho standen im TV als Team im Ring und aus versehen war es Y2J, der den People's Champ mit einem Stuhl traf und so für die Niederlage sorgte. Backstage stellte The Rock ihn zur Rede und es entstand ein Schlagabtausch. In den Folgewochen war Jericho mal wieder auf höchstem Entertainment Level und konnte ein No. 1 Contender's Match gegen RVD gewinnen und steht heute also um den WCW World Heavyweight Title gegen The Great One im Ring.
Glasklares MOTN dabei, denn beide arbeiten in über 20 Minuten ein absolut fantastisches Match mit einer Dramatik, die man so in diesem Jahr noch selten gesehen hat. Das WCW-Urgestein Chris Jericho hat endlich die Chance auf das große Gold und ist bereit alles dafür zu tun. Ich bin eh ein großer Fan von Submissions, wenn sie tatsächlich auch Finisher sind/sein können und nicht nur als Transition eingesetzt werden. Und so ist man bei jeder Walls Of Jericho, bei jedem Sharpshooter total am Mitfiebern, ob es das jetzt gewesen ist. Die vielen Near-Falls und der Rock Bottom durch den Kommentatorentisch tragen dazu natürlich auch noch bei. Am Ende ist es Stephanie McMahon, die zum Ring eilt um Jericho (und The Rock) abzulenken. The Rock lässt sich nicht bitten und attackiert die Billion Dollar Princess mit dem Rock Bottom. Der Stuhl, den sie mitgebracht hatte, nutzt allerdings Y2J zum Sieg – womit er sich nach all den Jahren, die er bei der WCW war endlich zum World Champion krönen konnte, nachdem er bei der WWF vom Cruiserweight zum Heavyweight avancierte. Absolut großartiges Match und ich sehe nichts, was man hätte besser machen können.

Deathrow666: Wie Eddie schon sagte muss man keinen wochenlangen Aufbau haben – es reicht ein Match – und wenn es gut gemacht ist wird es zu einer guten Story – man erinnere sich an Bret Hart vs Owen Hart – in meinen Augen immer noch eine der besten Fehden aller Zeiten – und es waren 2 Matches die das auslösten. So ähnlich war es hier – ein missglückter Stuhlschlag gegen the Rock in einem gemeinsamen Tag Team Match – Backstage Brawl der beiden und das Match war so gut wie fixiert.

Und was für ein Match das war. Beide absolute Top Leute. Und man erinnere sich an das erste Erscheinen von Jericho bei WWF – auch da unterbrach er the Rock. Die beiden wollten schnell eine Entscheidung – so versuchte Rock recht schnell den Rock Bottom, wurde aber gekontert und fand sich in den Walls of Jericho. Aber Rock rettete sich in die Seile und so ging das Match weiter. Die beiden schenkten sich nichts und man merkte die Verbissenheit von Jericho, denn er wollte unbedingt den Titel. So versuchte er sich auch selbst am Rock Bottom, musste aber das Konter in Form des Sharpshooters einstecken, aber auch er schaffte es zu den Seilen. Rock konnte dann auch außerhalb des Rings den Rock Bottom durch den Tisch zeigen. Jericho war aber dennoch nicht besiegt. Vor allem konnte man in diesem Match nie sagen wer jetzt eigentlich die Oberhand hatte so ausgeglichen lief es teils ab. So dachte sich Steph vermutlich dass es Zeit ist einzugreifen, was sie auch machte. Aber als Danke musste sie den Rock Bottom einstecken. Der Stuhl den Steph mitbrachte lag noch im Ring und das nutzte Jericho um mit einem Front Face Buster auf den Stuhl (heute von Miz als Finisher verwendet) Rock niederzustrecken und so erfolgreich das Cover und den Titel zu holen. Ein Match welches man unbedingt gesehen haben sollte!


Die weiteren Titelkämpfe*

Eddie: Im Opener standen die amtierenden WCW World Tag Team Champions Jeff Hardy & Matt Hardy dem Superhelden The Hurricane und dessen Partner Lance Storm gegenüber. Mit am Ring waren dabei Lita sowie Mighty Molly und Ivory. Schwer zu beschreiben was alles passiert ist, da das Match ein sehr chaotisches Spotfest war, aber dabei sehr viel Spaß gemacht hat und die Fans direkt abgeholt hat und in Fahrt gebracht hat. Die Hardy Boyz verteidigen, nachdem Lita sowohl Lance Storm als auch Molly und Ivory aus dem Spiel nehmen kann.
Im zweiten Titelmatch des Abends ging es richtig zur Sache, denn der frisch zur Alliance gewechselte Christian musste seinen Intercontinental Title gegen seinen Bruder Edge verteidigen. Doch als wäre das nach ihrer Story nicht schon genug gibt es das Match als Ladder Match. Wer beide kennt, weiß, wie sehr sie mit dieser Umgebung vertraut sind und was man erwarten kann. Und zur Überraschung von vermutlich niemandem war es ein absolut starkes Match. Absolut hohes Level an Dramatik und Spannung, das Mietfiebern mit Edge, der lange als der Unterlegene scheint, sich aber gut zurückkämpfen kann und am Ende die grandiose Rache gegen seinen Bruder mit dem One Man Conchairto auf den Leitern. Unfassbare Szene und – bedenklicherweise – ein grandioser Feelgood-Moment, selbst für mich als großen Christian Fan, doch in der Story musste genau das auch so kommen. Absolute Empfehlung meinerseits!
Im Anschluss kamen die Dudley Boyz, die ihre WWF World Tag Team Titel erfolgreich gegen Tajiri und The Big Show verteidigen konnten. Diese knapp 10 Minuten waren nötig und eine gute Abkühlung für die Fans nach dem Ladder Match und bevor es mit den "wichtigen" Kämpfen weiter ging, ohne dabei auch nur einen Hauch über das Standardprogramm hinaus zu kommen.

