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Inside The Cage #808: WWE WrestleMania 31

Kolumne

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Published on:
01.04.2015, 19:12
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Series:


Es ist die eine Show des Jahres, die praktisch jeder Wrestling-Fan weltweit nicht verpassen will. Am vergangenen Sonntag war es wieder soweit und es fand die 31. Auflage von WWE WrestleMania statt. Franjise und Steini haben sich den Event natürlich auch angesehen und geben nun ihre ausführliche Meinung dazu ab.

Kickoff: WWE Tag Team Title Fatal Four Way Match: Cesaro & Tyson Kidd (w/Natalya) (c) vs. Los Matadores (Diego & Fernando) (w/El Torito) vs. The New Day (Big E & Kofi Kingston) (w/Xavier Woods) vs. The Usos (Jey Uso & Jimmy Uso) (w/Naomi)

Franjise: Das Match, dass diese acht Männer hier abgeliefert haben, bestätigte mich rückblickend in meiner Aussage, dass es eigentlich auf die Hauptcard gehört hätte. Alle Teams schienen hochmotiviert zu sein und boten ein wirklich unterhaltsames Spotfest völlig ohne Leerlauf. Ganz clever war natürlich, wie der verletzte Uso relativ früh aus dem Match geschrieben wurde, was allerdings zur Folge hatte, dass ich den Zwillingen schlussendlich keine Siegchance mehr einräumen konnte. Demzufolge war die Titelverteidigung von Cesaro und Tyson Kidd nur die einzig logische und am Ende auch völlig richtige Konsequenz. Das Tag Team Title Match hat also, wie bereits im letzten Jahr, richtig Spaß gemacht und bekam zur Krönung auch noch die richtigen Sieger.

Steini: Es ist eigentlich traurig, dass man es nicht schafft, ein solches Match, welches auch nicht gerade lange ging, nicht in die Hauptcard stecken konnte. Klar, als Anheizer für die Crowd machte es Sinn, den Four Way in den Kickoff zu packen, allerdings hätte ich den acht Beteiligten auch gegönnt, sich vor dem gesamten Publikum zu präsentieren. Nichtsdestotrotz wurde hier ein echt starkes Match abgeliefert, welches, ähnlich wie im Vorjahr, genau das brachte, was man im ersten Match sucht: Action ohne Ende, innovative Tag Team Spots und eine Crowd, die auf die Spots abgeht. Mit der frühen Ausschaltung von Jey Uso hat man dann clever dessen Verletzung kaschiert und ihn so nicht unnötig weiter im Match involviert. Cesaro und Tyson Kidd gehen dann als Sieger absolut in Ordnung, denn seien wir mal ehrlich, wer möchte schon die Matadore oder New Day als Champions sehen? Dann lieber die Usos, denen ich als Hometown Heroes ein paar mehr Chancen eingeräumt hätte.

Kickoff:André The Giant Memorial Battle Royal

Franjise: Puh... Habe ich im ersten Match des Abends noch von den richtigen Siegern gesprochen, gab es in der Best Of The Rest Battle Royal definitiv den falschen. Das The Big Show am Ende die große Trophäe gewinnt, hätte ich so vor einer Woche noch nicht vermutet. Als man allerdings bei der Hall Of Fame-Zeremonie und auch während des Matches aufspielte, dass der Riese noch nie eine WWE Battle Royal für sich entscheiden konnte, konnte man schon erahnen, worauf das Ganze hinauslaufen sollte. Dahingehend war es ja schon konsequent, dass Big Show am Ende insgesamt neun der 31 Teilnehmer eliminieren konnte. Das Booking des Matches wusste allgemein zu gefallen, da man der Story rund um Curtis Axel, der Dominanz von Ryback sowie dem endgültig durchgeführten Split von Miz und Damien Mizdow gleich mehrere Stories hatte. Persönlich hätte ich mir zwar am Ende Mizdow als Sieger gewünscht, kann mit dem Match dann aber schon alles in allem leben, weil die Trophäe unterm Strich eh kaum nachhaltigen Wert hat und das Booking gut strukturiert war und zum letztlichen Ausgang passte.

