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Inside The Cage Classics #105: WCW SuperBrawl VII - Das große ReRematch

Kolumne

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Published on:
29.09.2015, 20:00
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Inside The Cage Classics #105: WCW SuperBrawl VII

Nach dem gescheiterten Souled Out Experiment hieß es mit dem SuperBrawl VII quasi "back to the Basics" unter anderem mit einem großen Rematch von Starrcade. Ob das besser funktionierte verraten euch mal wieder WCWler und Aquifel:

Ein großes Rematch...

Aquifel: Bei Starrcade 1996 wurde eine über 10 Jahre alte Fehde in der WCW so richtig zum Abschluß gebracht: Roddy Piper konnte Hulk Hogan besiegen. Der Hollywood Hulkster und seine nWo-Schergen konnten das natürlich nicht so auf sich sitzen lassen. Das Rematch bekamen wir hier, dieses Mal um den Titel. Gleich zu Beginn sahen wir ein kleines Segment mit einem aufgeputschten Piper, der zuvor 7 Tage und Nächte in Alcatraz verbracht hat (dazu sag ich mal weiter nix, WCWler wird da sicher stärker drauf eingehen). Wichtiger ist da das Match selbst. Die Stimmung war logischerweise sehr aufgeheizt, aber wen wundert es wirklich, dass die beiden nicht an ihren Erfolg von Starrcade anknüpfen konnten? Wrestlerisch war das eine Altherrenshow mit 80er Jahre WWE-Touch, die zwar durchaus dramatisch einige Punkte sammeln konnte, diese aber durch das bescheidene Ende wieder zu Nichte machte. Nett ausgedrückt der klassische WCW Main Event zu dieser Zeit: Hogan stand im Rampenlicht und erreichte eigentlich nur eines, nämlich, dass auch dem letzten Zuschauer hätte klar werden müssen, dass er im Ring nur noch bedingt zu etwas zu gebrauchen war. So war das gar nix und nur der Turn von Randy Savage blieb in Erinnerung.

WCWler: Direkt beim ersten Nitro nach dem letzten PPV wurde Piper von Hogan und Eric Bischoff mitten im Ring gedemütigt. Nachdem Hogan Piper zu einem finalen Match rausgefordert hatte, kam dieser mit seinem Sohn in den Ring und sagte Nein. Es folgte ein sehr peinliches Segment und am Ende sagte Piper doch zu. Und als Einstimmung zu dem großen Match ließ sich Rowdy eine Woche auf der berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz einsperren. Sicher war das Segment zu Beginn des PPVs nicht gut, aber die Absicht dahinter fand ich klasse. Wer sonst, außer der durchgeknallte Piper, sollte eine Woche in Alcatraz verbringen? Das Match selbst war wirklich nicht gut. Mir kam es noch etwas langsamer als im Dezember vor. Allerdings hatte das Match noch eine weitere Parallele zu dem Match bei Starrcade. Wieder wurde Hogan im Sleeperhold bewusstlos und sein Arm fiel dreimal zu Boden. Dieses Mal rettete ihn aber Savage, der zuvor mit Sting in die Halle kam, weil dieser die Beine vom World Champion unter die Seile legte, der Ringrichter das Match neu startete und Hogan Piper mit einem Schlagring, den er vom Macho Man bekam, niederschlug. So bekam die nWo ein neues prominentes Mitglied und Sting schüttelte nach den Taten seines angeblichen Partners nur den Kopf...

..., eine Menge Titelkämpfe...

