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Inside The Cage Classics #197: WCW Slamboree 2000 – Hollywood meets WCW

Kolumne

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Published on:
11.07.2017, 00:00
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #197: WCW Slamboree 2000 – Hollywood meets WCW

Vor dem Reboot, also vor dem letzten PPV hatte die WCW die Filmpremiere von "Ready to Rumble" und dieser Film strahlte auch ins WCW TV-Programm aus. Leider in einer recht eigenartigen Weise, die nicht gerade förderlich für die Liga war. Was war passiert? Aquifel und der WCWler berichten es euch.



WCW World Heavyweight Champion David Arquette und der Triple Cage

WCWler: Ja, ihr lest richtig. David Arquette, Schauspieler und Ehemann von FRIENDS-Star Courtney Cox-Arquette, war WCW World Heavyweight Champion. Wie konnte es so weit kommen? Zwei Wochen vor diesem PPV gewann Diamond Dallas Page bei Monday Nitro den Titel von Jeff Jarrett. Dieses Steel Cage Match wurde möglich, weil Arquette bei dieser Show gegen Eric Bischoff gewann. Bei Thunder gab es dann ein Tag Team Match mit der Stipulation, dass der Mann, der den Pin holt, World Champ ist. Arquette pinnte Bischoff und wurde Champion. Diese Aktion sollte Mainstreammedia bringen, aber was die WCW bekam, war eher Häme.
Hier beim PPV stand dann das Triple Cage Match an. Die unterste Etage sah so aus wie ein kleiner Hell in a Cell Käfig. Der zweite Käfig oben drauf musste mit einer Leiter erreicht werden und hatte jede Menge Hardcoresachen wie Stühle, Mülltonnen etc. Der dritte Käfig musste erklettert werden und hatte nur Gitarren in sich. Und darüber hang der World Title. Es entstand kein Klassiker, aber auch kein Debakel wie im Jahr 1995 mit den drei Käfigen. Arquette wurde schnell erstmal ausgeschaltet nachdem er einen Splash von Top Rope (!) verpasste und Page und Jarrett zeigten ein recht ordentliches Käfigmatch. Dazu gehörte auch das Blut, was beide im Laufe des Matches verlieren sollten. Neben dem Käfig wurden auch Tische und Leitern eingesetzt, bevor DDP zuerst nach oben kletterte. Double J folgte ihm und beim Brawlen zerstörten die beiden eine Wand des zweiten Käfigs und es sah schon recht gefährlich aus, weil dieser Spot so wohl nicht geplant war. Nach etwas Brawling und Einsatz von dem Kram im Käfig, kam auch der Champion wieder zu sich und kletterte auf den Dach des dritten Käfigs. Doch er griff nicht nach dem Titel, sondern schien plötzlich Höhenangst zu haben. Aus dem Nichts kam dann Mike Awesome und attackierte Page, bekam aber einen Diamond Cutter ab. Im dritten Käfig verpassten JJ und DDP es dem anderen die Gitarre überzuziehen. Page gab Arquette eine Gitarre und kletterte gleichzeitig mit JJ hoch. Aber Arquette turnte gegen Page, schlug ihm die Gitarre über, umarmte Jarrett und der holte sich den Titel. Ein sehr unterhaltsames Match. Sicher kein Klassiker, aber auch kein großes Debakel.

Aquifel: Mal abgesehen vom Fakt, dass David Arquette als Champion eine blöde Idee war (was er auch selbst im Nachhinein häufiger bestätigte) und dass die Stipulation Desaster schrie, war das hier gar nicht mal so untinteressant. Klar, WCW typisch wurde einiges an Chaos gebooked, aber mit der richtigen Einstellung, dass dies hier ein Spot- und Trashfest werden musste, war das echt unterhaltsam.
Arquette schnell mit einem Big Spot aus dem größten Teil des Matches zu nehmen war definitiv klug, DDP und Jarrett nutzen die depperte Stip für eine Materialschlacht mit Blut, wie erwähnt Spots und sogar einer ganz ansehnlichen Portion Drama. WCWler hat ja quasi schon alles geschrieben. Kein Klassiber, kein Debakel, doch in seiner Art sehr unterhaltsam. Wie die WCW teilweise aus Gold Nichts machte und hier trotz Overbooking, einem Non-Wrestler und einer trashigen Stipulation einen der besten Main Events der jüngeren WCW Geschichte "zauberte"... irgendwie paradox^^

Nach dem Main Event...