Steini: Unterhaltsam war die Battle Royal allemal, allerdings muss auch ich darauf hinweisen, dass Big Show im Jahre 2015 nichts "Großes" mehr gewinnen muss. Das gilt auch, wenn er noch nie eine Battle Royal gewonnen haben sollte. Mit Damien Mizdow hätte man eindeutig den richtigen Sieger gehabt, wenn man vor allem die Zuschauerreaktionen in Betracht zieht. Nicht nur Mizdow kam dafür in Frage, sondern auch Ryback, Curtis Axel und eventuell sogar Hideo Itami, der in meinen Augen völlig unnötig schon so früh glanzlos von Big Show eliminiert wurde. So hat Big Show nun endlich eine Battle Royal gewonnen, und sogar die, die zu Ehren des Mannes ins Leben gerufen wurde, mit dem Big Show schon immer verglichen wurde, Andre The Giant. Nun ja, der Sieger ist nicht meine erste Wahl, trotzdem kann ich im Ganzen aber mit dem gesamten Ablauf leben.

Intercontinental Title Seven Way Ladder Match: Bad News Barrett (c) vs. Daniel Bryan vs. Dean Ambrose vs. Dolph Ziggler vs. Luke Harper vs. R-Truth vs. Stardust

Franjise: Das Ladder Match war als Opener zu erwarten und als solcher auch absolut richtig gewählt. Viel konnte man aber eigentlich eh nicht falsch machen, denn die beteiligten Männer sind größtenteils sowieso für solch eine Matchart prädestiniert und mit Bryan, Ambrose und Ziggler gab es gleich drei absolute Publikumslieblinge, die die Stimmung anheizen konnten. Wie zu erwarten gab es natürlich jede Menge verrückte Spots, allen voran die Powerbomb auf die Leiter gegen Dean Ambrose... Autsch! Das Finish fand ich dann ebenfalls sehr gelungen, als sich Bryan und Ziggler auf der Leiter bekämpften und der Anführer des YES-Movements einfach nur einen Ticken mehr Kraft in seinem Schädel hatte, um sich schließlich zum neuen Intercontinental Champion zu krönen. Eine schöne Momentaufnahme war das auf jeden Fall. Ob ich diesen Titelwechsel dauerhaft so positiv sehen werde, werden allerdings erst die kommenden Wochen zeigen.

Steini: Das Ladder Match war mit eines der Matches, auf welches ich mich am meisten gefreut habe, und es hat nicht enttäuscht. Das ist bei diesem Teilnehmerfeld wenig verwunderlich, denn neben Dolph Ziggler und Dean Ambrose waren auch die anderen fünf sich nicht zu schade, extreme Bumps zu nehmen. Das war natürlich auch zu erwarten, wenn man bedenkt, dass man die größte Show des Jahres eröffnet. Ein solches Spotfest sollte meiner Meinung nach auf jede WrestleMania-Card, denn es ist immer der passende Opener und heizt jede Crowd ein. Daniel Bryan als Sieger ist für mich die richtige Wahl, da es ja wirklich so aussieht, als wolle die WWE die Secondary Titles wieder relevanter machen. Natürlich wurde das schon bei quasi jedem anderen bedeutenderen Titelwechsel behauptet, allerdings gaube ich dieses Mal, dass man Ernst meint. Ich wäre auf jeden Fall voll und ganz dafür.

