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Inside The Cage Classics #159: Royal Rumble 1999 – Vince McMahon schockt die Welt

Kolumne

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Published on:
12.10.2016, 12:11
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
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Nun sind wir also auch der mit der WWF im Jahr 1999 angekommen. Traditionsgemäß beginnt das Wrestlingjahr der größten amerikanischen Wrestlingpromotion mit dem Royal Rumble. Auch Eddie und JoMo haben wieder das WWE Network angeworfen und kamen dabei zu folgendem Fazit:

Vince McMahon gewinnt den Royal Rumble

JoMo: Der 1999er Royal Rumble war ein guter. Die Spannung war zu Beginn schon grandios, als sich tatsächlich Steve Austin und Vince McMahon als Nummer 1 und 2 gegenüber standen. Der Anfang wurde dann auch gut geregelt. Austin eliminiert schnell einen Gegner und vermöbelte nebenbei den Boss und wurde von diesem Backstage gelockt. Natürlich mag man sagen, dass Austin hier leicht dumm wirkte und sich hätte bewusst sein müssen, dass er nur in eine Falle gelockt wird, aber ansonsten war das schon gut umgesetzt, um Austin vorerst aus dem Match zu schreiben und am Ende erneut eine Konfrontation mit Vince aufzubauen. Was ich nicht unbedingt gebraucht hätte war im Folgenden der Auftritt von Mabel, welcher etliche Wrestler eliminieren durfte. Immerhin hatte es eine logische Begründung. Man wollte ihn stark darstellen, sodass er im Anschluss von der Ministry of Darkness entführt werden konnte um als Viscera wiederzukommen. Besser fand ich die dargestellte Dominanz von Kane, welcher als Monster damals einfach over war. Auch seine selbstverschuldete Eliminierung, da er mal schnell die Arbeiter der Klapsmühle vermöbeln wollte, in welche er von Vince McMahon eingewiesen wurde, machte Sinn. Netter Auftritt von Kane um ihn weiter als dominant darzustellen. Ebenfalls ein nettes Randdetail war die Eliminierung von Mark Henry durch Chyna. Die Beiden hatten eine Vorgeschichte in den Vorwochen, als Henry Chyna erst verführen konnte, dann aber seinen Ruf als Sexual Chocolate gerecht wurde und sie betrügen wollte. Zu seinen Lasten mit einer von Chyna vermittelten transsexuellen Person. Zum Ende des Matches kehrte schließlich auch Steve Austin zurück und eliminierte munter Gegner, bevor nur noch er und Vince übrig waren, welcher in der Zwischenzeit am Kommentatorenpult Platz nahm. Als Austin kurz vor dem Sieg stand erschien plötzlich The Rock und lenkte die Rattlesnake so ab, dass Vince ihn mit letzter Kraft über das oberste Ringseil hieven konnte und so völlig überraschend als Sieger bekannt gegeben wurde. Vince trat am folgenden Abend bei Raw von seinem Recht zurück, woraufhin Comissioner Shawn Michaels dazwischen funkte und Steve Austin zur Frustration des Bosses als neuen Herausforderer für WrestleMania benannte.

Eddie: So unterschiedlich können doch die Meinungen sein. Ich liebe Royal Rumble Kämpfe. Egal welcher Promotion, egal wann, egal wie. Denn wenn diese richtig gebookt sind und die nötige Starpower haben, dann können diese nur funktionieren. Da hätten wir aber schon das Problem, das ich hier sehe. Weder hat man Stars (wer bitte, hätte hier gewinnen sollen?), noch gibt es wirklich erwähnenswertes in meinen Augen. Wenn Kane, Mabel und Chyna diejenigen sind, die gesonderte Erwähnung finden müssen in einem Royal Rumble, dann sagt das meiner Meinung nach schon alles aus. Klar, die Story rund um Austin und McMahon, auch im Hinblick auf Valentine's Day Massacre und die gesamte Fehde natürlich super gemacht, doch abgesehen davon hat man einfach nichts. Die Nummer 23, Triple H, ist der erste, dem man einigermaßen den Sieg zutrauen würde, mit Abstrichen Kane als Nummer 18, danach noch Owen Hart als Nummer 29, doch auch hier muss man sehr viel guten Willen zeigen, um ihm den Sieg zuzutrauen. Die Schlussszenen sind dann noch einmal richtig gut, doch ich bin hier total anderer Meinung wie JoMo, ich fand diese Stunde unsäglich langweilig und das Match auch einfach nicht gut. Wobei das 1999 wohl ein weilchen so bleibt, 1995 light quasi. Mein persönliches Highlight sind die Fans in der ersten Reihe, die einfach die Zeit ihres Lebens zu haben scheinen.

