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Inside The Cage Classics #199: WWF Judgment Day 2000 – Wer ist der Iron Man der WWF?

Kolumne

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Published on:
25.07.2017, 00:00
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #199: WWF Judgment Day 2000 – Wer ist der Iron Man der WWF?

Das Jahr 2000, ein Jahr, in dem die WCW selbst alles hätte richtig machen können und die WWF dennoch besser gewesen wäre. Freche Behauptung, allerdings stimmt im neuen Jahrtausend beim Marktführer tatsächlich beinahe alles. Wie Judgment Day 2000 verlief, und weshalb diese Behauptung so leicht fällt, sehen sich Eddie und der WCWler im Folgenden an.



Das erst zweite Iron Man Match der PPV-Geschichte – und eines der größten Comebacks der Geschichte

Eddie: Eines vorweg: Wie großartig war denn bitte das PPV Opening Video? Sensationelle Idee, die absolut hervorragend umgesetzt wurde. Das kann die WWF schon immer und wird sie auch nicht mehr verlernen denke ich. Und dann dieses Backstage Segment, bei dem Vince seine Schützlinge anfeuert und motiviert - und später alle auch gewinnen werden, schöne Randnotiz. Was ich auch immer und immer wieder faszinierend finde ist dieses Blitzlichtgewitter beim Entrance von The Rock, das ist einfach nur ein super Anblick. Und diese Fans beim ersten Lock-Up, unfassbar. Weiterer Fun-Fact: Shawn Michaels als Special Referee sieht aus als hätte er in weißer Farbe gebadet im Vergleich zu Triple H, was ein Anblick.
Natürlich passiert im Match das, was am Anfang zu erwarten war, eher verhaltenes Wrestling mit zeitschindenden Elementen. Genau das, was im Indy-Wrestling passiert, wenn ein Match ein 60 Minuten Zeitlimit hat, und man so den TLD 10 Kilometer gegen den Wind riechen kann. Hier weiß man, es geht eine Stunde, daher ist das keine Kritik, sondern es macht einfach Sinn. Und auch hier hat man richtig schönes Bodypartwork. The Rock geht sehr viel auf das linke Bein von Hunter, damit dieser seine Kraft aus dem Stand verliert, Smart Style! Dass es insgesamt so viele Falls gibt ist ein richtig krasser Gegensatz zum Match zwischen Shawn und Bret Hart bei WM 12, aber irgendwie passt das. Jeder Finisher der Beiden bedeutet eben das Ende, egal wann das ist. Gerade beim ersten Fall fällt das sehr positiv auf. Leider ist im Verlauf des Kampfes das Selling etwas in Vergessenheit geraten, was ich immer etwas schade finde. Kleine Adrenalinschübe kann ich verzeihen, wenn man es damit begründen mag, aber dass es schlicht vergessen wird ab einem gewissen Zeitpunkt stößt mir immer etwas sauer auf. Allerdings natürlich nicht so, dass mir das Match nicht gefällt, ich finde es einfach schade.
Fünf Monate hat es dann gedauert, bis der Undertaker wieder bei der WWF zu sehen ist. Für mich ist das durchaus eines der größten Comebacks, denn nicht nur kommt der Undertaker zurück, er hat sich zudem komplett neu erfunden mit seinem Biker-Gimmick, was ich richtig stark fand. Er ist weiterhin bedrohlich wie eh und je, allerdings wirkt er jetzt "verwundbarer", und daher besiegbarer. Und diese Reaktionen der Fans bei seinem Comeback, unfassbar.
Dieses chaotische Finish, als Vince McMahon, Shane McMahon, Stephanie McMahon, X-Pac und The Road Dogg eingreifen, nur um vom Undertaker fertig gemacht zu werden, was dann zu einer DQ von The Rock führt, großartiges Kino!

