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Inside The Cage Classics #186: WCW Starrcade 1999 – The Granddaddy of them All

Kolumne

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Published on:
19.04.2017, 20:35
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #186: WCW Starrcade 1999 – The Granddaddy of them All

Ja, am Anfang wurde Starrcade, nicht gänzlich falsch, als der Granddaddy of them all bezeichnet. Ob das qualitativ auch zutrifft klären WCWler und Aquifel für euch.




Main Event

Aquifel: Der Main Event klang auf jeden Fall schon einmal Starrcade-würdig. Bret Hart musste seinen Titel gegen Goldberg verteidigen. Und man muss sagen: Dies war eines der besten Goldberg Matches in der WCW. Die Stimmung war hot as Hell, Hart und Goldberg harmonierten recht gut und allgemein kam sehr viel Spannung auf. Aber das Finish... wow... und hä? Also wie das zumindest beim Network endete war das bestenfalls verwirrend und blöd. Way to go WCW. Ein gutes Match durch Booking, MAL WIEDER, zu versauen.

WCWler: Bret Hart hat nach seinem Titelgewinn Goldberg das erste PPV-Match versprochen. Zwischen den beiden ging es recht freundschaftlich zu und sie gewannen sogar die Tag Team Title. Diese verloren sie aber bei Thunder in der Woche vor dieser Show durch ein Missverständnis. Das Match selbst, ein No DQ Match, begann nach einem Handshake sehr langsam mit Abtasten und einigen Restholds. Doch dann wurde es intensiver. Mit Billy Silverman, Charles Robinson und Johnny Boone gingen drei Ringrichter zu Boden. Hart zeigte einen Figure Four Leglock am Ringpfosten, beide zeigten den Move im Ring und nach einem missglückten Spear von Goldberg blutete der Herausforderer sogar. Etwas später konnte er seinen Spear aber durchbringen, aber ohne Ringrichter brachte es natürlich nichts. Ganz langsam kam nun Roddy Piper zum Ring, der nach vielen Konfrontationen mit Vince Russo nun Ringrichter war, doch anstatt dass Goldberg den Jackhammer zeigen konnte, nahm der Hitman seinen Gegner in den Sharpshooter. Er hatte ihn noch nicht richtig rumgedreht und Goldberg kam auch an die Seile, aber da hatte Piper schon die Ringglocke läuten lassen. Der Hitman wurde als Champion ausgerufen, Piper nahm den Titel mit und ließ ratlose Wrestler zurück. Hart verfolgte ihn und am Entrance drückte Piper, der ziemlich resigniert aussah, Hart den Titel. Damit endete Starrcade.
Positiv war, dass das Match ohne einen Eingriff ablief. Warum man aber hier Montreal 97 nachspielen musste, dieses Mal augenscheinlich mit Bret Hart in der anderen Rolle, dass war recht fragwürdig. So machte man ein gutes Match kaputt.

Titelgeschehen

Aquifel: Den Anfang der Titelmatches machte der Cruiserweight Title. Einst die Division, die die Qualität bei WCW PPVs sicherte, konnte man bei der Ansetzung Evan Karagias gegen Madusa schon das Schlimmste befürchten. Zugegeben, das Match war kurz, knackig und actionreich. Aber bei Zeiten auch etwas unsauber. Spannend oder gut wurde es freilich nie. Am Ende gewann Madusa, da Karagias Valet Spice gegen ihn turnte. Wirkte als Finish plausibel, aber im Ernst: Ein Cruiserweight Title Match zwischen einer Frau, die ihre beste Wrestling Zeit schon hinter sich zu haben schien, und einem eher unsauberen und unaufregendem Worker, der wohl vor allem für sein Multi Man Ladder Match beim nächsten Starrcade einigen ein Begriff geblieben ist... das alles dauert keine 4 Minuten und hat somit bei der Show des Jahres nicht viel verloren.
Das Hardcore Title Match zwischen Norman Smiley und Meng war dann vor allem ein wilder Backstage-Brawl, der durch Chaos dominiert wurde. Das mag kurzweilig sein, aber die Entscheidung durch Eingriffe u.a. von Finlay, die Kürze und fehlende Intensität... nunja, die WCW konnte Hardcore Matches bei PPVs halt einfach nicht so gut wie die WWF. Und das lag nicht nur an den Workern. Tut so nicht weh, muss aber keiner gesehen haben.
Zu guter Letzt (neben dem Main Event) stand der US Title auf dem Spiel. Jeff Jarrett forderte in seinem zweiten Match und dritten Auftritt des Abends Champion Chris Benoit in einem Ladder Match heraus. Und oh Wunder was, beide schafften es sogar aus der verhältnismäßig kurzen Matchzeit alles rauszuholen. Einige Highspots (epischer Diving Headbutt von der Leiter), viel Einsatz der Leiter, schnelle Action und Spannung ohne Eingriffe mit dem richtigen Sieger. Davon hätte die WCW viel mehr produzieren sollen, denn das war wirklich stark und meiner Ansicht nach das betse Ladder Match der WCW.