Singles Match: Randy Orton vs. Seth Rollins (w/Jamie Noble & Joey Mercury)

Franjise: Fast ohne Verschnaufpause ging es dann gleich weiter mit dem nächsten potentiellen Showstealer. Zugegeben, das war Randy Orton vs. Seth Rollins nicht ganz. Aber dennoch boten beide Superstars ein sehr anständiges Match, das ich mir jederzeit noch einmal angucken würde (und in der Zwischenzeit sogar schon einmal getan habe). Neben einigen netten Aktionen wie dem erst missglückten und schließlich doch durchgezogenen Powerslam oder dem Ausschalten von J&J Security sollte natürlich das Finish das Highlight des Matches werden. Wenn du glaubst, du hast schon jeden RKO gesehen, denken sich Orton und Rollins diesen Konter aus dem Curb Stomp heraus aus, der einfach perfekt getimt war. Mit dem Apex Predator hätte ich zwar nicht unbedingt als Sieger gerechnet, durch die Geschehnisse später am Abend ergibt sein Erfolg hier jedoch absolut Sinn. Hat gefallen.

Steini: Auch ich habe mir ein wenig mehr von der Paarung Rollins vs. Orton erwartet, doch im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Es machte im Nachhinein Sinn, hier doch noch nicht alles rauszuhauen, was die beiden zu bieten hatten, denn sonst gäbe es ja nichts Neues mehr für ein Titelmatch, welches sicherlich noch folgen wird. Allerdings hatte dieses Match mit diesem unfassbaren RKO aus dem Curb Stomp heraus den Spot dieser WrestleMania, den ich noch nie so gesehen habe und nicht noch mal sehen werde. Randy Orton als Sieger machte Sinn, da ich an diesem Zeitpunkt noch dachte, dass die Geschichte zwischen den beiden abgeschlossen sei. Doch da wurde ich am Ende des Abends eines Besseren belehrt.

No Disqualification & No Count Out Match: Sting vs. Triple H

Franjise: Bei diesen Entrances hatte ich dann das erste Mal so etwas wie Gänsehaut. Besonders der Einzug von Triple H war großartig inszeniert, da bekam man sofort Bock auf das Match. Umso enttäuschter war dann für mich das, was folgen sollte. Bis zum ersten Eingriff hatte ich prinzipiell noch kein Problem mit dem Kampf der beiden Ikonen. Es war halt das, was ich mir für diese Konstellation erwartet habe, gleichwohl ich da schon fand, dass man ziemlich auf das Gaspedal gedrückt hat. Der Grund dafür erschien dann schließlich in Form der D-Generation X und kurz darauf noch der New World Order. Nun kann ich ja verstehen, wenn viele Fans von früher diesen Moment ganz cool fanden. Im ersten Moment dachte ich mir, dass das etwas Geschichtsträchtiges ist und sicher auch war. Doch nach kurzem Überlegen habe ich vier ganz große Probleme mit dem gezeigten Szenario. Erstens gab Sting bei RAW noch an, nicht für die WCW zu kämpfen, weshalb das ganze hier dann schon sehr aklimatisch wirkte. Zweitens wirkte es umso aklimatischer, dass dem Stinger die nWo zur Hilfe eilte, mit denen er zu WCW-Zeiten bitter verfeindet war. Hätte es hier wenigstens den Auftritt als Wolfpac gegeben, bei dem Sting ja auch ein Teil war... aber so?! Drittens machte es auch keinen Sinn, dass Triple H noch einen Tag zuvor an der Seite von Scott Hall und Kevin Nash dessen Hall Of Fame-Aufnahme gefeiert hatte, nur um ihnen jetzt im Ring gegenüber zu sehen. Und viertens kann ich nicht verstehen, warum Sting jetzt hier verloren hat, nur um im Nachgang noch auf den Handshake von Triple H einzugehen. War es das jetzt schon wieder mit Sting in der WWE? Welches Momentum gewinnt " The Game" aus diesem Erfolg? Irgendwie will ich mit dem Match und dem ganzen Szenario nicht warm werden und gehe sogar so weit, dass das hier das schlechteste Match des Abends war. Schade.

