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Inside The Cage Classics #37: Royal Rumble 1993 - Die Japanische Bedrohung

Kolumne

Article information
Published on:
10.06.2014, 10:27
Category:
Series:
Inside The Cage Classics (All entries of this article series)
Author(s):
Das Jahr 1993 steht gerade erst in den Startlöchern und schon geht es mit dem Royal Rumble heiß her. The Formless One und Eddie haben sich aufgemacht einmal zu gucken, was diesen Event dafür auszeichnet regelmäßig zum zweitliebsten Event des Jahres gewählt zu werden.

It's time to rumble... more than ever

The Formless One: Die Überschrift hat natürlich einen Grund, denn mit Yokozuna ist bis dato der schwerste Wrestler in einen Royal Rumble gestiegen. Gerade das Jahr 1993 schien sich dafür auszuzeichnen die "Larger than Life"-Charaktere heraus zu kramen, wie sonst erklärt sich Gimmick-Trash à la Giant Gonzales? Aus heutiger Sicht fällt natürlich gerade in diesem Main Event auf wie schwach er eigentlich besetzt war. So viele Undercarder hatte man sicherlich eher selten in einem Rumble gesehen: Virgil, Damien Demento, Max Moon, Terry Taylor usw. Da wir hier natürlich nicht auf das Match im Einzelnen eingehen können, da es immerhin über eine Stunde Laufzeit hat, hier nur einige Fragen und Fakten, die mir auffielen:
1. War Bob Backlund so dermaßen aus dem Ringstil der WWF raus, dass er so viele Fehler macht? Vom Eyepoke seitens Ric Flair bis hin zu diversen Attacken des Berzerkers geht hier ja Etliches in die Binsen.
2. Gleich noch etwas zu Bob: Der wrestlet seit Mitte 1992 sporadisch bei WWF Wrestling Challenge, kommt dabei eigentlich nie über einen Jobber-Gegner hinaus und wird im Rumble zum "Time Bandit" (meint: er ist am längsten im Match), nur um danach wieder in die alte Rolle zu verfallen oder mal für Doink zu jobben?
3. Yokozuna, der den Royal Rumble gewinnt, bekam damit einen Megapush, den heutzutage kein Mensch mehr gutheißen würde. Dennoch sieht man es heute ein bisschen mit nostalgisch rosa-roter Brille, nicht wahr?
4. Mr. Perfect war zu dieser Zeit echt over. Hat er nur keinen weiteren Push bekommen, weil Hulk Hogan kurz darauf zurück kehrte?
5. Man macht den "Macho Man" Randy Savage bereits zum Anfang des Jahres zum Colour Commentator, obwohl er die Masse immer noch überzeugt, lässt ihn dann aber den Runner-Up beim Rumble werden?
6. Der Royal Rumble 1993 ist der erste Royal Rumble, der aktiv bewarb, dass der Sieger des Rumbles zu Wrestlemania fahren wird um dort auf den amtierenden World Champ zu treffen.
7. Wenn mich nicht alles täuscht ist der Undertaker, der erste Wrestler, der durch eine Person aus dem Rumble eliminiert wurde, die offiziell nicht am Rumble teilnahm.
8. Ric Flair wird nach einem Schlag Jerry Lawlers angezählt um schnellstmöglich wieder in den Ring zu steigen, was bereits 1992 so gehandhabt wurde und eine kompetente Lösung erscheint. Als der Undertaker und Gonzales zu Gange sind, interessiert es nicht, ob Irwin R. Schyster und Damien Demento in den Ring steigen. Eben so wenig wird Bob Backlund ausgezählt, nachdem der Berzerker ihn angriff. Kontinuitätsproblem, WWF?
9. Das erste Match seitens Jerry Lawler überhaupt für WWF.
10. Mit Tenryu war das erste Mal ein Mann im Royal Rumble, der offiziell nicht dem Kader der WWF angehörte.

Generell ist der Rumble 1993 damit demnach natürlich ein Meilenstein, weil er in der Tat den Trend setzte, dass der Sieger zu Wrestlemania fährt. Auch in anderen Bereichen hat er "First times" gesetzt. Mir gefiel er eigentlich ganz gut, wenngleich man aus heutiger Sicht nur wenige potentielle Sieger des Matches sieht und dadurch der Eindruck getrübt ist. Ich mag es jedoch, wenn der Ring eher gefüllt ist und eine Massenschlacht entfacht. Das war oft gegeben und auch wenn einige Akteure sich ihrer Sache nicht immer sicher waren, ein ordentliches Match mit einem vermutlich überpushten Sieger – eventuell auch weil andere Optionen fehlten?

