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Inside The Cage Classics #166: Backlash 1999 – Ein Abend voller Durchschnitt

Kolumne

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Published on:
30.11.2016, 18:11
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
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Die In Your House Marke wurde langsam und nahezu stillschweigend fallen gelassen. Zu Beginn lief die IYH-Beschreibung noch mit, doch nach und nach war es dann vorbei. Vielleicht auch besser so. Der PPV-Name war nicht so schlecht, immerhin hat man ihn ja sogar im Jahr 2016 für den SmackDown Brand wieder hervorgeholt. Wie die 2016er Ausgabe war wissen wir seit knapp 2 Monaten, doch wie war Backlash 1999? Eddie und JoMo berichten:

Austin & Rock im Re-Match + der zweite Boiler Room Brawl

JoMo: Erwartungsgemäß fand bei WWF Backlash 1999 das Re-Match zwischen dem neuen WWF Heavyweight Champion Steve Austin und dem vorherigen Titelträger The Rock statt. Die Corporation setzte alles daran den Titel wieder in die eigenen Reihen zu holen und so wurde hier sogar Shane McMahon als Special Referee integriert. Den beiden Protagonisten merkte man an, dass der Druck eines WrestleMania-Main-Events nicht auf ihnen lastete und das Match selbst war gleich viel besser. Die No Holdes Barred Stipulation half dem Ganzen natürlich ebenfalls. Zusammenfassend muss man jedoch sagen, dass man von späteren Rock-Austin-Matches einfach zu sehr verwöhnt wurde, wenn man diese bereits kennt und die 99er Duelle dadurch nicht gänzlich zu überzeugen wissen. Am Ende konnte die Rattlesnake trotz aller Widerstände seinen Titel verteidigen und sollte damit zeitgleich das langsame Ende von Rocky in der Corporation einleiten. Dessen Face-Turn mit anschließendem Run als Peoples Champion sollte unmittelbar vor der Tür stehen. Ebenfalls auf der Card befand sich der zweite Boiler Room Brawl der Geschichte. Erneut war Mankind beteiligt, diesmal war sein Gegner jedoch The Big Show. Nach dem Turn vom Riesen nach WrestleMania gegen die Corporation bauten dieser und Mankind eine Art solidarische Verbindung auf. Letzterer wollte jedoch unbedingt dieses Match, da er einen finalen Schlussakt mit dem Riesen tanzen wollte. Es entstand ein harter Brawl, bei welchem beide Wrestler ordentlich einsteckten. Am Ende griffen der Big Bossman und Test in das Match ein nahezu schwer verletzter Mankind (eine Glasscherbe bohrte sich tief in seine Hand) konnte sich durch die Ausgangstür robben und gewinnen. Nette kleine Abwechslung auf der Card.

Eddie: Dieser Main Event ist wahrlich eine gelungene Fortsetzung in der Story zwischen Austin und Rock. Was für ein grandioses Match! Ich fand ja schon das Mania Match nicht schlecht, doch dieses hier ist von der Stipulation, dem Special Referee und dem ganzen drumherum einfach so perfekt erzählt, das macht einfach Spaß. Mit 17 Minuten hat man hier auch eine gute Matchzeit gefunden um das ganze nicht als Overkill darzustellen sondern zum richtigen Zeitpunkt den Schlussstrich zu ziehen. Der Sieg von Austin und das Ausscheiden von The Rock (im langsamen Nachgang) passen ebenfalls. Klar werden wir bei WrestleMania X-Seven und WM XIX noch bessere Kämpfe sehen zwischen den Beiden, aber zu diesem Zeitpunkt war hier einfach alles richtig gemacht.
Ich muss sagen, dass ich die Boiler Room Brawl Stipulation einfach nur merkwürdig finde. Man hat jedoch den Bogen zur Story dahin gut gespannt und auch gut hinbekommen, wieso Mankind und Big Show gegeneinander fehdeten und hier dieses Match bieten. Und ja, JoMo hat durchaus Recht, wenn er sagt, dass das als Abwechslung ganz ok ist. Die Eingriffe waren beinahe vorhersehbar, doch ebenfalls ok. Kann man machen.

Der Undertaker besiegt den Worlds Dangeroust Man + Al Snows endgültige Krönung

JoMo: Können wir uns darauf einigen, dass die Zeit im Jahr 1999 der Karrierehöhepunkt von Ken Shamrock in der WWF war? Er wirkte in der Rolle als Rächer von Vince McMahon und Stephanie McMahon, welche vom Undertaker entführt wurde, absolut passend. Zeitgleich bookte man sich jedoch direkt in ein großes Problem. Der Undertaker kam als Anführer seiner Ministry of Darkness gerade wieder over und konnte dieses Match unmöglich verlieren. Selbiges Problem hatte man aber bei Shamrock, welcher letztlich die Niederlage einstecken musste. Durch diese Niederlage wurde dem Worlds Dangeroust Man dann jedoch auch direkt wieder der Wind aus den Segeln genommen. Das Match selbst war solide, aber jetzt auch kein wahres Highlight. Eine kleine Cinderella-Story erreichte bei Backlash 1999 ebenfalls ihren Höhepunkt. Seit seiner Rückkehr aus der ECW kämpfte sich Al Snow durch das Roster, doch verfehlte immer kurz vor dem Ziel den ganz großen Erfolg. Beim April PPV der WWF sollte es endlich zur großen Krönung kommen. Nach mehreren Niederlagen gegen seinen neuen Erzfeind und den amtierenden WWF Hardcore Champion Hardcore Holly konnte er das Blatt an diesem Abend endlich wenden und zwar mithilfe seines Schaufensterkopfes Head. Mit diesem schlug Snow seinen Gegner nämlich nieder und konnte sich anschließend endlich sein erstes Titelgold in der WWF um die Hüften schnallen.