Steini: Hätte es in diesem Match nicht diese ganzen Eingriffe der nWo und der DX gegeben, dann hätte auch ich das Match wohl besser gefunden, denn bis zum ersten Eingriff hatte man ein solides Match mit einem sehr fitten Stin und einem kontrollierenden Triple H. Doch die Eingriffe waren einfach zu viel. Klar hatte man hier etwas Historisches, aber gleichzeitig musste man auch darum fürchten, dass in dem ganzen Chaos sich direkt drei der alternden Herren im und um den Ring einen Oberschenkelhalsbruch zuziehen würden, wenn sie einen Bump nehmen würden. Allerdings, so scheint es mir, ist ja noch mal alles gut gegangen, denn sogar Scott Hall, der einen Back Body Drop auf den Hallenboden genommen hat, hat sich anscheinend nicht verletzt. Der Sinnfrage hinter den ganzen Eingriffen möchte ich mich gar nicht zuwenden, denn da hat Franjise schon genug zu geschrieben. Den Matchausgang fand ich viel schlimmer. Triple H gewinnt hier, obwohl er eigentlich nichts davon hat. Er hat wohl jetzt symbolischerweise die WCW endgültig besiegt und schließt kurz darauf Frieden mit Sting, um so die Monday Night Wars zu beenden? Wie dem auch sei, unterhaltungstechnisch war das Match durchaus gut, hinterfragt man aber den Sinn des ganzen Chaos, dann endet das ganze nur mit Kopfschütteln.

Tag Team Match: AJ Lee & Paige vs. The Bella Twins (Brie Bella & Nikki Bella

Franjise: Das Divas Match hatte, trotz der kurzen Werbepause dazwischen, nun natürlich einen undankbaren Spot zu füllen. Das war insofern schade, als dass die vier Frauen hier ein wirklich gutes Match zeigen durften, dass mit der cleveren Isolierung von Paige eine sehr nette Story hatte. Der Sieg der Faces durch Aufgabe war so zu erwarten und bietet einen erfreulichen Abschluss dieser Storyline. Hat mir absolut gefallen.

Steini: Ich glaube, es wäre egal gewesen, wo das Match stattfinden würde, denn es wäre bei der Card immer in einem undankbaren Spot gelandet. Das soll jedoch die Anstrengungen der vier Damen nicht schmälern, denn diese haben ein enorm kurzweiliges und gut ausgeführtes Match abgeliefert, welches jetzt auch direkte Auswirkungen auf den nächsten Gegner von Nikki Bella haben wird. Mit dem Sieg durch AJ Lee wird diese wohl die nächste Herausforderin werden. Ebenso könnte ich mir jedoch auch ein Multi Women Match vorstellen.

WWE United States Title Match: Rusev (w/Lana) (c) vs. John Cena

Franjise: Rusev gegen John Cena versprach nach ihrem Fastlane Match schon einiges. Passend dazu natürlich der epische Einzug von Rusev, der damit wahrscheinlich mehr Sympathien gewonnen hat, als er eigentlich sollte. Wenig überraschend also auch, dass John Cena standesgemäß bei WrestleMania vom Großteil der Fans ausgebuht wurde. Davon unbeeindruckt zeigte er aber wieder einmal, dass er, wenn es darauf ankommt, auch immer gerne eine Schippe drauflegt und neue Aktionen auspackt. In diesem Fall war es ein Springboard Stunner, der auch perfekt gesessen hat. Davon abgesehen gab es hier ebenfalls ein sehenswertes Match, von dem ich mir vielleicht noch etwas mehr erwartet hätte. Besonders vom Finish, weil das schon sehr abrupt kam und mit dem Bump von Lana an sich auch nicht wirklich kreativ war. Der Titelgewinn Cenas war zwar nicht mein favorisiertes Szenario, aber eines, mit dem man rechnen und ich ebenso leben konnte. Die Niederlage schadet dem Wahl-Russen in keinster Weise, denn immerhin konnte erst die unangefochtene Nummer 1 ihn endgültig besiegen. Wichtig ist nun, dass WWE ihn in den kommenden Wochen und Monaten nicht fallen lässt und ihn am besten gleich wieder mit einigen Siegen stärkt. Dann kann auch diese Niederlage nur ein weiter Schritt im stetigen Aufbau Rusevs gewesen sein.