Aquifel: Neben dem World Title im Main Event standen auch alle anderen nennenswerten Titel auf dem Spiel. Mit dem Cruiserweight Title legten Herausforderer Syxx und Champ Dean Malenko gleich im Opener los. Wenig überraschend dominierte zuerst Malenko mit Technik und Psychologie, bis Syxx das Match drehen konnte. Er hält natürlich nicht das wrestlerische Niveau von Malenko, aber es blieb trotzdem spannend, ob Malenko das Comeback schaffen sollte. Das Ende... nunja, das war nix. Bis dahin aber ein nettes, kleines Curiserweight-Match, aber erneut sorgte ein, dieses Mal mal wieder daneben gegangener Eingriff der WCWler, für den Sieg der nWo.
Titelmatch Nummero Dos war Rey Mysterio Jr. gegen Prinz Iaukea um den TV Title. Es wurde so viel über Time Limits geredet, da ist es fast schon lächerlich, dass man das hier in unter 10 Minuten abfrühstückte. Natürlich konnte man sich über die Action im Ring nicht beschweren, das war alles im grünen Bereich, aber ein paar Minuten mehr und wir hätten ein richtig starkes, anstatt "nur" ein ganz gutes Match gehabt.
Auch der US Title sollte ausgefochten werden und die Namen Eddie Guerrero und Chris Jericho sagen hier fast schon alles. Wirklich gutes Wrestlingmatch, dem, wohl auch aufgrund der Kürze und der hier erschreckend lahmen Crowd, so einiges an Drama und etwas Zeit fehlte, um wirklich vom Hocker zu reißen. So blieb es hier ebenfalls bei einem sehr netten Match, das unterhält, aber nichts für die Geschichtsbücher bot.
Nebem dem World Title im Main Event war noch ein weiteres Titlematch auf der Card: The Outsiders, Scott Hall und Kevin Nash, gegen Lex Luger und den alten Weggefährten (wenn auch nur für kurze Zeit) The Giant. Letzterer durfte sich dann auch gleich erstmal alleine gegen die beiden Champs behaupten und das tat er auch! Erst durch unsaubere Methoden schafften es die Outsider mit Syxx ihm Herr zu werden, wenn auch nur kurzzeitig. Luger daurfte dann den Save zum Sieg machen. Simple und effektive Story, was durchaus darüber hinwegspielen konnte, dass alle vier Herren nicht die großartigsten Wrestler waren. Trotzdem wirkten der Dropkick vom Giant und die Jacknknife Powerbomb gegen ihn durchaus spektakulär. Funktioniert insgesamt alles, war durchaus solide und unterhaltsam, aber in meinen Augen auch nicht mehr. Die Live Crowd ging allerdings ab wie Schmidts Katze.

WCWler: Der Opener war ein sehr gutes Match. In den letzten Monaten hatte Syxx den United States und den Cruiserweight Title seinen rechtmäßigen Besitzern entwendet. Nachdem er im Vormonat den Gürtel dann auch wirklich an Eddie Guerrero abgeben musste, kam er hier mit dem Gürtel der High Flyer zum Ring. Malenko stürmte dann auch wie ein Berserker auf das nWo-Mitglied und zieht ihn zweimal beim Pin wieder hoch. Das war allerdings ein großer Fehler, da Syxx in das Match fand und dann dominierte. Beide zeigten ein gutes Selling in diesem Match. Während Syxx sein angeschlagenes Knie verkaufte, agierte Malenko mit einem angeschlagenen Nacken. Das Ende hat das gute Match dann etwas ruiniert. Syxx wollte Malenko mit dem Titel schlagen und Guerrero kommt rein gerannt und will ihn hindern. Malenko, der direkt hinter Syxx stand, bekam dann doch den Gürtel ab und die nWo darf einen weiteren Gürtel ihr eigen nennen. Dieses Mal sogar nicht geklaut.
Beim Nitro vor dieser Show hatte Prince Iaukea einen großen Upset hingelegt und Lord Steven Regal um den TV-Title besiegt. Hier musste er beim PPV in seinem Debüt gleich den Titel gegen einen erfahrenen, jungen Mexikaner verteidigen. Beide zeigten ein schönes Match mit einigen High Flying Moves, was für den TV Title ein völlig ungewohntes Bild war. Regal kam dann zum Ring, zog Mysterio vom Apron und ermöglichte dem Prinzen den Sieg. Dieser wollte den Titel nicht annehmen, gab ihn Mysterio und nahm ihn dann recht widerwillig an. Komische Szene nach einem Match, das gerne länger hätte sein dürfen.
Das war auch das Problem vom nächsten Titelmatch um den US Title. Guerrero und Jericho zeigten in der Zeit, die sie hatten, aber ein guten Kampf und Jericho stand mehrmals vor dem Titelgewinn. Nach einem Sunset Flip holte der Mexikaner aber den Sieg gegen den Kanadier und verteidigte den US Title.
Im Vorfeld dieser Show wurde Luger von der Outsiders attackiert und trug einen Gips am Arm. Eric Bischoff verweigerte Luger dadurch die Freigabe zu kämpfen und so musste der Giant hier allein in einem Handicap Match ran. Es kam zum typischen Big Man Tag Team Match, wo jeder mal dominierte, Syxx für die Outsiders eingriff, und am Ende zeigte Nash eine Powerbomb gegen den Giganten. Lex Luger stürmte zum Ring, wurde von Bischoff allerdings aufgehalten. Einen Wurf in die Absperrung später, stand Luger am Ring, wechselte mit dem Giant, zeigte Lariats gegen Hall und Nash mit dem Gips und lies Nash im Turture Rack aufgeben. Der Giant pinnte noch Hall und die Tag Team Title wechselten auch bei diesem PPV wieder die Besitzer. Allerdings ist die Frage für wie lange, da Eric Bischoff das sicher nicht gefallen dürfte...