WCWler: Mit dem jubelnden Jarrett war der PPV leider nicht zu Ende, denn Mike Awesome attackierte DDP auf dem ersten Käfig weiter und ihm kam Kanyon zur Hilfe. Er brawlte mit Awesome und dieser schubste Kanyon vom Käfig auf die Rampe, die die WCW zum ersten Mal seit Jahren wieder vom Entrance zum Ring hatte. Kanyon fiel genau auf den geplanten Punkt, blieb dann auf dem Rücken etwas verdreht liegen und die Kommentatoren verkauften diese Szene sehr dramatisch und mit einem leblosen Kanyon ging der PPV zu Ende.
Das alles wäre keine große Erwähnung wert, da der Stunt und alles gut gemacht war. Das widerwärtige an dieser Szene war aber, dass der PPV in Kansas City war und genauer gesagt in der Kemper Arena. Jener Arena, wo Owen Hart kein Jahr zuvor in den Tod stürzte. Und um der Pietätlosigkeit noch die Krone aufzusetzen, war es der Geburtstag von Owen Hart. Das alles hätte man, also Vince Russo, wissen können. Vielleicht reagiere ich da über, aber ich fand es sehr widerwärtig.

Aquifel: In der Tat mehr als geschmacklos. Der WCW wird das bewusst gewesen sein, denn so viele "schreckliche" Zufälle kann es gar nicht geben. Aber Controversy creates halt Cash oder wie es so schön heißt. Zeigt insgesamt aber bestenfalls wie verzweiflet die WCW "edgy" sein wollte.

Die Titelmatches

WCWler: Der PPV begann mit einem Match um den Cruiserweight Title. Chris Candido und The Artist schafften es ein recht langweiliges Match oft zu verbotchen. Candido musste einmal einen sehr hohen Wurf über den Ringpfosten nach draußen hinnehmen, was schon der eindrucksvollste Move im ganzen Match war. Nach Einmischung von Tammy und Paisley konnte Candido nach einem Piledriver und einem Flying Headbutt den Titel verteidigen.
Das Hardcore Match war wie immer und am Ende gewann Terry Funk gegen Norman Smiley und Mystery Man Ralphus. Sehr peinliche Vorstellung von allen.
Auch das Match um den prestigeträchtigen United States Title war nicht so gut. Scott Steiner besiegte General Rection, der nun neben New Blood und dem Millionärsclub mit den Misfits in Action eine dritte Gruppe bilden sollte. Die Wortspiele bei ihren Namen werden noch lustig, aber hier war nichts lustig. Am Ende musste er im Steiner Recliner aufgeben und Booker kam zur Hilfe nach dem Match.

Aquifel: Candido gegen The Artist war in der Tat recht langweilig. Candido war zwar ein durchaus fähiger Wrestler, aber das allein half nicht, da irgendwie keinerlei Chemie zwischen ihm und The Artist bestand (der mir mit seinem Gimmick eh auf die Nerven ging). Schlimm war aber vor allem das recht biedere Wrestling und vor allem das traurige Botchen gewisser Keyspots insbesondere dem Ende. Ne, ne, ne.
Funk gegen Smiley & Ralphus war der typische 08/15 Hardcoreschmonz der WCW. Hier besonders schlimm, da Ralphus anscheinend 99% der Zeit nicht wusste, was er tun sollte. Schon peinlich wenn Smileys Partner die Hälfte der Zeit tatenlos neben Funk steht, während dieser Smiley verdrischt. Dazu einige Fremdschäm-Szenen im Ring... auweia
Steiner und General Rection... ich war ja durchaus nicht abgeneigt, wenn es um Steiners Stil ging, denn das passte wie Arsch auf Eimer ohne klassisch gut zu sein. Aber Rection und seine dritte Fraktion im eh schon bananigen Kamof um die WCW... Wortspiele hin oder her, im Ring war das eher wenig bis nichts. So auch hier.