Mankind gibt auf + Titelverteidigung von Shamrock

JoMo: Das brutale Highlight des Abends gab es allerdings bereits vor dem beschriebenen Main-Event. Der neue WWF Heavyweight Champion Mankind musste seinen Titel gegen den vorherigen Titelträger The Rock aufs Spiel setzen. Mankind wählte dafür sogar eine Matchart, welche für ihn wie gemacht war, ein I Quit Match. In der Pre-Show des PPVs gab Mankind noch ein zuversichtliches Interview, dass er nie die Worte I Quit schreien würde und wiederholte diese dreimal lautstark. Ein Fehler wie sich nach im Nachhinein herausstellen sollte. Nach einem intensiven und harten Brawl konnte The Rock seinen Gegner mit Handschellen fesseln und unzählige male ungebremst mit einem Stuhl auf den ungeschützten Kopf von Mankind einschlagen. Schockiert verließ bei diesen Szenen die Familie von Mick Foley die Halle und letztlich ging Mankind nahezu bewusstlos zu Boden. The Rock hielt das Mikrofon an den Kopf von Mankind und dieser rief dreimal die Worte I Quit. Beim folgenden Raw stellte sich heraus, dass es sich hierbei um den Originalton aus der Pre-Show handelte und Foley betrogen wurde. Die Fehde war somit noch nicht ausgestanden. Ein anderer Champion machte es an diesem Abend besser als Mankind. Ken Shamrock konnte seine WWF Intercontinental Championship in einem soliden Kampf gegen Billy Gunn verteidigen. In diesem Match wurde außerdem Gunns Bein so schwer verletzt, dass dieser letztlich humpelnd auf einem Bein und ohne Schuh am Royal Rumble Match teilnehmen sollte. Nette Randgeschichte.

Eddie: Dieses WWF Heavyweight Title Match war einfach nur stark. Sowohl von der Story selbst als auch vom Match. Mankind war hier so stark wie beinahe nie in seiner Karriere und The Rock war so richtig in seiner Rolle angekommen. Natürlich ist es im Nachhinein betrachtet beinahe idiotisch hart geführt mit diesen ungeschützten Stuhlschlägen, nicht umsonst hat er einen tiefen Cut am Ende. Doch spannender ging es hier beinahe nicht und diese Einspielung des Bandes war doch so genial wie hinterlistig. Wer auf diese Idee kam, der hat hoffentlich einen riesigen Bonus bekommen. Denn weder wurde – RAW mit eingerechnet – Foley in seinem Charakter geschwächt, im Gegenteil, und The Rock wurde weiter over gebracht, as simple as that. Dazu in einem richtig guten Match und man hat das, was man sich von einem Titelmatch der besten Sports Entertainment Liga wünscht. Die Story um Gunn, der quasi fast nicht am Rumble teilnehmen kann ist tatsächlich gut, dieses konsequente Selling ist genial! Das Match war absolut ok zwischen Gunn und Shamrock, aber auch nichts, was man sehen muss. Wenn man das nicht sieht hat man definitiv nichts verpasst.

Der kaum vorhandene Rest

JoMo: Die Überschrift trifft es ganz gut. Der Rest war nahezu belanglos. In einem faden Opener besiegte der Big Bossman nach 12 Minuten den Road Dogg clean. Als Stimmungsanheizer diente dieses Matches auf jeden Fall nicht. Ein bisschen besser war das WWF European Championship Match zwischen X-Pac und Gangrel. Mit nicht mal 6 Minuten aber fast zu kurz um einen wirklichen Matchfluss aufkommen zu lassen. Da hätte man lieber ein paar Minuten vom Opener in dieses Match investiert. Nicht näher eingehen möchte ich auf das WWF Womens Title Match zwischen Sable und Luna. Einfach nur belanglos, langweilig und Sable begann so langsam sich abzunutzen, da man immer wieder die gleiche Schallplatte anschauen/anhören musste.

Eddie: Der Rest verdient schon fast keine Erwähnung. Das war langweiliger Einheitsbrei, den man hier geboten bekam. 12 Minuten zwischen Road Dogg und dem Bossman, die wirken wie 30 und ein Finish bietet, das so einfach keinen Sinn macht. X-Pac und Gangrel machen aus den wenigen Minuten durchaus viel, doch bleiben dabei auf einem Level, das einfach noch nichtssagend bleibt. Die Zusammensetzung ist auch nicht die unbedingt beste muss ich sagen. Ich hatte jetzt kurz überlegt, wie sehr ich den Status von Sable mittlerweile in der WWF ausnutzen möchte, doch bleibe hoffentlich etwas sachlich. In 1999 wirkte Sable wie Angelina Jolie heutzutage. Verbraucht und abgenutzt. Boom. Sachlichkeit vorbei. Als die Story mit Marc Mero vorbei war, gab es einfach nichts interessantes mehr zu erzählen für sie und mit ihr. Dennoch wollte die WWF T&A auf dem Bildschirm haben.

Fazit

JoMo: Ein guter durchschnittlicher PPV. Einige Titel Matches waren ansehnlich, andere hingegen komplette Zeitverschwendung. Der Main-Event war durchdacht und mit vielen netten Storys im eigentlichen Match versehen. Ich gebe 6 Punkte.

Eddie: Ich fand den PPV absolut nicht gut. Meistens ist ja JoMo derjenige, der weniger Punkte verteilt, doch Ausnahmen wie dieser PPV bilden die Regel. Ohne Mankind vs. Rock hätte ich hier die Note 5 verteilt. So komme ich noch auf 4 Punkte mit beiden Augen zugedrückt.

Die PPV-Gesamtwertung
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