Steini: Ich denke, jeder hat insgeheim gewusst, dass John Cena als patriotischer Vertreter der USA bei WrestleMania nicht gegen den bösen Russen Rusev, der mit einem epischen, alles Russland-Klischees ausnutzenden Entrance in die Halle kam, verlieren würde. Deshalb hätte mich auch alles andere als ein klarer Sieg Cenas mehr als überrascht. Dabei muss Rusev nun wirklich nicht den Kopf hängen lassen, wenn er gegen das Aushängeschild verloren hat. Er wurde stark dargestellt und hatte Cena am Rande einer weiteren Niederlage und musste nur durch den zugegebenermaßen thetralischen Bump Lanas den Kürzeren ziehen. Ich hätte zwar gehofft, dass es mehr bedurfte als einen stinknormalen Attitude Adjustment, aber was soll's. Rusev hat trotz dieser Niederlage nichts an Glaubwürdigkeit eingesteckt und sollte auch weiterhin als das Monster, das er ist, gebookt werden. Zu guten Matches ist er, wie auch in diesem Fall wieder, allemal fähig.

Hollywood und MMA gegen The Authority

Franjise: Als plötzlich Stephanie McMahon und Triple H im Ring standen konnte man schon fast erahnen, dass es ein längeres Segment werden würde. Doch wozu? Zweifelsohne um Zeit zu füllen, denn zu diesem Zeitpunkt waren für die beiden verbleibenden Matches noch rund 90 Minuten auf der Uhr. Spätestens als nach einer kurzen Selbstbeweihräucherung der Authority die Musik von The Rock ertönte wusste man, dass es unterhaltsam werden würde. Zwar hatte ich fast damit gerechnet, dass man ein Match zwischen "The Game" und dem "Great One" für das kommende Jahr festmacht, aber mit der dann gezeigten Konfrontation unter Einbeziehung von Ronda Rousey konnte ich dann ebenso sehr gut leben. Am Ende ging das Segment vielleicht ein paar Minuten zu lange, aber ich kann durchaus verstehen, dass man die Starpower der UFC Fighterin hier ausnutzen wollte. Ich wurde jedenfalls gut unterhalten.

Steini: Zu Beginn dieses Segments hatte ich die leise Befürchtung, dass man wieder einmal einen PPV mit einem RAW-Segment herunterziehen würde. Gott sei Dank drehte sich dies ganz schnell in die andere Richtung als The Rock herauskam. Ich hatte mit allem gerechnet, vor allem mit dem angeteasten Match zwischen Rock und HHH, doch was dann passierte, fand ich einfach nur fantastisch. Als The Rock den Ring verließ und sich langsam den Four Horsewomen näherte, konnte man vielleicht erahnen, dass es zu einer Involvierung dieser kommen würde. Und aus diesem Traum wurde ganz schnell Realität, als er Ronda Rousey tatsächlich in den Ring holt und kurz danach Triple H und Stephanie, die hier einen unfassbar guten Job gemacht hat, eine Abreibung verpasst. Man hat hier einen der WrestleMania Moments geschaffen unter Einbeziehung des vielleicht größten Box Office Draws, den die UFC momentan hat. Publicitytechnisch hat man hier einen Riesencoup gelandet und Geschichte geschrieben. Ich fand es auch großartig und hoffe, dass es irgendwann, sei es zum SummerSlam oder bei der nächsten WrestleMania, zu einem Tag Team Match zwischen den vier Personen kommen wird.