Die restlichen Matches

WCWler: Shawn Stasiak und Curt Hennig haben für eine richtige Sensation gesorgt. Erstmal war es ein technisch gut geführtes Match, in dem die Fans leider nicht ganz drin waren, da sie Stasiak ablehnten. Der hatte das Gimmick des noch perfekteren Mr. Perfect und so kam es hier zu diesem Match mit schönen Wrestlingmoves inklusive Submissions und am Ende gewann Stasiak mit dem Perfect Plex, dem Finisher von Hennig. Was aber auffallend war: Beide zeigten zum ersten Mal seit Wochen in der WCW ein Singles Match ohne Eingriff und ohne Waffen, wenn man mal von einem kurzen Würgen mit einem Kabel absieht. Das war ein richtiges Wrestlingmatch.
Vor dem oben beschriebenen Intermezzo nach dem Main Event hatten Mike Awesome und Kanyon, schon vorher das Vergnügen miteinander. Das Match fand inner- und außerhalb des Rings statt und verlagerte sich einmal sogar in die Fans. Beide zeigten ein schönes Match u.a. mit einem Reverse Neckbreaker von Kanyon vom Top Rope und einige Powerbombs von Awesome. Danach wurde es leider unübersichtlich. Erst kam Kevin Nash raus und wollte Awesome angreifen, wurde aber von New Blood attackiert. Ihm zu Hilfe kam dann der Millionairs Club, bis wiederum die Security von Russo und Eric Bischoff kam. Trotzdem konnten die Altstars dominieren. Sehr gutes Match bis zum Eingriff. Den hätte man auch nach dem Match machen können...
Vince Russo, der in den Shows sehr omnipräsent war, hatte Elizabeth entführt und Lex Luger wollte sie natürlich wiederhaben. Vorher stand aber noch ein Match mit Buff Bagwell. Liz konnte Russo backstage mit einem Baseballschläger schlagen, zum Ring rennen, Bagwell vom obersten Seil hauen und Luger den Torture Rack ermöglichen. Lex gewinnt, hat Liz wieder und alle sind glücklich. Wäre da nicht der debütierende Chuck Palumbo gewesen, der als Gimmick eine Lex Luger Kopie hatte und Luger seinerseits in den Torture Rack nahm. Als wäre ein Luger nicht schon genug... Bagwell nahm Liz mit backstage, Luger konnte sie später aber wiederbekommen.
Shane Douglas gegen Ric Flair - Das ist wohl eine der größten persönlichen Hassfehden im Wrestling. Beide bekamen hier die Gelegenheit im Ring aufeinanderzutreffen und zeigten ein recht gutes Match. Flair steckte wie in einem typischen Flair Match halt ein. Er wurde mit einer Kette geschlagen, steckte seinen eigenen Finisher ein und verlor nachdem ein falscher Sting ihn mit einem Baseballschläger niederschlug und Douglas ihn einrollte. Der falsche Sting entpuppte sich dann als David Flair, der mal wieder gegen seinen Vater turnte. Danach sollte es für 5 Minuten Russo gegen Flair geben und zusammen mit Douglas und Bagwell attackierte Russo Flair. Kevin Nash wollte zur Hilfe kommen, wurde aber ebenso ausgeschaltet. Bemerkenswerte finde ich, dass der Nature Boy sich immer wieder blamieren lässt und Vince Russo kommt wie ein Fan rüber, der sich unbedingt an den Wrestlern rächen möchte, die er nicht mag.
Vampiro und Sting hatten ja schon vor dem Reboot miteinander zu tun, aber als Team. Vampiro turnte gegen Sting und beide hatten schon ein paar seltsame Begegnungen seit dem letzten PPV. u.a. auf einem Friedhof. Sting, der da lebendig begraben wurde, war hier wieder quicklebendig und zeigte ein sehr ausgeglichenes und gutes Match mit dem Vampir. Beide nutzten im Laufe des Kampfes ein Eisenrohr und konnten die Dominanz den anderen jeweils mit einem Low Blow beenden. Die DQ-Regel war halt seit Wochen quasi nicht existent. Sting gewann dann das gute Match nach zwei Scorpion Death Drops.
Hulk Hogan gegen Kidman war einer der Fehden, die auch schon etwas länger gingen. Eric Bischoff war hier der Ringrichter und sollte natürlich nicht unparteiisch sein. So sah er zweimal einen Pinfall von Hogan nicht, schickte Horace nach hinten und hinderte Hogan am Einsatz von Gegenständen, während er Kidman diese ermöglichte. Das alles führte zwar zu einem unfairen Kampf, aber zu einem recht ordentlichen Match. Beide bemühten sich, Hogan baute drei Tische auf, steckte eine Hurricanrana ein (!) und sellte sogar einige Moves. Allerdings gewann er dann doch, nachdem er Bischoff mit einer Powerbomb durch einen Tisch schickte, Kidman einen Splash verpasste und selbst durch einen Tisch flog und Horace am Ende doch im Ring war und den Pinfall mit dem Arm des ausgeschalteten Bischoff zählte. Hogan blutete kräftig und das ganze war richtig unterhaltsam!

