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Inside The Cage Classics #41: King Of The Ring 1993 - Ein neues Konzept erobert das PPV-Geschäft

Kolumne

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Published on:
08.07.2014, 16:06
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Aktuell ist die Mischung aus WCW und WWF PPV gut gelungen, jede Woche gibt es eine andere Liga. Nun sind wir zurück in der WWF und mit dem King Of The Ring 1993 gab es im WWF PPV-Kalender erstmals einen Juni-PPV. Wie uns, das sind wie gewohnt Eddie und Mathias, das neue Konzept gefallen hat, erfahrt Ihr nun hier:

Grundsätzliches zum Konzept

Eddie: Ich war ja immer ein Fan von so simplen Sachen wie Ein-Tages-Turnieren. Denn was macht man damit? Man stellt die wichtigsten Leute, die nicht gerade in einem Titelgeschehen stehen, in ein Turnier und sieht, wer der beste davon ist. Simples Konzept, das ja fast nur gelingen kann. Und sofort hat man auch einen neuen Contender. Wenn man das Turnier nicht starr in einem Monat gehalten hätte, könnte man das mit dem Booking noch viel einfacher vereinbaren, doch damals haben sie das auch immer noch geschafft. Es gab zwar vor 1993 schon einige KotRs, aber der erste PPV ist schon nochmal etwas Besonderes. Für mich ist der KotR jedes Jahr eine Besonderheit und ein Schmankerl (Gut, 1995 ausgenommen, aber dazu kommen wir später).

Mathias: Dem kann ich nur zustimmen. Das Konzept eines Turnier an einem Abend ist im Wrestling schon in den 90ern natürlich nichts neues gewesen, aber es ist, wie Eddie schrieb, ein geeignetes Mittel um Leute, die aktuell nicht in den Titelfehden stehen, für diese wieder interessant zu machen und auch anderen aufstrebenden Leuten eine Chance auf einen Erfolg geben, der sicherlich wichtig ist, dessen Sieger aber eben nicht die Liga führen muss. Im Laufe der Jahre hat das King of the Ring-Turnier einigen Wrestling den notwendigen Push gegeben - andere brauchte eigentlich keinen und manche hatten keinen verdient. Insgesamt war es allerdings in meinen Augen immer ein lohnenswerter PPV, den ich gerne wieder im aktuellen Geschehen etabliert sehen wollen würde. Lieber regelmäßig Turniere als diese Überflutung an Gimmick Matches/PPVs.

Bret Hart der Mann des Turniers

Eddie: Dass der Hitman der Mann des Turniers ist, erkennt man nicht nur daran, dass er gewinnt, sondern auch daran, dass er das gleich mal eröffnen darf gegen Razor Ramon. Zwar ist das Match nicht so gut wie beim Rumble, aber es hat auch deutlich weniger Zeit bekommen, immerhin musste Hart ja noch zwei Mal ran. Sein Halbfinalmatch gegen Mr. Perfect, der zuvor Mr. Hughes in einem recht faden Match rauswerfen konnte, war da schon viel besser und gleichzeitig MOTN. Hier sah man, wie stark auch Perfect war, einer der besten, die nie einen der beiden großen Titel hielten. Das Finale gegen Bam Bam Bigelow hat Bret Hart dann auch super gewusst groß darzustellen. Bam Bam bekam durch einen richtig guten Time Limit Draw zwischen Lex Luger und Tatanka ein Freilos im Halbfinale und konnte in der ersten Runde Hacksaw Jim Duggan aus dem Weg räumen. Storytelling at it's finest mit dem ausgeruhten Bam Bam gegen den angeschlagenen Hitman, der schon im Opener seinen Arm am Ringpfosten fand und gegen Perfect viel auf sein Bein bekam. Und dann kann sich der Face durchsetzen. So einfach kann das sein. Zuvor allerdings der große Shocker für alle, Bam Bam schien der Sieger zu sein, doch Earl Hebner kam zum Ring und wies den ersten Referee auf die Attacke von Luna Vachon hin, wodurch das Match neu gestartet wurde. As simple as that. Die Zeremonie danach wird von Jerry Lawler gestört, denn es könne ja nur einen König geben in der WWF. Neue Fehde gestartet zwischen dem King Of The Ring und dem Burger King. Auch hier, so einfach geht es.

Mathias: Auch hier bin ich absolut deiner Meinung. Ich schon oft geschrieben, bin ich kein großer Fan des Hitman gewesen, doch an diesem Abend war er der richtige Sieger und dies auch auf die beste Art und Weise - nämlich als vermeintlicher Underdog. Ein wenig glaubhafter wäre es noch gewesen, wenn der Hitman zu diesem Zeitpunkt nicht schon einmal Heavyweight Champion gewesen wäre. Das Match gegen Perfect, welches allerdings von ihrem SummerSlam Match um den Intercontinental Title 1991 noch getoppt wird, was klar das Match des Abends, aber auch das Finale war wirklich gut gebookt und Bigelow ein würdiger Gegner. Selbst der Opener wusste zu gefallen, wie sonst nur noch das von Dir erwähnte Luger vs. Tatanka. Der Rest war dann eher Mittelklasse. Die aus dem Sieg von Hart entstehende Fehde gegen Lawler war wrestlerisch im späteren Verlauf natürlich kein Highlight, aber es gab einen passenden Anlass und sie wusste in den meisten Fällen zu unterhalten, auch wenn es ab und an am Rande des guten Geschmacks war.