Eddie: So, dann will ich zunächst mal auf ein paar Punkte eingehen. Yokozunas Sieg sehe ich nicht durch die rosarote Brille, und dennoch fand ich es zum damaligen Zeitpunkt den richtigen Sieger. Wieso? Weil er als Erscheinung einfach eine logische Bedrohung für jeden ist. Und dass war auch 1993 noch wichtig für den Main Event. Und hätte er hier den Push nicht bekommen, was wäre aus dem grandiosen Segment mit dem Undertaker im Folgejahr geworden? Ja, die Besetzung war nicht die beste, vor allem im Vergleich zum Vorjahr, doch es gab viele Kleinigkeiten die mir hier gefallen haben und wäre das Match im Guide gäbe es immernoch 7 Punkte von mir.

World Title im Co Main Event – Bret Hart balanciert auf der Schneide der Rasierklinge

The Formless One: Auch Razor Ramon hat nur ein halbes Jahr gebraucht um sich zu seinem ersten World Title Match zu mausern. Eventuell lag es aber auch daran, dass man die Babyfaces Ende der 1980er bis 1991 doch so arg hoch im Wert verkauft hatte, dass die Heels, die ihnen gegenüber standen sich zu schnell abnutzten und kaum waren diese Faces dann weg – namentlich: Hulk Hogan und The Ultimate Warrior - blieb eine Kraterlandschaft übrig. Da kam ein Mann mit dem Charisma eines Scott Hall wie gerufen. Erst ein Pay per View Match bei den 92er Survivor Series auf dem Kerbholz, sollte er sich nun dem Hitman widmen. Ein passables Match, welches keine lange Vorlaufgeschichte, aber immerhin die klassische Familien-Storyline beinhaltete, die viele Jahre davor und danach zum Einsatz kam. Wie man Razor hier schon beinahe als das Powerhouse aufbaut, gefällt mir grundlegend gut, während Hart der Techniker ist, der sich gegen den rücksichtslosen Schläger zur Wehr setzen muss. Insgesamt ein sehr guter Co-Main Event wie ich finde, wenngleich dieses Match wenig Erwähnung in der WWE Historie erfährt.

Eddie: Hier habe ich vielleicht eine rosarote Brille auf, doch als Kind war das für mich lange Zeit mein Lieblingsmatch. Jetzt bei erneutem Sehen bin ich immernoch begeistert. Der Charakter des Razor Ramon ist absolut hervorragend und Bret als technischer Wrestler auf der Gegenseite kann nur gut werden. Beide wissen genau was sie machen und die Matchzeit ist mit knapp 18 Minuten sehr gut gewählt und das Match ist für mich klar das zweitbeste des Abends.

Ehemalige Partner, erbitterte Feinde – Die Rockers und der Intercontinental Titel

The Formless One: Selten hat eine Storyline einen so schönen Aufbau erlebt. Und genau DAS ist es auch, was heute so oft falsch gemacht wird. Man trennt Tag Teams ohne Sinn und Verstand und wundert sich, warum es denn nicht so funktioniert wie bei Shawn Michaels und Marty Jannetty. Der Hintergrund ist ganz einfach. Das Ganze wurde intelligent und vor allem über Zeit hinweg aufgebaut. Und das Marty Jannetty für diese Fehde zu einem Wrestling-Meme aufgestiegen ist, ist ehrlich gesagt nicht ganz fair, obschon er dadurch sicherlich eine Form von Bekanntheitsgrad nebst seiner Matches erlangt. Als "Jannetty" bezeichnete man witzigerweise lange bevor The Miz und John Morrison ihre Fehde hatten, den Teil eines Tag Teams, der den großen Durchbruch nach der Trennung nicht schafft. Sind damit also bei Cryme Tyme oder den Prime Time Players beide Jannettys? Hier sehen wir ein ordentliches, aber vermutlich nicht das beste Match zwischen den beiden. Das Ende ist natürlich für die Fans und den Zuschauer unbefriedigend. Die Attacke durch Sensationell Sherri war wohl als Aufbau für Wrestlemania IX gedacht, doch dazu sollte es nicht kommen, denn Marty wurde kurz nach diesem Match entlassen. Gerüchten zufolge soll er unter Substanzeinfluss gestanden haben, wobei man nicht ausmachen konnte, ob es sich um Drogen oder Medikamente handelte. Jannetty bestreitet dies bis heute, erklärte in einem Interview dieses Gerücht sei von Shawn Michaels selbst in die Welt gesetzt worden; er habe lediglich zu wenig geschlafen. Sehr schade, dass diese Fehde so sein "Ende" fand. Weitere Gerüchte besagen, dass Jannetty den Belt bei Wrestlemania gewinnen sollte und spekuliert wurde diesbezüglich viel in Richtung Shawn, der dann über's Knie gebrochen gegen Tatanka antrat. Natürlich gab es später noch die Revanche für den Rocker, aber definitiv nicht in dem Fahrtwind, den diese Fehde aufgebracht hatte.