... und auch ansonsten viel Action

Aquifel: Das trifft besonders auf das zweite Match des Abends zu. Konnan, La Parka und Villano IV trafen auf Ciclope, Juventud Guerrera und Super Calo. 6 Mexikaner in einem 6 Man Tag? War beim Royal Rumble schon ganz unterhaltsam, aber die WCW hatte damals einfach ein besseres Händchen für "Cruiserweight" Action (Cruiserweighter waren hier wirklich nicht alle Involvierten) und das merkte man hier. Power-Moves, High Flying, Multi-Man Submissions -> heute kennt man das so alles, damals war das so durchaus realtives Neuland in den USA. Unterhaltsam ist es allemal, heute wie damals. Leider halt etwas kurz geraten.
Abgesehen davon sollte DDP es mit dem nWoler Buff Bagwell zu tun bekommen. Der frühere "American Male" hatte seit jeher eine Menge Potential, nutzte dieses aber nie wirklich, nachdem er "Buff" wurde. Trotzdem war dieses Match überraschend gut. Man merkte schon, dass DDP einfach einen gewissen "It"-Faktor hatte und sich das Publikum nicht zu Unrecht hinter ihn stellte. Und was sollte das noch mehr begünstigen als ein schmieriger, arroganter Bagwell, der 10 Counts verlangt, rumposed und und und? Gefiel mir das Match.
Im Triangle Tag Team Match standen sich Harlem Heat, Public Enemy und The Faces of Fear gegenüber. Wirklich richtig ernst nehmen konnte man zu diesem Zeitpunkt, meiner Ansicht nach zumindest, nur Harlem Heat. Die Faces of Fear litten immer etwas unter ihrem Gimmick (bzw. den Nachwehen von dem, was es einmal war) und Public Enemy funktionierten in der WCW einfach nicht so wie in der ECW. Trotzdem war das hier ganz nette Kurzweil. Schwächstes Match bisher, aber es stört an dieser Stelle keineswegs.
Direkt danach sollten Jeff Jarrett und Steve McMichael ihre Differenzen klären. Unterhielt bisher alles mal sehr, mal durchaus, war das hier absolut nix. Weshalb das Publikum dieses Schmierentheater, gerade im Vergleich zum wrestlerisch wesentlich besseren US Title Match, so abfeiert... keine Ahnung. Double J ist ein guter Worker, aber mit McMichael als Gegner und den Begleitumständen konnte er hier auch nichts rausholen.
Das letzte Non-Title Match war dann das San Francisco Death Match zwischen den beiden Erzfeinden Chris Benoit und Kevin Sullivan.Und der wilde Brawl verdeutlicht nur erneut, wie hitzig die Fehde bis dahin war. Jaqueline und Woman sind mitten im Geschehen, es wird ungehemmt durch die Arena gebrawlt und das Aftermath verkauft zusätzlich, wie intensiv und hart geführt dieses "Deathmatch" war. Kurz gesagt: Hart, intensiv, unterhaltsam – und gleich drei Klassen besser, als das vorherige Match.