WCWler: Was man hier mit dem Cruiserweight Title machte, war schon eine Schande. Evan Karagias war schon nicht der wirklich gute Champion gewesen, verbotchte hier ein paar Moves und am Ende gewann Madusa als erste Frau in der WCW einen Männertitel. Wenn man sowas schon machen muss, warum dann mit dem Cruiserweight Title? Hier hat man niemandem einen Gefallen getan und Karagias sah bei dem Ende schon ziemlich dämlich aus, Nach einem kaum gesellten Low Blow von Spice konnte Madusa nämlich den Sieg holen.
Das Hardcore Title Match war ein typisches WCW Hardcore Match, was viel backstage stattfand und jede Menge Plunder hatte. Natürlich mischten sich auch Leute ein. Smiley, der sich am Ende versteckte, pinnte Meng und verteidigte den Titel. Ich konnte mit Smiley nie was anfangen und fand die Darbietung hier schlecht. Nach dem Kampf bekam Nick Patrick noch den Tongan Death Grip an.
Eigentlich sollte Scott Hall das Leitermatch bestreiten, doch er hatte eine (echte) Knieverletzung. So sprach Benoit früh im PPV eine offene Herausforderung aus und die wurde, leider, von Double J angenommen. Als hätte Jarrett nicht schon genug auf dieser Card gemacht... Das Match hier war aber das beste Match des Abends und wirklich eines der besten Leitermatches der WCW-Geschichte. Beide zeigten das erste richtig Wrestlingmatch des Abends und banden die Leite dabei sinnvoll ein. Sei es mit dem Aufstellen in der Ringecke, das Kämpfen auf der Leiter und dem von Aquifel schon angesprochenen Headbutt. Ebenfalls eindrucksvoll war ein Move, als Benoit auf der Leiter stand und JJ ihn vom Top Rope kommend mit einem Dropkick von der Leiter fegte. Das nutzte ihm aber nichts, da der Kanadier sich den Titel abhängen konnte.


Große Namen, wenig Zeit

Aquifel: In der Uppercard bekam es DDP mit David Flair zu tun. Die Crowbar on a Pole Stipulation sagt genauso viel aus, wie der Name David Flair. Flairs Sproß hatte im Ring nichts zu suchen und DDP muss ihn durch ein gut 4 minütiges "Match" oder eher Segment ziehen. Klar hat man die Kürze und Flairs "Chancen" storytechnisch erklärt, aber sowas gehört zu Nitro, nicht auf ein PPV.
Sting und Lex Luger hatten auch einiges zu klären. Denn beide hatten ein Auge auf Miss Elizabeth geworfen. In einem epischen Showdown klärte sich dann, wer hier die wahre Lie... wem mache ich etwas vor? In einem ca. 5 Minuten-Stinker langweilten Sting und Luger, bis Elizabeth "schockierend" gegen Sting turnte... DQ Finish, zwei große Namen, die enttäuschten und ein Match, bei dem man fast froh ist, dass es viel zu kurz war. Auf dem Papier top, in der Realität Flop.
Kevin Nash und Sid Vicious wollten dann klären, wer der Meister der Powerbomb war. Das klang auch auf dem Papier schon "meh", war aber durchaus turbulenter als gedacht. Auch hier litt das Match darunter, dass es kaum Zeit bekam und so jegliche Potentiale kaum nutzen konnte. Und dann griff Jeff Jarrett auch noch ein... seine Leistung im Ladder Match und im Bunkhouse Brawl in allen Ehren, aber sein Involvement in so vielen Matches nahm schon nWo-Ausmaße an. Egal, Match war besser als befürchtet, aber auch kein Knaller.