Eddie: Für mich klares MOTN und eine absolute Matchempfehlung. Ja das Ende ist unbefriedigend, aber alles was davor passiert ist einfach geil. Beide kennen sich sehr gut und das Match ist für mich persönlich, natürlich auch dank der großartigen und dabei simplen Story, einfach sehr gut. Hier kann zwar vieles an der Kindheitserinnerung liegen, doch auch jetzt bei dem vermutlich fünften Ansehen hat es mir einfach sehr gut gefallen. Die Geschichte mit dem Ende der Story ist etwas anderes, doch bis hierher wurde alles richtig gemacht.

Von weltbekannten und kurzlebigen Tag Teams – Steiner vs. Beverlys

The Formless One: Die großen Tag Team Titel haben die Steiner Brothers nie wirklich lange gehalten, dennoch eilte ihnen ihr Ruf voraus. Sie werden bis heute zu den großen Teams ihrer Ära gezählt. Ganz anders verhält es sich mit ihren Gegnern. Die Beverly Brothers werden immer in die Schublade der "ferner liefen" Teams gesteckt. Mir ist bewusst, dass Wayne Bloom und Mike Enos natürlich schon als Destruction Crew die Szene der AWA unsicher machten, aber für den Main Stream Markt war für beide nicht sonderlich viel drin. Warum dem so ist, kann ich gar nicht genau ausmachen. Aber vermutlich ist es ein Fall wie mit Well Dunn. Generell ordentliche Worker, denen letztlich das gewisse Etwas fehlte. Das Match ist ein schöner Opener, mit der üblichen Isolations-Geschichte. Das Publikum springt unfassbar gut auf die Steiners an, was natürlich das Match noch besser erscheinen lässt. Der Frankensteiner gen Ende sah etwas bös aus. Ich frage mich bis heute, ob Blake Beverly da nicht einen mitbekommen hat.

Eddie: Ich kenne von beiden Teams kaum anderes Material als das aus der WWE. Und für die damalige Zeit waren die Beverlys doch gute Heels, arrogant, dominieren bis zum Hot Tag und einfach nur zum Hassen. Von Erwachsenen genauso wie von Kindern. Diese simple Heel-Face-Story hält einfach jedes Tag Team Match am Leben. Und auch so war dann dieses Match einfach cool gemacht und als Opener perfekt gewählt, immerhin haben die Faces hier gewonnen. Und dass sich die Beverlys nie zu den großen Teams des Sports zählen dürfen liegt auch an der Darstellung hier, dennoch reicht das hier für den Zweck absolut aus.

Kolosse und Narzissten

The Formless One: Dann gab es da noch das Aufeinandertreffen seitens Bam Bam Bigelow und dem Big Bossman. Bam Bam war ja jüngst zur WWF zurück gekehrt und hatte sich einen Namen in Japan gemacht. Dieser Run in der WWF ist vielen Leuten mehr im Gedächtnis geblieben als sein erster. Beide Male schaffte er es in Videospiele. Der Brawl ist nicht der Schlechteste den ich je sah, aber auch im Gesamt eher Durchschnitt mit etwas kuriosem Ende. Wie dem auch sei. Nach dem World Title Match sehen wir dann noch Bobby Heenan, der "The Narcissist" Lex Luger in die WWF lanciert. Ruft bei mir lediglich ein Augenbrauenziehen hervor. Cesar verliest eine Verlautbarung über Wrestlemania. Trash.

Eddie: Das Debüt von Luger war natürlich durchaus merkwürdig, aber immerhin wurde er beim PPV debütiert, was ich dann in der Form durchaus gut finde, immerhin war es damals mit den 5 PPVs im Jahr doch etwas besonderes. Das Match zwischen Bam Bam und dem Bossman hat mir auch gefallen, klar kein MOTY oder sonstiges, doch als Überbrückung zwischen den beiden Matchempfehlungen war das als Abkühlung gut und ich war schon immer ein großer Bam Bam Fan.