Deathrow666: Der Opener besticht durch tolle spots und großartiger Action. Perfekt um die Leute anzuheizen. Gut wo die Hardys dabei sind kann man (fast) nichts falsch machen. Hurricane und Storm sind zwar auch nicht schlecht, können aber mit den Brüdern nicht mithalten. Letztendlich ist es Lita die die Entscheidung bringt. Damit verteidigen die Hardys erfolgreich.
Wie es ist, wenn 2 ehemalige Tag Team Partner gegeneinander antreten, haben wir beim letzten PPV schon gesehen, aber hier ist auch noch die Ladder-Stioulation mit im Spiel. Wenn diese beiden dann auch noch Edge und Christian sind – dann kann das nur ein perfektes Match werden. Und auch hier wurde nicht zu viel versprochen. Beide zeigen was sie drauf haben. Tolle Moves und auch die Leiter wird fleissigst eingesetzt. Es ist immer schön zu sehen, wenn 2 Leute so schön miteinander harmonieren und das Beste aus sich herausholen. Letztlich schafft es Edge in dem er Christian mit dem Conchairto (Single Version) auf die Leiter erledigt und somit das Match entscheiden kann.
Mit den Dudley Boys war nun das Match um die WWF World Tag Team Titel angesagt – diese verteidigten erfolgreich gegen Big Show und Tajiri. Is ein ganz guter Füller um die Leute wieder etwas zu beruhigen. Und dass die Dudleys verteidigen war für mich eigentlich von vornherein klar. Schön geworkt.

Der Rest

Eddie: Nach einem guten Tag Team Opener gab es zunächst mit Test vs. Kane zwei Big Men im Aufeinandertreffen, mit denen ich nie so richtig warm wurde. Beide gefallen mir einfach nicht wirklich, wenn sie nicht gerade einen Gegner haben, der ihnen in die Karten spielt. Spoiler: Sie haben sich gegenseitig nicht in die Karten gespielt. Highlight des Matches ist Nick Patrick als erneut parteiischer Ringrichter, der einfach skurril unterhaltend ist. Test gewinnt, Kane rächt sich an Patrick, Fans sind dennoch glücklich.
Über Stacy Keibler vs. Torrie Wilson im Lingerie Match hülle ich persönlich den Mantel des Schweigens.
Vor den beiden Main Events ging es mit The Undertaker gegen Booker T noch einmal intensiver zur Sache. Viel Brawling im Match doch leider wenig Dramatik, da quasi keiner an einen Sieg von Booker T glaubt und so ist auch der Matchverlauf, denn bis auf ganz wenig Momente kratzt man auch überhaupt nicht an der Idee eines Sieges vom 5-time WCW Champ. Nach etwas über 12 Minuten macht das American Badass dann den Sack zu und fährt den Sieg ein. Kann man schauen, muss man aber nicht.

Deathrow666: Die Zeit des "Monster" Kane ist schon vorbei – er ist bei weiten nicht mehr so übermächtig wie er anfangs war als er mit dem Undertaker fehdete. Und Test war auch nur groß und konnte nicht so extrem brillieren. Demzufolge war das auch nur ein Füller-Match, welches durch den Ref. Nick Patrick entschieden wurde, welches ihm nach der Niederlage Kanes auch dessen Rache einbrachte.
Das Women Match hab ich (gottseidank) mit einer Toliettenpause überbrückt.
Der Undertaker hatte meiner Meinung nach in dieser Zeit eine schwache Zeit – bis auf seinen (damals noch) typischen Sieg bei Mania konnte er nie wirklich überzeugen. Gut man muss dazu sagen dass es oft auch an den Gegenern lag wie wir die letzten Male gesehen haben. Hier mit Booker T sollte es eigentlich nicht so schlecht sein von den Vorzeichen. Aber man kann sich täuschen. Vor allem, da der Taker eigentlich als Favorit ins Rennen ging du dies auch nie wirklich gefährdet war. Jo somit wieder ein Sieg mehr für ihn.


Fazit

Eddie: Richtig guter PPV hier mit schöner Aufteilung in der Matchqualität. Gerade die letzten beiden Kämpfe reißen für mich noch einmal sehr viel raus und ich würde tatsächlich jedem, der diesen PPV noch nicht gesehen hat, sich diesen anzuschauen. Alleine für das Ladder Match und die beiden Main Events lohnt es sich definitiv, 8 Punkte.

Deathrow666: Insgesamt war der PPV gut aufgeteilt – Perfekter Opener – tolle Main Events – super Ladder Match und dazwischen die diversen Füller. Bis auf wenige Low Lights (Woman...) ein absolut sehenswerter PPV – die WWF holt hier nochmal einiges aus der Reserve heraus. Kann ich Eddie mit 8 Punkten gern anschliessen.

Die PPV-Gesamtwertung

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