Aquifel: Stasiak gegen Hennig war in der Tat mal ein richtiges Wrestlingmatch. Sicher nicht hochklassig, aber immerhin nicht der Durchschnittsschwachfug, den die WCW sonst gerne bot. Schade, dass Hennig selten gescheit genutzt und Stasiak insgesamt nicht angenommen wurde. Beide waren so viel besser als die Hälfte der Nasen, die in der WCW immer ihre großen Matches und Spotlight bekamen.
WCW und ihre Eingriffe... Mike Awesome und Chris Kanyon zeigten sehr nette Action im Ring, ganz unterhaltsames Brawling außerhalb... eine der besten WCW Matches der letzten Zeit und dann mussten natürlich Nash, Security und und und eingreifen. Wieso nicht nach dem Match, wie WCWler geschrieben hat? Dann wäre das ein sehr ordentliches Match mit chaotischem Aftermath gewesen. So wurde das Ende aber versaut. Trotzem gutes Match, aber das Booking stand mal wieder im Weg.
Die Buff/Luger Geschichte hat WCWler gut dargelegt. Man kann sich denken, wie meine Meinung dazu ist. Das Match... leider auch nicht viel besser. Gab aber schon wesentlich Schlimmeres von beiden.
Mal abgesehen vom bescheuerten Ende und dem Aftermath, mal wieder, war Flair gegen Douglas ein sehr ordentliches Match. Flair weiß eh, wie man mit fast jedem ein gutes Match aufzieht und dann hieß sein gegner noch Shane Douglas, der ebenfalls so einiges drauf hatte. Aber wie gesagt, am Ende gibt es wieder falsche Stings, Beatdowns und all das, was die WCW in den vergangenen Jahrne erst aus-, dann so langweilig gemacht hat. Ärgerlich, schadet dem Match aber nicht so grundlegend, dass man sich wirklich noch drüber aufregen muss.
Sting gegen Vampiro hatte schon einige trashige B-Horror-Elemente in der Story. Und so enttäuschend manche ihrer Matches waren, hier war das alles ganz passabel. Die durchgehende No DQ Regel der WCW sorgte hier für einige Wechsel in der Dominanz, insgesamt gab es aber auch viel eher klassisches Wrestling. Durchaus ansehnliches Match in einer Fehde, die derer nicht unbedingt sehr viele hatte.
Hogan, Mr. Ego, der in der WCW vor allem durch zweiteren namen (also Mr. Ego) auffiel sollte nun also gegen Kidman ran. Klang furchtbar auch wenn die Fehde durchaus "hot" war. Klar gab es hier unter anderem dank dem parteiischen Eric Bischoff als Ref Overbooking. Aber, und das muss ich überrascht zugeben, das war an sich alles gar nicht mal schlecht. Im Gegenteil, so gut wurde ich von einem Hulk hogan Match gefühlte Ewigkeiten nicht mehr unterhalten. Hogan war mal motiviert und bemüht, Kidman eh ein unterhaltsames Kerlchen und im Gegensatz zur Fremdschäm-Hardcore-Division der WCW war das hier im positiven Sinne trashig. Spots, Blut, eine Underdog gegen Legende Story... passte.


Fazit

WCWler: Slamboree 2000 ist der beste PPV seit Monaten für die WCW gewesen. Sicher gab es schlechte Matches wie das allmonatliche Hardcore Match oder mit Leuten wie Luger und Steiner im Ring gegen mittelmäßige Gegner. Aber es war nie langweilig und auch wenn der Nachlauf vom Main Event für mich vollkommen daneben war und das Wrestling nie hochklassig war, hat mir der PPV gefallen. Ich gebe starke 6 Punkte.

Aquifel: Slamboree 2000 war kein Klassiker oder großer PPV. Schaut man sich aber die WCW PPVs an, die WCWler und ich in den letzten Monaten durchlitten haben, dann war das hier ein echtes Highlight. Es gab zwar etwas Belangloses und Schlechtes, aber wir haben mit Hogan/Kidman, dem Mainer, Douglas/Flair, Vampiro/Sting, Aweosme/Kanyon und Stasiak/Hennig einiges, das durchaus ansehnlich, unterhaltsam oder gar gut war! 6 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung

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