Fazit:

The Formless One: Eigentlich gar kein so schlechter Rumble, auch wenn man die Card nebst des Rumbles betrachtet. Aber irgendwie geht der in der Geschichte unter, obwohl er wohl einige "erste Male" setzt. Mir hat er jedenfalls wieder Spaß gemacht, auch wenn man merkt, wie unterbesetzt die WWF zu diesem Zeitpunkt war. Alles in allem eine Runde Sache mit 7 Punkten.

Eddie: Kindheitserinnerungen und rosarote Brillen inklusive finde ich den 1993er Royal Rumble einfach gut. Mir hat der Event viel Spaß bereitet und er bietet zwei wirklich gute Kämpfe. Daneben noch den Schocker mit Yokozuna als Rumble Sieger gegen den Macho Man und ich gebe hier durchaus 8 Punkte.

Die PPV-Gesamtwertung

Platz 1:
SuperBrawl 1992: 8.0 (JoMo: 8.0, WCWler: 8.0)
WrestleMania VII: 8.0 (Eddie: 8.0, Mathias Rekasch: 8.0)

Platz 3:
Royal Rumble 1993: 7.5 (Eddie: 8.0, The Formless One 7.0)
Royal Rumble 1992: 7.5 (Eddie: 8.0, Mathias Rekasch 7.0)
WrestleMania VI: 7.5 (Eddie: 7.0, Mathias Rekasch: 8.0)
WrestleWar 1991: 7.5 (JoMo: 7.0, WCWler: 8.0)

Platz 7:
Starrcade 1992: 7.0 (JoMo: 7.0, WCWler: 7.0)
SummerSlam 1992 7.0 (Eddie: 8.0, Mathias Rekasch: 6.0)
WrestleWar 1992 7.0 (JoMo: 7.0, WCWler: 7.0)
Survivor Series 1990: 7.0 (Eddie: 8.0, JoMo 6.0)
Survivor Series 1987: 7.0 (Eddie: 7.0, JoMo: 7.0)
WrestleMania III: 7.0 (JoMo: 7.0, Mathias Rekasch 7.0)

Platz 13:
Royal Rumble 1991: 6.5 (Eddie: 7.0, Mathias Rekasch: 6.0)
WrestleMania VIII: 6.5 (Eddie: 7.0, Mathias Rekasch: 6.0)

Platz 15:
SummerSlam 1990: 6.0 (JoMo: 6.0, Eddie: 6.0)
Royal Rumble 1990: 6.0 (Eddie: 7.0, JoMo: 5.0)
WrestleMania I: 6.0 (Eddie: 7.0, JoMo: 5.0)

Platz 18:
Survivor Series 1992: 5.5 (Eddie: 6.0, Mathias Rekasch: 5.0)
The Great American Bash 1992: 5.5 (JoMo: 5.0, WCWler: 6.0)
Beach Blast 1992: 5.5 (JoMo: 6.0, WCWler 5.0)
Tuesday in Texas: 5.5 (JoMo 5.0, Mathias Rekasch 6.0)
Halloween Havoc 1991: 5.5 (JoMo: 5.0, WCWler: 6.0)
SummerSlam 1991: 5.5 (Eddie: 6.0, Mathias Rekasch: 5.0)
SuperBrawl 1991: 5.5 (JoMo: 5.0, WCWler: 6.0)
Royal Rumble 1989: 5.5 (Eddie: 6.0, JoMo: 5.0)
WrestleMania IV: 5.5 (Eddie: 5.0, Mathias Rekasch: 6.0)

Platz 27:
Halloween Havoc 1992: (The Formless One: 5.0, WCWler: 5.0)
WrestleMania V: 5.0 (Eddie: 5.0, JoMo: 5.0)
Survivor Series 1988: 5.0 (JoMo: 5.0, Mathias Rekasch: 5.0)
SummerSlam 1988: 5.0 (Eddie: 6.0, JoMo: 4.0)

Platz 31:
SummerSlam 1989 4.5 (Eddie: 5.0, Mathias Rekasch: 4.0)

Platz 32:
WrestleMania II: 4.0 (Eddie: 4.0, JoMo: 4.0)

Platz 33:
Survivor Series 1989: 3.5 (Mathias Rekasch: 3.0, Eddie: 4.0)
Survivor Series 1991: 3.5 (Mathias Rekasch: 3.0, Eddie: 4.0)

Platz 35:
Starrcade 1991: 3.0 (JoMo: 2.0, WCWler: 4.0)

Platz 36:
The Wrestling Classic: 1.5 (JoMo: 1.0, Mathias Rekasch 2.0)

Platz 37:
Great American Bash 1991: 1.0 (JoMo: 1.0, WCWler: 1.0)

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