Eddie: Können wir uns darauf einigen, dass 1999 wirklich 1995 V2.0 gewesen ist? Ich muss deinen Satz missbrauchen, denn abgesehen von den Main Events, die fast allesamt hervorragend waren, hat man hier doch nichts, was wrestlerisch auch nur annähernd gut oder oberer Durchschnitt ist. Auch der Undertaker und Ken Shamrock fallen in die Kategorie, war da, war ok, aber war dann auch einfach viel zu lang. Und das Booking lief tatsächlich in eine Sackgasse. Dass der Undertaker bei dieser Konstellation aus zwei Leuten, die over sind, beliebt sind und vor dem nächsten Sprung stehen, als Sieger hervorgeht, das war auch fast vorherzusehen. Wäre der Undertaker mit seiner Ministry nicht so beliebt gewesen, wäre das wohl die Krönung von Shamrock gewesen, aber seien wir mal ehrlich, im Wrestling Ring war er dann auch nicht so gut, als dass man ihn in der Uppercard gebraucht hätte. Demnach passt das so schon alles.
Al Snow und Hardcore Holly hingegen sind dann doch noch ein kleines Highlight auf der Matchcard und konnten immer für solides bis gutes Popcorn-Wrestling sorgen. Der Titelwechsel zu Al Snow ist dann auch ein schöner Feelgood-Moment, der zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient war!

Was sonst noch war

JoMo: Was bleibt ist sehr viel Durchschnitt. Richtig enttäuscht war ich vom Aufeinandertreffen der ehemaligen DX-Kumpels Triple H und X-Pac. Das Match dauerte zwar fast 20 Minuten, doch die Beiden bekamen zu keiner Minute den Hass durch den Verrat des besten Freundes transportiert. Die Fehde Triple H/Chyna/Billy Gunn vs. Road Dogg/X-Pac/Kane war für mich sowieso eines der Lowlights des Jahres 1999. Das Potential war da, doch die Umsetzung wollte irgendwie nie so richtig klappen. An diesem Abend waren die New Age Outlaws allerdings noch ein Team und konnten dabei Jeff Jarrett und Owen Hart in dessen letzten PPV-Match für die WWF besiegen. Auch hier passt das war Durchschnittskost einfach perfekt. Richtig einschläfernd war hingegen das Six Man Tag Team Match im Opener. Bradshaw, Faarooq und Mideon vertraten dabei die Ministry of Darkness und durften alle drei Mitglieder der Brood besiegen, welche sich nach WrestleMania von der Ministry lossagten. Als Opener komplett deplatziert. Das Publikum wurde nicht angeheizt, sondern eher eingeschläfert. Ebenfalls schwach war das WWF Intercontinental Title Match zwischen dem Godfather und Goldust. Nach seinem Titelgewinn vor wenigen Wochen verteidigte der Pimp Daddy hier sein Gold und Goldust sollte sich schon bald aus der WWF verabschieden. Leider wie ich finde. Er wurde Ende 1998, Anfang 1999 gerade wieder interessant.

Eddie: Das Match zwischen Triple H und X-Pac, alter Falter. Der Inbegriff einer verschwendeten Storyline, da sie im Ring überhaupt nicht zum Tragen kommt. Wir hassen uns? Gut, wrestlen wir eben 20 Minuten lang einen 08/15 Kampf und hoffen, dass die Fans das nicht merken. Das Tag Team Match war ok muss ich sagen. Typischer Durchschnitt und eigentlich der Mindestanspruch an ein Match, das dann mit ausreichend beurteilt werden würde. Die verbliebenen zwei Kämpfe verdienen eigentlich gar keine große Erwähnung und mehr als das, was JoMo bereits geschrieben hat, gibt es wahrlich nicht zu sagen.

Fazit

JoMo: Ein langweiliger PPV voller Durchschnitt. Kein Match blieb langfristig in Erinnerung, doch auch immerhin waren nicht ganz so viele große Lowlights dabei. Der Boiler Room Brawl rettet einen Punkt und beschert der Show insgesamt 4 Punkte.

Eddie: Ich bin etwas gnädiger, da ich Austin vs. Rock in dieser One-Match-Show wirklich stark fand. Und bis auf HHH-Pac und die zwei von mir nicht erwähnten Kämpfe ist das ja alles auch ok, womit ich bei 5 Punkten lande.

Die PPV-Gesamtwertung
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