WCWler: Das Match der sechs Mexikaner war fabelhaft. Es gab einige Botches, aber auch fantastische Momente mit vielen Moves direkt am Stück, die flüssig ineinander übergingen. Viliano und Ciclope hatten hier ihr PPV-Debüt und durften auch gleich beginnen. Es folgten Aktionen aus vielen Stilen und vor allem die beiden Multi-Man Submission Moves sahen sehr klasse aus. Vor allem, da in dem Durcheinander La Parka noch versuchte Juvi zu pinnen. Am Ende gelang dieses dann Konan nach einer Powerbomb. Sehr guter Kampf.
Bagwell und DDP hatten dann ein Match, was mich sehr wenig interessierte. Und beide änderten das auch nicht. Es ging wie immer darum, dass DDP nicht in die nWo wollte und irgendeiner aus der New World Order wollte ihn dafür besiegen. Aber auch Buff gelang das nicht. Nach einem Diamond Cutter out of nowhere, stürmte die nWo den Ring, attackierte Page und der flüchtete mit seinem DQ-Sieg ins Publikum.
Ursprünglich sollte das Triangle Match ein 4 Way werden. Aber im Vorfeld wurden The Steiner Brothers in einem der schwachsinnigsten Segmente überhaupt von der nWo in einen Autounfall verwickelt und fielen dadurch für das Match aus. So kam es zu einem 3 Way, der nicht gut war, aber am Ende ein überraschendes Finish hatte. So gewannen Public Enemy das Match und wurden Herausforderer Nummer 1 für die Outsiders.
JJ gegen McMichael war mit Abstand das schlechteste Match des Abends. Am Ende warf Debra den Koffer ihres Mannes in den Ring, Double J schlug Mongo nieder und gewann. Dadurch wurde er ein Horseman. Diese Story ist für die IV Horseman noch unwürdiger als die Mitgliedschaft von Paul Roma am Anfang des Jahrzehnts. Eine Schande.
Benoit und Sullivan durften dann mal wieder ein Kapitel in ihrer Blutfehde schreiben. Seit dem letzten indirekten Aufeinandertreffen während eines PPVs bei Starrcade, hatte Sullivan mit Jacqueline eine Verstärkung gefunden und diese attackierte Woman und Benoit. So gab es hier eben zwei Matches. Einerseits das Death Match der Männer und ein Strap Match zwischen den Damen. Dieses entwickelte sich zwar zum Großteil zu einem Wettbewerb im Spanking und im Ring rumrollen, aber man nahm beiden die Rolle hier ab. Nachdem die Männer sich mal wieder durch die halbe Arena brawlten, dieses Mal aber die Toiletten ausließen, gab es eine Aktion von Woman gegen ihren Ex-Mann und von Jacqueline gegen Benoit. Das Ende war sehr einfallsreich. So baute der Kanadier einen Tisch auf und legte Sullivan drauf, bevor er aufs Top Rope stieg. Allerdings versuchte Jacquie ihren Partner zu schützen, legte sich auf Sullivan und nach dem Headbutt flogen alle drei vom nicht brechenden Tisch. Es folgte ein zaghaftes Cover unter dem Tisch und bis auf Woman wurden alle Matchteilnehmer auf Tragen zu den Krankenwagen gebracht. Mit den Agents sah das am Ende relativ echt und dramatisch aus. Klasse gemacht.

Fazit

Aquifel: Gar nicht so einfach zu bewerten. Bis zu Jarrett/McMichael waren das eine Menge guter oder zumindest unterhaltsamer Matches. Nach dem Stinker ging es eigentlich wieder ganz ordentlich weiter bis der Main Event mal wieder alle Vorurteile bestätigte: WCW anno 96/97 bot in der Undercard die wrestlerische Qualität, im Main Event die großen Namen. Wirkliche Klassiker gab es keine, aber im Schnitt waren die Matches doch recht ordentlich, wenn auch allesamt ziemlich kurz. Ich bin ungefähr bei 7 Punkten.

WCWler: Ein grauenhaftes Match um eine Mitgliedschaft in einem exklusiven Stable und ein schlechter Main Event, wo immerhin die Story gut war, stehen gute Titelmatches und das tolle Six Man Tag gegenüber. Dazu war der Rest auch nicht wirklich schlecht. Mich hat der PPV über die 3 Stunden nahezu komplett unterhalten und ich gebe 8 Punkte.
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