Yokozuna auf Rachekurs

Eddie: "It's all about the bodyslam". So kann man das Match in einem Satz zusammenfassen. Yokozuna dominiert lange, sehr lange, und Hulk Hogan kommt wie immer ins Match zurück und versucht sich ein ums andere Mal am Bodyslam. Zu Beginn scheitert der Versuch immer und Yoko ist zurück in der Offensive. Immerhin muss man hier Hogan aber zu Gute halten, dass er den Sumoringer mit seiner Niederlage over brachte, bevor er "verschwand". Er hätte ja auch einfach gehen können. Der große Knalleffekt folgt als ein mysteriöser Fotograf (gespielt von Harvey Wippleman) eine bessere Kameraperspektive wollte und aufs Apron stieg. Doch das war keine gewöhnliche Kamera, sondern sein Blitz löste einen Feuerball in Hogans Gesicht aus. Kann man machen, damit er nicht clean verlieren muss. Match war sehr langatmig, aber auch so wie man es eben auch erwarten konnte. Mit einem Banzai Drop nach dem Match und schockierten Kindern wird Hogan also erstmal in WWF-Rente geschickt.

Mathias: Ich finde nicht, dass man Hogan schon dafür loben muss, dass er zum Abschied verliert. Die ganze Posse mit seinem Heldenstatus als Retter von Brutus Beefcake und ganz Amerika als er Yokozuna bei WrestleMania in wenigen Sekunden den Titel wieder abnahm, war kaum zu ertragen und dies alles am Ende nur dafür, dass er den Titel im Juni nach Eingriff wieder gegen Yokozuna verliert?! Dann hätte er sich seine Rückkehr auch gleich schenken können. Sein Ego stand ihm hier einmal mehr im Weg und so war ich schon damals froh, dass Yokozuna wieder Champion und Hogan weg war. Wenn ich den Event heute nochmal sehe, dann kann ich mich über die Art und Weise des Hulkster gleich noch einmal so sehr aufregen. Das Match hatte außer dem Titelwechsel nichts Positives und zum Glück stand an diesem Abend das Turnier mehr im Fokus.

Was passierte sonst noch so?

Eddie: Nach dem WWF World Title Match folgte ein kurzes und simples Eight Man Tag Team Match zwischen den Steiner Brothers und den Smoking Gunns (eines meiner Lieblingsteams als Kind) gegen Money Inc. und die Headshrinkers (Rikishi!). Die Heels dominieren relativ lang, Hot Tag, abgewehrt in den Million Dollar Dream, Billy Gunn kommt raus, Cradle, Faces gewinnen und vertreiben danach die Heels. Danach gab es noch Shawn Michaels, mittlerweile mit Diesel (Luna ist zum Glück Geschichte an der Seite von Shawn), gegen Crush, einem der großen Meister des Vokuhila. Ziemlich cooles Match hier und ich muss sagen, dass Diesel ein wirklich starker Begleiter war. Mittendrin kommen dann die beiden Doinks zum Ring, lenken Crush ab, der dann von HBK mit einem Superkick an den Hinterkopf erwischt wird, gepinnt wird und plötzlich zum Leben erwacht und die Doinks verfolgt. Da wäre ein Count-Out sinnvoller gewesen als das plötzliche Erwachen.

Mathias: Gott, fand ich Diesel damals beeindruckend. Da ich HBK ohnehin schon sehr gerne im Ring sah, wurde dieses Gespann für mich einer der Hauptgründe das Wrestling Mitte der 90er weiterzuverfolgen, als man langsam anfing anderen Interessen nachzugehen. Das Match gegen Crush war unterhaltsam, wenn auch kein Highlight, da der Mann aus Hawaii einfach nicht in der selben Liga spielte. Der Eingriff der Clowns hätte dann auch anders erfolgen können, denn so etwas kann einen Impact - wie den Superkick - auch lächerlich aussehen lassen. Diese Multi Men Tag Team Matches mit Tag Teams sind ohnehin immer nur Lückenfüller und ein Title Match wäre da etwas besser gewesen. Es war dennoch vernünftig umgesetzt und hatte die richtigen Sieger.

Fazit

Eddie: Schönes und sogar richtig starkes Wrestling wird hier gepaart mit dem simplen Storytelling von früher du einer Geschichte, die sich durch das ganze Turnier zieht. Am Ende startet man eine neue Fehde und man denkt sich, dass das doch gar nicht so schwer ist, wie man es sich heute oft macht. Klasse Turnier und für mich einfach eine gute Veranstaltung, 8 Punkte von mir.