WCWler: Das große Drumrum konnte die WWF schon immer: Videos, Emotionen setzen und Hype! Shawn Michaels sah in dem Ringrichtershirt aber schon etwas lächerlich aus, fand ich. Die Stimmung hier war fantastisch.
Das zweite Iron Man Match der Geschichte also. Und dieses Mal gab es sogar mehr Falls, als bei der Premiere. Sowohl HHH, als auch The Rock workten hier fast ein perfektes Match und spielten die 60 Minuten gut aus. Der erste Fall gehörte The Rock, doch Hunter konnte kurz nach Ablauf der ersten Matchhälfte mit 3:1 in Führung gehen. Die nächsten Minuten gehörten dann aber dem Champion. Erst ein Pin, dann eine DQ für HHH und The Rock führte 4:3. Allerdings wurde er dann ausgeknockt und Shawn Michael zählte bis 10. Nach weiteren Falls und dem 5:4 für HHH kurz vor Schluss überschlugen sich dann die Ereignisse. Erst kamen sämtliche Verbündete des Herausforderers zum Ring und mussten zusehen, wie The Rock nach seinem Elbow den Ausgleich schaffte. Shane McMahon zog den Ringrichter aus dem Ring und Michaels knockte erst ihn und dann seinen Vater aus. Die beiden blutenden Wrestler kämpften weiter, wobei The Rock sich noch der D-X entgegen stellen musste. Als Shawn Michaels dann ausgeknockt wurde, erklang eine unbekannte Musik und unter großem Jubel feierte der Undertaker sein Comeback. Ich konnte mich mit der Biker Rolle nie wirklich anfreunden, aber der Jubel war schon riesig. Der nicht mehr ganz so untote Totengräber räumte auf, schlug die D-X und Vince nieder und verpasste Shane und X-Pac einen Chokeslam. Den gleichen Move gegen Stephanie konnte HHH verhindern, steckte ihn aber selbst ein, gefolgt von einem Piledriver. Shawn Michaels wollte den Taker stoppen, aber es gelang ihm nicht. So bliebt Michaels nichts anderes übrig, als The Rock für den Eingriff des Takers zu disqualfizieren und HHH wurde neuer Champion. Der Undertaker sah nicht so aus, als ob er das gewollt hatte...
Ein Lob noch für Shawn Michaels, der das Match richtig fair leitete und nie jemanden bevorzugte. Auch wenn ich kurz vorm Ende einmal fast an einen Superkick glaubte. Ein tolles und spannendes Match.

Die Radicalz bleiben im Fokus

Eddie: Nicht nur bleiben sie im Fokus, drei davon stehen sogar im Kampf um den European Championship gegeneinander im Ring. Schönes, knackiges Match hier, das etwas im Kontrast zum Comedy-Opener steht und daher schon im zweiten Match Abwechslung geboten ist. Was mir besonders gut gefällt ist das Ende, als jeder versucht, den Finisher des anderen zu stehlen. Perry Saturn fliegt mit einem Frog Splash auf Eddie Guerrero, versucht sich am Texas Cloverleaf gegen Dean Malenko, was auch Eddie später noch versucht und Dean revanchiert sich mit einem Ansatz zu den Rings of Saturn gegen Perry. Den Unterschied macht Chyna, die sowohl Saturn als auch Malenko attackiert bzw. ablenkt und Eddie so zur Titelverteidigung verhilft. Wie es zu dieser Ansetzung kam weiß ich allerdings leider nicht, da ist mein historisches Wissen zu dieser Zeit zu schwach..
Später gab es dann noch das Aushängeschild der Radicalz, Chris Benoit in einem Submission Match gegen Chris Jericho. Ich glaube ich habe das schon beim letzten Mal geschrieben, die Beiden gegeneinander könnte ich den ganzen Tag ansehen. Diese Intensität, dieses Bodypartwork, das lässt mich merken, wie sehr mir dieser fokussierte Stil oft fehlt. Bodypartwork ist heutzutage nur als "was soll ich auch sonst machen" eingesetzt. Meiner Meinung nach könnte jeder Wrestler einen Submission-Finisher gebrauchen. So würde das immer Sinn machen. Aber das ist ein anderes Thema. Ich ziehe meinen Hut vor beiden, die es geschafft haben das beste aus der Stipulation heraus zu holen. Beide nutzen die No DQ Regel gut aus, überschreiten so manche Grenze des eigentlich erlaubten, nur um zu beweisen, wer der bessere ist. Klasse!