Singles Match: Bray Wyatt vs. Undertaker

Franjise: Zunächst einmal war ich über den körperlichen Zustand der beiden Wrestler sehr erfreut. Bray Wyatt soll sich ja während dem Training am WrestleMania-Tag verletzt haben, was man ihm während des Matches allerdings nicht anmerkte. Und der Undertaker befand sich in körperlich guter Verfassung, zumindest war das das, was man aufgrund seines Äußeren feststellen konnte. Ja ja, was so eine Frisurveränderung inklusive neuer Farbe alles ausmachen können. Das Match selbst kam zwar nicht an seine Klassiker gegen CM Punk, Shawn Michaels oder Triple H ran, wusste aber dennoch zu gefallen und war praktisch genau das, was ich mir erwartet bzw. erhofft hatte: langsam, methodisch und mit dem richtigen Sieger am Ende. So sehr ich die Leute verstehen kann die sagen, Wyatt hätte der Sieg gut getan, so sehr muss ich sagen, dass er diesen Sieg nicht am Ende nicht braucht. Der Undertaker hingegen musste sich schon rehabilitieren und eine weitere Niederlage hätte auch den Erfolg Lesnars aus dem Vorjahr abgewertet. So war das völlig in Ordnung, da Bray Wyatt die Fans das Ganze mit nur einer Promo wieder vergessen lassen kann.

Steini: Es war schon irgendwie komisch, im Hellen den Einzug sowohl von Bray Wyatt als auch vor allem dem Undertaker zu erleben, obwohl dies schon eine ziemlich coole Atmosphäre schuf. Überrascht war ich vom Gesundheitszustand des Takers, der nicht nur wesentlich fitter aussah als im letzten Jahr, sondern sich auch viel besser bewegte. Auch Bray Wyatt merkte man nicht an, dass er sich beim Training eine Knöchelverletzung zugezogen haben soll. Deswegen wurde dieses Match auch ziemlich gut, da man genau das bekommen hat, was diese beiden Männer ausmacht: langsames Arbeiten des Undertakers, der alle seine Signature Moves zeigen konnte und dazwischen die Powermoves und die Agilität von Wyatt. Klar hätte ich auch diesem den Sieg gegönnt, doch als Wiedergutmachung für den Schock aus dem letzten Jahr konnte der Sieger hier eigentlich nur der Undertaker sein. Wie bei Rusev sehe ich auch bei Bray keinen Prestigeverlust, denn neben Cena ist der Undertaker jemand, gegen den jeder guten Gewissens verlieren kann, ohne an Standing zu verlieren.

WWE World Heavyweight Title Triple Threat Match: Brock Lesnar (w/Paul Heyman) (c) vs. Roman Reigns vs. Seth Rollins

Franjise: So wenig der Aufbau für meine Begriffe eines Main Eventes würdig war, so gehypt war ich am Ende doch für dieses Match. Spätestens mit den Entrances bekam ich richtig Bock auf den Main Event und konnte ihn auch als solchen akzeptieren. Wie zu erwarten war die Crowd klar hinter Lesnar. Umso erfreulicher natürlich, dass er gleich mal nach rund einer Minute mit einem F-5 anfing. Dieses Feuerwerk erlosch praktisch im gesamten Match nicht, denn Lesnar dominierte große Teile, während Reigns vereinzelte Hope Spots und schließlich sein Comeback bekam. Das Booking wäre noch einmal besser gewesen, wenn Reigns bei der Crowd als Face over gewesen wäre. Aber auch so war das einfach großartig inszeniert, gerade die Near Falls am Ende rissen mich das ein oder andere Mal von meinem Barhocker. Als ich dann hoffte, dass es Lesnar endlich beenden könnte, stürmt plötzlich Mr. Money In The Bank zum Ring. Nun habe ich das ein oder andere Mal gelesen, dass der Zeitpunkt doch an sich sehr riskant war, da es so ein Triple Threat Match wurde und er schnell hätte ausgeschaltet werden können. Doch hätte Rollins gewartet, bis einer den Kampf gewonnen hätte, wäre der Sieger evtl. wieder fitter gewesen. So waren beide ausgeschaltet – die Gelegenheit also perfekt. So perfekt, dass er sich nach einem Curb Stomp gegen Lesnar, der danach aber gleich wieder aufsprang (awesome!) und einem Curb Stomp gegen Reigns schließlich den Titel sichern konnte. Perfekt, einfach perfekt gemacht. Seth Rollins ist in seiner Rolle als opportunistischer Heel Champion sofort gefestigt, Lesnar wurde nicht geschwächt weil er nicht gepinnt wurde und Roman Reigns sah auch als Unterlegener immer noch verdammt stark aus. Das war einfach ganz großes Kino und ein perfekter Abschluss von WrestleMania 31.