Mathias: Das Turnier war in großen Teilen richtig stark und hatte einfach das passende Booking und mit der Attacke von Lawler auch gleich eine neue Fehde parat. Das Title Match war ehrlich gesagt eine Farce und die restlichen Matches natürlich nur schmückendes Beiwerk, wenn auch ordentliches. Dennoch was das Konzept gut umgesetzt und so kann ich der Show 7 Punkte geben.

Die PPV-Gesamtwertung

Platz 1:
SuperBrawl 1993: 9.0 (JoMo: 8.0, WCWler: 10.0)

Platz 2:
SuperBrawl 1992: 8.0 (JoMo: 8.0, WCWler: 8.0)
WrestleMania VII: 8.0 (Eddie: 8.0, Mathias Rekasch: 8.0)

Platz 4:
King of the Ring 1993: 7.5 (Eddie: 8.0, Mathias Rekasch: 7.0)
Royal Rumble 1993: 7.5 (Eddie: 8.0, The Formless One 7.0)
Royal Rumble 1992: 7.5 (Eddie: 8.0, Mathias Rekasch 7.0)
WrestleMania VI: 7.5 (Eddie: 7.0, Mathias Rekasch: 8.0)
WrestleWar 1991: 7.5 (JoMo: 7.0, WCWler: 8.0)

Platz 9:
Starrcade 1992: 7.0 (JoMo: 7.0, WCWler: 7.0)
SummerSlam 1992 7.0 (Eddie: 8.0, Mathias Rekasch: 6.0)
WrestleWar 1992 7.0 (JoMo: 7.0, WCWler: 7.0)
Survivor Series 1990: 7.0 (Eddie: 8.0, JoMo 6.0)
Survivor Series 1987: 7.0 (Eddie: 7.0, JoMo: 7.0)
WrestleMania III: 7.0 (JoMo: 7.0, Mathias Rekasch 7.0)

Platz 15:
Royal Rumble 1991: 6.5 (Eddie: 7.0, Mathias Rekasch: 6.0)
WrestleMania VIII: 6.5 (Eddie: 7.0, Mathias Rekasch: 6.0)

Platz 17:
SummerSlam 1990: 6.0 (JoMo: 6.0, Eddie: 6.0)
Royal Rumble 1990: 6.0 (Eddie: 7.0, JoMo: 5.0)
WrestleMania I: 6.0 (Eddie: 7.0, JoMo: 5.0)

Platz 20:
Survivor Series 1992: 5.5 (Eddie: 6.0, Mathias Rekasch: 5.0)
The Great American Bash 1992: 5.5 (JoMo: 5.0, WCWler: 6.0)
Beach Blast 1992: 5.5 (JoMo: 6.0, WCWler 5.0)
Tuesday in Texas: 5.5 (JoMo 5.0, Mathias Rekasch 6.0)
Halloween Havoc 1991: 5.5 (JoMo: 5.0, WCWler: 6.0)
SummerSlam 1991: 5.5 (Eddie: 6.0, Mathias Rekasch: 5.0)
SuperBrawl 1991: 5.5 (JoMo: 5.0, WCWler: 6.0)
Royal Rumble 1989: 5.5 (Eddie: 6.0, JoMo: 5.0)
WrestleMania IV: 5.5 (Eddie: 5.0, Mathias Rekasch: 6.0)

Platz 29:
Halloween Havoc 1992: (The Formless One: 5.0, WCWler: 5.0)
WrestleMania V: 5.0 (Eddie: 5.0, JoMo: 5.0)
Survivor Series 1988: 5.0 (JoMo: 5.0, Mathias Rekasch: 5.0)
SummerSlam 1988: 5.0 (Eddie: 6.0, JoMo: 4.0)

Platz 33:
SummerSlam 1989 4.5 (Eddie: 5.0, Mathias Rekasch: 4.0)
Slamboree 1993: 4.5 (JoMo: 4.0, WCWler: 5.0)

Platz 35:
WrestleMania IX: 4.0 (Eddie: 5.0 Punkte, Mathias Rekasch: 3.0)
WrestleMania II: 4.0 (Eddie: 4.0, JoMo: 4.0)

Platz 37:
Survivor Series 1989: 3.5 (Mathias Rekasch: 3.0, Eddie: 4.0)
Survivor Series 1991: 3.5 (Mathias Rekasch: 3.0, Eddie: 4.0)

Platz 39:
Starrcade 1991: 3.0 (JoMo: 2.0, WCWler: 4.0)

Platz 40:
The Wrestling Classic: 1.5 (JoMo: 1.0, Mathias Rekasch 2.0)

Platz 41:
Great American Bash 1991: 1.0 (JoMo: 1.0, WCWler: 1.0)
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