WCWler: Das Match um die European Championship war wirklich gut gemacht. Die Idee mit den Finishern war super. Allerdings hätte ich mir ein Finish ohne Eingreifen gewünscht, so wird es aber sicher für eine weitere Storyline noch gebraucht werden.
Benoit gegen Jericho war technisch gesehen, dass beste Match des Abends. Eddie hat Recht, wenn er schreibt, dass das Bearbeiten von speziellen Körperregionen hier von beiden richtig genial ausgeführt wurde. Und es wurde danach auch noch gesellt. Das fehlt heute echt. Allerdings macht sowas besonders in einem Submission Match Sinn. Auch die No DQ Regel setzten sie gut ein. Der Sieg von Benoit durch Ringrichterentscheid war sehr gut gemacht, da Jericho so nicht wirklich aufgeben musste und Benoit noch gestärkt wurde.

Was sonst noch passierte

Eddie: Im Opener gab es mit Kurt Angle, Edge & Christian ein wrestlerisch abgefahren gutes Six Man Tag Team. So viel Können in einem Team sieht man relativ selten. Mit ihren Gegnern, Too Cool und Rikishi weiß man, dass man dabei eher die Comedy-Seite aller sechs Leute sehen wird – als Einstieg in den PPV fand ich das allerdings gar nicht mal so schlecht. Alleine dieser Konter in der Ecke von Too Cool und dem Scheitern von Edge an selbigem. Grandios.
Shane McMahon hat bei WrestleMania Big Show hintergangen und versucht diesen unter seine Kontrolle zu bringen, was allerdings durch geleakte Videos aufgedeckt wurde. Durch seine Schnelligkeit gelang es ihm immer wieder, dem "World's Largest Athlete" zu entkommen und forderte ihn selbst zum No Holds Barred Falls Count Anywhere Match heraus. Mutige Entscheidung. Doch ein McMahon hat natürlich einen Plan. Dieser Plan hat dabei verschiedene Namen, Big Bossman, Test, Albert, Trish Stratus oder Bull Buchanan. Dieser ist es am Ende, der den finalen Unterschied macht. Kurzweiliges Match, mit schönen kleinen Einlagen, weiter Abwechslungsreich dieser Event.
Wieso man ein Tables Match ansetzt, bei dem man beide Gegner durch einen Tisch schicken muss, dann aber normale Tag Regeln einsetzt erschließt sich mir nicht. Dennoch spaßig, nochmal eine Auflockerung vor dem Main Event, man wartet nur darauf, dass die Dudley Boyz endlich Tori durch einen Tisch befördern, was leider nicht geschah. Stattdessen gibt es einen Ref-Bump und ganz viel Chaos zum Ende, wodurch die D-X den Sieg einfahren konnte.

WCWler: Der Opener war dazu da, erstmal gut in die Show zu kommen und wie könnte man das besser, als mit einem Comedymatch. Beide Teams machten ihre Späße und Tänze, zeigten aber auch gutes Wrestling. Der Sieg für Too Cool ging in Ordnung und am Ende wurde noch getanz. Schöner Start.
Shane McMahon wird wohl immer auf immer und ewig für recht wahnsinnige Stunts in Erinnerung bleiben. Hier flog er mit dem Kopf gegen Teile der Bühne, konnte sich dann aber rächen, indem er Big Show einklemmte und ihm mit einem Ziegelstein auf den Kopf schlug. So konnte er Big Show pinnen und einen Achtungserfolg erringen. Auch wenn der nur mit sehr viel Hilfe zustande kam.
Die Dudley Boys hatten ein Tables Match. Wie überraschend. Der Kampf war nicht gut und es passierte halt das was immer in solchen Matches passiert. Nur echt mit viel Chaos. Nichts für mich.

Fazit

Eddie: Die WWF ist 2000 wirklich "on a roll". Sensationelle PPVs reihen sich aneinander und da wundert es tatsächlich nicht, dass man hier den Monday Night War für sich entscheiden wird. Ich gehe hier in die Vollen, bis auf einen kleinen Hänger im Tables Match, das unter Tornado Rules noch besser gewesen wäre, ist hier Nonstop Action par excellence, 10 Punkte – zum bis dato erst dritten Mal!

WCWler: Der Main Event war toll, das Submission Match klasse und der Opener und das Match um den European Title waren gut anzusehen. Die anderen beiden Matches waren aber nicht gut beziehungsweise nur annehmbar. Ich gebe 8 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung
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