Steini: Suplex City, Bitch! Mit diesem Ausspruch fasste Brock Lesnar das Match mehr als passend zusammen, und das war auch genau das, was sich wahrscheinlich alle Fans gewünscht haben: Lesnar demontiert Roman Reigns und zerstört ihn mit Suplessen und F-5's. Man sollte jedoch nicht nur Lesnar loben, sondern auch den Verlierer Reigns, der einfach alles weggesteckt hat und über seine Zerstörung zwischenzeitlich grinsen konnte. Doch dann kam etwas, mit dem ich nie im Leben gerechnet hätte. Seth Rollins kommt zum Ring, casht seinen Koffer ein, verpasst sowohl Lesnar als auch Reigns den Curb Stomp, schmeißt Lesnar aus dem Ring und pinnt Reigns, um neuer WWE World Heavyweight Champion zu werden. Holy Shit! Das war einfach nur perfektes Timing und perfekt ausgeführt. Lesnar wurde nicht gepinnt, Reigns wurde stark dargestellt und Rollins ist der neue Ultimate Opportunist und tritt dabei in Edges Fußstapfen. Neben dem schon vorher bärenstarken Match, welches stark an Lesnars Match gegen John Cena beim SummerSlam erinnerte, gab es hier einen richtungsweisenden Moment für die Zukunft der WWE und dadurch hat man es dann doch noch vielen Fans recht machen können. Durch Rollins' Sieg hat man sich erst einmal wieder Zeit für Roman Reigns gekauft, um diesen in den nächsten Monaten over zu bringen, sodass er irgendwann Rollins entthronen könnte. Ich teile auch hier die Worte meines Kollegen: Ganz, ganz großes Kino.

Fazit:

Franjise: Es ist immer wieder schön, wie es WWE schafft, einen so gut zu unterhalten. Ja, der Aufbau zu WrestleMania 31 war echt nicht toll. Aber was den Event selbst betrifft, gibt es alle beide Daumen nach oben. Ich war, Kickoff mit eingerechnet, fünf Stunden sehr gut unterhalten. Das schlechteste Match war noch Sting vs. Triple H, aber auch da hatte man noch einen kleinen nostalgischen Moment. Ansonsten gab es durch die Bank gute bis ausgezeichnete Matches und konsequente, logische Booking-Entscheidungen. In Punkten macht das unterm Strich neun für eine WrestleMania, die definitiv nicht umsonst als größte Show des Jahres beworben wird.

Steini: Wenn man bedenkt, wie sehr doch der Aufbau zu WrestleMania in fast allen Matches hinkte, so sehr wurde man wieder einmal eines Besseren belehrt. Die WWE weiß eben doch, wie man es richtig macht (zumindest in den meisten Fällen). Mit WrestleMania 31 gab es einen umfassend großartigen Event, der schon mit einem starken Kickoff begann und sich stetig steigerte. Richtige Durchhänger habe ich nicht erlebt und gesehen und deshalb gehe ich so weit und gebe volle zehn Punkte.

WrestleMania 31 war in unseren Augen ein überragender Event, der sich den Namen "größte Show des Jahres" redlich verdient hat. Wie seht Ihr das? Teilt uns Eure Meinungen mit.
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