WCWler: DDP gegen den durchgeknallten David Flair war unnötig und ein Pole Match, was in den meisten Fällen unter Vince Russo ja dasselbe ist. Flair spielten den Psychopathen sehr gut und verlor auch schnell nach dem Diamond Cutter out of nowhere. Am Ende rettete ihn eine noch unbekannte Frau vor Attacken mit dem Brecheisen.
Lex Luger hatte in den Vorwochen seine Managerin und Partnerin Liz sehr schlecht behandelt und wollte sie sogar in ein Match gegen Meng stellen. Liz suchte Hilfe und fand sie bei ihrem alten Freund Sting. Wenn der hier gewonnen hätte, hätte Luger sie freilassen müssen. Vor dem Match tauschte Sting eine Dose Pfefferspray bei Liz aus, da seins besser war. Zum ersten Mal seit Jahren erkannte Sting, dass er betrogen werden sollte und natürlich wollte Liz Luger helfen in diesem Match. Liz wollte Sting mit dem Pfefferspray besprühen, doch es kamen Luftschlangen aus der Dose. Gegen einen Schlag mit dem Baseballschläger von Liz, der Sting zwar den DQ Sieg brachte, hatte er aber nichts gegen auszurichten. Am Ende brach Luger ihm noch mit einem Stuhl die Hand. Tragisch für den Stinger.
Das Match um die Powebomb. Ein typisches Big Man Match und fast schon natürlich, gab es hier einen Ref Bumb. Sid konnte seine Powerbomb zeigen, doch Mark Johnson lag etwas angeknockt in der Ringecke. Nash bekam zweimal die Powerbomb nicht durch, doch Jeff Jarrett griff ein , schlug Sid mit der Gitarre nieder und dann folgte eines der blödesten Finishes der kompletten WCW-Geschichte. Kevin Nash geht zum Ringrichter, hilft ihm hoch, weckt ihn wieder auf und sagt dem Ringrichter, dass er eine Powerbomb zeigt. Und was wacht der typische WCW-Ringrichter in seiner nahezu unendlichen Blödheit? Er läutet das Match ab und erklärt Nash zum Sieger. Das war völliger Blödsinn. Selbst die Finishes mit Hogan zuletzt waren logischer. Hach WCW...
Der Bunkhouse Brawl entstand, weil Dustin Rhodes in der Zeit vor Russo mit Videos angeteast wurde, die ihn als Seven zeigten, was an Goldust angelehnt sein sollte. Russo lehnte das ab, Rhodes hielt eine Shootpromo und nachdem Dusty Rhodes entlassen wurde, wurde Rhodes als Gegenspieler der Powers to be aufgebaut. JJ gewann hier.


Der Rest

Aquifel: Der Opener legte eigentlich ziemlich gut los. The Mamalukes Big Vito und Johnny the Bull traten gegen Disco Inferno und Lash LeRoux an. Technisch weit von einem Klassiker entfernt, passte die Energie, die Stimmung und der Unterhaltungswert aber. Die Big Men dominierten zeitweise, verloren in der Luft die Führung und als das Chaos ausbrach ging Disco die Übersicht flöten, was die Mamalukes zum Sieg nutzen konnten. Ganz spaßig als Opener.
The Revolution gegen Jim Duggan und den Varsity Club war eine einzige Katastrophe. Duggan dominierte Saturn und Dean Malenko bis sie unfair wurden. Und am Ende verprügelte der Varsity Club alle Anwesenden in einem Turn gegen Duggan. Shane Douglas taucht auf, holt den Pin für The Revolution und gebracht hat es wenn überhaupt dem Varsity Club etwas: Ein bisschen Heat für den Verrat an Duggan. Wow. Kein Wunder, dass Malenko und Saturn bald die Schnauze voll von der Promotion hatten, schaut man sich das Durchschnittsalter des Varsity clubs an.
Vampiro bekam es dann noch mit Steve Williams zu tun. Dr. Death, in Japan ein ganz Großer und auch früher in der WCW durchaus eine Bank, durfte hier Oklahoma verteidigen. Das beleidigende und billige Announcer Gimmick war eine Frechheit, aber immerhin gab es hier eine Abreibung. Nach einem kurzen, eher unspektakulären und verschenktem Match, durfte Vampiro Oklahoma nämlich verprügeln. Highlight für mich: Die Horror-Punk Band Misfits begleitete Vampiro und durfte Oklahoma mit vermöbeln. Lowlight: Warum wird Williams disqualifiziert, während die Eingriffe der Misfits vollkommen in Ordnung waren? WCW Booking halt.
Dann gab es auch noch ein Six Man Tag Match zwischen Creative Control und Curt Hennig (war der nicht erst letztes PPV in Rente geschickt worden?) und Harlem Heat inklusive Midnight. Joa. War da, war nicht gut und dann gewann auch noch Creative Control.

WCWler: Mir hat der Opener richtig gut gefallen, was auch daran liegt, da mir die Geschichte zu diesem Match gut gefallen hat. Disco hat immer noch seine Schulden bei der "Familie", tat sich mit Lash LeRoux zusammen und legte die etwas dumm dargestellten Gangster der Mamalukes ein paar Mal rein. Auch Tony Marinera wurde zwischenzeitlich mal geteert und gefedert. Hier konnten sich die Italiener durchsetzen, packten Disco in einen Bodybag, der die letzten Wochen schon einige Male zum Einsatz kam, und schleppten Inferno dann backstage. Dort wurde er in einen Kofferraum gepackt und die drei fuhren mit Disco weg. Und ich will wirklich wissen, wie es hier weitergeht!
Das Match der Revolution, die einen eigenen Staat gegründet haben, wollten gegen den Verteidiger der USA, Jim Duggan, hier ein Exempel statuieren. Der suchte sich den Varsity Club als Partner aus: Rick Steiner, der wohl Face geturnt ist, Mike Rotunda, der nach seinem sehr langen Aufenthalt bei New Japan Pro Wrestling in den letzten 2,5 Jahren gerade mal zwei WCW-Matches hatte und Kevin Sullivan, der vor knapp 2,5 Jahren nach einer Niederlage seine Karriere beenden musste. Alles fantastische Partner, die dann natürlich gegen Duggan turnten und der damit weiter der Hausmeister der WCW war. Fürchterliche Vorstellung und es hat niemandem etwas gebracht.
Vampiro gegen Williams mit Oklahoma in einem Sharkcage und am Kommentar war dann relativ ok, nur das Ende sehr unlogisch. Als Ergebnis für den Sieg durfte Vampiro fünf Minuten mit Oklahoma in den Ring und dieser wurde am Ende dann auch noch mal besiegt. Die ganze Oklahomastory war einfach nur peinlich.
Creative Control wurden dann neue Herausforderer auf den WCW Tag Team Title in einem eher schlechten Match, dass nur dazu diente, Streit bei Harlem Heat zu fördern.


Fazit

Aquifel: Joa, das war also WCWs Wrestlemania im Jahre 99. Zum Vergleich: Die WWE hatte dieses Jahr 13 Matches, 3 davon in der Pre-Show, Laufzeit fast 7 Stunden. Die WCW brauchte für Starrcade 99 nicht mal 3, bei gleich vielen Matches. Nur 4 Matches überschritten die 10 Minuten. Das war in der Form, bei einigen Ansetzungen und der "Größe" der Storylines nicht mal ein B-PPV, das war ein Nitro, das bezahlt werden musste. Immerhin gab es neben Stinkern und viel zu kurzem Schmonz auch Lichtblicke: Der Opener machte Spaß, der Bunkhouse Brawl auch, das Ladder Match um den US Title war ohne Frage stark und für mich das beste WCW Ladder Match und bis zum Finish war sogar der Main Event gut (das versaute aber mal wieder alles). Als PPV vielleicht 3 Punkte, als Starrcade ganz, ganz knapp 2.

WCWler: Ein tolles Leitermatch, ein schöner Opener und ein Main Event, der bis zum Auftauchen von Piper klasse war. Aber der Rest? Es gab Totalausfälle wie das Powerbomb Match oder das Eight Man Tag, schwachsinniges Booking um den Cruiserweight Title oder im Match von Sting gegen Luger und viel zu viel Jeff Jarrett für meinen Geschmack. Ich gebe 3 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung
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